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Dino-Körpertemperaturen: Heißblütige Riesen, lauwarme Jäger
DPA/ Nature/ Zhao Chuang/ Xing Lida/ IVPP

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50penny 14.10.2015, 20:21
1.

Ist es wirklich so überraschend dass sich die Stoffwechselaktivität der Dinosaurier so sehr voneinander unterschied? Ich meine, Säugetiere besitzen auch sehr unterschiedliche Körpertemperaturen, der Blauwal liegt zum Beispiel bei 35,6°C, die Spitzmaus bei 38°C und der Mensch bei bekanntermaßen zwischen 36,5°C und 37,5°C.

Viel interessanter ist dass die Dinosaurier anscheinend im genau umgekehrten Muster ihre Körpertemperatur gefunden haben - kalte Zwerge und heiße Riesen.

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WernerT 14.10.2015, 20:23
2. Dann kühlt einfach mal paar Tonnen Wasser ab

Mal sehen, wie lange es dauert. Ein Saurier, gerade die größeren, wiegt schon mal bis zu 60 Tonnen (entspricht einem Schwimmingpool von 6x5x2 m) und bestand zu einem Großteil aus Wasser. Wenn man die Menge Wasser allein durch die Sonne erwärmen will, dauert das mehr als paar Stunden, vor allem wenn es in einem massiven Körper konzentriert ist. Aber auch die Abkühlung dauert ewig, wie jeder Poolbesitzer bestätigen kann. Eine wenige Gramm schwere Eidechse kann sich relativ schnell auf eine Betriebstemperatur bringen, in dem sie sich in die Sonne legt. Hier funktionieren Vorurteile.

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thinkyourself 14.10.2015, 21:43
3.

Seit Jahren beschäftige ich mich mit diesem Themengebiet und wundere mich immer wieder, warum eigentlich niemand hinterfragt, wieso Tiere eigentlich ihre eigene Wärme produzieren. Hat jemand ausser mir eigentlich schonmal was vom Leidenfrost-Effekt gehört und welche Auswirkungen er auf den Luftwiderstand von Körpern hat? Anscheinend nicht. Und ich hab noch nicht mal einen akademischen Abschluss.

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larsilarsou 15.10.2015, 00:44
4. @thinkyourself

Dann beginnen Sie doch bitte mit ihrer Abhandlung statt, wichtigtuerisches Geschwurbel abzulassen. Auf den Bogen den sie jetzt spannen bin ich dann doch schon gespannt.

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neuundaltgierig 15.10.2015, 06:28
5.

Riesige Saurier sollen eine höhere Körpertemperatur haben als die kleinen - also im Gegensatz zu der (Stoffwechsel-)Regel bei Säugetieren?
Das wundert mich, ich warte mal zwei drei Jahre ab, bis das gegengeprüft wurde.

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neuundaltgierig 15.10.2015, 06:33
6.

@thinkyourself, 21:43h
Nein, ich kenne die Auswirkungen des Leidenfrost-Effektes auf den Luftwiderstand nicht. Wollen Sie uns nicht an Ihrem Wissen teilhaben lassen?

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7eggert 15.10.2015, 07:25
7.

"Manche Saurier scheinen gebrütet zu haben - was nur Sinn ergibt, wenn sie die Eier auch wärmen konnten."

Richtiger Grundgedanke, aber nicht alleinig hinreichend. So brüten manche Schlangen ebenfalls – in dem sie sich zum Einen in der Sonne wärmen, zum Anderen durch Muskelzittern. Ist offenbar insgesamt so stressig, daß diese Schlangen das nächste Jahr dann Pause machen und nicht brüten.
---

@thinkyourself: Stellen Sie sich vor, sie sind eine ausgekühlte Giftschlange, und es kommt ein warmblütiger Honigdachs vorbei. Dann ist das Ihr letzter Tag.

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doedelheimer 15.10.2015, 08:35
8.

@thinkyourself: ist schon schlimm, wenn man -als betont Nichtakademiker - viel mehr Ahnung hat, als Leute, die das auf höchstem professionellem Niveau machen... ich ärgere mich auch immer über die vielen Autos, die mir auf der Autobahn entgegenkommen!
P.S.: würden Sie uns ungebildeten Trotteln bitte sehr erklären, was 1) der Leidenfrost-Effekt mit dem Energiehaushalt von gleichwarmen Tieren zu hat und 2) was der Leidenfrost-Effekt mit dem Luftwiderstand zu tun hat? Sie haben dann ja auch sicher seriöse Quellen, an denen wir uns erfreuen können, gelle?
P.S.: https://de.wikipedia.org/wiki/Dunning-Kruger-Effekt

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cassandros 15.10.2015, 10:09
9. Alle Jahre wieder

Zitat von thinkyourself
Seit Jahren beschäftige ich mich mit diesem Themengebiet und wundere mich immer wieder, warum eigentlich niemand hinterfragt, wieso Tiere eigentlich ihre eigene Wärme produzieren.
Tip:
Zu Weihnachten ein (beliebiges) Lehrbuch der Tierphysiologie wünschen.
Die enthalten alle Kapitel über dem Wärmehaushalt und die Temperaturregulation.

Was nun diese Frage speziell bei Wirbeltieren angeht, so ist das Werk "Vertebrate Life" von Pough & Co. zu empfehlen. Es geht in 2 Kapiteln (14. Ectothermy: A Low-Cost Approach to Life .....22. Endothermy: A High-Energy Approach to Life) eigens auf die aufgeworfene Frage ein.

Die Mutmaßung, daß das "niemand hinterfragt", trift für die Biologen jedenfalls nicht zu.

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