Forum: Wissenschaft
"Chandrayaan-2": Indiens Mondmission ist gestartet
Prakash SINGH/ AFP

Indien will das vierte Land der Erde werden, das sanft mit einer Sonde auf dem Mond landet. Nach technischen Verzögerungen hat die Mission "Chandrayaan-2" jetzt begonnen.

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Cugel 22.07.2019, 15:25
10. Gefahrenabwehr

Zitat von Phi-Kappa
dauert die Reise so lang, etwa 2 1/2 Monate? Ist das Ding mit Ionen-Antrieb unterwegs?
Ohne Menschen an Bord muss man sich weder um drohende Sonnenstürme noch um den zu durchquerenden Strahlungsgürtel der Erde kümmern. Man kann sich Zeit lassen und somit Treibstoff und Ressourcen sparen.

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schwerpunkt 22.07.2019, 15:47
11.

Zitat von rrv.vogt
``Demnach wird der Flugkörper bei 70 Grad Süd aufsetzen - vergleichsweise nahe am Mondsüdpol, wo Forscher in tiefen Kratern Wassereis vermuten.´´ Und aus diesem Mondwasser soll dann der Treibstoff für den Weiterflug von ESA- Astronauten zum Mars gewonnen werden! Kein Scherz! Das wurde gestern ganz ernsthaft von einem dieser ESA- Spinner (ein gelernter Physiker mittleren Alters , Namen hab ich vergessen) im deutschen Staatsfernsehen erklärt.
Nö! Ist auch kein Scherz.
Wasser wäre einer der wichtigsten Rohstoffe, welche man nicht mehr von der Erde hoch schleppen müsste und würde künftige Stationen dort massiv erleichtern.
Später irgendwann vielleicht tatsächlich für Reisen in den tieferen Raum.

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schwerpunkt 22.07.2019, 15:52
12.

Wer sich erst informieren möchte, bevor er meckert (und sich damit ggf. selbst zum Obst macht):
https://www.youtube.com/watch?v=0XUZ-ZN21pI

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steppenwolf81 22.07.2019, 17:01
13. Bitte den Troll nicht füttern

Eine Bitte an alle. Kommen beim Schlagwort 'Mond' die Trolle ans Licht, füttern Sie diese nicht. Nicht antworten, nichts ergänzen, nichts widerlegen, kein Zitat aus deren Trollkommentar wiederholen, rein gar nichts darauf geben. Schlimm genug, dass diese Unholde jede Meinungsplattform kapern wollen.
Zum Thema: Chapeau, Indien. Umso mehr, wenn die Mission gelingt. Freilich wäre jede Mission ins All unter gemeinsamer Schirmherrschaft aller Länder besser. Das Fortkommen des Menschen im Universum ist und darf keine einzelstaatliche Leistung sein. Wir wären um Meilen weiter, wäre alles Wissen seit jeher kumuliert allen verfügbar.

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zeichenkette 22.07.2019, 18:02
14.

Zitat von steppenwolf81
Eine Bitte an alle. Kommen beim Schlagwort 'Mond' die Trolle ans Licht, füttern Sie diese nicht. Nicht antworten, nichts ergänzen, nichts widerlegen, kein Zitat aus deren Trollkommentar wiederholen, rein gar nichts darauf geben. Schlimm genug, dass diese Unholde jede Meinungsplattform kapern wollen. Zum Thema: Chapeau, Indien. Umso mehr, wenn die Mission gelingt. Freilich wäre jede Mission ins All unter gemeinsamer Schirmherrschaft aller Länder besser. Das Fortkommen des Menschen im Universum ist und darf keine einzelstaatliche Leistung sein. Wir wären um Meilen weiter, wäre alles Wissen seit jeher kumuliert allen verfügbar.
Das Problem mit gemeinsamen internationalen Raumfahrtunternehmungen ist immer, dass Wettbewerb ein sehr motivierender Faktor ist, ob einem das gefällt oder nicht. Wenn man das ausschaltet, bekommt man nur ein geldverschlingendes Monster, denn den paar Leuten, denen es wirklich um Fortschritt geht, stehen unzählige andere gegenüber, die einfach nur bequem und möglichst ohne jemals fertig werden zu müssen vor sich hin arbeiten wollen, denn dann kann auch nix schiefgehen. Das ist zwar schade, aber irgendwie ist es leider so.

