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Berühmte Gletschermumie: Moose verraten Ötzis letzte Route
Uni Innsbruck/ Klaus Oeggl

Der Gletschermann Ötzi gilt als am besten untersuchte Leiche der Welt - und birgt trotzdem noch Rätsel. Anhand von Moosresten haben Forscher nun ein weiteres gelöst. Es geht um den letzten Weg des Steinzeitmannes.

Annemarie1337 01.11.2019, 01:01
1. Ötzie war Moossammler

Das its ja wirklich ganz spannend zu hören dass Ötzi so viele Moosarten dabei hatte. Ich schließe darauß, dass er sehr wahrscheinlich ein Moossammler war. Auch ich gehe nun seit mehreren Jahren dieser Leidenschaft nach und kann dieses Hobby nur jedem empfehlen. Es gibt eine enorme vielfalt von Moosen (nach aktuellen Schätzungen bis zu über 160000 Arten) sodass der Sammelspaß nie zu Ende geht. Auch die Biologie der Moose ist extram faszinierend. Wenn man dann auch noch andere Wissenschaften damit betreiben kann wie Ötziforschung um so besser.

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Sissy.Voss 02.11.2019, 15:26
2. Liebe Annemarie

Zitat von Annemarie1337
Das its ja wirklich ganz spannend zu hören dass Ötzi so viele Moosarten dabei hatte. Ich schließe darauß, dass er sehr wahrscheinlich ein Moossammler war. Auch ich gehe nun seit mehreren Jahren dieser Leidenschaft nach und kann dieses Hobby nur jedem empfehlen. Es gibt eine enorme vielfalt von Moosen (nach aktuellen Schätzungen bis zu über 160000 Arten) sodass der Sammelspaß nie zu Ende geht. Auch die Biologie der Moose ist extram faszinierend. Wenn man dann auch noch andere Wissenschaften damit betreiben kann wie Ötziforschung um so besser.
Liebe Annemarie, da haben Sie sich in Ihrer Begeisterung für Moose zu einer voreiligen Schlussfolgerung verleiten lassen. Denn dass bei Ötzi angeblich 75 Moosarten gefunden wurden, heißt NICHT, dass er sie dabei hatte. Der Artikel in SPON ist eine recht lausige, sensationsheischende Wiedergabe des Berichts aus PLOS one. Denn dort heißt es: “By contrast 75 or more species (of mosses)… were recovered as subfossils frozen in, on and around the Iceman from before, at and after his time.” Also wurden 75 Moose gefroren in, auf und um den Eismann herum gefunden und diese stammen aus seiner Zeit, aber auch aus der Zeit vor und nach ihm. Dass Tüpfelfarn in seinem Verdauungstrakt gefunden wurde ist a) nichts neues, sondern eine uralte Information und b) nicht besonders erstaunlich, weil der Farn (im Volksmund „Engelsüߓ genannt) süßlich schmeckt und als Heilmittel gegen Wurmerkrankungen verwendet wurde. Der Mann vom Hauslab-Joch hatte einen Befall mit Peitschenwürmern. Das ist, ebenso wie die diagnostizierte Borreliose, eine Zooanthroponose, die durch das noch neue, enge Zusammenleben vom Menschen mit dem lieben Vieh herrührte.

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