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Deutsch-russische Weltraummission: Röntgenteleskop "eRosita" ins All gestartet
Peter Friedrich / MPE / dpa

Es kann bis zu sechs Milliarden Jahre zurückblicken und soll fundamentale Fragen des Universums beantworten: Das Röntgenteleskop "eRosita" ist erfolgreich zu seiner Weltraummission gestartet.

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permissiveactionlink 14.07.2019, 09:50
1. Hammer !

Beeindruckend, was die Mitarbeiter der Max Planck Gesellschaft für extraterrestrische Physik in Garching mit diesem Teleskop geschaffen haben. Da beginnt wahrlich eine völlig neue Ära der Röntgenastronomie mit einer spektralen und räumlichen Auflösung, von der man bislang nur träumen konnte. Mit eRosita werden 100.000 Galaxienhaufen (und das in ihnen verteilte Gas) über den gesamten Himmel untersucht, Millionen aktiver Galaxienkerne, und zusätzlich Röntgendoppelsterne und Neutronensterne sowie Überreste von Supernovae in der Milchstraße. Die 7 Teleskope enthalten jeweils 54 ineinandergeschachtelte, goldbeschichtete Spiegelschalen (Wolter-I-Optik), deren Oberflächenrauhigkeit gerade noch 0,3 Nanometer beträgt ! Und im Brennpunkt jedes Einzelteleskopes befindet sich ein speziell dafür entwickelte, auf -90°C gekühlte CCD-Detektor mit 3 x 3 cm bzw. 384 x 384 Pixeln. Das Gesichtsfeld des Gesamtteleskopes beträgt dabei 1°, was ungefähr dem doppelten scheinbaren Monddurchmesser am Himmel entspricht. Planck, Gaia, jetzt eRosita, alle positioniert am L2, und alle wissenschaftliche Glanzleistungen. Weiter so, dafür zahle ich liebend gerne Steuern !

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Gluehweintrinker 14.07.2019, 11:15
2. Traute mich kaum die Kommentare zu lesen

Denn ich hatte wieder erartet, dass es hieß "Wozu iMilliarden im Weltraum verbrennen, sollen die sich erst mal um die Obdachlosen kümmern", wie so oft. Gut zu wissen, dass es noch andere gibt, die den Wert von Astronomie zu schätzen wissen.

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cindy2009 14.07.2019, 11:49
3.

"-----
Gluehweintrinker heute, 11:15 Uhr
2. Traute mich kaum die Kommentare zu lesen
Denn ich hatte wieder erartet, dass es hieß "Wozu iMilliarden im Weltraum verbrennen, sollen die sich erst mal um die Obdachlosen kümmern", wie so oft. Gut zu wissen, dass es noch andere gibt, die den Wert von Astronomie zu schätzen wissen-----" Ich habe mich deswegen zurück gehalten, weil man dann eh wieder Standard-Argumente zurück bekommt. Aber wenn Sie schon provozieren: völlig sinnlose Geld -Umverteilung, die woanders besser angelegt wäre. Zufrieden? Ja, man darf sich auch in der Wissenschaft austoben. Aber nicht, wenn uns gerade das CO2 auf den Kopf fällt.

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Loewe101 14.07.2019, 12:03
4.

Zitat von Gluehweintrinker
Denn ich hatte wieder erartet, dass es hieß "Wozu iMilliarden im Weltraum verbrennen, sollen die sich erst mal um die Obdachlosen kümmern", wie so oft. Gut zu wissen, dass es noch andere gibt, die den Wert von Astronomie zu schätzen wissen.
Das gleiche dachte ich mir auch.
Weltraumforschung ist wirklich spannend und es gibt kaum einen grundlegenderen Forschungsbereich.

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betonklotz 14.07.2019, 14:05
5. Man darf gespannt sein

ROSAT war zu seiner Zeit die wissenschaftlich ergiebigste Mission im Bereich weiltraumgestützter Astronomie. Auch wenn manche der Analysen haarscharf an der Grenze zur Esoterik lagen. So sah sich ein ehemaliger Kommilitone von mir mit der ehrenvollen Aufgabe betraut ein Spektrum aus stolzen veir Meßpunkten zu extrapolieren. Nun, der neue ist ja um einiges empfindlicher, da werden wohl bessere Rohdaten bei rumkommen. Nebenher bin ich neugierig ob eRosita es so wir ROSAT ins Guinnessbuch der Rekorde schaftt. Den Eintrag gab es für die glatteste von Menschen hergestellte Oberfläche . Zur Erklärung: Aufgrund der kurzen Wellenlänge von Röntgenstrahlung müssen die verwendeten Spiegel extrem glatt sein. Da die Technik seitdem nicht stehengeblieben ist, könnte ich mir vorstellen, daß man es diesesmal noch glatter hingekriegt hat.

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cindy2009 14.07.2019, 18:34
6.

"-----
Loewe101 heute, 12:03 Uhr
4.
[Zitat von Gluehweintrinkeranzeigen...] Das gleiche dachte ich mir auch. Weltraumforschung ist wirklich spannend und es gibt kaum einen grundlegenderen Forschungsbereich---" Ihre Aussage gründet sich doch nur auf Nicht-,Wissen. Es gibt genug Forschung Projekte, die grundlegenden Aussagen einer Überprüfung gestellt werden.

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cindy2009 14.07.2019, 18:54
7. Wirklich?

Loewe101 heute, 12:03 Uhr
4.
[Zitat von Gluehweintrinkeranzeigen...] Das gleiche dachte ich mir auch. Weltraumforschung ist wirklich spannend und es gibt kaum einen grundlegenderen Forschungsbereich

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chris_123ich 14.07.2019, 22:54
8. Sanktionen oder eine vorbildliche Zusammenarbeit?

Diese Zusammenarbeit macht mir Hoffnung auch auf eine bessere politische Zukunft d.h. für eine Welt ohne Sanktionen. Und das Projekt selbst ist einfach faszinierend. Wir sind alle auf Ergebnisse gespannt. Weiter so!

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pjotrmorgen 15.07.2019, 11:43
9. "Sanktionen gegen Russland"?

Etwas seltsam mutet an, dass nur das deutsche Teleskop eROSITA erwähnt wird, obwohl das Spektr-RG-Observatorium ein gemeinsames russisch-deutsches Unternehmen ist. eROSITA mag aufgrund neuester Technologie viele Erkenntnisse bringen, doch untersucht es im selben Wellenlängenbreich wie die derzeit aktiven Instrumente Chandra (USA) und XMM-Newton (ESA). Das russische Experiment ART-X wird nicht erwähnt (auch nicht im verlinkten SPIEGEL-Artikel), obwohl es bei höheren Röntgenenergien misst ( 6 bis 30 keV, eROSITA 0,3 bis 10 keV) und damit wahrscheinlich mehr Daten über schwarze Löcher sammeln kann.

Ein weiterer Punkt ist die Erwähnung einer "Grenze" von 6 Milliarden Jahren. Bei entsprechend ungehinderter Sicht und hoher Stärke der Quellen müssten auch viel ältere bzw. weiter entfernte Objekte zu sehen sein, das Maximum wären knapp 14 Milliarden Jahre.

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