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BGH-Beschluss: Ärzte dürfen Geschenke von Pharmakonzernen annehmen
Corbis

Der Bundesgerichtshof hat entschieden: Kassenärzte machen sich nicht strafbar, wenn sie als Gegenleistung für eine Arzneimittelverordnung Präsente der Pharmaindustrie annehmen. Gesundheitsexperten sind entsetzt, die SPD fordert schärfere Gesetze.

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denkdochmal 22.06.2012, 16:37
100. Nun gut, nein, nun denn,

Zitat von sysop
Der Bundesgerichtshof hat entschieden: Kassenärzte machen sich nicht strafbar, wenn sie als Gegenleistung für eine Arzneimittelverordnung Präsente der Pharmaindustrie annehmen. Gesundheitsexperten sind entsetzt, die SPD fordert schärfere Gesetze.
nehmen wir also zur Kenntnis: Der Säckel ist voll, was geht mich der Patient an. Ach ja, es muß je jemand geben, dem man das Zeug aufschwatzen muß. Man könnte es natürlich auch nach Abholung aus der Apotheke direkt entsorgen.
Komme mir aber bitte niemand mehr mit dem Geschwafel von ärztlicher Ethik, Hippokrates u.s.w.!
Soweit das Urteil der weisen Richter, die Vorgaben der Legislative und die "ehrsamen" Ärzte/innen und deren Spießgesellen.
Keinesfalls vergessen: Auch heute gibt es noch Ärzte/innen, die gewissenhaft, engagiert und mit großer Expertise Arbeiten. Ihnen gilt mein Dank und meine Sympathie.

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karl&karl 22.06.2012, 16:40
101.

[QUOTE=sysop;10415995]Der Bundesgerichtshof hat entschieden: Kassenärzte machen sich nicht strafbar, wenn sie als Gegenleistung für eine Arzneimittelverordnung Präsente der Pharmaindustrie annehmen. Gesundheitsexperten sind entsetzt, die SPD fordert schärfere Gesetze.

Entsetzt?
Hoch lebe die Korrupton!
Gesundheitsexperten?
Was sind das denn für welche? Witzfiguren?

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Fenrax 22.06.2012, 16:41
102. unfassbar

einfach nur unfassbar. man fühlt sich solchem Missbrauch hilflos ausgeliefert.

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hubertrudnick1 22.06.2012, 16:41
103. Günter Walraff

Zitat von Arrivato
Günter Walraff – oder einer seiner Nachahmer, wenn es sie schon geben sollte, sollte sich einmal in einen Golfclub, Rotary oder Lions Club einschleichen und Mäuschen spielen. Die ganz normal arbeitende und verdienende Bevölkerung wüsste doch mal zu gern, welche Informationen dort ausgetauscht werden. Sie würden mit Sicherheit ein (mindestens) interessantes Buch ergeben.
Und was würde das bringen wenn sich Günter Walraff dort einschleichen könnte.
Außer einen Artikel in den Medien, aber verändern würde man trotzdem nichts.

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denkdochmal 22.06.2012, 16:43
104. Einen Scherz will er sich machen?

Zitat von moistvonlipwik
Vielleicht, weil es im Gesetz steht? Wenn Sie anderer Meinung sind - zeigen Sie die entsprechende Gesetzesstelle.
Das schrieb Herbert:"Ich frage mich, warum macht das ein BGH? Lobby ?"

Wenn Sie so von oben herab anordnen, daß man Ihnen die Gesetzesstelle zeigen möge, sage ich Ihnen aus gleicher Position, daß es in unserer Republik usus ist, daß Lobbyisten die Gesetze selbst schreiben.
Das ist Ihnen sicherlich bestens geläufig.
Somit hat man, was man braucht, nicht wahr?

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Arrivato 22.06.2012, 16:49
105. Da knallen bestimmt die Sektkorken heute Abend

Ärzte sind keine Amtsträger und auch nicht beauftragt - sie haben also Narrenfreiheit und sind unantastbar. Wer weiß, wofür und von wem sie alles Geld oder Geschenke annehmen. Viele zucken noch nicht einmal mit der Wimper, wenn sie falsche Arztbriefe ausstellen oder Gefälligkeitsgutachten erstellen. Ist das auch nicht strafbar?

