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Drohende Kernschmelze: Explosion in japanischem Atomkraftwerk

Im japanischen Atomkraftwerk Fukushima Daiichi hat sich nach einer Meldung der Agentur Jiji eine Explosion ereignet. Detonationsgeräusche seien gegen 7.30 Uhr mitteleuropäischer Zeit zu hören gewesen. Es habe offenbar mehrere Verletzte gegeben.

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Knutie 14.03.2011, 12:20
2100. °

Zitat von bianna
Ich habe ein Problem mit den offiziellen Verlautbarunge aus Japan. Vielleicht könnte mir ja jemand helfen ? Dass die Detonation des Gebäudes um den Reaktor 3 heute nacht eine Wasserstoffexlosion gewesen ist, ist mir noch ersichtlich, wenn der Reaktor von außen (also zwischen Reaktorhülle und Außenhülle des Gebäudes) erfolgte. Dass sich dabei genug explosiver Wasserstoff bilden kann: logisch. Wie aber kommt es zu einer Wasserstoffexplosion beim ersten explodierten Reaktorgebäude ? Es wird ja gebetsmühlenartig wiederholt, die Reaktoren selbst seien dicht und die Exlosionen seien eine Folge der kontrollieren Dampfentlassung aus dem Reaktor zwecks Druckminderung. Dort setzt meine Frage an: Da ich mir kaum vorstellen kann, dass der Dampf in das Reaktorgebäude selbst abgelassen wird, wie kann sich dann dort bei intakter Reaktorhülle genug explosiver Wasserstoff bilden, um die ganze Betonhülle des Außengebäudes in einer derartigen Weise zu zerlegen ? Wieviel Wasserstoffs würde es in einem solch großen Gebäude bedürfen, um die gesehene Reaktion in ihrem Ausmaß auszulösen ?
Der Wasserstoff bildet sich in diesen großen Mengen im Reaktorkern durch eine Reaktion der frei liegenden Brennstabhülsen. Dieser Wasserstoff muss, zusammen mit Wasserdampf, aus dem Reaktorkern abgelassen werden, sonst könnte der Core explodieren.
Es gibt natürlich keine direkte Verbindung des Cores nach ganz außen, das wäre sicherheitstechnisch aus mehreren Gründen nicht sehr klug. Der Wasserstoff landet deshalb zuerst in der nächsten Schicht, dem Sicherheitsbehälter. Wird der Druck auch dort zu groß oder will man wie in diesem Fall diesen "Zwischenraum" mit Meerwasser füllen, muss der Wasserstoff von dort in das Gebäude entlassen werden.
Dort sammelt er sich im oberen Teil, unter der Decke. Wird der Druck zu groß, bzw. entsteht irgendwo ein Funken, explodiert er.
Der obere Teil des Gebäudes hat aber eine Sollbruchstelle, so das bei einer Explosion der Druck den Rest des Gebäudes und eben auch den Reaktor samt Anlagenteile möglichst schont. Das kann man am Reaktor 1 ganz gut erkennen.

Dabei werden immer radioaktive Isotope vom Reaktorkern mitgeführt, so dass es zu einer Kontaminierung der Umwelt kommt.

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Meerkönig 14.03.2011, 12:26
2101. Dokumentation ARD vom 12. auf den 13. 03.2011 ca. 1.00 Uhr.

Zitat von M. Michaelis
Diese Zahl ist völlig spekulativ und nicht überprüfbar. Sie taugt daher nicht als Argument.
Beispiel: Nach Tschernobyl mussten zwangsweise (Bruderhilfe) 12 DDR Bürger russische LKWs entkontaminieren,die nach Westdeutschland wollten. 11 Leute davon sind inzwischen daran gestorben (Schildrüsen-Knochenkrebs) mit einem max. Alter von 55 Jahre. Nur der 12., nämlich der Gruppenleiter, hat überlebt, weil er sich Kraft seines Amtes, von dieser totbringenden Arbeit drücken konnte.

