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Chemie-Nobelpreisträger Joachim Frank: "Davon wird die Menschheit profitieren"
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Plötzlich steht er im Rampenlicht: Joachim Frank bekommt den Nobelpreis für Chemie. Die Auszeichnung macht ihn freier, sagt er. An seiner Kritik des US-Präsidenten hält er fest: "Trump ist ein Schwachkopf".

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mhwse 06.10.2017, 12:31
1. Dass es die Möglicheit zur Gen Schere gibt

(und auch einige frühe Umsetzungen) ist seit den 1980ern bekannt - und war damals schon Gegenstand des Schulunterrichts (es gibt bereits in der Natur vorkommende Varianten ..). (Ebenso, wie übrigens Gravitationswellen, über die ich mal kurz mit meinem Physik LK Lehrer damals diskutierte - er war zuvor in der Kernforschung in Garching tätig - und ihm immerhin ein Lächeln abrang ..)

Dass man die Moleküle die man im Biologie LK kennen musste - auch mal live bei der Arbeit sehen würde - also ein Molekül Mikroskop existieren könnte - ist weit komplexer für die Vorstellung ..

Dass man also jetzt das Ergebnis der Arbeit Schere beobachten kann - verdient wirklich den Preis.
(Naturwissenschaft ist zunächst immer Beobachtung ..)

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schorsch_69 06.10.2017, 12:39
2. Och Joh!

Es freut mich, das ein Wissenschaftler wie Herr Joachim Frank durch den Preis "ein klein wenig" mehr Unabhängigkeit erlangt und Nebensächlichkeiten abstreifen kann.

... und noch mehr, das er sich abseits der "Fachidiotie" einen Raum für ganz private Hobbys geschaffen hat und leistet.

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phe70 06.10.2017, 14:30
3.

Das ist schon bahnbrechend. Zumal es auch dabei hilft, die Strukturen per Computer zu berechnen und Modelle von Biomolekuelen zu optimieren. Lässt dann zukünftig die 3d-Struktur aus der Sequenz bestimmen und funktionale Bereiche designen, ist das ein Fortschritt und reduziert Kosten am Ende deutlich.

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Sieglinde Pokaschewski 06.10.2017, 16:40
4. Ich mag die Chemiker der alten Schule

Vor allem ihr Blick auf die Welt um uns herum, der meistens in unbestechlichen Wahrheiten mündet. Das gilt sowohl für chemische als auch politische Einschätzungen..

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brucewillisdoesit 07.10.2017, 12:19
5. wohl kaum

Zitat von mhwse
Dass es die Möglicheit zur Gen Schere gibt (und auch einige frühe Umsetzungen) ist seit den 1980ern bekannt - und war damals schon Gegenstand des Schulunterrichts (es gibt bereits in der Natur vorkommende Varianten ..). (Ebenso, wie übrigens Gravitationswellen, über die ich mal kurz mit meinem Physik LK Lehrer damals diskutierte - er war zuvor in der Kernforschung in Garching tätig - und ihm immerhin ein Lächeln abrang ..)
Sorry, das ist totaler crap. CRISPR/Cas 9 ist etwas ganz anderes, klassische Restriktionsenndonucleasen. Das ist als wenn sie Feuerwerkskörper und die Czar Bombe gleichsetzen. Und das es dieses prokaryotische Immunsystem gibt und wozu man es verwenden kann, ahnte vor ca. 2013 auch niemand, erst recht nicht irgendein deutscher Schüler und erst recht nicht in den 80ern. Und wenn ich dann noch solche Wortschöpfung wie "Gen Schere" höre ... brrrrrrr
Und Gravitationswellen hat Einstein vor ca. 100 Jahren vorhergesagt (d.h. vor der Entdeckung des Neutrons) das war in den 80ern also schon ca. 70 Jahre lang bekannt und wohl kaum was revolutionär neues, wenn auch nicht gerade klassischer Schulstoff.

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Lord Menial 07.10.2017, 13:05
6.

Zitat von brucewillisdoesit
Sorry, das ist totaler crap. CRISPR/Cas 9 ist etwas ganz anderes, .......Und das es dieses prokaryotische Immunsystem gibt und wozu man es verwenden kann, ahnte vor ca. 2013 auch niemand, ........
Interessant, daß diese Berichtigung heute erschien. Gestern hatte ein gleichsinniger Hinweis dreimal keine Chance.

2012/13 begann die gentechnische "Verwertung" des crispr-Systems.
Die adaptive Virenabwehr der Bakterien war jedoch schon länger bekannt; siehe z.B. Barrangou et al. (2007): CRISPR provides acquired resistance against viruses in prokaryotes. Science. vol. 315: 1709.

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Newspeak 07.10.2017, 13:43
7. ...

