Forum: Wissenschaft
Drei Licht-Forscher werden mit Nobelpreis für Physik geehrt
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st.esser 07.10.2014, 12:39
1. Weiße LEDs?

Der Artikel ist etwas missverständlich formuliert:
Zitat von
Die Leuchten existieren in rot, gelb, grün, weiß oder auch blau. Doch lange Zeit galt die Suche nach blau-emittierenden LEDs als "Heiliger Gral".
Man könnte meinen, dass es "weiße LEDs" schon gab und sich wundern, warum die blauen dann den Nobelpreis verdienen. Aber: "weiße LEDs" gibt es eigentlich nicht, das sind immer zusammengesetzte Leuchten.

Weiter unten steht es richtig: Nur mit Hilfe der blauen LEDs kann weißes Licht erzeugt werden.

Und das geht entweder durch Mischung mit dem Licht roter und grüner LEDs (dann kann man oft auch im Betrieb die Farbe und Farbtemperatur beeinflussen) oder durch eine vom blauen Licht angeregte Leuchtschicht, die die grünen und roten Lichtanteile aus blauem Licht erzeugt (diese Methode wird in praktisch allen LED-Lampen als Glühbirnenersetz verwendet).

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DrStrang3love 07.10.2014, 12:42
2.

Cool. Dann hat die Universität Nagoya, an der ich einige Zeit verbracht habe, jetzt drei Nobelpreisträger. :) Dort gibt es auch schon ein Akasaki-Institut.

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Jurx 07.10.2014, 12:43
3. Weiße LEDs sind erst durch blaue LEDs möglich geworden

Die Darstellung im Artikel, dass man mit blauen LEDs höhere Dichten auf optischen Medien erreichen kann ("Blue Ray" Player vs. CD/DVD) ist zwar nicht falsch, aber auch nicht das revolutionär Neue. Neu an der Erfindung der "blauen LED" war, dass es erst mit der blauen LED möglich wurde, "weißes" LED-Licht zu erzeugen. Und das gleich auf zwei Arten: Erstens durch Kombination mit den bereits vor vielen Jahrzehnten erfundenen roten und grünen LEDs als RGB-Leds, die rotes, grünes und blaues LED-Licht aussenden, was für das menschliche Auge weiß erscheint. Und zweitens durch Beschichtung der blauen LEDs mit Leuchtstoffen, die durch die (damals bereits bekannten) Effekte der Fluoreszenz und Phosphoreszenz aus kurzwelligem blauen Licht längere Wellenlängen erzeugt, so dass das Licht je nach Menge und Zusammensetzung "blauweiß", "naturweiß" oder "warmweiß" erscheint. Hinter jeder weißen LED steht eine blaue LED, ohne die ein weißes LED-Licht nicht möglich wäre. Das ist das revolutionäre an der "blauen LED", deren Erfindung viele Jahrzehnte gedauert hat, nachdem rote und grüne LEDs schon erfunden waren: Weißes LED-Licht!

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Permafrost 07.10.2014, 13:43
4.

Soweit ich weiss hat einer dieser Erfinder ein Patent angemeldet auf die blaue LED. Zwischenzeitlich wurden aber schon BD Player gefertigt, als die patentrechtliche Situation noch nicht geklärt war. Im Nachhinein wurde sie geklärt und der Erfinder wurde über Nacht um einige Milliönchen reicher.

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Strangelove 07.10.2014, 14:42
5. Gratulation

Zitat von DrStrang3love
Cool. Dann hat die Universität Nagoya, an der ich einige Zeit verbracht habe, jetzt drei Nobelpreisträger. :) Dort gibt es auch schon ein Akasaki-Institut.
Na dann werden Sie sicher auch bald durch "Bestäubung" oder den noch zu entdeckenden Übertragungseffekt in den Genuss eines Nobelpreises kommen.
Dafür schon mal mein Glückwunsch!

Und an die Nörgler die meinen das sei nicht Nobelpreiswürdig: Nobel wollte den Preis "...an denjenigen, der auf dem Gebiet der Physik die bedeutendste Entdeckung oder Erfindung gemacht hat" vergeben (siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/Nobelpreis ).
Dann passt das doch.

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tobulino 07.10.2014, 14:47
6. Nobelpreiswürdig?

Für mich ist das eher Technologie als Wissenschaft. Die wissenschaftlichen Grundlagen waren schon bekannt und unterscheiden sich nicht je nach Farbe der LED. Daher wundert mich die Vergabe.

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Strangelove 07.10.2014, 15:14
7. @tobulino

Sie entscheiden aber nicht wer die Auszeichnung erhält und wer bzw. für was das sein soll hat Nobel in seinem Testament folgendermaßen festgelegt: "...an denjenigen, der auf dem Gebiet der Physik die bedeutendste Entdeckung oder Erfindung gemacht hat" vergeben (siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/Nobelpreis )

Die weißen LEDs haben den Beleuchtungsmarkt komplett verändert und sparen viel Energie. Zudem wird es aus dem Material bald auch effizientere Spannungswandler geben als mit Si. Die Entwicklung der Galliumnitrid LEDs war alles andere als einfach, es gab eine Menge technologischer Hürden zu bewältigen die alles andere als klein waren und bis in die frühen 90er glaubte auch niemand, dass es mit dem Material klappt bis Nakamura es eher unerwartet schaffte und die blaue LED aus GaN schon kurz danach 1993 auf den Markt kam (vorher gab es das - sehr ineffizient - schon aus SiC). Bis dahin setzte man für blaues Licht auf Materialien aus dem Bereich der sogenannten II-VI er also z.B. Zinkselenid. Die Forschung auf dem Bereich wurde kurz danach (wegen Aussichtslosigkeit) fast komplett eingestellt.

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territrades 07.10.2014, 15:24
8.

Physikalische Forschung erstreckt sich eben in einen weiten Bereich von Grundlagenforschung bis zu technologischen Anwendungen. Letztes Jahr wurde die absolute Grundlagenphysik geehrt, dieses ja eine ganz praktische Entwicklung. Von daher völlig gerechtfertigt.

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dt83155007 07.10.2014, 15:29
9. die Grafik am Ende

zeigt leider, dass Deutschland als Forschungsstandort schwer zu wünschen übrig lässt.

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