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"Club of Rome"-Bericht: Forscher zeichnen düsteres Bild der Zukunft
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Wie sieht die Welt in 40 Jahren aus? Für den Club of Rome haben Forscher ihre Prognosen zusammengetragen. Sie warnen in erster Linie vor den Folgen des Klimawandels - und der verheerenden Wirkung des Finanzkapitalismus.

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Michael KaiRo 08.05.2012, 11:53
150. Seher und Deuter

waren in der Antike hoch angesehen. Zumindest trugen sie damals das Risiko bei Fehldeutungen im besten Fall verbannt, im ungünstigsten Falle ermordet zu werden.

Im Mittelalter führte Dr. Martin Luther einen großen (Überlebens-) Kampf mit Prophezeiungen und Verheißungen; vor allem ging es um den lukrativen Ablasshandel.

Heute dagegen, sind solche Seher und Deuter fein raus: Treffen deren Voraussagen ein, können sie sagen: Seht ihr, hatten wir doch gesagt. Treten die Voraussagen NICHT ein, können sie sagen: Ihr habt etwas geändert, deswegen sind unsere Voraussagen NICHT eingetreten. Egal wie die Prophezeiung lautet, Kohle gibt’s auf jeden Fall.

Was mich an solchen wissenschaftlichen Dinosauriern wie dem "Club of Rome" aktuell am meisten enttäuscht, ist das Nachplappern von altbekannten Thesen:
+ Klimawandel - das hat doch schon einen soooo langen Bart.
+ Revolution der jungen Generation? Was für eine kolossal neue Prophezeiung, die zudem in Deutschland garantiert NICHT eintreffen wird.
+ Finanzkapitalismus? Wow, nach dreijährigem Tiefschlaf ist der "Club of Rome" nun aufgewacht.

Was aber ist mit den Folgen der Überbevölkerung, welche massiv zu geologischen und vor allem soziologischen Problemen führen wird? Was ist mit dem kommenden Generationenkonflikt? Was ist mit der Umweltverschmutzung selbst noch in Europa? Recyclingquoten von schlappen 50 % in Bezug auf Elektronikschrott (dazu noch ohne die giftige Solarzellenverschrottung gerechnet) sind doch ein Witz. Etc. pp. ff.

Nun ja, manche schauen täglich ins Horoskop oder gucken Astrologiesendungen, andere wiederum lauschen den Worten vom IPCC, "Club of Rome" etc.. Das alles sollte im Bereich "Unterhaltung" oder "Panorama" stehen - keinesfalls unter "Wissenschaft"

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klausindo 08.05.2012, 11:53
151.

Im grossen und ganzen werden die Herren nicht so falsch liegen da der Mensch vor lauter Egoismus immer wieder versuchen wird das Beste fuer sich rauszuholen. Die junge Revolution wird hoffentlich eher eintreten,damit ich sie noch miterleben kann. Ob der Westen den Bach runtergeht bezweifle ich. Dafuer ist zuviel Geld und Macht vorhanden. Bevor der Westen untergeht werden noch einige Kriege stattfinden um diejenigen auszuschalten die Interesse daran haben. Kriege waren und sind immer gut fuers Geschaeft.
Lets wait and see.

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moyendag 08.05.2012, 11:55
152. Ende des Kapitalismus

Der globalisierte Kapitalismus führt zu einer allmählichen Zerstörung der Umwelt. Auch die Widersprüche nehmen zu. Die ökonomischen Lehren von Marx werden wieder akturell, nach dem der "real existierende Sozialismus" untergegangen ist.
Zitat von sysop
Wie sieht die Welt in 40 Jahren aus? Für den Club of Rome haben Forscher ihre Prognosen zusammengetragen. Sie warnen in erster Linie vor den Folgen des Klimawandels - und der verheerenden Wirkung des Finanzkapitalismus.

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magetasalex 08.05.2012, 11:56
153. Unsinn: Wir können unseren Planeten nicht zerstören.

Zitat von ausländer33
ist das einzige Tier, das diesen Planeten zerstören kann.
Unsinn: Wir können unseren Planeten nicht zerstören. Wir können uns nur selbst zerstören. Und das tun wir, zumindest so lange unser aller Gott GELD heißt....

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Thomas Weber 08.05.2012, 11:56
154. Chancen der Globalisierung berücksichtigen!

