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Bericht des Umweltbundesamts: Stickoxid-Werte in 57 Städten zu hoch
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Keine gute Nachricht vom Umweltbundesamt: Die Luftverschmutzung ist zwar insgesamt zurückgegangen, lag 2018 aber in Großstädten immer noch zu hoch. Das Amt empfiehlt eine schnelle Kat-Nachrüstung alter Diesel.

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mhwse 17.06.2019, 10:03
40. Warum sollten die Messungen nicht seriös sein?

Zitat von ardbeg17
Was heißt "in den Städten"? Am Straßencafe, an der Kreuzung, im Durchschnitt des Aufenthaltes draußen? Oder nur an einer (der schlechtesten?) Verkehrsmessstation? Hat überhaupt schon mal jemand seriös versucht, die Durchschnittsbelastung durch die Aussenluft zu ermitteln?
Weil da gemessen wird, wo der Dreck in der Luft ist?

Alternativ könnte natürlich im Voralpenland im Luftkurort gemessen werden .. (Wenn Ihnen das besser gefällt)

Es gibt private Netzwerke, bei denen "Enthusiasten" überall in der Stadt per WLAN Messstellen betreiben - und diese Daten mit Geoposition + Höhe (denn im 5. Stock ist die Luft dann auch schon besser) - teilen.

Da können sie mitwirken. (und auch selbst messen - es gibt auf "Make"/"c't" Bauanleitungen)

Ich habe das schon mal mit den offiziellen Daten verglichen - die (offiziellen) waren dann zum Teil sogar eher noch besser ..

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1616 17.06.2019, 10:08
41. Koblenz

Am Beispiel von Koblenz kann man das sehr gut nachvollziehen, warum es relativ hohe NOx-Werte geben kann. Dort gab es 2018 gegenüber den Vorjahren eine große Baustelle im Innenstadtbereich. Da hat es sich ohne Ende gestaut. 2019 könnten die Brückenbauarbeiten - einmal dabei wiederum im Zentrum - ebenfalls zu ungünstigen Werten beitragen. Und wie sieht es mit den Schiffen, vor allem den Flusskreuzschifffahrtsschiffen aus?

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schorsch_69 17.06.2019, 10:11
42. Och Joh!

Insbesondere in küstennahen Orten und ganz besonders in Hamburg, ist die Belastung der Umwelt durch Kfz-Abgase im Grunde nur ein "Nebenkriegsschauplatz", wird aber von den Polit-Sesselpupern aller Parteien anders dargestellt.
In Hamburg könnte morgen der private Kfz-Verkehr komplett verboten/eingestellt werden und doch "dank" des massiven Schiffverkehrs und dessen zumeist völlig ungefilterte Schweröl/Dieselabgase der Schiffsmotoren, wird sich an der Qualität der Luft dort eher nur marginal etwas ändern.

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hellmut1 17.06.2019, 10:12
43.

Wird da wieder ein altes Fass neu aufgemacht? Lt. Leopoldina sind nicht di e Stickoxide sondern der Feinstaub das eigentliche Problem. Bezieht sich die Messung von über 70 mg nix auf Das gesamte Stadtgebiet von Stuttgart oder nur auf das berühmt berüchtigte Neckartor? Wäre schön, das Ganze etwas aufzuschlüsseln, statt plakativ zu arbeiten.

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omnogata 17.06.2019, 10:14
44. religiöser Eifer

leider gibt es sehr wenig wirklich belastbare Fakten, alles was geschrieben wird sind Statistiken und deren Interpretation. Die Autolobby mischt mit, die Dieselfahrer, die Ökofraktion, jeder hat seine eigenen Scheuklappen und kann "Argumente" anderer mit Halbwissen vernichten.
Eins ist aber sicher, weniger Verkehr bedeutet bessere Luft. Und zum Thema Arbeitsplätze kann man durchaus anmerken, dass Dtl einen Automarktanteil von 2,7 % , wo also sollen durch den dt. Markt Einflüsse auf die Arbeitplätze zu spüren sein. Die Arbeitsplätze gehen verloren wenn man den Anschluss an die Konkurenz verliert und da haben die Manager von VW, MB, BMW usw keinen guten Job getan.

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1616 17.06.2019, 10:15
45.

