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Digitale Propaganda: Ganz allein im dunklen Internet
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Viel wird darüber geredet, was Smartphones mit Jugendlichen anstellen. Die wichtigere Frage wird gern übersehen: Was das Zusammenspiel von Propaganda und sozialen Medien mit der Gesellschaft anstellt.

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Gudrun3 14.10.2018, 16:50
1.

Diese Hass-Propagandisten sind auf Nährböden angewiesen. Sie können eben nicht vor grünen Männchen von der Wega oder vor Ausbeutung u. Verarmung schwadronieren, die kein Mensch erlebt hat o. kennt. Für den Nährböden aber ist die Gesellschaft zuständig: Liefern wir ihn denen weiter?

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111ich111 14.10.2018, 17:02
2. Und jetzt?

Der Katzenvideoeffekt bei YT ist ja ein alter Hut. Ein Algorhytmus unterscheidet halt nicht zwischen "gut" und "böse". Da ist aber das Internet (und schon gar nicht das "dunkle Internet) dran schuld. Die Ursache ist, wo und wie sich Jugendliche wertbildende Meinungen herholen. Wenn Schule und vor allen Dingen Eltern da "keine Zeit" für haben, wird dieses Feld eben durch das Internet besetzt.

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fkfkalle3 14.10.2018, 17:03
3. Was bleibt ?

Der Kontakt zum Geburtsort, also den zu Freunden aus längst vergangenen Zeiten funktioniert recht ordentlich. Die diversen Postings sind oft sehr grenzwertig, allerdings Teil einer möglichen Unsicherheit. Ich lebe in HH, die Sicht der Dinge verändert sich, das muss man verstehen. Ich setze gelegentlich Beiträge des Spiegel , gepaart mit eigener kommentierten Ansicht, dagegen. Die Weltsicht einer geschlossenen Gesellschaft wird nicht besser, wenn die eigene Ansicht permanennt bestätigt wird. Mir reicht es, wenn man zum Nachdenken anregt, das findet statt. Ich stehe für eine offene, freie Gesellschaft, AFD und Konsorten sind nicht akzeptabel. Meine Gegenparts, ich nenne es einfach so, können mir nicht erklären, was denn diese Truppe für sie bringt.

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Grünspahn 14.10.2018, 17:06
4.

Das Wichtigste steht ja im Artikel: Jugendliche, die in stabiles und informierte Elternhaus eingebunden sind, sind viel weniger für solche Inhalte empfänglich. Es liegt wie vieles an den Eltern. Weder der Staat noch die Gesellschaft können das Elternhaus ersetzen.

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ArminBiermann 14.10.2018, 17:09
5. Ein weiteres gutes und erschreckendes Beispiel...

für das, was digitale Medien mit uns machen (https://biermann.ch/was-digitale-medien-mit-uns-machen/). Dabei sind die negativen Auswirkungen auf junge Menschen, denen mangels Wissen noch die nötige Urteilskraft fehlt, fatale und nicht einmal gewollte Nebenwirkungen von Algorithmen von Suchmaschinen, die eigentlich ganz andere Ziele verfolgen. Langsam werden die Wirkungsweisen und die Wirkungen des Internets und der digitalen Medien immer besser erkannt. Das müsste doch Konsequenzen für die Schulausbildung und für die Erziehung im Elternhaus haben. Wann fangen wir an, digitale Medien wie Autos zu betrachten und zu behandeln, die man aus guten Gründen mit 12 oder 14 Jahren noch nicht fahren darf. Wie dieser Beitrag zeigt, tragen wir durch die Verharmlosung der Auswirkungen digitaler Medien dazu bei, dass junge Menschen ihr ganzes Leben an die Wand fahren... und viele dieser Entwicklungen sind nach dem 20. Lebensjahr nicht mehr rückgängig zu machen, wie uns die Hirnforschung mahnt...

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pom_muc 14.10.2018, 17:11
6.

"In der Sonntagsausgabe der ARD-Tagesthemen dann der nächste öffentlich-rechtliche Klopper. Moderatorin Caren Miosga entschuldigte sich: „Bei der Berichterstattung über die Kundgebungen in Chemnitz in den Tagesthemen gestern haben wir irrtümlich auch Bilder von der Demonstration am vergangenen Montag verwendet ohne dies kenntlich zu machen. Wir bitten dies zu entschuldigen.
Entschuldigen wir gerne, liebe Kollegin Miosga. Was sie nicht erwähnte ist, welche Bilder da „irrtümlich“ verwendet wurden. Es handelte sich um Youtube-Filmchen, wo aus einem Zug mit offenbar rechtsradikalen Teilnehmern widerwärtige Parolen gebrüllt wurden wie „Wir sind die Fans, Adolf Hitler Hooligans!”, begleitet von Applaus. Angeblich gerufen bei den Kundgebungen am Samstag – doch tatsächlich am Montag davor. Dazu die Stimme aus dem Off: „Manche Teilnehmer des Zuges zeigen sich offen rechtsextrem.“ Passt wunderbar, um das wohl gewünschte Szenario, besorgte Bürger zu „Nazis“ zu machen, zu unterlegen. Ach nein, das war ja irrtümlich… entschuldigen Sie!“
https://www.focus.de/politik/experten/kelle/gastkommentar-von-klaus-kelle-wie-die-tagesschau-ueber-chemnitz-berichtet-hat-mit-oeffentlich-rechtlichem-journalismus-nichts-mehr-zu-tun_id_9522001.html

Wenn man Gebühren zahlt und sich dann so primitive Propaganda anschauen muss wächst die Wut. Bei einigen der Diffamierten vielleicht auch die Abscheu bis zum Hass.

Welche Berufspolitiker plärren denn von den "Deplorables"? Erklären Wähler zum "Pack"? Nennen alle die von der eigenen fragwürdigen Propaganda abweichen "Nazis" während man gleichzeitig im Bundestag nationalsozialistische Gesetzgebung durchdrücken will?

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Clara77 14.10.2018, 17:11
7.

Es hat aus meiner Sicht zunehmend eine gewisse Komik, wie die Medien mit dem Internet umgehen. Noch vor einigen Jahren galt es als Quelle des Heils, heute als Hort des Bösen.

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vox veritas 14.10.2018, 17:12
8.

Vor ein paar Jahren war das Internet noch der große Heilsbringer für die Demokratisierung der Gesellschaft. Wie sich die Zeiten ändern. Vielleicht liegt es aber auch daran, daß man bei Vielem, was man heute gut heißt, die Konsequenzen gar nicht abschätzen kann.
Spannende Zeiten

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diestimmevomdach 14.10.2018, 17:20
9.

Vielleicht sollten die Medien mal damit anfangen, eigene der Monetarisierung dienende Propaganda/Werbung entsprechend zu deklarieren. Bublé will NIE mehr singen, weil sein Sohn Krebs hat. Moritz Bleibtreu will das Internet abschaffen. Seltsamerweise hat Bublé gerade ein Album zu vermarkten und Bleibtreu einen Film. Schön auch plötzlich der Skandal um den Rossmannbossi: "Ich war ein schlechter Chef." Ach ja, er hat ein Buch zu verkaufen. Geht mit gutem Beispiel voran! Deklariert Werbung als Werbung!

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