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IchOnline 14.03.2011, 12:56
2102. "raus nehmen aus dem Reaktor"[?!]

Zitat von Irek
Um die Oszillationen der Raumvakuolen in Elementarteichen der Materie der Brennstäbe schnell zu verringern würde es also ratsam die Brennstäbe so anzuordnen, dass ein chaotisches unregelmäßiges Ordnung in dem Reaktor entsteht. Das würde die destruktive Interferenz steigern und so schnell die Oszillationen verringern. Vielleicht würde schon reichen einzelne Brennstäbe aufzuheben, wenn möglich raus nehmen aus dem Reaktor.
Danke, aber momentan möchten wir alle nur, dass die Brennstäbe - in welchem Zustand sie sich auch befinden mögen - im Reaktor bleiben. Dies ist auch nicht der richtige Zeitpunkt, um Ihre Crackpot-Physik zu testen, gehen Sie vorher lieber noch etwas forschen.

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Meerkönig 14.03.2011, 12:59
2103. Warum wird darüber nicht informiert?

Zitat von Knutie
Dort sammelt er sich im oberen Teil, unter der Decke. Wird der Druck zu groß, bzw. entsteht irgendwo ein Funken, explodiert er. Der obere Teil des .....
Was passiert mit den Primär- Druckleitungen, die zu der Turbine führen ? Wenn die nicht zerstört sind, müsste man die in den Fernsehbildern sehen. Werden die automatisch unmittelbar hinter dem Reaktor abgesperrt? Andernfalls ist die Atmosphäre unmittelbar mit den Brennstäben verbunden und es tritt radioaktive Luft (Gas,Dampf) ununterbrochen in die Atmosphäre aus, denn die Brennstäbe schmurgeln ja ununterbrochen mit 2000 Grad Celsius weiter und zerlegen sich offenbar selbst. Die Zerfallsteile gelangen dadurch in die Umwelt. Ist das korrekt oder nicht?

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bianna 14.03.2011, 13:00
2104. Danke

Zitat von Knutie
Der Wasserstoff bildet sich in diesen großen Mengen im Reaktorkern durch eine Reaktion der frei liegenden Brennstabhülsen. Dieser Wasserstoff muss, zusammen mit Wasserdampf, aus dem Reaktorkern abgelassen werden, sonst könnte der Core explodieren. Es gibt natürlich keine direkte Verbindung des Cores nach ganz außen, das wäre sicherheitstechnisch aus mehreren Gründen nicht sehr klug. Der Wasserstoff landet deshalb zuerst in der nächsten Schicht, dem Sicherheitsbehälter. Wird der Druck auch dort zu groß oder will man wie in diesem Fall diesen "Zwischenraum" mit Meerwasser füllen, muss der Wasserstoff von dort in das Gebäude entlassen werden. Dort sammelt er sich im oberen Teil, unter der Decke. Wird der Druck zu groß, bzw. entsteht irgendwo ein Funken, explodiert er. Der obere Teil des Gebäudes hat aber eine Sollbruchstelle, so das bei einer Explosion der Druck den Rest des Gebäudes und eben auch den Reaktor samt Anlagenteile möglichst schont. Das kann man am Reaktor 1 ganz gut erkennen. Dabei werden immer radioaktive Isotope vom Reaktorkern mitgeführt, so dass es zu einer Kontaminierung der Umwelt kommt.

Vielen Dank für Ihre Informationen. Das hilft mir verständnismäßig sehr weiter.

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esctaste 14.03.2011, 13:05
2105. Unverständnis über das Unverständnis

Zitat von Florian Geyer
Wieder einmal lässt sich dieses Volk dank der Umerziehung in den letzen 50 Jahren von Rot-Grün in eine Ekstase von Angst und Schrecken stürzen. Dabei tritt vollkommen in den Hintergrund, dass eine gewaltiges Erdbeben der Stärke 9,0 mit anschließendem Tsunami Auslöser der atomaren Katastrophe war.
Falsch! Der Auslöser der atomaren Katastrophe war nicht das Erdbeben mit anschließendem Tsunami, sondern die nicht genügende Auslegung des AKW's gegen Erdbeben bis Stärke 9. Ein Fehler menschlichen Ermessens - aber das ist ja zum Glück selten und bei und nie der Fall!