Zitat von mhwse
(und auch einige frühe Umsetzungen) ist seit den 1980ern bekannt - und war damals schon Gegenstand des Schulunterrichts (es gibt bereits in der Natur vorkommende Varianten ..).[...]
Wie ein frueherer Forist bereits bemerkte, handelt es sich dabei um voellig unterschiedliche Dinge. Die "Gen-Schere", die schon in den 80ern bekannt war, d.h. Restriktionsenzyme, schneidet nur bei ganz bestimmten Sequenzen. Natuerlich kann man das auch schon nutzen, und ein Grossteil der "alten" Gentechnik beruht darauf. CRISPR/Cas zeichnet sich aber dadurch aus, dass man gezielt an beliebigen, selbst gewaehlten Stellen schneiden kann. Das ist ein himmelweiter Unterschied und genau darin besteht die Revolution. Da es sich bei CRISPR/Cas um eine neue Entdeckung aus den letzten Jahren handelt und da es momentan noch Streit um die Prioritaet der Entdeckung, Patentierung usw. gibt, gehe ich davon aus, dass der Nobelpreis dafuer schon noch kommen wird...wenn diese weltlichen Dinge bereinigt wurden. Vielleicht so in etwa 20 Jahren. Ist immer noch frueh genug. Auch die Entdeckung von HIV wurde erst viel spaeter ausgezeichnet, und jemand wie Ernst Ruska musste Jahrzehnte laenger warten. Die diesjaehrigen Ausgezeichneten sind alle weit ueber 70, was ich ein wenig schade finde, denn Nobelpreistraeger sollten von ihrem Preis auch noch etwas haben, und derzeit wird der Preis oft ein wenig als Anerkennung an ein Lebenswerk gegeben.

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brucewillisdoesit 07.10.2017, 19:42
8. yepp

Zitat von Lord Menial
Interessant, daß diese Berichtigung heute erschien. Gestern hatte ein gleichsinniger Hinweis dreimal keine Chance. 2012/13 begann die gentechnische "Verwertung" des crispr-Systems. Die adaptive Virenabwehr der Bakterien war jedoch schon länger bekannt; siehe z.B. Barrangou et al. (2007): CRISPR provides acquired resistance against viruses in prokaryotes. Science. vol. 315: 1709.
Stimmt, allerdings war auch das zumindest in den 80ern noch nicht bekannt (oder gar Schulstoff).
Was mich wirklich umgehauen hat, ist der Ansatz mit CRISPR erstmalig einen Gene drive zu implementieren und so über Anopheles plasmodium falciparum loszuwerden. Deutlich vielversprechender, als der bisherige jährliche Ansatz mit den sterilen Männchen.
Ich erinnere mich noch, wie ich das erste mal von dem Ansatz hörte und mich fragte, wie überhaupt jemand auf eine derart geniale Idee wie einen Gene drive kommen kann, ohne das die dafür notwendige Technologie existiert.

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mhwse 08.10.2017, 14:51
9. Woher wissen Sie, was ich weiß?

ich hatte z.B. schon um 1984 (dann Studium der Informatik Nebenfach Medizn Schwerpunkt Neurologie ..) eine interaktive Tastatur, also was man später als "Smartfone" bezeichnet hat ausgedacht ..

Nur weil Sie sich das nicht vorstellten können, und mir die finanziellen Mitteln fehlen, heisst nicht, dass meine Vorstellungen und Ideen nicht wissenschaftlich fundiert sind und ich mir z.B. nach dem Erklärung des so genannten "Crossing Over" dem Wissen um Starter und Stopp Codone nicht auch denken kann, das künstlich zu manchen.

Ausserdem, man mag es nicht glauben, es gab damals schon bedrücktes Papier wo solche Dinge in Skizzen dargestellt wurden.

Dass man vile Arbeit investieren muss um es zu standardisieren, und dies ggf. auch Noble würdig ist, ist eine andere Sache.

Ein Mikroskop, dass das ganze auch grafisch darstellen kann ("Bildgebendes Verfahren"), ist dennoch ein andere Hausnummer, denn es entbindet von heuristischen Versuchen - man kann das Ergebnis unmittelbar ablesen ..

Meinen Sie eigentlich dass Einstein erst mit 60 auf die Inspiration kam, oder als er in München auf dem Oktoberfest für den Onkel (hatte eine Elektro und Heizungsfirma ..), im Alter von 10 die Glühbirnchen am Fahrgeschäft wechselte und tagträumte, wie das mit dem Licht wohl im Allgemeinen so sei. (wie das Kinder so tun ..)

Später musste er "nur" eine Formel finden - die Idee hatte er schon.

Das Wesen des Wissenschaftlers ist, dass er sucht, idealerweise eine auch wissenschaftlich gebildete Frau (heute auch Mann, bzw. Frau - Frau) hat, mit der er sich austauschen kann ..

das geht vor dem Aufwachen los, und endet auch nicht nach dem Einschlafen - hat man, oder eben nicht ..

Wenn sie/er diese Gedanken in einen Formalismus bekommt und den andere als Experiment oder Beweis nachbauen/nachvollziehen können - ist es eben den Preis wert.

Das dauert, und bedeutet viel Arbeit ohne Lohn.

(Im Bezug auf die Gravitationswellen ging es da schon um etwas Konkreteres, als das nur nach zu plappern ..)

Im Detail: senden auch die Quanten (in meinem Fall kannte ich nur Elektronen) im Leiter (z.B. bei Wechselspannung - da werden die auf c beschleunigt und wieder abgebremst .. und das 50 Mal je Sekunde .. ) , Gravitationswellen aus? .. (das was man heute als Quantengravitation bezeichnet ..)

Und doch, die Relativitätstheorie ist Teil des Lehrplanes in Bayern - Tradition eben .. (dazu gehörte es auch damals schon, Gravitationslinsen zu erwähnen .. ebenso wie die Unschärfe Relation übrigens)

Da mir der Brocken Medizin und Informatik zugegeben etwas zu gross war mach ich das jetzt sequentiell nochmal ..

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