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CO2-Einlagerung: So wollen Forscher die Erde kühlen
DPA

Die Menschheit kommt beim Klimaschutz kaum voran, Forscher halten die gezielte CO2-Entnahme aus der Atmosphäre für kaum noch vermeidbar. Doch wie realistisch sind ihre Vorschläge?

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rkinfo 29.05.2018, 19:31
1. Wir liegen schon 2 Jahrzehnte hinter IPCC und CCS

Die Verbrennung von Biomasse und ihre Abscheidung per CCS ist vernachlässigt worden. CCS nutzen nur die Kanadier für neue Kohlekraftwerke.

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schwäbischalemannisch 29.05.2018, 19:43
2. Noch ein Verfahren gibt es. Bakterien

Die sich in großem Stil von CO2 ernähren. Offenbar ist das in weiten Teilen der Wissenschaft noch nicht bekannt?!? BASF hat daran gearbeitet, aber eine andere kleine Firma aus Zwingenberg hat wohl dazu ein Patent angemeldet. Angenehmer Nebeneffekt wäre, dass man mit diesen Bakterien bioplastik und viele weitere Grundstoffe für die chemische Industrie herstellen kann, so das man sich vom Erdöl fast unabhängig machen könnte. Klingt zu gut um wahr zu sein? Die Sache hat natürlich einen Haken. Sogar mehrere. Erstens hat in der Industrie niemand ein Interesse daran einen solchen Game changer zu etablieren. Und die Petrochemie erst recht nicht. Da die Preise für Erdöl viel zu niedrig sind und die CO2-Zertifikate ebenfalls, rechnet sich die Methode leider wirtschaftlich nicht.

Und die Politik? Man will das Klimaziel ja erreichen, aber eben nicht auf Kosten der Industrie. Statt dessen wegen Forschungsprojekte finanziert, quasi als Feigenblatt. Die Lösungen für die meisten Probleme heute gibt es bereits. Es fehlt nur der Wille das auch umzusetzen. Zu viele Interessen sind da immer im Spiel.

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maxgil 29.05.2018, 19:54
3. Eigentlich

Ist die Lösung einfach: Ländern wie z.B Tunesien, Marokko usw. Meerwasserentsalzungsanlagen und Solarenergie finanzieren, mit der Auflage, einen Teil der Wassers in Aufforstung zu investieren. Mehrere Fliegen mit einer Klappe: erhöhte Nahrungsmittelproduktion, nachhaltiger Aufschwung, CO2 reduzierung, das überall, Drops gelutscht. Funktioniert, bin Biologe. Gleichzeitig massive Aufforstung bei uns, D war mal komplett Urwald! Das weltweit, alles gut.

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geschneider 29.05.2018, 19:54
4. Terraforming als solches ist sicher eine gute Idee.

Es an sich selbst und dem einzigen eigenen Planeten auszuprobieren ist aber ganz sicher keine. Alle, zweifellos mutigen, Forscher, die sich Selbstversuchen unterzogen haben, haben einen hohen Preis in Kauf genommen und fast immer auch gezahlt. Hartes Durchgreifen beim Klimaschutz ist sicher die bessere Alternative. Auch wenn das bedeutet, dass der Rest der Welt den Mut aufbringen muss auch die Supermacht No1 konsequent in die Pflicht zu nehmen und ggf. komplett vom Rest des Planeten zu isolieren.

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etlamu 29.05.2018, 20:05
5. Das Problem ist, dass diese Verfahren auch unkalkulierte Folgen

haben können! Gerade das Verändern der Atmosphäre finde ich sehr gefährlich, wie es das Ozonloch ja gezeigt hat. Die Folgen dieser Verfahren können gefährlicher sein als die Folgen der Erderwärmung.

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abuske1 29.05.2018, 20:10
6. auf die Idee

Muss man erst Mal kommen. Erst verbrennt man Kohle, wobei CO2 entsteht. Das wird in Biomasse gebunden, die wieder verbrannt wird und das entstehende CO2 wird aufgefangen und irgendwo verpresst.
Wenn man jetzt die Köhlerverbrennung einstellte, könnte man die Biomasse trotzdem verbrennen und müsste das CO2 nicht Mal auffangen.
Es wird Zeit für eine angemessene CO2 Steuer.

