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Debatte über Mensch-Tier-Wesen: Bleibt bei den Fakten
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Ein japanischer Forscher will Mischwesen aus Mensch und Tier erzeugen, in Deutschland regt sich Kritik: Von "Frankenstein" ist die Rede, von einem "ethischen Megaverstoß". Das sind gefährliche Fehleinschätzungen.

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petra.blick 01.08.2019, 22:41
1. Der Mensch ist ein Mängelwesen

er ist nicht „fertig geboren“ sondern muss sich komplettieren durch Erfindungen. Aber wann ist man komplett? Vollkommen ? Fertig? Jede Erfindung erzeugt einen weiteren Mangel .... der Minderwertigkeitskomplex des Menschen wird leider erst durch seinen Tot aufgehoben....

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dw_63 01.08.2019, 22:59
2. Natur

Die Natur unterleigt den gleichen Gesetzen wie wir Menschen. Im Universum herrschen die gleichen Gesetze überall, wir sind das Ergebnis einer Evolution, wir sind auch Tier, paar Gene unterscheiden uns vom Schwein.

Was die japanischen Forscher machen, ist das was die Natur schon immer gemacht hatte, aber vielleicht Millionen Jahre gebraucht hätte, beim Menschen geht es halt schneller.

Der Mensch lernt die Gesetze der Natur, versteht die Mechanismen, und so wie ein Donnergott an Schrecken verloren hat, wird ein Gott verblassen, denn mit dem Verständnis der Natur wird für den Gott kein Platz mehr sein, weil die Nichtexitenz durch menschengemachte Schöpfung nachgewiesen wird. Wenn aber kein Gott, vor was sollten wir uns dann fürchten?

Vor der Natur, die kann grausamer und unkalkuliert Brachialer sein, wie ein Gott.

Die Natur spielt immer, aber mit der Natur sollte man nicht spielen.

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noshky 01.08.2019, 23:04
3. Stimme zu,

jedoch argumentieren Sie bei einem solchen Thema gegen eine Wand. Da hilft nichts.
Dogmatiker ziehen eine klare Linie zwischen Mensch und nicht Mensch, und alles was diese Linie antastet, das geht einfach nicht.

In einem vorherigen Forenkommentar habe ich eine parallele zum Tabu gegen das Öffnen von Leichen im Mittelalter vorgeschlagen. Das ging damals nicht und Argumente dafür waren genauso schlimm wie das Vorgehen selbst. Geholfen hat nur das mutige Voranschreiten der Forscher, die letztendlich zeigen konnten dass es der Gesundheit etwas bringt, Grenzen zu überschreiten.

Auch heute hilft nur: Mutig weiter machen.

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svenska 01.08.2019, 23:12
4. Aufgeklärtheit in Zeiten der Hysterie

Lieben Dank Julia für den Artikel.
Ohne Neugier würde der Homo Sapiens heute noch am Feuer sitzen oder sich täglich auf die Jagd nach einem Mammut begeben. Die Wissenschaft ist die heutige Form die Neugier in konstruktive Entwicklungen für die Menschen zu lenken. Wir sollten Sie nicht vorschnell verdammen.

Das Thema zeigt sehr deutlich, wie schnell sich Menschen eine Meinung zu Themen bilden, mit denen Sie sich bisher noch nicht auseinander gesetzt haben - und leider auch, wie sehr die Medien eine solche "Hysterie" befeuern. Ja, das Neue ist kaum greifbar und wir Menschen neigen dazu, es mit unseren bisherigen Erfahrungen abzugleichen und wenn es sich nicht Kategorisieren ist, als Gefahr einzustufen. Viele der heute gefeierten Wissenschaftler haben das zu Ihrer Zeit erlebt und waren vielen Anfeindungen ausgesetzt - gerade weil Sie eine eigene Meinung entgegen des Mainstreams hatten.
Seien wir mal ehrlich - würden wir gerne auf den heutigen Stand der Medizin verzichten? Oder der Technik? Oder der Psychologie? Oder oder oder...
Lasst uns diese Welt zu einem besseren Ort für unsere Kinder machen, genau wie unsere Vorfahren sie zu einem besseren Ort für uns gemacht haben. Danke! :)

