Forum: Wissenschaft
CO2-Entzug: Kohle ließ die Erde gefrieren
AFP/ NASA/ John Sonntag

Heute zählt Kohle als fossiler Brennstoff zu den Faktoren, die zur Erderwärmung beitragen. Bei seiner Entstehung hingegen verwandelte der Stoff die Erde fast in einen Schneeball.

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tinnytim 11.10.2017, 11:23
70.

Zitat von brucewillisdoesit
Sie haben recht, sie liegen tatsächlich komplett falsch. Beim aeroben Abbau abgestorbener Pflanzen entsteht mitnichten primär Methan, sondern CO2, einfach deswegen, weil die ATP-Ausbeute beim aeroben Abbau um einiges energetisch effektiver ist, als Gärung. Methan entsteht somit vorzugsweise bei anaetroben metabolisierung (z.B. durch Methangärer). Auch die Idee mit den Pflanzengenerationen ist falsch. Es gibt in der Natur primär folgende Formen, in denen CO2 gespeichert ist: a) gelöst in H20 (resp als H2CO3 oder HCO3-, wie immer man das auch sehen will), b) als Carbonat, z.B. CaC03, c) als lebende Biomasse (in Form von gerade lebenden Tieren, Pflanzen, Bakterien etc, prinzipiell sind das hauptsächlich CO2 und H20 auf 4 Beinen), d) nicht aerob abgebaute, ehemalige Biomasse (Kohle, Erdöl etc). Pflanzen (wie auch Tiere) leben, sterben, werden von Destruenten abgebaut und gehen so wieder in den C-kreislauf ein. Nur jener Teil, der durch Destruenten nicht wieder dem Kreislauf zugeführt wird (z.B. weil die Kadaver etc. überschwemmt wurden und somit kein O2 zur Verfügung steht) wird im laufe der Zeit in fossible Brennstoffe umgewandelt. Wieviele Pflanzengenerationen es davor gab ist egal da Kreislauf, d.h. relevant ist nur der Anteil, der dem C-Cycle im Laufe der Zeit entzogen wurde.
Ich habe das gerade durchgelesen und muss ganz ehrlich sagen, dass ich abgesehen vom Umfang Ihrer Ausführungen keinen wirklichen Dissens zu meinen Angaben erkennen kann. Alle Punkte habe ich ähnlich, wenn auch vereinfacht, beschrieben.
Wenn das hier noch irgendwer lesen sollte, der nicht total ideologisch verblendet ist, wie etwa Ir2 oder Günther, kann mir derjenige gerne den Unterschied erklären (Beitrag 48). Ich schaue hier nachher nochmal rein

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reinhard_becker 11.10.2017, 11:37
71.

Nun ist es richtig, daß die Durchschnittstemperatur im Karbon wenig aussagekräftig ist, weil über diesen Zeitraum von 60 Millionen Jahren ein kontinuierlicher Niedergang zu beobachten war.

Was indes die Grundannahme betrifft, und da beißt die Maus keinen Faden ab, reden wir hier von einer unbewiesenen These, die sich von anderen unbewiesenen Thesen dadurch unterscheidet, daß sie wie eine Tatsache ge- und behandelt wird, nämlich die Behauptung, es gebe so etwas, wie einen athmosphärischen Treibhauseffekt. Diese Behauptung beruht auf der Annahme, es gebe eine sogenannte "Gegenstrahlung". Nur ist das weder jemals nachgewiesen, geschweige denn gemessen worden. Mit dem zweiten Hauptsatz der Thermodynamik ist die Annahme unvereinbar. Das erinnert an die Zeit des "Waldsterbens". Es galt 1985 als allgemein gesicherte Erkenntnis, die aus den schwefelhaltigen Abgasen durch Zuführung von Wasser entstehende schweflige Säure löse Aluminiumverbindungen aus dem Erdreich, die wiederum die Feinwurzeln der Bäume schädigten uns so dazu führen sollten, daß der Wald in Deutschland im Jahre 2000 verschwunden sein würde.

