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Chemie-Nobelpreis 2014: Messerscharfer Blick ins Innerste des Lebens
Corbis

Kann man Moleküle in lebenden Zellen bei der Arbeit zusehen? Fast ein Jahrhundert lang galt das als unmöglich - doch drei Forscher ließen sich davon nicht abschrecken. Für ihre neue Mikroskopie-Methode bekommen sie nun den Chemie-Nobelpreis.

reiry01 08.10.2014, 16:34
1. TOP Ergebnis Gratulation von mir

Der Nobelpreis war schon lange nötig da dies wirklich auch ein anwendungsnaher Forschungsbereich ist. Und es gibt derzeit auch schon bahnbrechende Ergebnisse da Leica Mikrosystem dieses Mikroskope (sogar als 3D STED Variante) eben auch vertreibt. Das STED Mikroskope als Produkt entstand mit einer Zusammenarbeit zwischen Hells Gruppe im Max Plank Institut und Leica Microsystem. Ein Ergebnis wie es sein kann wenn Industrie und Forschung auf einander zugehen können, die Rahmenbedingungen da sind (auch gewährleistet sind in Form von Förderung DFG etc.) und natürlich auch unter einem persönlichen Einsatz umgesetzt werden. Forschung auf sehr hohen Level ist auch in Deutschland möglich.
TOP Ehrung auch von mir Herzlichen Glückwunsch Pr. Dr. Stefan Hell.

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Newspeak 08.10.2014, 16:55
2. ...

"Nicht nur für die Chemie in Deutschland ist das ein Glückstag", sagte Bundesforschungsministerin Johanna Wanka. Sein Nobelpreis zeige, "dass die deutsche Wissenschaft Weltspitze ist".

Ja, ja, redet euch das nur ein, auch wenn es nicht stimmt. Freut euch über einen Nobelpreisträger, der GEGEN euch erfolgreich war, nicht wegen euch. Vielleicht kann man die Ablenkung durch diese gute Nachricht ja nutzen, um schnell noch irgendwo Geld einzusparen an den Unis. Noch ein paar Mittelbaustellen kürzen, ein paar Postdocs und Juniorprofessoren rauswerfen z.B.

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mit66jahren 08.10.2014, 17:12
3. Mut zum Studium

Es klingt fast wie ein Kochrezept: Man kombiniere die Lichtmikrospie mit der Laser- und Computertechnik und schon kann man in einen neuen Bereich vorstoßen. Man braucht eigentlich "nur" Ideen und einen wissenschaftlichen Background, um bestehende Grenzen zu überwinden. Ich glaube, es gibt noch einige davon, die auf ähnliche Art passiert werden können. Stefan Hell wird den jungen Leuten auf alle Fälle Mut zum naturwissenschaftlichen Studium machen.

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BlakesWort 08.10.2014, 17:54
4.

Herzlichen Glückwunsch!

Leider wieder mal ein deutscher Forscher, der nach der Promotion ins Ausland wechselt und dort eine bahnbrechende Entdeckung macht.

Die Erfindung selbst hört sich gar nicht so kompliziert an, mehr so, als hätte jemand einen Geistesblitz gehabt und das dann einfach mal umgesetzt. Cool!

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ffmls 08.10.2014, 18:27
5. wow

Herzlichen Glückwunsch,
toll dass Einfallsreichtum, Bildung und Mut hier den Preis abräumen.
Weiter so, es gibt sicher noch sooo viel zu entdecken.

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TS_Alien 08.10.2014, 21:06
6. Glückwunsch!

Hier hat niemand ein physikalisches Gesetz widerlegt oder umgangen. Hier hat jemand ein neues Verfahren entwickelt, das gezielt Moleküle anregen kann und anschließend beobachtbar macht. Das Beobachten eines angeregten Moleküls ist problemlos möglich. Weitaus interessanter ist es, geradezu faszinierend und preiswürdig, die An- und Abregung der Moleküle derart gezielt durchzuführen (welches Licht wird dafür verwendet?). Der Artikel sollte darauf mehr Bezug nehmen. Interessant wäre auch, ob ein künstlich angeregtes Molekül immer noch seine Aufgabe in der Zelle übernehmen kann. Oder geht es im wesentlichen um die Ermittlung von Molekülstrukturen?

Viele gute Ideen scheitern an der Finanzierung oder an fehlenden Forschungsstellen. Das trifft einen zukünftigen Nobelpreisträger genauso wie andere Forscher. Daraus sollte man keinen Mythos basteln.