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wackerdurchsaufen 22.06.2012, 16:52
106.

Sehr witzig: "Die übergroße Mehrheit der Ärzte halte sich außerdem an die berufsrechtlichen Gebote."
Ahso. Weil sich die meisten dran halten, brauchen wir keinen Bestrafung. Na: Dann wollen wir das aber auch für' s Falschparken, Schwarzfahren oder Steuerhinterziehen, da halten sich ja auch die meisten an das Gesetz. Bis auf ein paar. Aber eben die meisten.

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hedda1 22.06.2012, 16:53
107. Arroganz der Unwissenden

Zitat von hhismanic
Die Pharma-Lobby pampert die verarmte Ärzteschaft und holt die Kosten über die Krankenkassen wieder rein. Und die Kassen halten sich mit steigenden Beiträgen und willkürlich festgelegten Gebühren an den vermögenden Patienten schadlos. Die habens ja. Dieser ganze Saustall gehört ausgemistet.
Selbstverständlich gibt es nicht akzeptable Beeinflussungsversuche durch die Pharmabranche. Deren Verfolgung hat jedoch in jüngster Zeit erheblich zugenommen. D.h. der Staat setzt seinen Strafanspruch und die Mitbewerber ihre Rechte wegen Wettbewerbsverzerrung konsequenter durch. Gravierende Sanktionen bis hin zu Berufsverboten sind möglich und durchaus nicht ganz selten.

Hier jedoch spielt all das keine Rolle. Statt dessen geht es um Neid, Missgunst auf "die da oben". Dass es "denen" nicht mehr sonderlich gut geht, auf die Idee kommen wenige.

Warum, so fragt sich, sind weit über 10.000 Arztstellen in Deutschland unbesetzt? Warum gelingt es nicht einmal mehr, die Stellen im Krankenhaus zu besetzen, wenn man auf Deutschkenntnisse komplett verzichtet? Weil es allen so gut geht? Weil ueber die Aerzte das Fuellhorn an Zuwendungen ausgeschuettet wird? Dann, so fragt man sich, muessten doch alle schnellstens zusehen, Ärzte zu werden, die kaum der Rede werten 60 h und mehr zu arbeiten und abzukassieren.
Ich bin zum Glueck kein Arzt, sonst wuerde mich über die Einfalt der moralingeschwängerten Neiddiskussion hier wahrscheinlich auch persönlich sehr ärgern.

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nicolo1782 22.06.2012, 16:59
108. Die Patienten könnten ja

die 'Bestechungsversuche' der Pharmaindustrie konterkarieren, indem sie ihrerseits Geschenke überreichen. Denn kleine Geschenke erhalten bekanntlich die Freundschaft. Und man kann ja auch einmal seine Dankbarkeit für's Überleben durch z.B. einen 500 SEL zeigen. Der Kreativität sind da keine Grenzen gesetzt.

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moistvonlipwik 22.06.2012, 16:59
109.

Zitat von denkdochmal
Wenn Sie so von oben herab anordnen, daß man Ihnen die Gesetzesstelle zeigen möge, sage ich Ihnen aus gleicher Position, daß es in unserer Republik usus ist, daß Lobbyisten die Gesetze selbst schreiben. Das ist Ihnen sicherlich bestens geläufig. Somit hat man, was man braucht, nicht wahr?
1. Die Frage nach dem Gesetz ist bei juristischen Themen nicht "von oben herab", sondern zwingend.
2. Das Gesetz ist schon recht alt. Daher kann von "Lobbyeinfluss" keine Rede sein. An dieser Stelle sei erinnert, dass der BGH bereits früher gewarnt hat, dass die Gesetzeslage mit der Auslagerung hoheitlicher Aufgaben auf Privat nicht Schritt gehalten hat. Alle diese Warnungen wurden ignoriert.
3. Selbst wenn ein Gesetz auf Lobbyarbeit zurückgehen sollte, bleibt es doch geltendes Recht.

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