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Deutschlands Doppelmoral: Klimaschutz predigen, Kohlemeiler fördern
DPA

Die Bundesregierung gibt sich gern als Antreiber in Sachen Klimaschutz. Dabei verfehlt sie ihre eigenen Ziele: Viele Maßnahmen zur CO2-Minderung greifen nicht - und ausländische Kohlemeiler werden mit deutschem Steuergeld gefördert.

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knuty 15.12.2015, 10:29
130.

Zitat von christian-h
Richtig. Und Sie wollten einen Zusammenhang zwischen dem Primärenergieverbrauch Gesamt EE (11%) mit dem Primärenergieverbrauch PV+WK (2,6%) herstellen. Der Zweck ist leider nicht ersichtlich.
Es gibt dafür auch keinen Zweck. Es war einfach nur ein Fehler. Meine Korrektur ist leider nicht durchgekommen.

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Freedom of Seech 15.12.2015, 10:58
131. Referenzjahr 1990: Abschalten der Dreckschleudern im Osten

Von den bis heute erreichten 28% CO2 Reduktion in Deutschland wurde ein erheblicher Teil dadurch erreicht, indem man die völlig veralteten Braunkohle Kraftwerke im Osten (Dreckschleudern) Anfang der 90-iger Jahre abschaltete. Diese Kraftwerke wären schon aus ökonomischen (und nicht primär ökologischen Gründen) Gründen ohnehin abgeschaltet worde. Richtiges Timing ist alles alles. Ehrlicherweise müßte man den Teil aus den 28% rausrechnen, alles andere ist Augenwischerei. Also realistisch ist wohl, dass wir bis 2020 gerade mal 20% (statt 40%) erreichen werden.

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karl-felix 15.12.2015, 11:04
132. Die

Zitat von ludwigraible
China, Indien u.a. werden die nächsten Jahrzehnte den Kohleeinsatz nicht vermindern können, er wird sogar noch steigen. Man kann und wird auf die im Lande sicher und kostengünstig verfügbare Primärenergie nicht verzichten wollen und können.
einen sagen so, die anderen so. China hat, lt. Statista, mit Stand August 2015 insgesamt 43 neue Atommeiler im Bau. Falls die ans Netz gehen , keiner weiss ob und wann, wird das schon Auswirkungen haben . Wenn auch bescheidene.
Zudem investiert China massiv in EE . Jedes 2. Windrad der Welt wird in China aufgestellt, die Chinesen nutzen genausoviel Wasserkraft wie der gesamte Rest der Welt
zusammen, die Chinesen sind Weltmarktführer in Produktion und Neuinstallation von Fotovoltaik.
Zudem schliessen die tausende alter Dreckschleudern und das verfehlt nicht seine Wirkung.
Allein in 2014 haben die Chinesen angeblich mehr C02-Äqi eingespart, als die gesamte Kohleverbrennung Deutschlands und Englands zusammen ausmacht.
Neben den um vieles effektiveren neuen chin . Kraftwerken wird insbesondere die industrielle Veränderung sich auswirken - hin zu sauberen Produktionsstätten im Elektronikbereich und im Chemiesektor, weg von energieintensiver Schwerindustrie. " Chinas gesamte Wirtschaftsstruktur befindet sich im Wandel " , so Li Yan , Klimaschutzexpertin von Greenpeace.

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christian-h 15.12.2015, 11:04
133. Korrektur

Zitat von knuty
Es gibt dafür auch keinen Zweck. Es war einfach nur ein Fehler. Meine Korrektur ist leider nicht durchgekommen.
Kein Problem, Fehler macht jeder :).

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ludwigraible 15.12.2015, 11:15
134. @ 116 knuty

Moderne, effiziente Kohle-KW (mit überkritischen Dampfparametern) erreichen Wirkungsgrade um 43 % (Braunkohle) bzw. gut 45 % (Steinkohle). Das Kraftwerk Waigaoqiao 3 in Shanghai läuft mit gut 46 %. Mein Beispiel bezog sich auf den ERSATZ eines alten Kohleblocks durch einen neuen. Im Falle eines Neubaus wird man selbstverständlich alle in Frage kommenden Brennstoffe (Kohle und Gas) in die technische, ökonomische und umweltmässige Machbarkeitsuntersuchung einbeziehen. Da spielt die Effizienz eine Hauptrolle, aber es gibt auch noch andere Kriterien, z.B. den Brennstoffpreis und damit die wirtschaftliche Realisierbarkeit.

