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Bericht des Umweltbundesamts: Stickoxid-Werte in 57 Städten zu hoch
picture alliance/dpa

Keine gute Nachricht vom Umweltbundesamt: Die Luftverschmutzung ist zwar insgesamt zurückgegangen, lag 2018 aber in Großstädten immer noch zu hoch. Das Amt empfiehlt eine schnelle Kat-Nachrüstung alter Diesel.

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iluxos 17.06.2019, 11:57
70. Ende des stop and go

Die Volksparteien haben den Grünen das Feld der Umweltpolitik und Verkehrspoltik in den Städten und Komunen überlassen. Der Verkehrsfluss war mit "Grüner Welle" optimal gesteuert. Die disruptiven Verkehrsansätze, Verkehr nicht zügig sondern behindernd über Ampeln zu steuern um die Vorteile der Busse auf eigens eingerichteten Busspuren besonders hervorzuheben, führen zu Beschleunigen und Abbremsen der Fahrzeuge, d.h. die Zunahme von NOX und Feinstaub in den Städten ist hoch korrelierbar mit dem Wegfall der grünen Welle. In der Chemie wurde das Stickstoffatom in den 70-iger Jahren in grüner Farbe dargestellt. Welch eine Sinnhaftigkeit.

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RenegadeOtis 17.06.2019, 11:58
71.

Zitat von frankcrx
Was für einen Schwachsinn schreiben sie denn? Dieser ganze Hype um die ach so verschmutzte Luft. Wenn ich an die Zeiten in Stuttgart in den 70ern zurück denke. Da wurde mit Smogalarm gedroht, weil man in der Stadt wirklich nicht atmen konnte. Dagegen ist Stuttgart heute ja schon fast ein Luftkurort. Vor was muß man sie den schützen? Vor ihrer eigen Dummheit? Oder sind sie nur allgemein grün verblödet?
Ich mag Ihren Charme, mit dem Sie den Diskussionspartner als "grün verblödet" umwickeln. Hohe rhetorische Kunst!

Wenn Sie übrigens an die 1870er zurückdenken, hat es überall in Stuttgart nach Pferdemist gestunken. Was genau ist Ihr Punkt? "Vor einem halben Jahrhundert war es schlimmer, die sollen sich nicht so haben"? Ja, in den Siebzigern wurde auch ungefiltert verbleiter Dreck in die Luft gepumpt. Es bestreitet auch keiner, dass es jetzt besser ist als vor 50 Jahren. Macht es das zwangsläufig "gut"?

Ein wenig erinnert mich das Argument an das Bild von einem Arzt, der einem Krebskranken erklärt, er solle sich nicht so haben. Schließlich würde man ja nicht sofort sterben wie ein Unfallopfer.

Besondere Würze erhält natürlich Ihre Beschreibung, Stuttgart sei quasi ein "Luftkurort". Ferner von der Realität kann man sich kaum bewegen.

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frankcrx 17.06.2019, 12:03
72.

Zitat von freie.fahrt
Warum kann man diese ganzen Auto-Massen nicht aus den Städten raushalten? Ein paar Autos sind in Ordnung; einige wenige sind nützlich und sinnvoll und können geduldet werden. Das dann aber mit angepassten Geschwindigkeiten bis zu 20 km/h. Parken nur in Parkhäusern oder Tiefgaragen. Nicht mehr den allgemeinen Lebensraum der Stadt durch Blechmassen terrorisieren lassen.
Ok und wer will dann noch in die Stadt? Oder wer will dann noch in der Stadt wohnen? Und kauft dann noch jemand in der Stadt ein? Wie kommen die Menschen an ihren Arbeitsplatz, wenn schon heute der ÖPNV dermassen überlastet ist? Und vor allem, warum sollte jemand seine individuelle Freiheit aufgeben? Nur damit andere ein besseres Gefühl haben? Gesündere Luft atmen sie durch solche Massnahmen nämlich nicht ein. Den der Wind weht eben auch durch die Stadt und bringt Schadstoffe von außerhalb mit.
Kann man sogar sehen wenn mal wieder der Saharastaub an den Fenstern klebt. Was glauben sie wieviel Feinstaub da so in die Stadt geweht wird?

