Forum: Wissenschaft
Darmkeime: Neuer Bakterienstamm löst Ehec-Infektionen aus

Was macht den Ehec-Erreger so aggressiv? Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation ist ein neuer, noch nie zuvor entdeckter Stamm von E. coli für die zahlreichen Infektionen verantwortlich.

Seite 20 von 41
erlenstein 02.06.2011, 13:47
190. "Unnatürliche" Futtermittel

Zitat von pragmat
Vor nicht allzu langer Zeit wurde darüber berichtet, dass die norddeutschen Bauern billige Gülle aus niederländischen Rinderfarmen versprühten. Ist ja sooo billig als Düngemittel! Die Süddeutschen taten das nicht.... Mein Freund, ein Bauer, schimpft und warnt vor der Sch_e-Verbringung. Der ist allerdings 82 Jahre alt und ist nicht mehr so jung wie Champions der industriellen Landwirtschaft. Aber so ist es nun mal. Manche haben eben nicht mal ein Kurzzeitgedächtnis!
Es hat sich auch in der Rinderaufzucht vieles zum Schlechten gewendet, aus Profitgründen. Statt Heu werden an die Wiederkäuer "unnatürliche" Futtermittel wie Mais- und Sojaprodukte verfüttert. Diese tragen nachweislich zur E.-Coli-Bildung im Darm der Tiere bei mit den bekannten Folgen. Experiment haben wohl gezeigt, dass bei einer Gabe von Heu über den Zeitraum einer Woche vor der Schlachtung sich der Anteil der gefährlichen Bakterien deutlich vermindert!
Das liegt also wieder der Hase im Pfeffer: die "Krone der Schöpfung" erhält ihre Quittung aus der von ihr misshandelten Natur und Kreatur...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
rybap 02.06.2011, 13:47
191. Bin ähnlicher Auffassung...

Zitat von moika
Ich kenne die norddeutsche Region mit ihrer Unzahl an Viehmastbetrieben recht gut und weiß, daß ein Groteil der anfallenden Gülle immer noch auf den Feldern ausgebracht wird. Hinzu kommt, daß dem Futter, insbesondere der Geflügelfarmen, eine große Menge an Antibiotika beigemischt wird. Wenn dann noch, wie in diesem Frühjahr, ein Defizit an Niederschlägen besteht, die die Gülle normalerweise in die Böden einwäscht - und die Sonne bei erhöhter UV-Strahlung ungebremst die Gülle mit ihrer Vielzahl an Keimen "bearbeitet", bekommen wir ein Freilandlabor riesigen Ausmaßes. Alleine die Beimengungen der Antibiotika im Futter würde die Baktierien "zwingen", sich gegen diesen Feind zu wehren und zu mutieren. Ich fürchte, hier kommen mehrere Faktoren zusammen, die diesen gefährlichen EHEC geformt haben. Ich sehe den Ursprung deshalb auch nicht im Ausland, sonder einfach hausgemacht. Das Antibiotika-Problem mit all seinen möglichen, für uns gefährlichen Auswirkungen, ist übrigens seit Jahrzehnten bekannt. Unternommen wurde bis heute nichts. Es wäre angebrachter, einmal gegen diese, uns ebenfalls alle bedrohende Unsitte, auf die Straße zu gehen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Andr.e 02.06.2011, 13:48
192. .

Zitat von wutbürger21
Aber das erklärt nicht die höheren Krankheitszahlen, sondern nur die schwereren Verläufe !
Warum das? Neue Art und schon ist kein Mittel dagegen gewachsen. Dazu noch aggressiver in Verbreitung und Wirkung und schon haben Sie ein größeres Problem.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
elstar 02.06.2011, 13:48
193. Böse Unternehmer

Zitat von blitzunddonner
ja, im idealfall ist alles steril und noch nie hat ein mensch, ein unternehmer versucht, durch gesetzeswidriges verhalten ein paar cent (die sich in der menge zu millionen addieren) zu sparen. außerdem: die konzentration macht es doch aus, ob die pflanzen eingehen oder nicht. das bakterium scheint sich aber offensichtlich auch in verdünnter umgebung wohl zu fühlen. ihr argument sticht nicht.
Ich habe Ihnen beschrieben, wie die Praxis des modernen Gewächshausgemüsebaus aussieht.

Es macht auch unter dem Aspekt der Rentabilität keinen Sinn, diese anspruchsvollen Gemüsearten (Gurken, Tomaten, Paprika) mit Gülle zu düngen.

Mit kontrollierten (d.h. bedarfsgerechten) gezielten Nährstoffgaben wächst eine gesündere Pflanze heran, die, was die bösen Gärtner durchaus beabsichtigen, auch höhere Erträge bringt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Petra Raab 02.06.2011, 13:48
194. .

Zitat von obacht!
6888 Beiträge in diesem Forum. Und alle haben den gleichen dummen Inhalt. Gäbs ne Ignor-Liste, Sie wären als erstes drauf!

Was glauben sie, wie viele ich schon auf meiner habe!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
bienenstecher 02.06.2011, 13:48
195. Kann aber sein!