Wie man inzwischen weiß, war die gesamte geschilderte Kausalkette kompletter Humbug. Offensichtlich hatte sich niemand die Mühe gemacht, sie jemals nachzuprüfen. In Medien und Populärwissenschaft handelte man die Annahme als erwiesene Tatsache und branmdmarkte jeden, der Zweifel anmeldete, als rückständigen im Geiste beschränkten Zeitgenossen, dem das rechte ökologische Bewußtsein fehle. Selbstverständlich wurde der Unsinn in den Schulen auch den Kindern erzählt und es soll heute noch Leute geben, die daran glauben.

Damals war zu beobachten, wie die gesamte öffentliche Meinung fehl gehen, eine Hysterie entstehen kann, in der ein kritischer Diskurs unmöglich ist. "Klimaleugner", am besten gleich Todesstrafe. Ich sehe gewisse Parallelen zur damaligen Situation mit dem Unterschied, daß das "Waldsterben" ein Phänomen des deutschsprachigen Raums war, wogegen der "menschengemachte Klimawandel".
Daß es in den letzten 150 Jahren im Durchschnit ein knappes Grad wärmer geworden sein kann, mag durchaus sein. Nur ist diese Veränderung weder in ihrer Geschwindigkeit außergewöhnlich in der europäischen Klimageschichte der letzten 10.000 Jahre, noch ist bekannt, was die Ursache ist. Angesichts der Ungereimtheiten, die zu erkennen sind, halte ich es für möglich, daß wir uns gerade im Zustande "Waldsterben 2.0" befinden.

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ludwigraible 11.10.2017, 11:45
72. Die Kohle

hat die Erde nicht abgekühlt. Allein das Pflanzenwachstum (Photosynthese der lebenden=aktiven Biomasse) bindet CO2 ein und kann dessen Konzentration in der Atmosphäre mindern. Der Vorgang der Verkohlung selbst ändert an der CO2-Konzentration der Atmosphäre nichts, entzieht die abgestorbene Biomasse nur für lange Zeit dem Kreislauf. Also: schnellwachsende Wälder pflanzen, bis es kälter wird. Aber dann brauchen wir wieder mehr Brennstoff zum Heizen ... Scheiß Spiel.

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knuty 11.10.2017, 11:47
73.

Zitat von lupenreinerdemokrat
Aha. Wie das? Völlig bahnbrechende neue Forschungsergebnisse? "Eine weitere Ursache für die Variation der auf der Erde eintreffenden Strahlung wird von der schwankenden Sonnenaktivität verursacht. Diese unterliegt mehreren Zyklen. Die bedeutendsten hiervon sind der Schwabezyklus mit einer Periode von 11 Jahren und der Gleisbergzyklus mit einer Periode von 80 Jahren. Alle 1470 Jahre scheint sich eine rasche Klimaänderung zu vollziehen, die Daansgard-Oeschger-Ereignisse. " http://www.physik.uni-regensburg.de/forschung/gebhardt/gebhardt_files/skripten/WS1213-WuK/Klimageschichte.pdf https://de.wikipedia.org/wiki/Dansgaard-Oeschger-Ereignis
Nein, nichts Neues, das ist seit 1972 bekannt: Die Sonne leuchtet heute etwa um ein Drittel heller als vor 3,5 Milliarden Jahren.
http://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2013/07/26/sternengeschichten-folge-35-das-paradoxon-der-jungen-schwachen-sonne/

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knuty 11.10.2017, 11:56
74.

