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Brände im Amazonas: "Der Regenwald braucht mindestens 100 Jahre, um sich zu erholen"
FIRMS / NASA

Das Ausmaß der aktuellen Brände im Amazonas-Regenwald überfordert das Ökosystem, sagt Umweltforscher Rico Fischer. Der durch Rodungen und Klimawandel geschwächten Lunge der Erde droht der Kollaps.

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OhMyGosh 23.08.2019, 22:20
40.

"Die verheerenden Brände im Amazonas-Regenwald gefährden das gesamte Ökosystem, sagt Umweltforscher Rico Fischer. Der durch Rodungen und Klimawandel geschwächten Lunge der Erde droht der Kollaps."
Das, mit Verlaub, ist den dafür verantwortlichen Verursachern einerlei - denen geht es lediglich darum, einen schnellen Real zu machen. Das Gemeinwohl spielt keine Rolle.

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busse.online 23.08.2019, 22:27
41. Firms

Wenn man die FIRMS (Fire Information for Resource Management System) Website der NASA besucht (von der das Foto stammt) und sich alle Feuer weltweit der letzten 24h anschaut, dann sollte man sich eigentlich mehr Sorgen um Zentral Afrika machen.

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MT98 23.08.2019, 22:31
42. Die meisten Menschen wollen nicht

verstehen, dass der Mensch nicht der Mittelpunkt der Erde und damit der Natur darstellt. Wie viele Kreaturen sind gekommen und gegangen, ohne menschlichen Einfluss. Wir sollten unser Leben genießen und vernünftig mit der Natur umgehen. Wer an Gott glaubt (ich nicht!), der wird im Himmel weiterleben. Ob das gut oder schlecht ist, weiß ich nicht.

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ayberger 23.08.2019, 22:33
43. Dort werden großflächig Wälder

durch Brand vernichtet - und hier schlägt man sich gegenseitig die Köpfe ein um den wirksamsten Umweltsachutz, und man wird nach typisch deutscher Vorreiterrolle jetzt ob der brasiliansichen Feuerwalze noch viel mehr Umweltschutz im eigenen Lande fordern - welch ein Irrsinn ...

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Orgalo 23.08.2019, 22:33
44. Kipp-Punkt

Zitat von PeterVietz
Durchschnittlich 0,1 °C weltweit im Durchschnitt wärmer pro Jahr heißt über 3 °C wärmer bis 2050. Doch linear wird die Temperatur nicht steigen, sondern exponentiell. Die nächsten Jahrzehnte gibt es keinen Weg zurück. Einen Regenwald/Urwald wird es in Südamerika und in anderen Regionen der Erde 2050 nicht mehr geben.
Der berühmte Kipp-Punkt! Oder "this is a way of no return"! oder noch schlimmer "das kybernetische System schwingt sich auf". Dann gibt es nicht nur keinen Weg zurück, sondern es wird immer schlimmer. Das heißt: in 100 Jahren haben wir auf der Erde ein Heißklima vergleichbar mit der Venus!
Ich meine, nur eine kleine Minderheit der Bevölkerung hält diesen Worst Case für möglich? Wie groß muss eine solche Minderheit sein, damit nun wirklich "Panik" (im Sinne von Greta Thunberg) unter der Opinion Leader Leuten ausbricht und wir das auch an der Frequenz und Intensität der Schlagzeilen in den Medien ablesen können? Noch besser: an den Taten der Politiker.?

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MT98 23.08.2019, 22:35
45. Ein wirklicher Baum

braucht zwischen 100-150 Jahre, um groß zu werden. Der Mensch brauchte aber schnell wachsende Bäume, die dann beim geringsten Windstoß umfallen. Die Natur weiß es besser.

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pharisaer 23.08.2019, 22:49
46.

Machen wir uns nichts vor. Der Grossteil der Menschheit ist lern-unwillig. Der Grossteil des noch existierenden Regenwaldes in Brasilien ist für immer verloren. Von dem, was noch da ist, werden noch 5% übrig bleiben. Den "Urvölkern" in Brasilien wird es so ergehen, wie in Australien, Grönland oder Nordamerika.

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Prognose 23.08.2019, 22:55
47. Geile Zeit war das.

Es wird immer besser, schon älter zu sein. Geile Zeit war das. Viel Spaß mit dem Rest.

Und bevor ich es vergesse, der Planet ist 4,5 Mrd. Jahre alt. Der macht das schon mit und ohne Menschen, hat schon paar mal wieder vorn angefangen mit seinem Ökosystem. Fasst man hier alle entsprechenden Berichte der letzten Monate zusammen, war eigentlich schon letzte Woche Weltuntergang. Na und? Sterben müssen wir eh alle.

Schöne Nacht noch.

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freidenker! 23.08.2019, 22:56
48. Aus ...

