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Drückermethoden in Arztpraxen: Bayer darf das
AP/ Janssen Pharmaceuticals

Unlautere Praxis: Pharmaherstellern ist es verboten, Pillenproben unverlangt an Ärzte zu schicken. Der Konzern Bayer tat es trotzdem, auch andere Hersteller nutzen diesen Werbetrick. Der Verein, die einschreiten und kontrollieren müsste, entpuppt sich als wirkungslos. Nicht zum ersten Mal.

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felisconcolor 18.04.2012, 16:07
1. Wo Bayer

Zitat von sysop
Unlautere Praxis: Pharmaherstellern ist es verboten, Pillenproben unverlangt an Ärzte zu schicken. Der Konzern Bayer tat es trotzdem, auch andere Hersteller nutzen diesen Werbetrick. Der Verein, die einschreiten und kontrollieren müsste, entpuppt sich als wirkungslos. Nicht zum ersten Mal.
Recht hat, hat Bayer Recht.
Dem Konzern etwas unrechtes aus der Unfähigkeit unserer Politiker
zu unterstellen ist wohl ein wenig weit hergeholt.
Man hat eine ökologische Niesche gesucht und gefunden.
Vielleicht gewöhnen sich ja auch Politiker mal wieder an ein klaren Ja
oder Nein. oder ist ihnen das von ihren Eltern nicht beigebracht worden.

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alealigare 18.04.2012, 16:08
2. freiwillige Selbstverarschung

Zitat von sysop
Unlautere Praxis: Pharmaherstellern ist es verboten, Pillenproben unverlangt an Ärzte zu schicken. Der Konzern Bayer tat es trotzdem, auch andere Hersteller nutzen diesen Werbetrick. Der Verein, die einschreiten und kontrollieren müsste, entpuppt sich als wirkungslos. Nicht zum ersten Mal.
Wann hat das mit der freiwilligen Selbstkontrolle je funktioniert?

Genau: NIE!

In der Pharmabranche geht es um richtig Kohle - da werden schließlich Drogen verkauft. Welche Politiker haben sich da denn schon wieder von Pharmalobbyisten verarschen lassen? - Man - so naiv kann doch keiner mehr sein. Oder wurde bei den Politikern auch ein Bote vorstellig - in dem Paket ist dann ein Probepäckchen GELDSCHEINE ... zum freiwilligen Testen?

Langsam wird es mit sowas wirklich lächerlich. Wer kann denn den Dusseln noch irgendwas glauben oder irgendwas abnehmen?
Und die wundern sich, dass niemand mehr zur Wahl geht ... :/

Wenn es um richtig Geld geht, und es irgendwie durch spitzfindige Advokatenzecken durchgezwirbelt werden kann, dann wird es auch gemacht.
Naive gewählte Volksvertreter ...

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emden09 18.04.2012, 16:12
3. Freiwiilige Nutzlose

Zitat von sysop
Unlautere Praxis: Pharmaherstellern ist es verboten, Pillenproben unverlangt an Ärzte zu schicken. Der Konzern Bayer tat es trotzdem, auch andere Hersteller nutzen diesen Werbetrick. Der Verein, die einschreiten und kontrollieren müsste, entpuppt sich als wirkungslos. Nicht zum ersten Mal.
Alles was in Deutschland "Freiwillige Selbst... [irgendwas aus der Wirtschaft]" heißt ist nutzlos. Meist ist es das Eingeständnis der Politik inkompetent zu sein. ZU inkompetent jedenfalls um unlautere Praktiken mit Gesetzen und geharnischten Strafen zu unterbinden. Dabei wäre ein Sammelklagerecht, wie in den USA recht einfach einführbar und gerade im aktuell geschilderten Fall sooo wirkungsvoll.

Ein Hersteller, der jeden Arzt 10 Minuten Arbeitszeit kostet muss nicht mit einer ernsthaften Klage rechnen. Das geht maximal vors Amtsgericht und selbst da lacht sich der Richter schief und außer den Anwälten verdient niemand. Wenn aber Bayer an 10.000 Praxen "Pröbchen" verschickt und 100.000 Ärzte in einer Sammelklage je 60 Euro Bearbeitungsgebühr für die Rücksendung einklagen, hat diese Praxis erst mal gelitten.