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LexLegis 29.05.2018, 20:15
7. Auf sehr lange Sicht...

Auf sehr lange Sicht wird die Menschheit an Geoengineering mein Meinung nach nicht vorbei kommen. Wir sind in unserer Zivilisation auf recht spezifische Bedingungen auf der Erde angewiesen was Temperatur, Niederschlag, Co2 Gehalt der Atmosphäre etc. betrifft. Am aktuellen Wandel sind wir selbst schuld und der ließe sich natürlich am besten eingrenzen, indem man die selbst verschuldeten Ursachen angeht. Aber es gibt genügend natürliche Ursachen für Klimaveränderungen, die wir nicht überleben würden. Dies wird auch zu 100% eintreten, allerdings in geologischen Zeiträumen gedacht. Was dann? Dann ist der einzige Ausweg eine technische Lösung zur Beeinflussung/Kontrolle der Atmosphäre oder eine extreme Anpassung auf Seiten der Menschheit selbst (die auch wieder nur technischer Natur sein könnte, weil alles andere zu langsam ist). Von daher bin ich weitreichender Forschung auf diesem Gebiet ziemlich zugeneigt, auch wenn es für das aktuelle Problem evtl. nicht als beste Lösung erscheint.

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räbbi 29.05.2018, 20:36
8.

Zitat von schwäbischalemannisch
Die sich in großem Stil von CO2 ernähren. Offenbar ist das in weiten Teilen der Wissenschaft noch nicht bekannt?!? BASF hat daran gearbeitet, aber eine andere kleine Firma aus Zwingenberg hat wohl dazu ein Patent angemeldet. Angenehmer Nebeneffekt wäre, dass man mit diesen Bakterien bioplastik und viele weitere Grundstoffe für die chemische Industrie herstellen kann, so das man sich vom Erdöl fast unabhängig machen könnte. Klingt zu gut um wahr zu sein? Die Sache hat natürlich einen Haken. Sogar mehrere. Erstens hat in der Industrie niemand ein Interesse daran einen solchen Game changer zu etablieren. Und die Petrochemie erst recht nicht. Da die Preise für Erdöl viel zu niedrig sind und die CO2-Zertifikate ebenfalls, rechnet sich die Methode leider wirtschaftlich nicht. Und die Politik? Man will das Klimaziel ja erreichen, aber eben nicht auf Kosten der Industrie. Statt dessen wegen Forschungsprojekte finanziert, quasi als Feigenblatt. Die Lösungen für die meisten Probleme heute gibt es bereits. Es fehlt nur der Wille das auch umzusetzen. Zu viele Interessen sind da immer im Spiel.
Ruhig bleiben, Aluhut absetzen, durchatmen... ;)

Wenn man Kohlenstoff zu CO2 verbrennt wird Energie frei - darum machen wir den Mist.
Wenn Bakterien irgenwas mit CO2 machen, müssen sie diese Bindung wieder aufspalten, was Ende des Tages nur mit Energie geht. Sonst hätten wir das perpetuum mobile erfunden. Die muß irgendwo herkommen.
Es gibt ein Verfahren, das arbeitet mit Sonnenlicht. Das hat sich aber schon die Natur patentieren lassen. Nennt sich "Photosynthese".

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telos 29.05.2018, 21:30
9. Kohlenstoffkreislauf

Wenn CO2 schon aus der Luft gefiltert werden muss, um die Konzentration zu verringern, dann wäre es doch sinnvoller, dieses CO2 als Ausgangsstoff zur Herstellung von künstlichem Erdöl (Blue Crude) zu verwenden. Dass dies technisch möglich ist, zeigen norwegische Projektanlagen, die Dresdner Firma Sunfire ist ebenfalls als Partner in dieses Projekt eingestiegen. Noch kann der Preis dieses künstlichen Erdöls mit dem natürlich gewonnenen nicht mithalten, aber es ist eine Frage der Zeit, bis auch da Kostensenkungen zu bewerkstelligen sind. Für diese Technologie wird nur CO2, Wasser und Strom -gedacht wird an regenerative Energieerzeugung der zur Verfügung stehenden Methoden - benötigt. Ein möglicher Weg, die Förderung von Gas und Öl im klassischen Sinn, drastisch zu reduzieren und ggf. völlig einzustellen?

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