Zitat von reinhard_becker
Was indes die Grundannahme betrifft, und da beißt die Maus keinen Faden ab, reden wir hier von einer unbewiesenen These, die sich von anderen unbewiesenen Thesen dadurch unterscheidet, daß sie wie eine Tatsache ge- und behandelt wird, nämlich die Behauptung, es gebe so etwas, wie einen athmosphärischen Treibhauseffekt. Diese Behauptung beruht auf der Annahme, es gebe eine sogenannte "Gegenstrahlung". Nur ist das weder jemals nachgewiesen, geschweige denn gemessen worden. Mit dem zweiten Hauptsatz der Thermodynamik ist die Annahme unvereinbar.
Die Gegenstrahlung kann seit über 100 Jahren gemessen werden und zwar mit einem Pyrgeometer. Das Gerät wurde von Herrn Angström erfunden, der eigentlich damit die atmosphärische Treibhaustheorie widerlegen wollte und das genaue Gegenteil damit erreichte.

Ich vermute allerdings, dass selbst wenn Sie sich ein Pyrgeometer bestellen und selber nachmessen, anders als Herr Angström Sie weiterhin behaupten werden, dass es keine Gegenstrahlung geben würde.
http://www.rg-messtechnik.de/cgr3-pyrgeometer.php

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knuty 11.10.2017, 12:04
75.

Zitat von syracusa
Das kann man so nicht stehen lassen. Die Hauptsätze der Thermodynamik beschreiben u.a. den Transport von Energie zwischen zwei oder mehr Energiepotentialen, und Strahlung ist eine Variante dieses Transports.
Klar, der Energieerhaltungssatz gilt auch für Strahlung, aber der Transport von Energie durch Strahlung wird mit den Hauptsätzen der Thermodynamik nicht vollständig beschrieben.
Ein thermodynamisches System gilt als dann geschlossen, wenn keine Stoffe ausgetauscht werden. Strahlung kann trotzdem absorbiert und emittiert werden.

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wiersbin.p 11.10.2017, 12:22
76.

Zitat von Freier.Buerger
Es steht außer Frage und nach vielen hundert Millionen Jahren und unzähligen Klimaänderungen wissen wir genau, dass einzig das Klima von 1960 bis 1990 das richtige Klima ist, dass es um jeden Preis zu erhalten gilt. Selbst die Kenntnis, dass es uns ohne die vorherigen Klimawechsel wahrscheinlich gar nicht geben würde, rettet uns nicht von der Klimaerhaltungsarroganz. Was ist so schlecht an möglichen neuen Arten und Lebensformen, die Welt wird bunter dadurch.
Nun, es hat niemand behauptet das die klimatischen Bedingungen der Jahre 1960 - 1990 die absolut richtigen und zwingend erhaltenswerten sind. Allerdings führt der vom Menschenhand gemachte Klimawandel als auch die weiteren von m Menschen gemachten Veränderungen au zu einen zu einen Massensterben der Arten. Bleibt nur zu Hoffen das es die Menschheit bis auf das letzte Exemplar möglichst bald selber dahin rafft. Die Menschheit hat das überleben nicht einmal ansatzweise verdient.

http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-18989-2015-06-22.html

http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/massensterben-der-arten-forscher-warnen-a-1040028.html

https://www.heise.de/tp/features/Stiller-Tod-warum-Bienen-sterben-3399498.html


usw,. , usw.....

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permissiveactionlink 11.10.2017, 12:25
77. #70, tinnytim

