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Dürre in Kalifornien: Die Wasserparty geht zu Ende
DPA

Die Kalifornier werden zum Wassersparen gezwungen - erstmals in der Geschichte des US-Bundesstaats. Um ein Viertel soll der private Verbrauch sinken. Doch selbst dann bleibt die Verschwendung enorm.

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gnoib 02.04.2015, 22:25
110.

Zitat von geri&freki
Und – wie die harten Tatsachen unwiderlegbar verdeutlichen – ein System, das letztendlich auf Sand gebaut ist!
Es ist auf Wasser gebaut.
Das groesste Problem der bewaesserten Felder im Suedwesten ist der Boden, der sehr sandig ist und so schlecht Wasser haelt.
Dazu kommen noch sehr hohe Sommertemperaturen und eine sehr niedrige Luftfeuchtigkeit, zwischen 10 und 20%.
Der groesste Teil des Wassers verdunstet, rund 70 bis 80% erreichen nie die Wurzeln.
Deswegen ist der landwirtschaftliche Wasserbedarf in unseren Breiten so gigantisch.
Hoch modern, fantastische Ernten, alle maschienen GPS gesteuert, die Felder warden constant nach den besten wissentschaftlichen erkenntnissen ueberwacht.
Aber das aendert nichts daran, das auf Grund der Boeden und klimatischen Verhaeltnisse ganz einfach zuviel Wasser benoetigt wird.
Die muessen umdencken, z.B. gigantische Wicking Beds, oder wenn moeglich Hydro oder Aqua Kulturen.
Wenn der Regen und Schnee weiter ausbleibt bedeutet das eine landwirtschaftlich Revolution, die traditionelle wird den trockenen Bach runter gehen.

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peterkamm-mueller 02.04.2015, 22:27
111. Dr.No

Und da zeigt sich, dass der typische Deutsche vor allem eines nicht verstanden hat: Alles, aber auch wirklich jedes Problem, lässt sich mit Geld lösen. Und davon hat Californien viel. Sehr viel.

San Diego baut übrigens eine Entsalzungsanlage für ca. 10% des Gesamtverbrauchs der Millionenstadt. Der Wasserpreis aus dieser Anlage wird niedriger sein, als der durchschnittliche Wasserpreis in Deutschland, trotz des horrenden Stromverbrauchs (und der Wasserflut in Good old Germany) übrigens.

Also: Alles easy und nun mal die Herztabletten einwerfen ;) Wir wollen nicht, dass hier noch wem was passiert!

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bernd.stromberg 02.04.2015, 22:36
112.

Zitat von peterkamm-mueller
Und da zeigt sich, dass der typische Deutsche vor allem eines nicht verstanden hat: Alles, aber auch wirklich jedes Problem, lässt sich mit Geld lösen. Und davon hat Californien viel. Sehr viel.
Davon bin ich überzeugt.

Zitat:
"In Kalifornien sind zumindest 100 Städte von einer Pleite bedroht, schätzt die California State University.

Es ist ein Muster, das sich quer durch die USA zeigt: von San Bernardino und Stockton in Kalifornien, die im Vorjahr Bankrott angemeldet haben, (...)"

Quelle: http://m.diepresse.com/home/wirtschaft/international/1432427/index.do

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noprejudice 02.04.2015, 22:54
113. Dummes Geschwätz

Leider stelle ich fest, dass sowohl die Ausführungen des Autors als auch vieler Teilnehmer des Forums die Wirklichkeit nur verzerrt wiedergeben.

Beispielsweise ist es falsch, dass die überwiegende Zahl der Städte keine Wasserzähler haben. Es ist genau umgekehrt: Nur einige wenige Städte und Gemeinden haben keine Wasserzähler aus eher historischen Gründen.

Die meisten Bewohner zahlen - wie in Deutschland - ihre Wasserrechnung nach dem Verbrauch. Auch eine "Flatrate" gibt es nicht nennenswert.

Mein Heimatort Santa Cruz hat darüber hinaus mittlerweile Strafgebühren im Sommer eingeführt, wenn ein bestimmter Verbrauch überschritten wird. Ferner muss der jeweilige Verbraucher an einem Seminar zum Wassersparen teilnehmen, wie beim deutschen Punkteabbau.

Auch wird Wassersparen vielerorts belohnt: wer eine wassersparende Toilette einbaut oder seinen Rasen entfernt, bekommt Förderung. Ebenso gibt es Unterstützung für sozial schwache Familien.

Der "angemalte" Rasen ist übrigens eher selten. Ich habe den noch nirgends in Kalifornien gesehen. Leute, die Rasen möchten, nehmen mittlerweile häufig einen Kunstrasen, wie auf dem Sportplatz.

Ohne die Details zu kennen sollte man grundsätzlich keine voreiligen Schlüsse ziehen. Natürlich liegt dies auch an den Medien, die nicht ordentlich recherchieren. Dies trifft allerdings nicht nur den Spiegel sondern m.E. sämtliche Medien weltweit. Die Nachrichten über Deutschland in den ausländischen Medien sind da gelegentlich nicht besser.