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quark2@mailinator.com 22.07.2019, 18:22
15.

Zitat von r_saeckler
... für alle die Leserkommentatoren im Themenstrang: "Technisches Problem": Indien unterbricht Mondmission - 56 Minuten vor geplantem Star! Die haben doch fast alle sinngemäß gewußt: "Die Inder sind für sowas viiiiiiiel zu rückständig! Wo "WIR DEUTSCHE" doch nicht mal einen schäbigen TV-Satelliten in eine Erdumlaufbahn schießen können ohne uns der technischen Hilfe anderer Nationen zu bedienen. Tja- dumm gelaufen! Weniger Hochnäsigkeit wäre angezeigt...
Zählen Sie bitte mal nach, wieviele Foristen dort die von Ihnen wiedergegebene Meinung vertreten haben. Es würde mich wundern, wenn deren Zahl auch nur knapp 2-stellig wäre. Von über 80 Millionen. Vielleicht sollte man aus ein paar Forumsbeiträgen nicht gleich das ganze Volk extrapolieren ?

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pjotrmorgen 23.07.2019, 09:52
16. Indien

Auch wenn Indien in vielem rückständiger als China sein mag, zeigt es nun, dass es auch technologisch große Fortschritte gemacht hat. Die deutsche Industrie und Wirtschaft wäre gut beraten, mehr Kooperationen und Investitionen mit und in diesem Land zu tätigen. Dieses riesige Land hat ein enormes Potential, das wahrscheinlich das von China deutlich übersteigt. Die Gründe liegen auf der Hand: Es gibt eine freie Wirtschaft, keine Planwirtschaft, die zudem wie in China nur im Ausland Technologie abziehen würde und keine Übernahme eigener Unternehmen erlauben würde. Darüberhinaus ist Indien bei allen Schwächen des Kastensystems und Problemen mit religiösen Konflikten eine Demokratie, die meisten Menschen sprechen fließend Englisch und was nicht zu vernachlässigen ist, die Mentalität vieler Inder ist der von Europäern sehr ähnlich.

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Bananenschale 28.07.2019, 21:40
17. Die Technik ist das Problem.

Zitat von Cugel
H2 und O2 sind beliebte Raketentreibstoffe, und beides kann man mittels Sonnenenergie und Elektrolyse aus Wasser gewinnen. Wo genau ist nun das Problem?
In welcher Form liegt das Wasser vor? Vermutlich in Form von mikroskopisch kleinen Eispartikeln, die im Mondstaub eingelagert sind. Wohl kaum in Form von reinen Eisblöcken. Denn die hätten zur Voraussetzung, daß zur Zeit ihrer Entstehung eine flüssige Phase von Wasser vorgelegen hätte. Sehr schwer vorstellbar bei einem Hochvakkuum.

Wieviel Tonnen Mondstaub müssen abgebaut und behandelt werden um wieviel Gramm Wasser zu gewinnen und im Weiteren H2 und O2? Der abzubauende Mondstaub befindet sich an der Innenseite von steilen Krater-Hängen und ist dadurch schwer zugänglich. Auch sind die Mengen pro Krater sehr begrenzt.

Zwar sind die Technologien, die einen Abbau möglich machen, grundsätzlich bekannt, aber die Konstruktion und die Dislozierung der technischen System erfordert sehr viel Zeit. Auch wird man in Etappen vorgehen müssen. Die Erschließung dieser Ressource würde viele Jahrzehnte beanspruchen. Und das unter der Voraussetzung einer bereits vorliegenden ständigen Präsenz auf dem Mond.

Wenn das Mondwasser Vorasusetzung für bemannte Marsmissionen sein soll, dann wird es mindestens noch 100 Jahre bis zu einer bemannten Marsmission dauern. Mondwasser ist auch keine erneuerbare Ressource. Es wäre Raubbau, eine Infrastruktur im Sonnensystem darauf gründen zu wollen.