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felisconcolor 17.06.2019, 12:03
73. Ja

Zitat von jjcamera
Dass in Hamburg die Belastung seit dem Dieselfahrverbot nicht gesunken ist, wurde bereits veröffentlicht. Dort fahren Kreuzfahrtschiffe, Tanker und Containerschiffe bis in die Innenstadt (Altona).
was erdreistet sich die Natur die Elbe mitten durch Hamburg zu führen.. Ein Antrag in Brüssel auf einen Umgehungsfluss ist mit dem Hinweis auf ein Fauna und Flora Habitat abgelehnt worden. Sie können da nicht drüber lachen? Ich schon, schallend. Nur die Hildesheimer kriegen leider nen dicken Hals.Die Umgehung der Stadt für die B1 ist genau mit dem Argument abgelehnt worden. Dumm nur das die B1 eine der wirklich wichtigen Verbindungsstrecken ist und man daraus in HI keine Fussgängerzone machen kann. Also müssen die Hildesheimer entweder wegziehen oder weiter den Mief der Brüsseler Ignoranz wegatmen. Vielen Dank für den vielen Fisch

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felisconcolor 17.06.2019, 12:05
74. Ich wage

Zitat von salomohn
Wir sind dieses Gemauschel leid. Zum unserem Schutz muss gegen die fossile Lobby durchgegriffen werden. Alle Prognosen weisen darauf hin, das das inzwischen ein großer Teil der Bevölkerung so sieht.
auch mal eine Prognose. Es kann so oder so kommen. Und mir können sie uneingeschränkt glauben. Denn ich bin ein Experte.

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burgundy 17.06.2019, 12:09
75.

Zitat von Hans-Dampf
Ein Arbeitsplatz, an dem bis zu 950µg/m³ NO2 in der Luft erlaubt sind, ist aber nicht vergleichbar mit dem restlichen Leben. Rechnen wir einmal nach: ein Arbeitnehmer sei an 8 Stunden am Tag bei 220 Arbeitstagen pro Jahr solchen Bedingungen ausgesetzt. Er fängt mit 19 an zu arbeiten und hört mit 67 aus, ergibt also 48 Jahre. Das sind insgesamt 84.480 Stunden, an denen er solch hoher Konzentration ausgesetzt sein könnte (Konjunktiv deswegen, weil ja bis zu 950 µg/m³ erlaubt sind und das nicht durchgängig zutreffen wird). Ein ordinärer Mensch würde 80 Jahre alt. Er sei dabei immer maximal 40 µg/m³ NO2 in der Luft ausgesetzt - macht 700.800 Stunden. Aber: dies trifft für alle Menschen zu: Allergiker, Asthmatiker, Kleinkinder, usw. Merken Sie nun, dass Ihr Vergleich doch etwas hinkt?
Nö. Sie gehen von einem kumulativen Modell aus. Dann hat der der die maximale Konzentration am Arbeitsplatz genießt (dabei gehen Sie davon aus, dass er in den restlichen 16 Stunden seines Tages belastungsfrei bleibt) eine kumulierte "Belastung" von 80.256.000 µg/m³ und der "ordinäre Mensch" von 28.032.000 µg/m³. Ist schon ein kleiner Unterschied (Faktor 3).

Vor allem aber geht es bei der NO2 - Diskussion um die Frage nach der Toxizität. die MAK gibt tatsächlich eine Grenze für die Toxizität an (nach den Regeln der TOXIKOLOGIE), ab der es (auch abhängig von der Expositionsdauer) NACHGEWIESENERMASSEN zu einer Schädigung des Lungenparenchyms kommt, die 40 µg - Grenze beschreibt ein Risiko, eine Denkweise, wie sie in der UMWELTMEDIZIN üblich ist. Wie so oft in der Umweltmedizin, ist es schwierig, hier Beweise zu finden. Daher gibt es auch keine harte Statistik (es werden nur Schätzungen angegeben), die die Festlegung der 40µg - Grenze erhärtet.