Ich kann jetzt nicht für den Foristen antworten, der auf Ihren Kommentar reagiert hatte (er ist Naturwissenschaftler). Ihr Beitrag war zumindest missverständlich insofern, als Sie der anaeroben Zersetzung pflanzlichen Materials zum Methan quantitativ zu viel Bedeutung einräumen. Natürlich entstand damals auch Methan, aber in vergleichbar geringer Konzentration, so wie heute in Reisfeldern, Mooren und den Darmtrakten der Wiederkäuer. Aber der Löwenanteil der Cellulose der damaligen Flora wurde überhaupt nicht metabolisiert, sondern sedimentiert und anschließend unter Druck und Temperatur einem geologischen Fischer-Tropsch-Prozess über Jahrmillionen unterzogen, bei dem der Kohlenstoff im Boden bleibt. Sie werden zugeben müssen, dass in einer Umwelt, in der lange Zeit wenig CO2 über Vulkanismus in die Atmosphäre gelangt, der CO2-Gehalt durch Sedimentation und Fossilisation der Pflanzen immer stärker abnimmt, bis ein kritischer Wert unterschritten wird, der zur Vereisung führt, welche durch den Albedo-Effekt dann sogar noch zunimmt (und durch immer weniger Wasserdampf in der Atmosphäre). An Ihrem Hinweis auf die mehr als 20-fache Treibhausgaspotenz des Methans ist nichts falsch, aber diese anaerobe Verstoffwechselung von pflanzlichem Material war niemals von großer Bedeutung, und entzieht der Atmosphäre auch keinen Kohlenstoff. Da es vor dem Perm ganz offensichtlich zu einer starken Abkühlung kam (die geologischen Fakten lassen keinen anderen Schluss zu) muss zwischen Carbon und Perm lange Zeit die Sedimentation abgestorbenen Pflanzenmateriales d e r wesentliche Grund für die Abkühlung gewesen sein. Eine anaerobe Zersetzung zu Methan hätte die Atmosphäre hingegen eher aufgeheizt. Dies ist dann beim großen Massenaussterben im Perm tatsächlich geschehen, als nach enormen Vulkanausbrüchen und extremen CO2-Zuwächsen in der Atmosphäre auch noch die Methanhydratlager in den damaligen Kontinentalschelfen ausgasten und den Treibhauseffekt auf die Spitze trieben. Diese entstehen aber nicht in Wäldern, sondern in den Sedimenten des Meeresbodens. Indoktriniert sind hier in der Regel nur die Klimawandelleugnisten, mit allen anderen lässt es sich gut leben, auch wenn nicht ganz auszuschließen ist, dass man bisweilen ungewollt aneinander vorbeiredet. ;-)

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wiersbin.p 11.10.2017, 12:52
78.

Zitat von touri
Also erst einmal sterben durch rapide Klimaänderungen ein Haufen Arten aus, bereits vielfach vorgekommen, also nichts mit Bunter. Außerdem bedeutet Klimaerwärmung auch, das Teile der Erdoberfläche, z.B. weite Teile des afrikanischen Kontinents, für Menschen immer unbewohnbarer werden, durch sich immer weiter wachsende Wüsten. Also schon aus Eigenschutz sollte ein Temperaturanstieg vermieden werden, soweit möglich.
Richtig. Die weitere Ausdehnung der Wüstem und die Verödung der Ackerflächen führt dann zur Abwanderung der Bevölkerung, die wir dann an den Grenzen der Festung Europa bewusst und vorsätzlich verrecken lassen.

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Chrononaut 11.10.2017, 14:51
79. Multikausale Ursache

Für die im frühen Karbon einsetzende und bis in das Perm reichende Abkühlung (oder besser Eiszeit) gibt es mehrere Ursachen.
1. Durch Inkohlungsprozesse gebundenes Kohlenstoffdioxid in der Größenordnung der Kohlelager von mehreren Teratonnen.
2. Eine durch das Aufkommen tiefwurzelnder Pflanzen verstärkte Verwitterung des Bodens und dadurch eine ebenfalls erhöhte CO2-Bindung.
3. Die hier im Forum schon erwähnte "Minderleistung" der Sonne in der Größenordnung von etwa 3 Prozent im Vergleich zu heute (nicht 10 Prozent, wie anderswo behauptet). Durch die sinkende Treibhausgas-Konzentration konnte dieses Minus nicht mehr vollständig abgepuffert werden.
4. Der in unmittelbarer Antarktis-Nähe liegende Großkontinent Gondwana, der durch die Eis-Albedo-Rückkopplung zunehmend vergletscherte, was ebenfalls globale Auswirkungen hatte.

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