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Bilinguale Erziehung: Schon Säuglinge können Grammatik unterscheiden
UBC Infant Studies Centre

Wie können bilinguale Babys scheinbar mühelos zwei völlig verschiedene Sprachen erlernen? Eine Studie hat ergeben: Sie nehmen Laute anders wahr als einsprachige Kleinkinder. Schon im Alter von sieben Monaten achten sie auf Rhythmus und Melodie des Gesprochenen.

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Tjoffke 15.02.2013, 18:39
10. Wo?

Zitat von mks1412
...wie ich kürzlich in eiener Forschung über bi, und tri-linguale Kinder gelesen habe.
In einer Forschung haben Sie das gelesen? Sensationell.

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begunje 15.02.2013, 19:56
11.

Unsere Kinder wachsen auch so auf wie bei dr_doolittle: ich spreche Deutsch mit ihnen, mein Mann Italienisch und da wir in Slowenien leben, sprechen die beiden mit der Umwelt (und wir auch alle miteinander) Slowenisch. Mein Mann und ich sind auch schon beide zweisprachig aufgewachsen. Meiner Meinung nach ist es wichtig, dass die Verhältnisse klar sind (wer spricht was...) und wie schon gesagt wurde ist es wichtig, dass Eltern nicht eine Fremdsprache mit den Kinder sprechen, nur um diese zweisprachig zu erziehen. Den Kindern ist nämlich völlig klar, wann wir in der Sprache "wohnen" die wir sprechen und wann nicht. Sprache ist eben nicht nur Grammatik und Wortschatz, sonder auch Kultur und Prägung. Wenn ich versuchen würde, mit den Kindern Russisch zu sprechen würden sie ja nicht denken "oh wow, jetzt haben wir die Möglichkeit auch noch Russisch zu lernen" sondern eher "mit Mama stimmt was nicht" (das denken sie eh sicherlich häufig aus anderen Gründen ;) )...

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engelbachm 15.02.2013, 19:58
12. ich wünschte

Zitat von danou
Hallo. Wir haben einige Kinder und ich spreche vorwiegend Englisch mit denen. Meistens recht konsequent. Also ich meinem Sohn im Alter von 3-4 Monaten mal mit recht flüssigem französisch volltextete, merkte ich an seinem Verhalten / Ausdruck, dass er registrierte, dass diese Sprache nicht zu den üblichen Sprachen von Mama oder Papa gehört, sondern irgendwie anders zu sein scheint. Später probierte ich es noch mal mit Spanisch und konnte ein ähnliches Phänomen beobachten. Es ist einfach unglaublich, wie schnell und einfach so junge Kinder eine neue Sprache aufnehmen. Als wäre es das natürlichste der Welt. Daher kann ich jeden nur eine bilinguale Erziehung anraten, auch wenn es mehr Mühe und Anstrengungen bedeutet. Es ist es alle mal wert!
ich könnte alles rückgängig machen: meine frau und ich haben unsere tochter (3 jahre alt) ebenfalls konsequent zweisprachig erzogen. meine frau mit tiefstem fränkisch (sie ist aus nürrrnberch) und ich in leicht verschliffenem hessisch (ei de wormser halt). das ebenso verblüffende wie katastrophale resultat ist, dass unsere tochter nur noch sächsich mit uns spricht. ich will nicht mehr leben.....

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oscar_berlin 15.02.2013, 20:28
13.

Zitat von sancho1980
Sofern Ihre Muttersprache NICHT Deutsch sein sollte möchte ich Ihnen DRINGEND davon abraten, mit Ihren Kindern Deutsch zu sprechen! Sollte Ihre Muttersprache doch Deutsch sein, so würde ich Ihnen raten, erstmal die eigene Sprache richtig zu lernen, bevor Sie mit Ihren Kindern auswärts parlieren...
Das würde ich auch bestätigen. Ich bin selber englischer Muttersprachler und sehe immer wieder in Deutschland, wie deutsche Eltern mit ihren deutschen Kindern konsequent Englisch sprechen (es wird offenbar für etwas "Besseres" gehalten). Da ich selber hier in Deutschland Englisch unterrichte, erkenne ich sofort, wie Dinge wie Zeitformen nicht mehr so verwendet werden, wie es der Muttersprachler machen würde, und schon ist das Ganze alles andere von "echt". Und davon ganz abgesehen: wenn z.B. diese Eltern dann ihre Kinder ins Bett bringen, frage ich mich, welche Schlaflieder sie ihren Kindern vorsingen; die Sache sollte echte Wurzeln haben. Oder woher sollten sie sowas wie englische "Kindersprache" kennen und all die anderen Dinge, die zur echten Kindheit gehören? Das Ganze wirkt dadurch "androidenhaft", also ohne Seele.

