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Digitale Plattformen: Wer nur zurückschaut, schafft keine gute Zukunft
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Die algorithmischen Aufmerksamkeitsverteiler aus dem Silicon Valley gelten als Könige der Innovation. Ihre Maschinen aber sind auf den Blick nach hinten programmiert - und fördern so Diskriminierung.

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hefe21 07.04.2019, 17:07
1. Küchenpsychologie

Das ist zwar gesellschaftspolitisch nicht brisant, aber ich "geniesse" es jedesmal, wenn ich noch wochenlang nach jedem Onlinekauf exakt dieselbe Warengruppe "zugespielt" bekomme. Also hier ein Gratistipp an die Programmierer des Rithmus, zum dem ich Algo immer mitmuss: wenn jemand ein Küchenunterbauradio kauft (weil der Stationäreinzelhandel sowas aussortiert hat) dann besser nicht davon ausgehen, dass der Käufer mehrere Küchen besitzt. Selbst eine Kochlöffelanzeige wäre da in Folge zielgerichteter.

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snoook 07.04.2019, 17:09
2. Einfach nur trivial oder Absicht?

Erstens denke ich mal, dass die Algorithmen dieser Seuten eben doch nicht so ausgefuchst sind, wie wir alle denken. Wo viele vok Ki reden, ist es oft eben dann doch nur Statistik nach dem hier beschriebenen „hat dich schon immer funktionier“.
Zweitens werden die Facebooks dieser Welt nach Views bzw. klicks bezahlt. Und nur wenn sie effizient genug sind, lohnt sich die Werbung für den Auftaggeber. Egal wie „offen“ sich FB gibt, der Auftraggeber würde FB schon was erzählen, würde die Anzeige einfach in allen Profilen geschaltet. Könnte man also Schlussfolgern: Die Anzeigenschaltet sind schuld!
Natürlich bleibt auch ohne das genug Raum für Antifeminismus-Theorien...

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napoleonwilson 07.04.2019, 17:22
3. Diskriminierung...

Ist es diskriminierend, wenn ich mir als Mann einen weiblichen Assistenten wünsche ? Wird nun die Frau diskriminiert, für die Art der Tätigkeit oder der Mann, weil er ausgeschlossen wurde ? Als Leiter oder Inhaber darf ich mir den oder die Bewerber doch noch aussuchen, oder mache ich mich strafbar ? Was für ein Welt....

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Stäffelesrutscher 07.04.2019, 17:23
4.

»Wenn Sie zum Beispiel im Zug gern möchten, dass Ihnen jemand Ihren schweren Koffer auf die Gepäckablage wuchtet, werden Sie vermutlich eher den 1,90 Meter großen jungen Mann bitten als die zart wirkende Dame. Das ist nicht sexistisch, obwohl es ja durchaus sein könnte, dass die zart wirkende Dame eine extrem kräftige Weltklasseathletin ist. Es ist aber eben nicht sehr wahrscheinlich.«
Wie groß soll denn die »zart wirkende Dame« sein? So groß wie Greta Thunberg und Susi Kentikian?
Dann hat es nix mit Stereotyp zu tun, wenn man jemanden mit 1,90 m statt 1,55 m darum bittet, den Koffer in die auf 2 m Höhe angebrachte Gepäckablage zu wuchten, sondern mit derselben praktischen Erwägung, die einen bei einem Schaden am Vergaser zum Autohändler und nicht zum Fahrradhändler führt.
Ein Stereotyp wäre es, wenn Sie Philipp Lahm (1,70 m) und Lena Goeßling (1,71 m) vor sich haben oder Joachim Löw und Katrin Krabbe (beide 1,82 m) - und jedes Mal die Männer bitten zuzulangen.

Weitere Frage: Kommt die Software alleine auf die hier vorgestellte Idee - oder gab es da mal jemanden, der ihr diese Funktion einprogrammiert hat?

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Igelnatz 07.04.2019, 17:38
5. leave the church in the village

Mal halblang! Wie Herr Stöcker schreibt, gibt es viele Stereotype und nicht alle passen und sind vielleicht diskriminierend. Dennoch kann man sie durchbrechen und sie werden auch durchbrochen! Nur eines wird es nie geben - eine Welt, die absolut gerecht und gleich zu jedem sein wird! Das ist ein Mythos!

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lilsue66 07.04.2019, 17:41
6. mich stressen diese Algorithmen...

...einfach nur. Ich will selbst entscheiden, was mich interessiert und was nicht. teilweise musste ich sogar Gruppen deaktivieren, weil mich die Eintönigkeit des Gezeigten frustrierte. als mein Lebenshorizont immer enger und kleiner wird. für jemanden mit PTBS wie mich eine gefühlte Katastrophe. am liebsten wäre mir, ich könnte es selbst abstellen.

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andre_36 07.04.2019, 17:43
7. Kategorien

So funktioniert Werbung. Das ist Teil des Systems und wer das nicht will, muss an der Wurzel andetzen. Bei der regelmäßigen Kritik bleibt die übergeordnete Kategoriesierung seltsamerweise unerwähnt. Wer sich um einen Kredit oder eine Wohnung bewirbt, muss seinen Verdienstnachweis vorlegen. Geschlecht, Hautfarbe, Alter sind vollkommen egal, wenn die Kohle stimmt. Als Arbeitsloser oder Geringverdiener ist man in den Augen der Bürgerlichen Linken wahrscheinlich selbst verantwortlich für seine Ausgrenzung. Was wiegt wohl schwerer: unpassende Werbung auf FB zu erhalten, oder mit vier Personen in einer kleinen Zwei-Raum-Wohnung leben zu müssen? Wen interessiert überhaupt noch, was auf FB passiert, außer Journalisten?

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andre_36 07.04.2019, 17:48
8.

Zitat von napoleonwilson
Ist es diskriminierend, wenn ich mir als Mann einen weiblichen Assistenten wünsche ? Wird nun die Frau diskriminiert, für die Art der Tätigkeit oder der Mann, weil er ausgeschlossen wurde ? Als Leiter oder Inhaber darf ich mir den oder die Bewerber doch noch aussuchen, oder mache ich mich strafbar ? Was für ein Welt....
Ist doch kein Problem; Sie formulieren die Stellenanzeige genderneutral und wählen dann eine Frau aus, ohne das mit dem Geschlecht zu begründen. Die Antidiskriminierungsgesetze fördern einzig die Lüge und Heuchelei. Kenne ich noch aus der DDR. Das Eine sagen, das Andere denken.

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dieter-ploetze 07.04.2019, 18:07
9. der umkehrschluss

wer nur nach vorn schaut schafft eine gute zukunft? natuerlich nicht. die gegenwart ist aus der vergangenheit erklaerbar. die zukunft sollte erkannte fehler der gegenwart ausmerzen wollen. aber nur in die zukunft zu
schauen, ohne die vergangenheit zu beruecksichtigen, schafft sicher keine gute zukunft und ist auch nicht moeglich.

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