Zitat von
Die Untergangsapologeten von Rot-grün argumentieren vollkommen unredlich und nutzen diese schreckliche Katastrophe für ihre Wahlkampfzwecke aus. Das reicht bis zur abstrusen Forderung vom sofortigen Atomausstieg und damit dem Abschalten aller AKW`s.
Der Hinweis (kein Argument), daß bei einem atomaren Unfall von mehr als 2 Verkehrstoten ausgegangen werden muß, ist 'unredlich'? Ach ja - die Schwierigkeit der Union mit der Wahrheit.

Zitat von
Dabei stellt sich die Frage, wer soll denn die damit verbundenen Strompreiserhöhungen bezahlen? Nicht jeder Bürger bezieht so stattliche Gehälter wie die Herren Beck, Trittin und die Dame Claudia Roth.
Die Entsorgung des atomaren Restmülls bezahlen Sie derzeit mit Ihren Steuern. Das merkt man nicht, das wird gleich vom Arbeitgeber mit abgezogen! ;) Effektiv würde der Strom ohne Atomkraft insgesamt günstiger werden.

Zitat von
Nein, es ist Augenmaß gefragt. Und wenn jetzt Söder den Ausstieg verlangt oder Röttgen eine Neubewertung vornehmen will, dann frage ich mich andererseits, woher diese wundersame Änderung der Meinung? Durch diese Katastrophe in einem Erdbebengebiet? Unglaubwürdig bis lächerlich wirken diese Herren!
Evt. ist bei diesen Herren die Erkenntnis zur Reife gelangt, daß nur 100%ige Sicherheit mit deutschen AKW's nicht zu erreichen ist?

Zitat von
Man hätte doch vorher nur die geschlossenen Verträge beachten müssen. Jetzt rächt sich eben auf nicht gewollte und zutiefst erschütternde neue Weise die Vertragsverlängerung der Laufzeiten und damit den Bruch einer alten Regel: Verträge sind einzuhalten! (Pacta sunt servanda). Und den Preis zahlen wir alle für diese Katastrophe, denn jetzt werden wir systematisch eine Niederlage nach der anderen für schwarz-gelb bei den Landtagswahlen erleben.
Ja, diese Einstellung dürfte neu sein für die Union: Verträge sollten in unserer Gesellschaft doch eine gewisse Verbindlichkeit haben.

Zitat von
Ich wäre darüber nicht traurig, wenn eine wertkonservative Alternative zur Verfügung stünde. Aber so werden wir erleben wie Rot-Grün mit den Kommunisten mehrheitsfähig wird und Landesregierungen in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg usw. bilden wird, zum Schaden unseres Volkes und unserer Geldbeutel.
Meinen Sie wirklich, das wäre eine UNGERECHTE Strafe, wenn das gemeine Wahlvolk eine Partei nicht wiederwählt, bei denen 'Ehre und Anstand' nur Worte im Parteiprogramm sind und deren Atompolitik sich wie eine Wetterfahne im Wind dreht? Vor zwei Monaten die Laufzeitverlängerung beschlossen - und damit Kraftwerke für 8 Jahre 'verlängert', die dieses Jahr abgeschaltet werden sollten - nach 40 Jahren Betrieb sicherlich nicht zu früh.

Und? Wer schreibt als nächstes: 'Aber dann muss man Autos auch...'

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karl-felix 14.03.2011, 13:09
2106. Ich verlasse mich da ganz auf die EVU´s.