Die Inder führe gerade in einer ärgerlichen Weise diese Schwierigkeiten vor Augen. Ihre Sonde erfriert nach 14 Tagen. Warum hat das Teil keine Radio-Nuklid-Batterie an Bord? Das wird natürlich Gründe haben. Wer i.Ü. Weltraumfahrt will, wird nicht gänzlich die Finger von der Atomkraft lassen können. Für das Heizen einer Weltraumsonde gibt es eine abgespeckte Lösung: Man nehme einen Haufen von Material aus abgebranten Brennstäben und kühle diesen, so wie eine Graka und eine CPU in einem Gaming-PC gekühlt wird. Diese Wärme verteile man über die Sonde. Schwierigkeit dabei: Die Abschirmung des hochradioaktiven Materials muß so gut sein, daß die Kernstrahlung nicht die elektronischen System stört oder gar zerstört. Dazu braucht es eine Batterie, weil die Kühlung über 14 Tage Dunkelheit ohne Energie aus den Sonnenkollektoren betrieben werden muß. Das alles zusammen übersteigt die Nutzlast einer einzelnen Rakete. Ergo müßten diese Komponenten einzeln ins All gebracht und dort zusammengefügt werden. Vielleicht werden die Inder in einem nächsten Schritt genau so vorgehen. Das technische Know-How, das sie dabei erwerden würden, ist sexy.

Was für Sibirien gilt, gilt im Weltall allemal: Gehe langsam und du kommst weiter.

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Bananenschale 28.07.2019, 21:47
18. Vorsicht

Zitat von schwerpunkt
Nö! Ist auch kein Scherz. Wasser wäre einer der wichtigsten Rohstoffe, welche man nicht mehr von der Erde hoch schleppen müsste und würde künftige Stationen dort massiv erleichtern. Später irgendwann vielleicht tatsächlich für Reisen in den tieferen Raum.
Wasser von der Erde hochzuschleppen könnte für lange Zeit die weitaus günstigere Lösung sein. Wenn man eine Mars-Mission in Bälde will, gibt es dazu sowieso keine Alternative.

Das Wasser auf dem Mond ist viel zu kostbar um es als Raketentreibstoff zu "verbrennen". Es sollte in geschlossenen Systemen nur für dauerhafte Mondstationen genutzt werden. Dort ginge es ( idealerweise ) nicht verloren. Aber auch da scheint mir bis auf Weiteres eine Wassereimerkette günstiger zu sein. Wie, das begrenzt die Möglichkeiten einer Präsenz auf den Mond? Ja, das tut es! SO ist Weltraumfahrt.

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Bananenschale 28.07.2019, 21:59
19. Kooperation

Zitat von pjotrmorgen
Auch wenn Indien in vielem rückständiger als China sein mag, zeigt es nun, dass es auch technologisch große Fortschritte gemacht hat. Die deutsche Industrie und Wirtschaft wäre gut beraten, mehr Kooperationen und Investitionen mit und in diesem Land zu tätigen. Dieses riesige Land hat ein enormes Potential, das wahrscheinlich das von China deutlich übersteigt. Die Gründe liegen auf der Hand: Es gibt eine freie Wirtschaft, keine Planwirtschaft, die zudem wie in China nur im Ausland Technologie abziehen würde und keine Übernahme eigener Unternehmen erlauben würde. Darüberhinaus ist Indien bei allen Schwächen des Kastensystems und Problemen mit religiösen Konflikten eine Demokratie, die meisten Menschen sprechen fließend Englisch und was nicht zu vernachlässigen ist, die Mentalität vieler Inder ist der von Europäern sehr ähnlich.
Eine Kooperation mit Indien lohnt allemal. Im Unterschied zu China kann man da vorerst nicht allzuviel falsch machen. Ich denke, daß ist in der ESA auch Konsenz. Das Problem, wenn es denn eines gäbe, verorte ich eher auf der politischen Ebene. Die ESA wird kooperieren, wo immer sie kann und darf. Das liegt ihr in den Genen! Der ESA übergeordnet ist ein Ministerrat der EU. Das ist erstaunlich, weil die ESA, wo auch die Schweiz und Norwegen mitwirken, eben keine EU-Institution ist. Sie ist aber wesentlich abhängig von den Mitteln von EU-Mitgliedern.

Und noch etwas: Technologiesche Führerschaft ist das eine, Präsenz im All das andere. Es kommt nicht so sehr darauf an, daß ein Weltraumprojekt zum Zeitpunkt seiner Ausführung technologisch High-End ist, sondern nur darauf, daß es funktioniert. In diesem Punkt sind die Russen vorbildlich; sie machen aus wenig viel.

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