Zitat von rennflosse
Nun ist die Kfz.- Steuer für Diesel ohnehin schon sehr hoch. Aber der Zweck heiligt wie beim CO2 die Mittel.
Die KFZ-Steuer fließt den Ländern zu, die Minerölsteuer dem Bund. Also wird die Gesamtbelastung der Dieselfahrer nicht sinken; wenn die MinÖl-St steigt, müsste nach allgemeinen politischen Stellungnahmen - keine höhere Steuerbelastung der Bevölkerung! - eigentlich die KFZ-Steuer für Diesel-Fahrzeuge sinken.

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kayakclc 17.06.2019, 10:15
46. Fehlende Studien

Zitat von Athlonpower
Na dann nennen Sie doch mal ein Zahl von Toten, die sie in Kauf nehmen,....
Es gibt keine einzige wissenschaftliche Studie, die den Zahl von zusätzlichen Toten durch NOx oder Feinstaub nahweist! Dazu müssten man Menschenversuche machen, um eine Kausalkette zu etablieren, d.h alle anderen Einflusse und Kasualketten ausschliesen!

Es gibt daher nur Studien, die als Grundannahme die Schädlichkeit von beliebig kleinen Dosen annehmen, und dann statistische Korrelationen (!) aber eben keine Kausalität nachweisen. Das wird immer wieder von Leuten übersehen. In der Statistikliteratur wird das immer wieder Thematisiert, dass Kausalität mit Korrelation verwechselt wird. Die Presse und die Öffentlichkeit nimmt das nicht zu Kenntnis, besonders, weil Studien oft von Leuten vorgelegt werden, die wenig Ahnung von Statistik haben.
Wenn A die Ursache von B ist und auch die Ursache von C dann finden man statistisch eine Korrelation zwischen B und C. Der Schuss, dass B C bedingt oder C die Ursache von B ist, ist dann offensichtliche falsch, weil A bekanntlich die Ursache von B und C ist! Daher muss man sich sehr sorgfältig ansehen (i) was sind Annahmen, (ii) was ist die Faktenlage und (iii) was sind interpretation der Fakten!
In dieser Gemengelage kultiviert heute jede Partei im Grund nur ihre Vor-Urteile, unabhängig von den Fakten! Es wäre wünschenswert, Leute würden einmal nachlesen, was für Zahlen wirklich gemessen wurden, und was dann Interpretation auf Grund von nicht gemessenen Annahmen sind.

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hup 17.06.2019, 10:15
47. Schon Lustig

Wenn der tatsächlich geltende Messwert die Situation nicht schlecht genug dastehen lässt damit das Umweltministerium neue Budgets und Befugnisse bekommt, dann zitiert man halt irgendwelche anderen Grenzwerte - natürlich nur strengere. Ohne Dramatisierung und Angstmache geht es nicht, der Michel muss "genudged" werden - wohin auch immer.
Man könnte zwar genausogut laxere Werte als Vergelichsmasstab nehmen, die irgendwo auf der Welt gelten - z.B. gelten in den umweltbewussten USA mit ihren strengen NOx-Grenzwerten Feinstaubgrenzwerte mit 100 Mikrogramm in Staedten, also das doppelte was unserer Werte betragen, aber das würde sich ja nicht dramatisch genug anhören und damit würden *alle* deutschen Städte weit unter dem Grenzwert liegen.
Ob sich Menschen gesund fühlen hängt damit zusammen ob die aktuellen Werte als "zu hoch" eingestuft werden. Aber was "zu hoch" ist medizinisch sehr umstritten. Technisch und medizinisch ist *jeder* Wert zu hoch. Das ganze ist nichts als eine Abwägung von Kosten und Risiken, und Kosten sind hier nicht nur monetär definiert und Risiken nicht nur medizinisch.
Vielleicht könnten wir 10 Mikrogramm weltweit erreichen - wir müssten nur auf jede Art von Industrie und Mobilität verzichten. Das verlängert die Lebenszeit von Asthmatikern vielleicht statistisch um 5 Jahre, aber dafür wäre die Lebenserwartung in so einer verarmten, von sozialen Verteilungskämpfen dominierten ins Agragrzeitalter zurückgeworfenen Gesellscahft allgemein 20 Jahre geringer.
Die Extrempositionen taugen also nicht als Grenzwert, und das macht jeden Wert zu einem politischen und gesellschaftlichen Wert, und nicht zu einem binären Wissenschaftlichen.

Die Luft in unseren Städten ist gut und sie wird immer besser, selbst in Stuttgart. Ob man da nun gigantische wirtschaftliche Schäden anrichten muss um sofort wenig bedeutsame weitere Absenkungen schneller durchzusetzen scheint einfach fraglich. Und nein, ich bin kein gekaufter Industrie-Troll, ich erlaube mir nur eine eigene, kritische und faktenbasierte Meinung. Kritik muss sich zwangsweise auf den Status Quo beziehen, das heisst aber nicht, dass jede Kritik an der Kritik Unsinn ist.