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markus_wienken 17.06.2019, 12:10
76.

Zitat von Hans-Dampf
Für Köln wurde vor nicht allzu langer Zeit nachgerechnet, dass die Kapazität im ÖPNV verdoppelt werden müsste, wenn allein 10% der Autofahrer mehr auf ÖPNV umsteigen würden. Dabei liegt man ja heute schon meilenweit hinter den selbstgesteckten Erwartungen: zu kurze Züge, die wegen §55 BOStrab nicht länger als 75m sein dürfen (die derzeitigen Baureihen sind Züge à ca. 28m, die in Doppeltraktion fahren), chaotisches Netz mit wenigen schnell umzusetzenden Verbesserungsmöglichkeiten, zu sehr abhängig vom Verkehr auf den Straßen usw. Hinzu kommen seit langem beschlossene, aber nie umgesetzte Ergänzungen: keine Verlängerung der Linie 7 über Zündorf und Langel hinweg nach Bonn, keine Verlängerung der Linie 4 nach Schlebusch-Post, keine Verlängerung der Linie 1 nach Herkenrath bzw. Kürten, Eingleisigkeit mancher Strecken (die für Verspätungen sorgen, bspw. auf der Linie 4, 7, 18) usw. Falls man wirklich die Autos von der Straße holen wollte, sind gewaltige Investitionen nötig, die auch hohe Folgekosten nach sich ziehen werden und dann würde wohl ein Kurzstreckenticket nicht unter 10 EUR zu haben sein.
Zusätzlich zu den Kosten hat man sich auch noch mit Bürgerinitiativen rumzuschlagen die - wie so oft - auch gegen alles möglich sind.
So auch in Mainz/Wiesbaden wo es die Idee gibt die beiden Städte mit einer Straßenbahn (die Busstrecke macht nun wirklich keinen Spaß) zu verbinden, was mir als Nichtautofahrer entgegen kommen würde.
Und schwubs finden sich wieder die üblichen verdächtigen Wutbürger die dagegen sind und versuchen das zu verhindern.
Genau so wie bei der Stromerzeugung: Keine Atom- und Kohlekraftwerke...ach ja, Windräder wären schon OK aber bitte nicht bei mir...usw, usw...usw..

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felisconcolor 17.06.2019, 12:11
77. Ich sage mal

Zitat von Athlonpower
Na dann nennen Sie doch mal ein Zahl von Toten, die sie in Kauf nehmen, nur damit Sie mit ihrer Schrottkisten in die Innenstadt fahren können, bzw. wie man ja auf dem Foto sieht ist ja nix mehr mit fahren, der größte Teil der Zeit wird sinn- und nutzlos im Stau gestanden und die Umwelt - der Mensch braucht Luft zum atmen - verpestet und vergiftet, also mal los, wie viele Hunderttausende tote Menschen im Jahr ist Ihnen ihre Staumobilität wert? Nur keine Hemmungen, die CSU-Verkehrsminister haben ja auch keine, solange Audi und BMW fleißig Parteispenden rüberwachsen lassen, von den Anschlußverwendungen für altgediente Volksverräter äh -vertreter gar nicht erst zu reden, saubere Luft ist lebensnotwendig und ein Grundrecht jedes Menschen, Autofahren bzw. -stehen mit Sicherheit nicht.
8 Milliarden. Kommt ihr euch nciht langsam dämlich vor immer noch mit diesen hanebüchenen Zahlen zu hantieren? Es ist kein Wunder wenn man euch mittlerweile auslacht. Ich kann auch behaupten am 30.6.2019 ist Weltuntergang und wir sollen alle ganz schnell Buße tun. Ich darf mich nur nicht wundern wenn mir Hohn und Spott entgegenschlägt. Eure 100tsd Tote sind durch NICHTS bewiesen nicht mal ansatzweise. Mit solchen Märchen hat man früher kleinen Kindern Angst gemacht. Aber nicht einer aufgeklärten Gesellschaft.