Das Satellitenfoto der NASA zeigt das es "Aus" ist mit unserem bisherigen Klima. Der rechtspopulistische neue Präsident Brasiliens und die Großgrundbesitzer auf ihren Haziendas wollen den grünen Umweltschützern in aller Welt mal zeigen, was sie von Umweltschutz und Klimawandel halten: Nämlich nichts. Die Brände werden zum größten Teil absichtlich gelegt. Für ein paar Jahre wird der abgebrannte Boden ertragreichen Gewinn abwerfen, das schnelle Geld. Und dann kommt die öde Versteppung und die Wüstung. "Nach mir die Sintflut", lautet die Devise dieser Leute. Die Brandrodungen des tropischen Regenwaldes in unvorstellbaren Ausmaß sind der k.o.-Schlag für das bisherige Klima. Nicht nur 100 Jahre wird es brauchen, nein, sondern 500 Jahre wird es brauchen bis sich die Natur von diesem Schlag erholt hat. Das es ausgerechnet auch die indigenen Völker sind, die den rechtspopulistischen Präsidenten mit gewählt haben (wegen der vielen Verbrechen, deren Beseitigung der neue Präsident Bolsonaro versprochen hatte) macht die Sache noch schmerzlicher als sie schon ist. Wir können uns darauf einstellen, dass die Durchschnittstemperaturen weltweit weiter und schneller steigen werden, mit allen Konsequenzen. Es ist nicht damit zu rechnen, dass die Brandrodungen gestoppt werden. Ganz im Gegenteil. Es ist der Startpunkt von apokalyptischen Zuständen weltweit ...

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InannasHost42 23.08.2019, 23:14
49. "Lunge der Erde"

Sucht man heute bei Google nach "Lunge der Erde" werden immer Texte zum tropischen Regenwald ausgeworfen. Toptreffer führen wie erwartet zu den Homepages der global player im Ökobusiness, Greenpeace & Co....
Diese traditionelle Bezeichnung aus den Erdkundebüchern der 70er Jahre ist reichlich missverstanden worden. Viele haben das dahingehend interpretiert, dass ohne den tropischen Regenwald der Welt der Sauerstoff ausgehen würde. Der Begriff Kohlendioxidsenke fällt heute immer wieder und so häufig, dass die statistische Wahrheit erst sehr weit unten auf Seite drei der Google-Treffer auftaucht: Wichtigster Sauerstoffproduzent: Grünzeug in den Weltmeeren. Wichtige CO2 Senken: fossile Lagerstätten, so lange man sie nicht freisetzt und verbrennt, Moore, so lange man sie nicht trockenlegt. Die mittelfristige Netto-CO2-Bilanz des tropischen Regenwaldes ist eher ausgeglichen, die Sauerstoffbilanz auch.
Überregional hat der Regenwald als Wolkenmacher wohl eine viel wichtigere Bedeutung: die Verdunstungsmenge über Regenwald ist enorm hoch, mit dem selbst produzierten Regen hält er sich am Leben. Deshalb könnte man wohl eher von der Waschküche der Erde reden. Und dieser Mechanismus bricht scheinbar sofort zusammen, wenn sich große Lücken im Wald auftun.
Natürlich muss der Regenwald vor Vernichtung geschützt werden, so, wie viele andere Ökosysteme mit einer weniger strahlenden öffentlichen Beliebtheit (Lobby?).
Wer was für den tropischen Regenwald und andere, ebenso wichtige Ökosysteme tun will, hört generell auf, gewisse Produkte aus entsprechenden Regionen zu kaufen. Nur ein weiteres Beispiel, wo wir in Europa, in Deutschland und sogar in meiner Nachbarschaft sofort etwas tun könnten: In Argentinien, Bolivien und Paraguay werden großflächig die Bergwälder des Gran Chaco zu Weideland (für Steak-Tiere) umgewandelt (ZEIT Ausg. 28/2017). "Abfallprodukt" sind bestimmte Bäume, die dann als "nachhaltig produzierte" Grillkohle auch in deutschen Supermärkten enden. Nachhaltig, weil Baum=Abfallprodukt. Es wird sogar damit geworben, dass die Kohle eben nicht aus dem tropischen Regenwald kommt ("Blackranch Holzkohle" Produktbeschreibung bei Amazon, Toptreffer bei der Google Suche nach "argentinien holzkohle wald"). Das nenne ich mal Marketing.

Aus Europa auf Bolsonaro und Brasilien zu zeigen ist vor solchem Hintergrund schon sehr scheinheilig, auch wenn der Typ vermutlich eher ein Verbrecher als ein seriöser Politiker ist (letzteres würde er wahrscheinlich eher als Beleidigung auffassen, wer weiß?) . Aber es ist UNSER Konsumverhalten, dass die globalen wirtschaftlichen Tätigkeiten bestimmt und damit auch das Wirken des Menschen in seiner Umwelt. Nach "den Politikern" schreien und mit dem Finger auf andere Zeigen ist genauso lächerlich, wie die Behauptung, Umweltschützer hätten die Brände gelegt.
Mir scheint, es ist für alle gleichermaßen opportun, sich über die Sünden der Anderen zu erregen, statt sich selbst kritisch zu hinterfragen. Das ist es, was die ganze sogenannte Klima- und Umweltdebatte von jeder Seite bestimmt, egal ob streikender Schüler, Rancher in Südamerika, Lobbyist oder "alter weißer Mann".

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