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Deutschland: Neues Gesetz für Verbot von Genpflanzen
AP

Die Bundesregierung regelt Anbauverbote für Genpflanzen in Deutschland neu. Der umstrittene Gesetzentwurf muss allerdings noch vom Bundestag beschlossen werden.

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audi2 02.11.2016, 14:02
1. CETA ist unterschrieben...

Und jetzt kommt der Hammer. Wenn ich den obigen Bericht richtig gelesen habe, ist der Anbau von genveränderten Pflanzen derzeit grundsätzlich mal erlaubt. Wenn die EU das V e r b o t eines Anbaus einem Mitgliedstaates erlauben soll, muß ein "zwingender Grund" vorliegen. Gehen wir mal davon aus, daß die EU es Deutschland erlaubt den Anbau auf deutschem Boden zu untersagen, so liegt der Ball in Berlin, Aber Landwirtschaftsminister Schmidt (CSU) baut auch noch eine Falle mit ein, indem einzelne Bundesländer den Anbau erlauben dürfen. Ich denke das die Mehrheit der deutschen Bevölkerung keinen Genmist aus den USA oder Kanada haben will und trotzdem werden solche löchrigen Gesetze in den Bundestag eingebracht (sofern sechs weitere Ministerien zustimmen) um aus Deutschland einen gentechnischen Flickenteppich zu machen. Man könnte den Eindruck gewinnen das in Berlin nur noch Gesetze für die Wirtschaft und Interessenverbände aber nicht mehr für die Bevölkerung gemacht wird. Der Wille des Volkes zählt offenbar nicht mehr.

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i.dietz 02.11.2016, 14:16
2. Mir schwant auch sehr übles !

Da kommt bestimmt nichts im Sinne der Verbraucher heraus !
Auch ich bin sehr sehr misstrauisch !

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senfwasser 02.11.2016, 14:38
3. Warum ein generelles Verbot?

Ganz ehrlich, ich verstehe es nicht.
Vielleicht liegt es daran, dass ich als Diabetiker unmittelbar von Gentechnik abhängig bin.
Wovor haben die Menschen -und hier insbesondere meine Landsleute- so eine Angst?
Warum soll ein im Labor kreiertes Genom gefährlich sein, der gleiche Code aufgrund natürlicher Mutation oder gezielter Züchtung aber nicht?
Auch die Wahrscheinlichkeit, dass genveränderte Pflanzen sich in der Natur ausbreiten und ihre natürlichen Vettern verdrängen könnte, ist doch wohl sehr gering.
Kulturpflanzen sind in der Natur selten besser angepasst, als durch natürliche Selektion entstandene.
Statt einer dogmatischen Ablehnung gegenüber allem, was mit Gentechnik zu tun hat, wäre hier Aufklärung und eine differenzierte Betrachtungsweise wünschenswert.

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Hamberliner 02.11.2016, 15:09
4. Re: Warum ein generelles Verbot?

Zitat von senfwasser
Ganz ehrlich, ich verstehe es nicht. Vielleicht liegt es daran, dass ich als Diabetiker unmittelbar von Gentechnik abhängig bin. Wovor haben die Menschen -und hier insbesondere meine Landsleute- so eine Angst? Warum soll ein im Labor kreiertes Genom .....
Das wir Diabetiker (ich bin es ebenfalls) von Gentechnik abhängig seien wäre mir neu.
Wenn Du Dich mit einem einschlägig gut informierten Agrarwissenschaftler (mein Schwager ist einer) unterhältst wird der Dir erklären, was doch auch für Laien völlig plausibel ist: Selbstverständlich breiten sich genveränderte Pflanzen unkontrolliert aus, wenn sie im Freien angebaut werden.

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permissiveactionlink 02.11.2016, 15:27
5. #3, senfwasser

Selbstverständlich beabsichtigt niemand, Ihnen Ihr in gentechnisch veränderten Hefezellen produziertes Humaninsulin vorzuenthalten ! Darum geht es doch überhaupt nicht. Diese Organismen werden ja nicht in die Umwelt freigesetzt. Bei Soja, Mais und anderen GVOs ist das aber der Fall. Und deren Pollen kann bei günstiger Witterung große Entfernungen zurücklegen. Das durch diese Pollen entstandene Saatgut enthält dann patentierte Genabschnitte, und der Landwirt macht sich strafbar und kann finanziell haftbar gemacht werden, wenn er es aussät. Zumindest in Kanada wurden Klagen zu Gunsten von Monsanto gegen Farmer entschieden, die niemals GVOs angebaut hatten. CETA macht sie jetzt auch bei uns möglich, die agrochemische Wegelagerei. Ich bin nicht generell gegen pflanzliche GVOs, allerdings zeigen sich schon nach wenigen Jahren erhebliche Resistenzen, weshalb entweder mehr und mehr Herbizide (Glyphosat) eingesetzt werden müssen oder wieder Pestizide, da die Resistenz gegen Schadinsekten nachlässt. Mit dem neuen Verfahren Crispr-CAS9 ist es möglich, arteigene Gene aus alten Kultursorten in neuere Züchtungen einzubauen. Nicht mal nachweisen lässt sich das im Vergleich mit der Züchtung. Und die Patentierung von Pflanzen ist so auch nicht möglich. Das Geschäftsgebaren von Monsanto/Bayer jedenfalls, dürften die wenigsten Bürger dieses Landes akzeptieren.