Bei allen düsteren Szenarien werden die positiven Potentiale der digitale Kommunikationsrevolution und die Chancen der Globalisierung zu wenig berücksichtigt. Politisch muss und kann man die Globalisierung vom Ende her denken.

Am Ende der Globalisierung wird es in der Welt eine globale totale Kommunikation geben, die die gesamte Menschenwelt in gewisser Hinsicht permanent unmittelbar verbindet.

Eine solche Welt wird eine Welt in Balance und der Nachhaltigkeit sein.

Es ist dies eine Welt ohne ungerechtfertigte Asymmetrien und eine Welt in Balance.

Es ist dies eine Welt der Achtung der Menschenwürde und der Wahrung der Menschenrechte und der Herrschaft des Rechts.

Es ist dies eine Welt, in der
die Weltbevölkerung nicht mehr weiter wächst,
die Ökosysteme nur noch so in Anspruch genommen werden, dass Sie nicht übernutzt werden und nicht kollabieren.

Es ist dies eine Welt des Maßes und des Maßhaltens, in der die Wohlstandsapartheid, die existentielle Armut und Not und die globale Ungerechtigkeit bei der Verteilung des Wohlstands aufgehoben ist.

Es ist dies eine Welt, in der die Menschen im Zustand einer Grundsicherung leben, die die Stillung der Grundbedürfnisse, Emanzipation und Freiheit miteinander verbindet.

Wann und ob die Menschheit dieses Ende der Globalisierung erreicht, ist ungewiß. Politik ohne dieses Politikziel führt,- d.i. jetzt erkennbar,zu Systembrüchen, Krieg und Unmenschlichkeit.

Globalisierung vom Ende her denken! Eine globalisierte Welt wird eine Welt in Balance, eine Welt der Nachhaltigkeit sein. - Am besten, Sie dchten auf der Stelle selber nach

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Ingmar E. 08.05.2012, 11:58
155.

Zitat von gregorhi
Graham Turner hat 2007 die Vorhersagen des Berichts von 1972 mit dem Ist-Zustand verglichen und hat große Übereinstimmung festgestellt:
Danke für diesen Link.

Auch die Sache mit der "Öl ist im Jahr 2000 zu Ende"-Prognose lässt sich leicht erklären:

Als der Bericht geschrieben wurde, stieg der Ölverbrauch mit 7% jährlich. Das ist nicht wenig, und mit dem Verbrauchswachstum hätten wir längst kein Öl mehr. Nach den Ölkrisen der 70er Jahre wuchs der Verbrauch nur noch mit 1% pro Jahr.

Das konnte der CoR damals ja nicht vorher sehen, weil es eher politische Gründe hatte.
An sich hat die damalige Prognose immer noch Bestand, muss nur nach hinten gestreckt werden, weil sich das Verbrauchswachstum senkte.

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Michael KaiRo 08.05.2012, 11:58
156. Keine allzugroßen Hoffnungen machen

Zitat von ausländer33
Der Mensch ist das einzige Tier, das diesen Planeten zerstören kann.
Machen Sie sich da mal keine allzugroßen Hoffnungen. Ein einziger klitzekleiner Meteorit von sagen wir mal nur 20 km im Durchmesser mit Einschlag auf unserem baluen Planeten und wir sind die Sorge Mensch los.
Dass das passiert, ist wahrscheinlicher, als jeder mögliche anthropogene Klimawandel.

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Gaztelupe 08.05.2012, 12:00
157.

Zitat von sysop
[...] Sie warnen [...]
Ich versuche schon seit Jahren einen Mitgliedsantrag für diesen Verein zu ergattern. Fehlanzeige! Dabei wäre ich so gerne Mitglied. Schon der Name hat was: Club of Rome. Da schwingt Grandezza mit, vornehmes Besserwissen, lautere Weltbetrachtung, die sanfte Autorität des guten Gewissens. Und Macht natürlich, es heißt ja schließlich nicht: Club of Eckernförde.

Ich stelle mir vor, wie die Clubtreffen normalerweise ablaufen: Erstmal im 5-Sterne-Schuppen einchecken, die Präsidenten-Suite mieten oder gleich ein ganzes Stockwerk. Vollbad, Maniküre für die Finger, ein Viertelstündchen Sonnenbank, den Teint noch einmal auffrischen. Sich ins Maßhemd helfen lassen, die unvergleich edlen Manschettenknöpfe funkeln in der goldenen Nachmittagssonne, die durch die seidenen Vorhänge scheint.