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zausi 01.08.2019, 23:13
5. Bis jetzt...

ist jede wissenschaftliche Errungenschaft, zum Nachteil eingesetzt worden. Entweder zu militärische Zwecke wie Kernspaltung, Dynamit usw. Oder technische Errungenschaften für die Arme Wirtschaft um Arbeitskräfte ein zu sparen oder Digitalisierung 4.0 zur besseren überwachen der Arbeitskräf... ääh.. Prozessabläufe.
Auch mit dem Gen gepansche werden wohl andere Ziele verfolgt. Kann nur wieder sagen, der größte zerstörerische und raffsüchtigste Virus auf der Welt ist und bleibt der Mensch, und je mehr Geld dahintersteckt desto schlimmer ist er.....

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seven21 01.08.2019, 23:19
6.

Am ende wird es wie im Spielfilm "Die Insel" laufen, es werden hier zwar keine menschen, aber Tiere als Organlager herangezüchtet, die dann sterben dürfen, wenn wir sie benötigen. Wahrscheinlich mit den gleichen oft qualvollen Tierversuchen, die heute schon stattfinden. Ethik und Moral gilt nicht für Lebewesen im Labor. Wir bekommen es ja nicht mal für Lebewesen im Stall auf die Reihe.

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jla.owl 01.08.2019, 23:25
7. die Überheblichkeit des Menschen...

.,.zu glauben, das jede kleinste Erbinformation des Menschen ein Tier zu einem menschähnlichen Wesen machen könnte... wir teilen so viel Erbgut mit anderen Lebewesen, dass es auf diese kleine bisschen DNA auch nicht mehr ankommt. Das Tier wird dadurch nicht zum Mensch. Wenn hier Empörung von Veganern käme, ich könnte deren Ablehnung verstehen. Aber, solange wir seelenruhig zusehen, wenn männliche Küken nur aufgrund ihres Geschlechts getötet und geschreddert werden, solange wir Hummer bei lebendigem Leib kochen, solange sollte diese Forschung und die Anwendung dieser Forschungsergebnisse legitim sein. Nein, nur wegen eines Molekülstrangs von Mischwesen zu reden, ist schon übertrieben. Eine Gewebezüchtung in der Petri-Schale ist doch auch kein Mensch, es sei denn, ich betrachte dies von einem religiösen Extremstamdpunkt, dann muss ich aber auch Veganer sein, aber die sind meist keine religiösen Eiferer, sondern aufgeklärte Menschen.

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tijo 01.08.2019, 23:30
8. Eher praktische Probleme

Ich sehe tatsächlich eher praktische Probleme als ethische als problematisch an: Wie in einem Bericht über derartige Experimente bei Maus und Ratte geschrieben wurde, passen sich die so entstehenden Organe der Größe der Wirtskörper an; das heißt im Klartext, dass wir vielleicht ein Schwein mit Menschenherz züchten können, aber das Herz hätte die falsche Größe (für den Menschen) und könnte somit nicht ohne weiteres bei einem Menschen implantiert werden. Das Risiko, dass menschliche Stammzellen ins Gehirn gelangen und so zu einem unerwartet hohen Intellekt der Tiere führen könnten, meinen die Forscher ja minimieren zu können. Somit bin ich der Ansicht, dass man sich ruhig eher auf die praktischen Probleme (Zellen kommunizieren aufgrund evolutioärer Distanz unterschiedlich, Organgröße passt sich an...) konzentrieren kann.

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stevieray 01.08.2019, 23:40
9. Thumbs Up!

Wann hört endlich mal die Hetze gegen alles, was manche Menschen sowieso nicht verstehen und was - auch bei SPON - in den Medien hochgepuscht wird, auf? Seien wir doch froh und stolz, dass wir einen Ethikrat haben und dass solche Experimente - inkl der erwarteten Erfolge - überhaupt öffentlich gemacht werden. Aber am Stammtisch (oder im Forum) einfach mal alles verdammen, was man nicht gut findet oder nicht versteht, das ist keine ernsthafte Auseinandersetzung und kein Diskurs.

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