Forum: Wissenschaft
Dieseldebatte: Ein ganzes Land mit Stockholm-Syndrom
imago/ Michael Weber

Diese Woche lieferte gleich zwei Beispiele für ein fundamentales deutsches Problem. Es bedroht nicht nur die Luft in den Städten und das Weltklima, sondern auch unsere wirtschaftliche Zukunft.

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tulius-rex 18.02.2019, 13:15
160. irrationalstes Transportsystem aller Zeiten

Ein privates Kfz steht zu 99% seiner Lebenszeit still herum, verbraucht dadurch unwiederbringlich Fläche für Landwirtschaft und Freizeit und verliert jeden Tag drastisch an Wert (jährlich rd. 10%). Der Hang zum privaten Kfz fördert die unsinnige Zersiedelung und Verbauung der Landschaft. Die Kosten für ein solches Verkehrssystem sind für die öffentliche Hand (Parkplätze, Straßenbau...) und den Verbraucher (Anschaffung, Betrieb, Reparaturen...) gigantisch und umweltfeindlich. Auf der Plusseite steht lediglich eine sofortige Verfügbarkeit, die wiederum zu unsinnigen Vergnügungsfahrten und Herumstehen im Stau verführt und last not least die völlig irrationale Liebe zum eigenen Blechhaufen. Würden wir, im Gegensatz zu Herrn Scheuer, wirklich über gesunden Menschenverstand verfügen, würden wir ein solches System sofort abschaffen und in ein leistungsstarkes Bahnsystem, das bis in die Dörfer reicht, investieren.

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Tom S. 18.02.2019, 13:22
161.

Zitat von schwaebischehausfrau
Zu den Fakten zu "falschen Berechnungen" von Prof. Köhler gehört aber auch, dass selbst bei Korrektur der Berechnung, Raucher zwar nicht mehr wie ursprünglich berechnet, in " weniger als zwei Monaten die Feinstaubdosis, die sonst ein 80-jähriger Nichtraucher im Leben einatmen würde", sondern nach von Köhler korrigierter Rechnung jetzt dafür genau 2,1 Monate braucht. Soll heissen: Der Fehler ist so gering, dass sich am am Ergebnis und seiner Aussage NICHTS ändert und unterstreicht sogar noch die sehr konservative Betrachtung der Lungenfachärzte um Köhler.
Liebe Schwäbische Hausfrau. Köhler hat sich um den Faktor 100-500 verrechnet. Ich hab's selbst nachgerechnet...
Aus 2 Monaten wird also ein halbes Leben.

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radler2 18.02.2019, 13:23
162.

Zitat von tatsache2011
Bei uns wird meistens in ca. 4 m Höhe gemessen. Schon in 1,5 m Höhe sind die Messwerte höher. Vielleicht wird in der USA in 60 cm Höhe (Ansaughöhe der PKW-Belüftung) gemessen (?) und deshalb wird ein höherer Grenzwert in der USA vorgegeben.
Durchaus berechtigte Frage. Keine Ahnung, genauso wie ich nicht weiß, wie hoch die gemessenen Werte in den USA überhaupt sind.

In Stuttgart am Neckartor sind die Werte zu hoch, an der Messstelle.
25 Meter entfernt, auf der anderen Strassenseite, sind die Werte nur noch halb so hoch. Scheint also nicht einfach zu sein.

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phg2 18.02.2019, 13:26
163.

Zitat von litholas
Da haben Sie sich Augen und Ohren aber schon seit Jahren fest zugehalten. E-Mobile sind jetzt schon wesentlich umweltfreundlicher als Verbrenner, und mit Skalen- und Lerneffekten werden sie weiter billiger, vielseitiger und umweltfreundlicher. Verbrenner werden unter extremen Anforderungen vermutlich weiter eine wichtige Rolle spielen: In Gebieten mit langem starkem Frost, in der Land- und Forstwirtschaft, und als Expeditionsfahrzeuge.
Dann sollte E-Heizung aber so langsam auch kommen weil da ja auch hauptsächlich noch verbrannt wird.
Ich glaube ja eher, dass wir unsere Individual-Mobilität in den Städten deutlich einschränken werden müssen. Allein die ganze Stromversorgung für die E-Autos, ist doch irre.

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emil7685 18.02.2019, 13:28
164.

Zitat von tatsache2011
Bei uns wird meistens in ca. 4 m Höhe gemessen. Schon in 1,5 m Höhe sind die Messwerte höher. Vielleicht wird in der USA in 60 cm Höhe (Ansaughöhe der PKW-Belüftung) gemessen (?) und deshalb wird ein höherer Grenzwert in der USA vorgegeben.
Wie kann es denn sein, dass in den USA überhaupt irgendwelche Grenzwerte vonnöten sind, obwohl dort kaum Diesel-pkw unterwegs sind, die; wie von Ihnen und anderen Dieselhassern hier im Forum bis zum Erbrechen wiederholt; ja ursächlich für das Problem sein sollen?
Laut den andauernden Attacken auf Diesel-pkw die an allem Schuld sind MÜSSEN sich die USA doch einen Grenzwert von 20mikrogramm leisten können. Vor allem und im Speziellen auf Auspuffhöhe. Aus den Auspuffen von Benzin-pkw kommt laut den seitenlangen Monologen der Diesel-Hasser hier ja keinerlei Stickstoffdioxyd.

