Forum: Wissenschaft
Demenz: Liebe Leserin, lieber Leser,
haydenbird/ iStockphoto/ Getty Images

Seite 1 von 2
meiner79 10.08.2019, 10:50
1.

Für mich persönlich stört es mich nicht, es zu wissen. Je früher man davon weiss, desto eher lernt man damit umzugehen und kann auch andere darauf hinweisen, das man dement ist auch wenn man schon in einem richtig fortgeschrittenem Stadium ist. Dadurch ist man sich selbst auch bewusst, das es eine Krankheit ist und es nicht an einem selber liegt. Dies stimmt einem vom Gemüt fröhlicher, man weiss das es derzeit keine Heilung gibt. Wenn man einfach so aufwacht und permanent mit sich hadert und grübelt, wird es deutlich schlimmer. Man kann sich frühzeitig selber um Unterbringung und Betreuung kümmern etc. Ich arbeite stationär im Pflegeheim als Pflegefachkraft. Mein Eindruck ist, das Demente so werden, wie sie sind bei einem starken Alkoholabusus. Es gibt die die emotional werden, dann die Aggressiven, die denen man es nicht ansieht und und die "Lustigen".

Beitrag melden Antworten / Zitieren
iffelsine 10.08.2019, 11:25
2. Das ist eine Frage der Lebensplanung !

Wenn ich weiß, die Demenz naht in meinem Leben, dann gebe ich jetzt noch einmal richtig Gas. Z.B. große Reisen ziehe ich vor, ebenso größere Anschaffungen, auch Immobilienveränderungen. Die Vermögens- und Vorsorgeplanung, Patientenverfügung etc., alles treibe ich dann voran. Das sollte dann jeder tun, dem der Test eine solche Vision bietet. Und wenn man dann nicht an Demenz erkrankt, hat man keinen Fehler gemacht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
rennflosse 10.08.2019, 11:35
3. Wissen ist (Ohn)-macht

In meiner Familie trat Alzheimer in der Generation meiner Großeltern auf. Bei der Großmutter väterlicherseits. Nicht nur sie selbst war betroffen, auch ihr Bruder. Meinen Vater hat die Krankheit übersprungen. E bestehen also gute Chancen, dass es mich erwischen könnte. Das macht mir Angst. Die vielleicht trügerische Gewussheit könnte mir vielleicht helfen, damit umzugehen. Auch wissen dann Partner und Nachkommen, was sie erwartet.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
syracusa 10.08.2019, 13:05
4. unbegreiflich

Mir ist es vollkommen unbegreiflich, dass die Autorin und viele andere Menschen das nicht wissen wollen.

Ich weiß, dass ich weit überdurchschnittlich intelligent und wissbegrierig bin, und ich definiere mich selbst zu einem guten Teil über diese Persönlichkeitsmerkmale. Wo andere in den Aufbau materiellen Wohlstands investiert haben, habe ich vornehmlich in den Aufbau von Erfahrungen und Wissen investiert. Demenz ist das einzige, was mir dieses mir überaus wertvolle Vermögen entziehen kann. Demenz empfinde ich aus meiner jetztigen Sicht als schlimmer als der Tod, und ich würde bei einer frühzeitigen Diagnose mein restliches waches Leben noch intensiver leben, und bei sich abzeichnender Progression der Demenz den Suizid wählen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
quark2@mailinator.com 10.08.2019, 13:09
5.

Natürlich würde ich es wissen wollen. Zum Einen kann man dann entspannter damit umgehen, wenn einem mal ein Wort nicht einfällt - ich sehe die Beunruhigung immer bei den Senioren in unserer Familie. Zum Anderen kann man dann seine Zeit und seine Resourcen besser planen. Wozu soll man sich den Salat reinzwingen, wenn man weiß, daß man eh nicht gesung 120 werden wird ? Jetzt mal grob gesagt. Die einzige Voraussetzung ist eine niedrige "false positive" Rate, also wenn der Test sagt, man hat AD und es dann nicht stimmt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
wdiwdi 10.08.2019, 13:52
6. Und Krebsfrüherkennung dann auch nicht?

Das Beispiel ist nicht an den Haaren herbeigezogen. Während etliche in der Zellkultur vielversprechende experimentelle Therapien in der Anwendung beim voll ausgebildeten Krankheitsbild in der klinischen Prüfung gescheitert sind (und mittlerweile -zig Milliarden auf diesem Gebiet in den Sand gesetzt worden sind - diese Kosten werden bei Klagen über Arzneimittelpreise gerne unterschlagen), gibt es interessante Hinweise, dass eine Arzneimittelgabe deutlich bevor die Krankheit offensichtlich wird messbar besser wirkt. Es ist also durchaus denkbar, dass es in absehbarer Zukunft heißt: Hättest Du früh genug getestet, hätten wir Dir helfen können - jetzt nicht mehr.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Sibylle1969 10.08.2019, 15:01
7.

Wenn ich durch mein eigenes Verhalten oder durch frühere Therapiemöglichkeiten den Ausbruch einer Krankheit verhindern oder den Verlauf günstiger gestalten kann, zumindest mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit, dann finde ich es sinnvoll, so etwas durch einen Test früh zu erfahren. Wenn nicht, dann lieber nicht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
egoneiermann 10.08.2019, 23:52
8.

Wenn man weiß, wie teuer die Medikamente sind, die als verzögernd gelten, aber von denen man nicht weiß, ob sie wirklich wirken (trotzdem viele Nebenwirkungen haben) , ist das eher eine Belastung für die Gesellschaft. Die Krankheit ist einfach so schrecklich, weil sie mit so vielen Begleiterscheinungen kommt, die im Film nie zu sehen sind, Inkontinenz, Veränderung der Psyche bis hin zur Gewalttätigkeit etc., da will jeder, der das in der Familien durchgemacht hat, einfach nichts von wissen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
phoenix68 11.08.2019, 02:07
9. Warum nicht?

Bei meiner Mutter wurden erste Anzeichen von Demenz diagostiziert in den frühen 70er - mein derzeitiges Alter. Kurz gesagt, ich habe alles von der Patientenverfügung bis zur Beerdigung organisiert (die Beerdigung ist bereits bezahlt). Jetzt kann ich den Rest meines Lebens wie lange es auch sein mag voll genießen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 2