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CCS-Technologie: Altmeier gegen CO2-Speicherung
dapd

Treibhausgase im Boden entsorgen, um die Klimaerwärmung zu bremsen - das wollte die Bundesregierung in Deutschland erproben. Doch nun erteilt Umweltminister Altmaier dem Vorhaben eine Absage.

Andreas-Schindler 23.07.2012, 12:14
1. Experten

Die Gefahren sind schlicht zu Groß. Es gibt keine Einheitliche Meinung von den Geologen zu diesen Thema. Bestes Beispiel Tunnelbau, trotz Probebohrungen weiß man nicht was einen Erwartet.

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Reg Schuh 23.07.2012, 13:27
2.

Testen, prüfen, beobachten. LAAANGE beobachten!
Alles im kleinen Maßstab.

Da besteht nicht die Gefahr, daß abartig große Mengen auf einmal freigesetzt werden.

Von vornherein es gar nicht zu versuchen wäre falsch. Es gibt dabei keinen solchen "Super-GAU".

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sappelkopp 23.07.2012, 13:35
3. Schön, wenn Sie das wissen...

Zitat von Reg Schuh
Testen, prüfen, beobachten. LAAANGE beobachten! Alles im kleinen Maßstab. Da besteht nicht die Gefahr, daß abartig große Mengen auf einmal freigesetzt werden. Von vornherein es gar nicht zu versuchen wäre falsch. Es gibt dabei keinen solchen "Super-GAU".
...nur, warum wollen Sie dann noch lange beobachten?
Nein, der Grund für diese Technik und nicht die Vermeidung ist doch a) die Bequemlichkeit von uns allen und b) es gibt Firmen, die in diese Technik investiert haben und nun die Früche ernten wollen. Nur wie bei der Atomkraft wurde nicht zu Ende gedacht.

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Zitrone! 23.07.2012, 13:51
4. Groteske

Zitat von sysop
Treibhausgase im Boden entsorgen, um die Klimaerwärmung zu bremsen - das wollte die Bundesregierung in Deutschland erproben. Doch nun erteilt Umweltminister Altmaier dem Vorhaben eine Absage.
Die Gefahren würde ich mal nicht überbewerten.
Aber schon gesamtwirtschaftlich (*) und ökologisch ist CCS einfach Unfug - ein kleiner Blick auf Wikipedia zeigt schon, wo die Probleme liegen:

https://de.wikipedia.org/wiki/CO2-Ab...it_der_Technik
" ... Effizienzverlust von Kraftwerken um ca. 10 Prozentpunkte.[29] Dies entspricht einem um ca. 30 Prozent erhöhten Ressourceneinsatz ...".

Im Klartext: Für den gleichen Strom, den wir heute mit 100 t Kohle erzeugen, bräuchten wir dann 130 t!
Dazu kommen dann noch höherer Platzbedarf der Kraftwerke, CO2-Transportverluste, Überwachung der Lagerstätten und weitere noch gar nicht genau bekannte Umweltfolgen der Lagerung.
"Insofern stellt sich die Frage, ob die Energiebilanz von CCS-Kraftwerken überhaupt positiv ausfällt."

Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Wir bauen dann diese CCS-Kraftwerke nur aus Jux und Dollerei, für NICHTS (außer Rohstoff- und Geldverbrennung)! Jedwede Energie, die erzeugt wird, wird auch gleich wieder auf den Kopp gehauen.

Und als wäre das alles noch nicht schlimm genug, ist nicht mal sicher, ob das CO2 denn auch da bleibt, wo wir es versenken:

"Bei manchen Arten der Lagerung, insbesondere bei der Einleitung ins Meer, könnte das gelagerte CO2 im Laufe von einigen 100 bis 1000 Jahren wieder in die Atmosphäre gelangen, ... Auch bei einigen unterirdischen Lagern ... ist die Dichtigkeit des Endlagers schwer einzuschätzen."

Möchte mal wissen, wer so eine hirnverbrannte Idee überhaupt aufgebracht hat -
aber eigentlich ist das klar:

(*) Einzelne Unternehmen können sich natürlich trotzdem ne goldene Nase verdienen ...

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alex300 23.07.2012, 13:57
5. CCS? CO2-"Speicherung"??? Geht's noch?