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frankcrx 17.06.2019, 12:21
78.

Zitat von RenegadeOtis
Ich mag Ihren Charme, mit dem Sie den Diskussionspartner als "grün verblödet" umwickeln. Hohe rhetorische Kunst! Wenn Sie übrigens an die 1870er zurückdenken, hat es überall in Stuttgart nach Pferdemist gestunken. Was genau ist Ihr Punkt? "Vor einem halben Jahrhundert war es schlimmer, die sollen sich nicht so haben"? Ja, in den Siebzigern wurde auch ungefiltert verbleiter Dreck in die Luft gepumpt. Es bestreitet auch keiner, dass es jetzt besser ist als vor 50 Jahren. Macht es das zwangsläufig "gut"? Ein wenig erinnert mich das Argument an das Bild von einem Arzt, der einem Krebskranken erklärt, er solle sich nicht so haben. Schließlich würde man ja nicht sofort sterben wie ein Unfallopfer. Besondere Würze erhält natürlich Ihre Beschreibung, Stuttgart sei quasi ein "Luftkurort". Ferner von der Realität kann man sich kaum bewegen.
Nun im Gegensatz zu den 70ern ist Stuttgart ein Luftkurort.
Das heiß es wurde doch sehr viel getan und die Luft ist deutlich besser. Was mich an der ganzen Diskussion stört ist diese einseitige Argumentation der Diskussionspartner.
Gut, alle Autos raus aus Stuttgart. Was dann? Welche Alternativen, die auch realistisch sind, gibt es denn?? Glaubt man den Leuten hier fahren die Menschen aus lauter Jux und Dollerei in die Stadt. Zum Spassevent STAU. Und alle machen mit, sind fröhlich, haben Spass.
Also ich kenne niemanden der ohne Grund da rein fährt.
Und bitte nicht mit dem Argument ÖPNV oder "man kann ja mit dem Rad fahren" kommen. Der ÖPNV ist zu den Stosszeiten total überlastet, das Mitfahren ist eine Tortur. Und wer die Topografie in Stuttgart kennt - nicht jeder ist Leistungssportler.
Darum sage ich auch grün verblödet, weil es DIE einfache Lösung, welche in letzter Zeit von grüner Seite propagiert wird, einfach nicht gibt. Und weil der überwiegende Teil der Bevölkerung das auch gar nicht mitmachen wird.

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felisconcolor 17.06.2019, 12:23
79. Ich sage nur

Zitat von mhwse
Weil da gemessen wird, wo der Dreck in der Luft ist? Alternativ könnte natürlich im Voralpenland im Luftkurort gemessen werden .. (Wenn Ihnen das besser gefällt) Es gibt private Netzwerke, bei denen "Enthusiasten" überall in der Stadt per WLAN Messstellen betreiben - und diese Daten mit Geoposition + Höhe (denn im 5. Stock ist die Luft dann auch schon besser) - teilen. Da können sie mitwirken. (und auch selbst messen - es gibt auf "Make"/"c't" Bauanleitungen) Ich habe das schon mal mit den offiziellen Daten verglichen - die (offiziellen) waren dann zum Teil sogar eher noch besser ..
das es für solche Insitu (vor Ort) Messnungen eine DIN gibt mit entsprechenden Vorgaben. Eine dieser Vorgaben besagen übrigens das man an einem für den ORT (Stadt Dorf etc) representativen Ort (hier Messstelle) messen soll. Das bedeutet der Messwert ist nicht an der dreckigsten aber auch nicht an der saubersten Stelle zu nehmen. Jetzt kurz nachdenken, mit den bekannten messstellen vergleichen... tadaaa die wenigstens Messstellen erfüllen die DIN Norm. Und die Messwerte sind nirgendwo representativ. Ach wie schön ist es doch das ich mir meine Wahrheiten so zurechtbiegen kann wie ich will. Nicht wahr? Geht mir weg mit eurer angeblich wissenschaftlichen Korrektheit. Alles Quatsch. Und Ihr Freizeit-Experten macht es auch nicht besser.

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