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senfwasser 02.11.2016, 15:29
6.

Zitat von Hamberliner
Das wir Diabetiker (ich bin es ebenfalls) von Gentechnik abhängig seien wäre mir neu. Wenn Du Dich mit einem einschlägig gut informierten Agrarwissenschaftler (mein Schwager ist einer) unterhältst wird der Dir erklären, was doch auch für Laien völlig plausibel ist: Selbstverständlich breiten sich genveränderte Pflanzen unkontrolliert aus, wenn sie im Freien angebaut werden.
Humaninsulin wird heute mit Hilfe von gentechnisch veränderten Bakterien hergestellt.
Ohne Gentechnik müssten wir Diabetiker entweder sterben, oder auf Schweine- oder Rinderinsulin zurückgreifen.
Das ist weniger gut verträglich, es müssen Tiere dafür getötet werden und es lässt sich auch nicht in den heute benötigten Mengen herstellen.

Zur unkontrollierten Ausbreitung:
Selbstverständlich können sich auch genveränderte Pflanzen in der Natur ausbreiten.
Das ist wieder die Frage der Differenzierung.
Wovon genau sprechen wir?
Wenn wir von modernen Nutzpflanzen sprechen, dann halte ich die Wahrscheinlichkeit für sehr gering.
Das sind hochspezialisierte, auf Ertrag gezüchtete Pflanzen.
Keine, die sich an ein natürliches Ökosystem angepasst haben.
Ohne die besondere Pflege, die exponierte Position auf dem Feld, Pflanzenschutz- und Düngemittel ist doch kaum eine unserer Kulturpflanzen lebensfähig.

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cindy2009 02.11.2016, 15:46
7. Geschichten

Zitat von permissiveactionlink
Zumindest in Kanada wurden Klagen zu Gunsten von Monsanto gegen Farmer entschieden, die niemals GVOs angebaut hatten.
Mir ist diese Geschichte anders in Erinnerung. Der Landwirt musste nicht zahlen. Oder kennen Sie noch andere Fälle?

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Hamberliner 02.11.2016, 16:06
8.

Zitat von senfwasser
Humaninsulin wird heute mit Hilfe von gentechnisch veränderten Bakterien hergestellt. Ohne Gentechnik müssten wir Diabetiker entweder sterben, oder auf Schweine- oder Rinderinsulin zurückgreifen.
Da wir uns hier über den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen unterhalten ist es schon sehr an den Haaren herbei gezogen auf den Fakt zurückzugreifen, dass Bakterien auch Planzen sind. Ich als Diabetiker (mellitus Typ 2) brauche keine Insulinzufuhr und bin quicklebendig, sondern nur - hab gerade gewebsurft, bin kein Arzt - eine Kombination aus Pioglitazon um mein körpereigenes Insulin voll wirksam zu machen und Metformin das wohl Glukose senkt. Du verwechselst wohl alle Diabetiker mit den ganz schweren Fällen, die spritzen müssen, so weit bin ich noch nicht.
Also nochmal, es dreht sich hier nicht um geschlossene Produktionsanlagen der Pharma-Industrie, sondern um das Ausbringen von Saatgut auf Ackerboden, wonach eine Pflanze sprießt, irgendwann blüht und Fortpflanzungs-Bestandteile (Samen, Pollen) in die Umgebung verbreitet. Das Zeug gentechnisch nicht zu verändern beeinträchtigt Deine optimale Medikation in keinster Weise und ist das, was nachhaltig denkende Menschen, denen unsere Zukunft wichtiger ist als die Aktiendividende von Monsanto, fordern.

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permissiveactionlink 02.11.2016, 16:16
9. kleine Korrektur

Der von Monsanto wegen Patentrechtsverletzung angeklagte und dann auch vom obersten kanadischen Gericht verurteilte Farmer baute nicht Soja an, sondern Raps. Sein Name ist Percy Schmeiser. Alles zu dem Fall Relevante findet man bei Wikipedia, wenn man den Namen eingibt. Wegen seines Kampfes gegen Monsanto wurde Schmeiser der alternative Nobelpreis verliehen. Und noch ein Hinweis zur Diskussion : Insulinanaloga, aber auch Humaninsulin werden nicht nur in gentechnisch veränderten Prokaryonten (E.coli) produziert, sondern auch in gentechnisch veränderten eukaryotischen Hefezellen (Saccharomyces cerevisiae). Infos findet man bei Wikipedia unter Insulin bzw. Insulinpräparat.

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