Als Sprachenmensch, der die mehrsprachige Erziehung für etwas Grandioses hält, finde ich trotzdem, dass jeder mit seinem Kind konsequent seine Muttersprache sprechen sollte, die die eigenen Eltern mit einem selber sprachen.

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Eberschmidt 15.02.2013, 21:57
14. Unterscheide Grammatik!

"Bilinguale Erziehung: Schon Säuglinge können Grammatik unterscheiden."

Dafür können SPON-Redakteure offenbar keine Grammatik. Wie soll man "Grammatik unterscheiden"? Kann man Mathematik unterscheiden? Kann man ein Sofa unterscheiden? Unterscheiden kann man immer nur mehrere Sachen voneinander.

War vielleicht gemeint: Säuglinge können Grammatiken (verschiedener Sprachen) unterscheiden?

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cal_girl 15.02.2013, 22:28
15. @dr Doolittle

Darf ich fragen, welches die drei Sprachen sind, mit denen Ihre Kinder aufgewachsen sind? Ich würde auch gerne noch mehr von Ihren Erfahrungen hören. Wir sitzen nämlich im selben Boot: Mutter und Vater komplett verschiedene Muttersprachen, die wir jeweils ausschließlich mit Kind sprechen und dann eine dritte gemeinsame Sprache, die auch Umgebungssprache (also Kindergarten, Öffentlichkeit) ist. Unsere Motte ist aber erst zwei und fängt seit einem halben Jahr erst so richtig mit Sätzen an, deshalb ist es schön von Leuten mit großen Kindern deren Erfahrungen zu hören. Unsere Methode war ein ziemlicher Kampf mit den Schwiegereltern, die gerne wollten dass wir nur die Umgebungssprache mit Kind sprechen (Unsinn, weil für keinen von uns Muttersprache).

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roqwell 15.02.2013, 23:25
16.

Deutsch ist keine SVO-, sondern eine SOV-Sprache.

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felk 15.02.2013, 23:39
17. Deutsch ist eine SOV-Sprache...

...nicht, wie im Artikel behauptet, eine SVO-Sprache...
das lässt sich leicht daran erkennen, dass etwa kleine Kinder "Pipi machen" und nicht "machen Pipi" sagen...
der sog. Nebensatz ist der eigentliche Standard im Deutschen, doch auch im Hauptsatz finden sich alle Verben - bis auf eines - an letzter Stelle.

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dubfurter 16.02.2013, 00:02
18.

Zitat von oscar_berlin
Das würde ich auch bestätigen. Ich bin selber englischer Muttersprachler und sehe immer wieder in Deutschland, wie deutsche Eltern mit ihren deutschen Kindern konsequent Englisch sprechen (es wird offenbar für etwas "Besseres" gehalten). Da ich selber hier in Deutschland Englisch unterrichte, erkenne ich sofort, wie Dinge wie Zeitformen nicht mehr so verwendet werden, wie es der Muttersprachler machen würde, und schon ist das Ganze alles andere von "echt". Und davon ganz abgesehen: wenn z.B. diese Eltern dann ihre Kinder ins Bett bringen, frage ich mich, welche Schlaflieder sie ihren Kindern vorsingen; die Sache sollte echte Wurzeln haben. Oder woher sollten sie sowas wie englische "Kindersprache" kennen und all die anderen Dinge, die zur echten Kindheit gehören? Das Ganze wirkt dadurch "androidenhaft", also ohne Seele. Als Sprachenmensch, der die mehrsprachige Erziehung für etwas Grandioses hält, finde ich trotzdem, dass jeder mit seinem Kind konsequent seine Muttersprache sprechen sollte, die die eigenen Eltern mit einem selber sprachen.
ich hätte dazu mal eine Frage: meine Frau (Polin) ich Deutscher haben uns in Irland kennengelernt und sprechen Englisch miteinander. Laut Bekannten ist mien Deutscher Akzent auch fast komplett verschwunden während man bei meiner Frau die Heimat doch noch recht stark raushört. Wie würden Sie denn dort vorgehen? Sie Polnisch, ich Deutsch und keiner versteht gar nichts? Momentan handhaben wir es so dass wenn der jeweils eine mit usnerem Sohn alleine ist, sprechen wir Muttersprache und ansonsten Englisch, auch da dies unsere Verständigungssprache ist.

Danke

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kh- 16.02.2013, 01:13
19. Geht's ein bisschen höflicher?

Zitat von Tjoffke
haben Sie das gelesen? Sensationell.
Und jetzt überlegen sie mal, was Forschung auf Englisch heisst.

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