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gnoib 02.04.2015, 23:06
114.

Zitat von peterkamm-mueller
Und da zeigt sich, dass der typische Deutsche vor allem eines nicht verstanden hat: Alles, aber auch wirklich jedes Problem, lässt sich mit Geld lösen. Und davon hat Californien viel. Sehr viel. San Diego baut übrigens eine Entsalzungsanlage für ca. 10% des Gesamtverbrauchs der Millionenstadt. Der Wasserpreis aus dieser Anlage wird niedriger sein, als der durchschnittliche Wasserpreis in Deutschland, trotz des horrenden Stromverbrauchs (und der Wasserflut in Good old Germany) übrigens. Also: Alles easy und nun mal die Herztabletten einwerfen ;) Wir wollen nicht, dass hier noch wem was passiert!
Aber Landwirtschaft, die ja der eigentliche Verursacher des Notstandes ist, kann man nicht so helfen.
Weder Nevada, noch Arizona, noch New Mexico, noch Utah oder der Suedwesten von Colorado haben Zugang zum Meer und bei uns herscht genauso Duerre wie in CA

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timmey88 02.04.2015, 23:35
115. Traumziel Cali

Ich war nun schon öfter und für längere zeit in cali. Unter anderem zu Gast bei einer reichen Familie in North Hollywood. Durch die Wasserknappheit und die folgende Sensibilisierung ist schon längst ein umdenken zu erkennen. Auch was den Plastikverbrauch betrifft, ist eine Besserung in Sicht. Allerdings sind durch fehlende Aufklärung/Grundbildung die meisten Amerikaner nicht im Stande ,nachhaltig zu entscheiden.

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qoderrat 03.04.2015, 00:07
116. Wasserverbrauch

Zitat von gsflair
Natürlich verschwenden die Amerikaner Ressourcen. Wir sollten aber vorsichtig sein, hier mit dem Finger auf die "bösen Amis" zu zeigen. Auch in Europa verschwenden wir unsere Ressourcen fast gleichermaßen. Oder sprengen Sie etwa im Sommer nicht Ihren Rasen, legen sich gerne ein schönes Steak (für das es etwa 4.000 Liter Wasser gebraucht hat) auf den Grill, fahren mit der Limousine oder dem SUV zum Einkaufen, freuen sich aktuell über die niedrigen Ölpreise, etc etc.
Ganz so einfach kann man es sich auch nicht machen und hier blindes bashing zu unterstellen. Tatsächlich ist der Wasserverbrauch im Schnitt in den USA sehr hoch, egal welche Rubrik man jetzt vergleicht.

Sowohl der direkte Verbrauch als auch unter Berücksichtigung des Wassereinsatzes für konsumierte Nahrungsmittel und Produkte. Das heisst jedoch nicht, das wir speziell beim Konsumverhalten nicht auch deutliche Einsparpotentiale haben.

Einige interessante Informationen kann man z.B. hier nachlesen:
http://www.bpb.de/wissen/VGPF7A

Wobei man dabei noch berücksichtigen muss, unter Wasserverbrauch wird bei uns üblicherweise die Verschmutzung oder Reduktion der Qualität des Wassers verstanden. Das Wasser ist da noch grösstenteils im Kreislauf vorhanden, nur nicht mehr ohne Aufbereitung direkt nutzbar.

Was in CA besonders problematisch ist, ist dass die Landwirtschaft dort nicht nur Wasser verschmutzt, sondern ein viel grösserer Anteil über Verdunstung dem lokalen Wasserkreislauf entzogen wird, und dieser Verlust immer schwerer zu kompensieren ist, da die Reserven im Grundwasser schon stark angegriffen sind. Im Vergleich dazu, bei uns kommt es teilweise sogar zu Problemen aufgrund steigendem Grundwasserspiegels.

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ridgleylisp 03.04.2015, 00:26
117. Wer nicht vorsorgt......

Wer nicht vorsorgt, der muss fühlen! Kalifornien hat VIEL Wasser, nur nicht immer! Und meist fließt es ungenutzt ins Meer! Als der Staat mal die Hälfte der Bevölkerung hatte, so vor 50 Jahren, da gab's genug Dämme um langzeitig zu stauen. Seitdem dürfen keine Dämme mehr gebaut werden, gebaute werden abgerissen - und WER hat die Schuld? Ja, wer, denn? Fragen Sie mal die Eco-Fanatiker!

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johnnybongounddie5goblins 03.04.2015, 00:51
118.

"Die Kalifornier werden zum Wassersparen gezwungen - erstmals in der Geschichte des US-Bundesstaats"
Genau, und die "dust bowl" in den 30er Jahren hat es nie gegeben

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Gubsak 03.04.2015, 01:27
119. Wasserzähler

Als meine Eltern i 1975 auf den Land gezogen sind (in Dänemark) wurde mein Vater bald danach Mitglied von der Verwaltungsrat der Wasserwerks. Damals hat der Landwirt mit 50 Kühen oder der Gärtner und die einfache Familie die gleiche Rechnung bezahlt. Damals wurde Wasserzähler eingefürt und der Totalverbrauch sank um die Hälfte.

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