Zitat von sysop
Treibhausgase im Boden entsorgen, um die Klimaerwärmung zu bremsen - das wollte die Bundesregierung in Deutschland erproben. Doch nun erteilt Umweltminister Altmaier dem Vorhaben eine Absage.
CO2 ist DIE Grundlage für alles lebende. In welchem Gehirn ist die Idee entstanden den lebendigen Organismen die Nahrung zu entziehen?

CO2 gehört zurück in die Natur.
Die Pflanzen und Tiere werden uns danken.

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test712 23.07.2012, 17:02
6. Begriffstrick

Wieso "Speicherung" und warum nicht "Deponierung"? Klingt halt wie eine Praxis bei Müll, die zu Recht immer mehr außer Mode kommt. Wie toll verlässlich die Prognosen sind, kann man etwa im Kali-Revier an der hessisch-thüringischen Grenze bewundern, wo all die ach so unabhängigen Experten auch immer gesagt hatten, Kalilauge ließe gaaanz problemlos in unterirdischen Gesteinsschichten "versenken" oder "verpressen" - wieder so ein paar Gaukler-Worte. Die Suppe fließt natürlich inzwischen natürlich hin, wohin sie will und die Experten, so sie sich nicht in Luft aufgelöst haben, verweisen auf die nie auszuschließenden Restrisiken usw. So, und jetzt nehmen wir keine Flüssigkeit, sondern ein Gas...

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MtSchiara 23.07.2012, 22:39
7. CO2 einlagern als Gegenmittel bei der nächsten Eiszeit !

Zitat von Zitrone!
"Bei manchen Arten der Lagerung, insbesondere bei der Einleitung ins Meer, könnte das gelagerte CO2 im Laufe von einigen 100 bis 1000 Jahren wieder in die Atmosphäre gelangen, ... Auch bei einigen unterirdischen Lagern ... ist die Dichtigkeit des Endlagers schwer einzuschätzen." Möchte mal wissen, wer so eine hirnverbrannte Idee überhaupt aufgebracht hat
Na ja, ganz so hirnrissig ist die Idee vielleicht doch nicht. Wir befinden uns zur Zeit am Ende des Holozäns, eines Interglazials, also einer Zwischenwarmzeit innerhalb einer seit Jahrmillionen andauernden Eiszeitphase. Innerhalb der nächsten Jahrtausende wird sich unser aktuelles Klimaoptimum nach und nach verabschieden und die Durchschnittstemperaturen werden auf bis zu 10 Grad unter den aktuellen absinken.

Die aktuell im Rahmen einer "endgültigen" Lösung der Energiefrage installierten Technologien werden ausfallen. In der Tundra werden keine Agrartreibstoffe mehr wachsen und die Windmühlen und Photovoltaikmodule werden zuschneien, einfrieren und anschließend von Gletschern zermahlen werden. Da wäre es doch gut, wenn man noch einen Pfeil im Köcher hätte: durch plötzliches Freisetzen des gesamten eingelagerten CO2s ließe sich die Temperaturabsenkung von 10 Grad unter die heutige Temperatur auf 9 bis 9,5 Grad begrenzen.

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brille000 24.07.2012, 09:27
8. Wer kommt überhaupt auf eine solch absurde Idee?

Zitat von sysop
Treibhausgase im Boden entsorgen, um die Klimaerwärmung zu bremsen - das wollte die Bundesregierung in Deutschland erproben. Doch nun erteilt Umweltminister Altmaier dem Vorhaben eine Absage.
Gut so! Aber wer kommt denn überhaupt auf eine solch absurde Idee? Ist man sich dessen überhaupt bewusst, welche Gefahren von einer solchen Aktion ausgehen? In Kamerun sind 1986 tausende Menschen und Tiere derartigen Gasen (vermutlich CO und CO² vulkanischen Ursprungs) zum Opfer gefallen. Auf Grund der Tatsache, dass CO² schwerer als Luft ist, würde dies beim Entweichen aus den "sicheren" Lagerstätten am Boden entlangkriechen und dort alles tierische und menschliche Leben vernichten. Ein "sicheres" Lager gibt es nicht! Von wem hat sich die Bundesregierung diesbezüglich beraten lassen? Von Wissenschaftlern? Das können nur Scharlatane gewesen sein.

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