Zitat von obacht!
Kann nicht sein. Trink (Leitungs-) Wasser wird laufend, Rund-Um-Die-Uhr auf Kolibakterien getestet. Ob resistent oder nicht spielt keine Rolle.
Und genau da könnte das Problem liegen, wenn das Bakterium sich so mutiert hat, dass es locker vom Abwassersystem zum Trinkwasser rüberschwimmt. Und es könnte sein, dass genau das verschwiegen wird, um Panik zuvermeiden!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
inci 02.06.2011, 13:48
196. oooo

Zitat von MünchenerKommentar
Genau wegen der von Ihnen angesprochenen Probleme muss man eben etwas differenzierter an die Sache rangehen: Ich kann mir die Befragung einer 65jährigen, die in Hamburg wohnt und jeden Tag etwas aus irgrndeinem Supermarkt kauft, das aber dann nicht mehr zuordnen kann, sparen. Wenn ich mehrere Geschäftsreisende habe, die nur zwei Tage in Hamburg waren und dort genau ein Abendessen, ein Frühstück und ein Mittagessen in der Kantine gegessen haben, bringt einem das schon sehr viel mehr.
ich denke, die 65-jährige hausfrau kann ihnen haarklein aufzählen, was sie wo und wann gekauft hat. meistens geht sie nämlich nicht in irgendeinen, sondern in "ihren" supermarkt, und evtl. noch in etliche "ihrer" anderen geschäfte.

der vielflieger, der pro woche 2-3 meetings in anderen städten absolviert dürfte sich viel weniger daran erinnern, was er wann und wo gegessen hat.

Zitat von MünchenerKommentar
Und bezüglich des Arguments, dass das eh schon alles gemacht wird: Nach den Erzählungen z.B. des Patienten gestern in STERN-TV habe ich nicht den Eindruck, dass eine solche Befragung systematisch und umfassend durchgeführt wird (Über das Level: "Ich vermute dass das die Erdbeeren waren, kann aber auch was anderes gewesen sein." hinaus.)
das kann ja alles sein, daß er genau befragt wurde. die frage ist nur, wurde er auch befragt, welche wege er in dieser zeit gemacht hat, welche orte er besucht hat? ich habe die sendung nicht gesehen und frage deshalb.

anhand eines EU-dokuments kann man ersehen, daß lediglich lebensmittel überprüft wurden.

http://ec.europa.eu/food/food/docs/s...0052011_en.pdf

nirgendwoher gibt es aber die information, daß überprüft wurde, ob sich alle erkrankten an den selben orten aufgehalten haben. es gibt zwar informationen, daß das in schweden abgefragt wurde. aber ich habe noch ein keiner information hier gehört, daß diese daten auch in deutschland erhoben würden.

vielleicht kann ja mal eines der beteiligten institute eine datenbank einrichten, aus der man sich online einen überblick über so etwas verschaffen kann. das sollte gerade im internetzeitalter ja keine unüberwindbare hürde darstellen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
wutbürger21 02.06.2011, 13:48
197. Harnröhre ?

Zitat von gbcnes
Ich frage mich, ist es wirklich so schwierig mal einen Artikel zu Ende zu lesen? Vielleicht schon zum 10 Mal fragt sich ein Forumsmitglied warum so viele Frauen betroffen sind! Dabei steht in sehr vielen Artikeln über EHEC das Frauen aufgrund der kürzeren Harnröhre für diese und andere ähnliche Infektionen anfälliger sind als Männer. Das nächste word wohl ein Beitrag über eine misogyne und geriatrophbische Konspiration sein... ;-)
Harnröhre ?
Wo schieben Sie sich denn die Gurken rein ?
Oder haben Sie eine Oralfixierung ?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
obacht! 02.06.2011, 13:49
198. .

Zitat von Antje Technau
wenn wir es hier mit einem Virus zu tun hätten, der sich durch Tröpfcheninfektion verbreiten würde, dann könnte ich Sie verstehen. Denn dann würde jeder Infizierte während seiner Inkubationszeit von mehreren Tagen bis zum Ausbruch der Krankheit pro Tag hunderte neue Infizierte generieren: bei jeder Bus- oder Bahnfahrt, jedem Flug, jedem Aufenthalt an dicht bevölkerten Plätzen, in Gebäusen, etc. Es handelt sich aber um ein Bakterium, das über den Mund aufgenommen wird. Solange Sie - oder sonst jemand - sich nichts mit ungewaschenen Händen in den Mund steckt, was dort nicht hineingehört, ist die Ansteckungsgefahr daher gleich Null.
Jeder Infizierte kann auch die Bakterien in der Inkubationszeit verbreiten wenn er es an Hygiene mangeln lässt. Siche nicht so extrem wie bei einem Virus aber immerhin bleiben bis zu 10 Tage Zeit zur Verbreitung. Bei 2x Stuhlgang am Tag entstehen so schon mal 20 Hotspots pro infiziertem Mensch.

Die Überlebensfrage besteht daher lediglich im Händewaschen vor dem Essen, nach jedem Toilettengang und vor der Nahrungszubereitung. Das sollte jeder halbwegs intelligente Mensch können. Das sollte jeder halbwegs intelligente Mensch auch bisher schon immer getan haben. Und nicht erst
seit EHEC damit anfangen.

Noch ein Tip: meiden Sie Kantinenessen, wenn Sie ihren Mitmenschen bezüglich ihrer Körperhygiene mißtrauen. Kochen Sie selbst.[/QUOTE]

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Antje Technau 02.06.2011, 13:49
199. Selektion

Zitat von promedico
Natürlich ist jede Antibiotikagabe ein gezieltes Mittel g e g e n evolutionäre Auslese!
da muss ich leider widersprechen.
Jedes Antibiotikum ist ein Selektionsmittel, das die Bakterien überleben lässt, die dagegen bereits Resistenzen entwickelt haben.
Deshalb findet man auch ausgerechnet in Krankenhäusern Keime, die multiple Resistenzen aufweisen, gegen die auch sogenannte Breitband-Antibiotika (Kombinationspräparate aus mehreren Antibiotika) machtlos sind.

Anders ausgedrückt: der Mensch züchtet sich seit Jahren seine Feinde selbst.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 20 von 41