Dass die Politik ein so Verbraucherfreundliches recht nicht einführt ist eigentlich nur mit einer jahrzehntelangen Verfilzung der Ressorts Wirtschaft und Justiz zu erklären. Verfilzung mit der Wirtschaft, Wirtschaftslobbyisten und Interessenvertretern. Jeder hat nur eine Stimme, nur der Lobbyist kann sich direkt 150.000 Stimmen besorgen, wenn er einen Abgeordneten für seine Sache gewinnt.

Die Partei, die den Lobbyisten vordringlich die Tür in die Ministerien geöffnet hat, wird bei der nächsten Bundestagswahl wohl nur noch unter "sonstige" erscheinen. Das könnte ein guter Anfang sein! Wenn danach jemand bereit wäre im Wirtschafts- und im Justizministerium mit dem berüchtigten "eisernen Besen" zu kehren.

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MKasp 18.04.2012, 16:16
4.

So sieht engagierter, fundierter Journalismus aus!
Das ist wohltuend und erinnert an die besten Zeiten des SPIEGEL.
Herzlichen Dank!

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BeitragszahlerwiderWillen 18.04.2012, 16:23
5.

Zitat von sysop
Unlautere Praxis: Pharmaherstellern ist es verboten, Pillenproben unverlangt an Ärzte zu schicken. Der Konzern Bayer tat es trotzdem, auch andere Hersteller nutzen diesen Werbetrick. Der Verein, die einschreiten und kontrollieren müsste, entpuppt sich als wirkungslos. Nicht zum ersten Mal.
Warum macht man das mit Bayer nicht so wie mit jedem kleinen ebay-Händler? Einfach mal kostenpflichtig abmahnen und für jeden weiteren Verstoß 50.000 Euro kassieren? Das wäre dann nicht wirkungslos...

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skeptiker6 18.04.2012, 16:33
6.

... wie der Singular von KODEX lautet?

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skeptiker6 18.04.2012, 16:34
7.

... wie der Singular von KODIZES lautet?

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benny212 18.04.2012, 17:10
8. Alles nicht so schlimm

Was ist denn eigentlich so verwerflich daran, wenn kostenlose Proben abgegeben werden...?
Wir nehmen die ja auch gern an, ob in Apotheke, Drogerie oder sonstwo.
Früher durften die Ärzte unbeschränkt Proben erhalten.
Das war sehr praktisch, denn als Patient hat man oft vom Arzt auch gleich das passende Medikament als "unverkäufliches Muster" geschenkt bekommen. Keine Rezeptformalitäten oder Zuzahlungen. Keine Kosten.

Eine Firma muss die Möglichkeit haben, in ihrem Markt zu werben, alles andere sehe ich als Wettbewerbsbehinderung an.

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glen13 18.04.2012, 17:12
9.

Zitat von sysop
Unlautere Praxis: Pharmaherstellern ist es verboten, Pillenproben unverlangt an Ärzte zu schicken. Der Konzern Bayer tat es trotzdem, auch andere Hersteller nutzen diesen Werbetrick. Der Verein, die einschreiten und kontrollieren müsste, entpuppt sich als wirkungslos. Nicht zum ersten Mal.
Konzerne dürfen in Deutschland natürlich nicht alles. Sie tun es einfach nur. Warum? Wenn sie erwischt werden, bekommen sie eine für den Normalbürger drakonisch erscheinende Strafe, sagen wir 1,5 Mio. Euro. Das ist doch viel, aber der Konzern hat natürlich durch sein Vergehen bereits ein mehrfaches der Strafe als Gewinn verbucht.
Verstößt dagegen ein kleiner Handwerksbetrieb gegen irgendeine Vorschrift, gilt die ganze Härte des Gesetzes ohne Wenn und Aber. Denn Recht muss ja auch Recht bleiben.

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