Zitat von Nexilis
Eine Frage an alle die, die hier ganz laut nach "AKWs abschalten" schreien und auch nicht nur ein Wort den alternativen gewidmet haben: Wonach schreit ihr dann wenn ihr im dunklen sitzt? Schaut euch die durchschnittliche Leistung eines AKWs an. Gern auch nur von einem Reaktor und dann wisst ihr wie viele z.B. Windkraftanlagen man dafür bauen müsste. Wieviele Solaranlagen man bauen müsste? Was passiert nachts? Oder wenn kein Wind geht? Das rechnet ihr dann einfach mal auf alle aktiven AKWs in Deutschland um. WO sollen die ganzen Windkraftanlagen stehen? Und denkt bitte dabei auch an die bedenken aus der grünen Ecke... Stichwort Lärmbelästigung und Vogelsterben. Die böse Atomkraft muss natürlich erst mal weg und dann überlegen wir uns im Dunklen eine Alternative. Immer der selbe Dünnschiss, echt!
die haben vertraglich zugesichert, dass es kein Problem gibt, geplant aus der Kernenergie auszusteigen. Das gleiche behauptenCDU/CSU/SPD/GRÜNE/LINKE/FDP ( NPD weiß ich nicht) und ich auch. Nur Sie wissen es besser. Seit 1 Million Jahren funktioniert das prima ohne Kernkraft.Und Sie singen das hohe Lied riesiger alter Schrottmeiler. Und wenn Sie halt Frau Merkel aufgrund Ihrer gestrigen Aussage Dünnschiss unterstellen- klären Sie das bitte mit ihr. Kohle soll übrigens helfen.Aber ein echtes Argument pro Atom ist Frau Merkels Verdauung nicht.(-:)

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Knutie 14.03.2011, 13:13
2107. °

Zitat von Meerkönig
Was passiert mit den Primär- Druckleitungen, die zu der Turbine führen ? Wenn die nicht zerstört sind, müsste man die in den Fernsehbildern sehen.
Nein, soviel ich weiß, befinden die sich bei diesem Reaktortyp ganz unten.

Zitat von
Werden die automatisch unmittelbar hinter dem Reaktor abgesperrt? Andernfalls ist die Atmosphäre unmittelbar mit den Brennstäben verbunden und es tritt radioaktive Luft (Gas,Dampf) ununterbrochen in die Atmosphäre aus, denn die Brennstäbe schmurgeln ja ununterbrochen mit 2000 Grad Celsius weiter und zerlegen sich offenbar selbst. Die Zerfallsteile gelangen dadurch in die Umwelt. Ist das korrekt oder nicht?
Wenn die offen wären, ja. Aber dann hätte man schon längst ganz andere Probleme. Natürlich kann man die mit Ventilen auf- und zudrehen. Und diese Ventile sind auch mehrfach ausgelegt und sollten auch den thermischen Belastungen standhalten. Aber getestet hat das noch niemand, wie auch.

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Petra Raab 14.03.2011, 13:14
2108. .

Merkel stoppt AKW-Laufzeit, wird auch Zeit.

So langsam kapiert auch der Superreichste, dass er nicht
flüchten kann vor seinem eigenen "Senf".
Schade auch, dass vor ein paar Jahren festgestellt wurde,
dass die Erde rund ist und der Dreck nicht so einfach
abfließen kann.

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roflem 14.03.2011, 13:22
2109. +

Zitat von Knutie
Der obere Teil des Gebäudes hat aber eine Sollbruchstelle, so das bei einer Explosion der Druck den Rest des Gebäudes und eben auch den Reaktor samt Anlagenteile möglichst schont. Das kann man am Reaktor 1 ganz gut erkennen. Dabei werden immer radioaktive Isotope vom Reaktorkern mitgeführt, so dass es zu einer Kontaminierung der Umwelt kommt.
Ok könnte ja so sein. Was aber sagen Sie zu "Kernschmelze" ? Soweit mir bekannt, ist die, einmal aufgetreten, nicht mehr zu stoppen. Stimmt das Ihrer Meinung nach? Oder kann man die Schmelze wieder stoppen?

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