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Freedom of Seech 15.12.2015, 11:19
135. @karl-felix

China steht unter Druck. Dadurch müssen dort die Politiker ihren Verstand einschalten: Mix aus verschiedenen Krafwerk Typen inkl. moderne Kohle KW, EE, Atomkraft. Bei uns ist dieser Punkt noch nicht erreicht, hier entscheiden Politiker nach Bauchgefühl - nicjt nur die Grünen, auch die angeblich so nüchterne Frau Merkel. Letztere hat wiederholt demonstriert, dass sie sich zwar in vielen Fällen Zeit lässt und abwägt, bei den wirklich wichtigen Punkten ist ihr Verhalten aber impulsiv und emotional gesteuert - das überhastete Anschaltender AKWs ist hier nur ein Beispiel.

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knuty 15.12.2015, 11:23
136.

Zitat von Freedom of Seech
Von den bis heute erreichten 28% CO2 Reduktion in Deutschland wurde ein erheblicher Teil dadurch erreicht, indem man die völlig veralteten Braunkohle Kraftwerke im Osten (Dreckschleudern) Anfang der 90-iger Jahre abschaltete. Diese Kraftwerke wären schon aus ökonomischen (und nicht primär ökologischen Gründen) Gründen ohnehin abgeschaltet worde. Richtiges Timing ist alles alles. Ehrlicherweise müßte man den Teil aus den 28% rausrechnen, alles andere ist Augenwischerei. Also realistisch ist wohl, dass wir bis 2020 gerade mal 20% (statt 40%) erreichen werden.
Hätte man die denn so wie im niederrheinischen Revier weiterlaufen lassen sollen und nicht durch modernere KW ersetzen?
Oder soll man die 50 - 60 Jahre alten Braunkohle-KW am Rhein, die immer noch laufen, auch aus der CO2-Bilanz rausrechnen?

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karl-felix 15.12.2015, 11:27
137. Ich

Zitat von christian-h
Diese 80% EE beziehen sich auf die Jahresstrommenge und nicht auf den Leistungsbedarf. Denn auch mit 80% EE sollen noch 60GW an regelbaren konventionellen und zum größten Teil Gaskraftwerken vorgehalten werden. Anhand der geplanten EE Ausbaurate für diese 80%, sind mit großen Einspeiseschwankungen zu rechnen, da der größte Teil aus PV/WK Leistung besteht.
habe die Umweltministerin anders verstanden . Danach ist das bisherige Ziel des Gesetzes , mindestens 80% unseres Stromes aus EE zu erzeugen obsolet, es wird auf 100% hinauslaufen . Anders sind weder die G6 Beschlüsse noch Paris zu verstehen .

Das 80% Ziel war gestern . Der letzte Atommeiler geht in 7 Jahren vom Netz, der letzte Kohlemeiler in 2045 .

Ich persönlich meine , das wird nach dem Schneeballprinzip viel viel schneller gehen . Den letzten beissen die Hunde und wer will das schon . RWE spaltet sich schon mal auf. Vattenfall sucht dringend Käufer. In Deutschland wird nie wieder ein nuklear/fossiles Grosskraftwerk zur Stromerzeugung gebaut werden .

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knuty 15.12.2015, 11:33
138.

Zitat von ludwigraible
Moderne, effiziente Kohle-KW (mit überkritischen Dampfparametern) erreichen Wirkungsgrade um 43 % (Braunkohle) bzw. gut 45 % (Steinkohle). Das Kraftwerk Waigaoqiao 3 in Shanghai läuft mit gut 46 %. Mein Beispiel bezog sich auf den .....
Mag ja alles sein, aber dadurch dass in Shanghai ein moderneres Kohle-KW läuft verändern sich nicht die Daten von 2014 und eher in Deutschland.

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knuty 15.12.2015, 11:39
139.

Zitat von karl-felix
habe die Umweltministerin anders verstanden . Danach ist das bisherige Ziel des Gesetzes , mindestens 80% unseres Stromes aus EE zu erzeugen obsolet, es wird auf 100% hinauslaufen . Anders sind weder die G6 Beschlüsse noch Paris zu verstehen . Das 80% Ziel war gestern . Der letzte Atommeiler geht in 7 Jahren vom Netz, der letzte Kohlemeiler in 2045 . Ich persönlich meine , das wird nach dem Schneeballprinzip viel viel schneller gehen . Den letzten beissen die Hunde und wer will das schon . RWE spaltet sich schon mal auf. Vattenfall sucht dringend Käufer. In Deutschland wird nie wieder ein nuklear/fossiles Grosskraftwerk zur Stromerzeugung gebaut werden .
Das EU-Ziel 80% bis 2050 kann weiter stehen bleiben. Die 100% sollen erst nach 2050 erreicht werden, so wie ich den Vertrag in Paris verstanden habe.

Bis dahin werden noch einige Großkraftwerke gebaut werden müssen, vor allem Gaskraftwerke, die dann u.U. auch mit E-Gas befeuert werden können, und die die jetzt schon veralteten KW für ein paar Jahrzehnte ersetzen müssen.

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