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grossmutter 18.02.2019, 13:47
165. Messpraxis in USA

Zitat von tatsache2011
Vielleicht wird in der USA in 60 cm Höhe (Ansaughöhe der PKW-Belüftung) gemessen (?) und deshalb wird ein höherer Grenzwert in der USA vorgegeben.
Zwei Beispiele dafür, wie man in USA "verkehrsnah" interpretiert: https://binged.it/2JwCPcP
https://goo.gl/maps/M7a4znCTzqP2 (Höchstwert vom Wochenende laut http://aqicn.org/city/california/los-angeles/long-beach-route-710-near-road/: 56µg/m³).

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cindy2009 18.02.2019, 13:51
166. Mal so, mal so

Zitat von emil7685
Wie kann es denn sein, dass in den USA überhaupt irgendwelche Grenzwerte vonnöten sind, obwohl dort kaum Diesel-pkw unterwegs sind, die; wie von Ihnen und anderen Dieselhassern hier im Forum bis zum Erbrechen wiederholt; ja ursächlich für das Problem sein sollen? Laut den andauernden Attacken auf Diesel-pkw die an allem Schuld sind MÜSSEN sich die USA doch einen Grenzwert von 20mikrogramm leisten können. Vor allem und im Speziellen auf Auspuffhöhe. Aus den Auspuffen von Benzin-pkw kommt laut den seitenlangen Monologen der Diesel-Hasser hier ja keinerlei Stickstoffdioxyd.
"[...]Tatsächlich ist der Grenzwert für Stickstoffdioxid in den USA mit 100 Mikrogramm pro Kubikmeter weniger streng als in der EU mit 40 Mikrogramm. Die Amerikaner haben allerdings deutlich striktere Regeln bei der Emission, also der Menge von Stickoxiden, die vom Fahrzeug ausgestoßen werden. Sie regulieren direkt an der Quelle deutlich schärfer, weshalb für deutsche Autos in Amerika eine spezielle Nachrüstung erforderlich ist. Während in der EU zurzeit 270 Milligramm pro Kilometer Stickstoffoxide in der höchsten Schadstoffklasse ausgestoßen werden dürfen, liegt die höchste Schadstoffklasse in den USA bei 100 Milligramm. Die EU berücksichtigt also eher die Schadstoffkonzentration, die man tatsächlich einatmet.[...]"

Quelle: http://www.spiegel.de/auto/aktuell/grenzwerte-von-stickoxiden-wie-sie-entstehen-und-wer-sie-festlegt-a-1250788.html

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br_rieter 18.02.2019, 13:52
167. Alternativ

wären ja Elekto oder Wasserstoffantriebe. Wasserstoff wird nicht gefördert und Elektro - ja, wenn die wenigen Fahrzeuge alle Gleichzeitig ans Netz angeschlossen werden, haben wir sofort einen Blackout. Energiewende wird das ganze noch verstärken...
Strom kommt nicht aus der Steckdose....

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tekumseh 18.02.2019, 13:53
168.

Zitat von MisterD
die Automobilindustrie ist böse und tötet Menschen, jeden Tag. Sie hat uns zwar zu Wohlstand verholfen, aber das sieht man nur ungerne. Wer glauben Sie sorgt in diesem Land für den Binnenkonsum, von dem all die Dienstleister so leben? Ein Mindestlöhner der bei Aldi Nord Regale einräumt? Oder ein überbezahlter Bandarbeiter in Wolfsburg, Sinsheim oder Dingolfing? Wir vergessen allzu gerne, dass die Autoindustrie eine der letzten Arbeitgeber ist, die ihre Mitarbeiter für einfachste Tätigkeiten fürstlich entlohnen. Das ist anderorten selbst bei DAX-Flaggschiffen wie Siemens, deutscher Bank oder Bayer schon lange vorbei... wenn NOx tatsächlich schon bei 40 irgendwas langfristig tödlich wäre, müssten an den Straßen täglich viele tote Raucher liegen... und vor 20 Jahren hätte man draußen nicht länger als 2 Jahre überlebt...
Ich habe Asthma. Danke für Ihre Welterklärung und Mitgefühl.

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litholas 18.02.2019, 13:55
169.

Zitat von phg2
Dann sollte E-Heizung aber so langsam auch kommen weil da ja auch hauptsächlich noch verbrannt wird. Ich glaube ja eher, dass wir unsere Individual-Mobilität in den Städten deutlich einschränken werden müssen. Allein die ganze Stromversorgung für die E-Autos, ist doch irre.
Da rennen Sie bei mir offene Türen ein. Zum Beispiel könnte man das Fahrradwegesystem (und die Fahrräder) so gestalten, dass mit geringeren Kosten man mit dem Fahrrad schneller auf 99% der Strecken ist als heutzutage mit dem PKW. Im Fahrrad stecken Potenziale die sich 99,99% der Menschen nicht ansatzweise vorstellen können.

Lange Fahrten würden natürlich länger dauern - aber das wäre nur bei Geschäftsreisen relevant. Gerade bei Urlaubsreisen kann es schön sein jeden Tag 200 bis 400km zu fahren. Ist doch irre so zu tun als sei es am Reiseziel millionenmal schöner als an allen anderen Punkten auf der Strecke.

Ausserdem ist Fahrradfahren extrem gesundheitsfördernd.

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