Ich begrüße die anderen Clubmitglieder mit der erhabenen Freundlichkeit des Weisen, jede Silbe, die meine Lippen verlässt, bedeutet Raum und Zeit für das Gesagte, auch wenn es praktisch nichts ist. Wir stoßen auf das Gute an, unsere Sorgen um die Welt spenden den Widerhall einer herzensguten Predigt. Kein Wein ist erlesen genug, um der Zartsinnigkeit unserer Gaumen gerecht zu werden, aber mit der Milde unendlicher Weitsicht streichen wir den Hostessen über den Kopf, die ihn in unseren Schoß gelegt haben.

Die Sekretäre reichen den Bericht zur Unterschrift (ich gehe davon aus, dass mein »Meisterstück« auch mal benutzt wird), ich umkreise meine Signatur mit haarsträubend eleganten Schnörkeln, meine Warnung an die Menschheit ist nun so vollkommen wie die Eleganz meiner Erscheinung: Spart, verzichtet, habt ein schlechtes Gewissen, sonst ist es eure Schuld, wenn die Welt untergeht. Ein Ausweichen, ein Anpassen an die Verhältnisse ist nicht möglich, denn so, wie ich immer nur ich bin, werdet Ihr immer nur Ihr sein. Amen.

Ich muss in diesen Club! Und verlange ich nicht einmal Dank dafür, ich bin ja bescheiden.

;-)

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ginfizz53 08.05.2012, 12:01
158. Kommt noch ein bisschen was dazu...

Zitat von Flinsenberger
Ich weiss nicht wo sie das herhaben, es stimmt nicht. Die Abstrahlung von Energie eines festen Körpers folgt dem Stefan-Boltzmann Gesetz. Sonst wäre ja der Ocean-Heat-Content der oberen 700m in den letzten 10 Jahren nicht um 10*10^22 Joule gestiegen. Was Sie da schreiben ist völlig unfundiert.
...nämlich die in Form von chemischer Energie (letztendlich gespeicherte Sonnenergie), die freigesetzt wird und - jetzt wird es richtig lustig - ca. 60% der im Erdinneren befindlichen Wärmeenergie stammt von radioaktiven Zerfallsprozessen. Da radioaktive Strahler bevorzugt Schwermetalle sind, haben sie sich im Laufe der Erdentstehung im Erdinneren angereichert.

Aber unsere Mutter Gäa ein natürlicher Kernreaktor...

Wie absurd muss das für den gewöhnlichen Öko klingen...

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Manonymus 08.05.2012, 12:01
159. Saturiertheit

Zitat von sysop
Wie sieht die Welt in 40 Jahren aus? Für den Club of Rome haben Forscher ihre Prognosen zusammengetragen. Sie warnen in erster Linie vor den Folgen des Klimawandels - und der verheerenden Wirkung des Finanzkapitalismus.
Aus vielen Kommentaren hier lese ich eine starke Saturiertheit in Bezug auf Katastrophenmeldungen heraus. Es gibt einfach zu viele davon, also werden sie ignoriert. War schon immer so; leider wird die Menschheit nur durch Schaden klug.
Fakt ist jedoch: immer mehr Menschen verbrauchen immer mehr Fläche sowie definitiv endlich Ressourcen und greifen dabei immer stärker in Natur- und Stoffkreisläufe ein. Dass dies keine negative Folgen hat, kann nur noch der größte Optimist annehmen. Beispiele gibt es schon jetzt zu Hauf, und es wird nicht besser werden. Wenn alle Menschen unseren Lebensstandard hätten, wären schon jetzt die meisten Ressourcen aufgebraucht. Und die Grenzen des Wachstums werden auch definitiv extreme Folgen auf unser labiles Finanzsystem haben. Diese zeigen sich in Maßen ja schon jetzt bei Schwankungen des Erdölpreises oder von Lebensmitteln. Und gibt es erstmal schwerwiegende finanzielle Turbulenzen, werden auch extreme politische Turbulenzen losgetreten. Wie es tatsächlich Leute geben kann, die glauben, dass die jetzige Entwicklung nicht zu einem Kollaps führen wird, ist mir schleierhaft. Nur weil die Daten, wann gewisse Rohstoffe zur Neige gehen, nicht korrekt vorausgesagt wurden, ist das Prinzip falsch? Das ist dann doch etwas zu einfach.

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