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carolian 09.10.2014, 13:41
7. Ooops

Licht ist Physik. Und nicht Chemie.

Offenbar hat das Nobelpreiskomitee und die Spiegel-Wissenschaftsredaktion ihre Kategorien nicht mehr klar im Geiste.

Lichtbrechung als Chemie, das hat schon was, nicht wahr, Herr Prof. Dr. Abbe und Prof. Dr. Röntgen?

Was mir besonderes Vergnügen in der kurzen Recherche hierzu bereitet, ist das Thema der Habilitationsschrift von Ernst Karl Abbe: "„Gesetzmäßigkeit in der Vertheilung der Fehler bei Beobachtungsreihen“. Also ein wissenschaftstheoretisches statistisches Problem. Schon 1863! Aber das begreift hier sowieso keiner. Abbe hat vielfach bewiesen, dass er mehr konnte als nur Optik und Physik. Ein ganz grosser Mann.

Der hat übrigens den Nobelpreis nie erhalten, obwohl er erst 1905 starb. Der erste Nobelpreis für Physik ging 1901 an Wilhelm Conrad Röntgen, der den wirklich verdient hat. In Physik, nicht Chemie. Und auch nicht durch einen gesetzmässige Fehler in der Beobachtung von wissenschaftlichen Arbeiten.

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seikor 09.10.2014, 16:33
8. wieso nicht Physik-Nobelpreis?

Irgendwie wird mir nicht klar, was die Thematik mit Chemie zu tun hat. Herr Hell (herzlichen Glückwunsch!) hat ein Mikroskop entwickelt, er selbst ist Physiker...

Schon klar, dass die Chemiker und Biologen dieses Mikroskop nutzen, aber...

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limubei 11.10.2014, 09:46
9. Chemie ist Physik

Aus der Unkenntnis der Struktur der Materie heraus entwickelte sich die Chemie parallel zur Physik.
Heute wissen wir es besser!
Wir könnten im aktuelle Fall auch sagen - Biochemie.
Oder das physikalische optische Verhalten von biochemischen Strukturen oder so ähnlich.
Wie auch immer! Tolle Arbeit.
Ich möchte jedoch anmerken:
Man schaue sich die Sendung Scobel Zellen auf YT an
Fazit = wir ahnen, wieviel wir nicht wissen.
Man vertiefe sich in die bioenergetischen Zusammenhänge der Vorgänge in lebenden Zellen.
Man vertiefe sich in die strukturellen dynamischen Möglichkeiten der Proteinstrukturen, die Bewegungen erst möglich machen sowie Transporte innerhalb der Zellen.

"Wir" können nun mehr beobachten. Aber wie wir aus der Quantenphysik wissen, spielt der Beobachter eine Rolle. Und diese wird umso grosser, je kleiner die Strukturen werden.
An dieser Stelle muss die Arbeit von Zeilinger und seinem Team angemerkt werden.
Er kann heute nachweisen das größere Molekülstrukturen ganz eindeutig den quantenphysikalischen Gesetzen folgen.
Der ganze "Beobachtungsvorgang" ist quantenphysikalisch, da die Information nur durch elektromagnetische Wellen/Teilchen übermittelt wird und selbige im Protein-Rezeptor-System des Auges umgewandelt wird und im neuronalen Netzwerk Gehirn in ein "Bild" gewandelt wird.
Letzter Vorgang ist bis heute nicht einwandfrei verstanden = Wie aus elektrischen Signalen im Gehirn ein Bild erzeugt wird! Wir ahnen und vermuten nur!
Je tiefer wir in die "Materie" eindringen, umso größer wird der Einfluss des Beobachters.
Das muss warnend angemerkt werden.
Susskind merkt in "the fabric of the universe" an, is the world a hologram? most likely.
Wir können nicht einfach Materie postulieren und so tun als sei es so. Das geht heute nicht mehr.
The Fabric of the Universe und seine materiehaften Erscheinungen ist das Ergebnis der Vorgaenge, die auf der nicht beobachtbaren Ebene ablaufen. Quantenfluktuation ist zumindest ein Begriff der dorthin zeigt.
Auch die Tatsache, das Materie zu 99,99999...% aus Leerheit besteht, sollte immer bedacht werden.
Nichtsdestotrotz funktioniert unsere belebte Welt grob mit den Augen gesehen, nach "chemischen" und physikalischen Gesetzmäßigkeiten recht zuverlässig.

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