Was wir brauchen sind tatsächlich faktenbasierte *Abwägungen*, und das heisst, dass auch jeweils andere Fakten als nur Umwelt und das absolute Primat des letzten bischens Gesundheit zu berücksichtigen sind. Das sind komplexe Felder mit vielen Variablen, und spezialisierte Wissenschaftler neigen dazu ihr eigenes Gebiet zu überamplifizieren. Das ist auch der Grund warum die Politik nicht einfach tun kann was "die Wissenschaft" ihr so rät - denn damit wäre sie schlecht beraten. Und das heisst natürlich nicht, dass wissenschaftlcher Rat ignoriert werden sollte - der Job des Politikers ist es aber diesen Rat in Abwägung und Kontext zu anderen Variablen zu stellen um eine stabile Gesellschaft zu produzieren - denn nur diese ist handlungsfähig und zerlegt sich nicht selbst - mit weitaus größeren Schäden als die Nichteinhaltung von gesetzten Grenzwerten.

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MatthiasPetersbach 17.06.2019, 10:16
48.

Zitat von Athlonpower
.Übrigens bin ich lieber Eiferer als einer wie Sie, der sich am Vogel Strauß ein Beispiel nimmt und einfach den Kopf in den Sand bzw. Boden steckt, damit er alles nicht mitbekommt, was ihm nicht in seinen Kram paßt, das soll ja auch eine Lebenseinstellung sein:-) Sozusgen ein immerwährender intellektueller Kleinwagenfahrer!
Mit jedem Eiferer wächst halt auch die Zahl derer, die dessen Anliegen reflexartig ablehnen. Sei es noch so sinnvoll. Das ist IMMER ein Bärendienst an der Sache.

Argumente hingegen sind da stichhaltiger, einsichtiger und können in der Diskussion sogar Leute überzeugen.

Das geht eben nicht, wenn man bei Autos nicht A U C H die guten (oder - leider- notwendigen) Seiten bemerken kann, nur von Schrottkisten spricht und von Autofahreren als denjenigen, der gezielt und absichtsvoll Tote in Kauf nimmt.

Das könnte man auch ziemlich vielen anderen Gepflogenheiten zuordnen - auch der Fußgänger isst ein Frühstücksei und ein Joghurt. Und praktisch nichts von den Non-Food-Artikeln, die Sie die letzten 6 Monate gekauft haben, haben Sie tatsächlich GEBRAUCHT.

Autofahren ist eben NICHT deswegen gut (und wird nicht deswegen ausgeübt), weil Leute davon sterben. Sondern weil es in vielen Teilen nötig ist - und auch in vielen Teilen wenig Probleme bereitet.

Ich fahr heute ein paar Baustellen ab und heimwärts kaufe ich ein - und abends fahr ich ins Training. Und am EINEN Ende des Liedes haben wieder ein paar Leute ein Dach über dem Kopf und ich bin fit und in der Lage, das noch ein Weilchen weiter zu tun. Und am ANDEREN Ende des Liedes sterben deshalb ein paar Leute, leidet die Umwelt an Entsorgungs- und Umweltproblemen und geschehen unzählige andere problematische Dinge.

Die auch entstehen, wenn man im Internet surft, sich nen Fernseher kauft, im Aldi die Strauchtomaten aus Spanien und und und......

Daß das nur das Auto abkriegt, ist eigentlich - angesichts dessen doch AUCH bestehender Notwendigkeit - eine ziemliche scheuklappenartige Lachplatte.

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pragmatiker2017 17.06.2019, 10:22
49. Die Luftverschmutzung

...ist verglichen zu den Werten Anfang der 1990er Jahre deutlich zurückgegangen. Lediglich die recht willkürlich festgelegten Grenzwerte wurden in einigen Städten überschritten. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Werte teilweise durch fehlerhaft aufgestellte Messtellen ermittelt werden bzw. die Werte auf festgelegte Flächen hochgerechnet werden, sprich das die Werte nicht zwingend der tatsächlichen Konzentration entsprechen. Ferner wird auch ausgeblendet inwieweit an Orten mit höheren Belastungen überhaupt Menschen exponiert sind, um irgendwelche nennenswerten Risiken ausgesetzt zu sein. Und immer daran denken: wer viel misst misst Mist.

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