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Einigung im Düngestreit: So will Deutschland die Gewässer besser vor Nitrat schützen
Marius Schwarz/ imago images

Von deutschen Feldern gelangt zu viel Dünger ins Grundwasser, mahnt die EU schon lange. Jetzt hat die Bundesregierung Ideen für sauberere Gewässer präsentiert - doch diese stoßen auf Kritik.

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dwg 14.06.2019, 20:45
1. Falsch

Es geht überhaupt nicht um "das Grundprinzip der Bedarfsdeckung landwirtschaftlicher Kulturen mit Nährstoffen", sondern um die Verklappung der Hinterlassenschaft der Massentierhaltung. Wir haben schlicht mehr Gülle, als sinnvoll auf Felder ausgebracht werden kann. Noch krasser ist das im Grenzraum zu Benelux - da wird munter Gülle über die Grenze kutschiert.-

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haumti 14.06.2019, 21:18
2. Die Bauern haben nicht verstanden

daß der Schutz der Umwelt vor ihren Wirtschaftlichen Intressen steht.
Seit mehr als 10 Jahren hat es die Politik verschlafen dem unverhältnismäßigem Düngen und somit dem Vergiften unseres Trinkwassers grenzen zu setzen.
Jetzt werden grade mal 20% minus verordnet und der Aufschrei der Bauern ist Groß.
Klar ist daß es sich um nicht lösbare Aufgaben und Existenzgefährdene Vorschriften handelt - Wer soll denn das noch glauben ?
Die Bauen können noch froh sein das eine GROKO mit Bauernfreundlicher CDU und Windelweicher SPD am Ruder ist.
In spätestenz zwei Jahren ist Grün an der Regierung und dann sind 50% minus oder noch mehr an der Tagesordnung.

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m.klagge 14.06.2019, 21:20
3. Wir haben ein Gülle Problem.

Auf den Feldern und in der Politik. Das in der Politik ließe sich durch unbestechliche, nicht vor den Lobbies auf den Rücken rollende Politiker lösen. Allerdings gibt es die nicht in den C-Parteien, wie der feine Herr Christian Schmidt (CSU) gestern und heute die feine Frau Klöckner (CDU) zur Genüge demonstrieren.

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giostamm11 14.06.2019, 21:27
4. Massentierhaltung

es gibt auch keinen Grund, dass Deutschland 22 mio Schweine halten muss um diese dann zu Tiefstpreisen zu exportieren. Das grosse Frankreich hat 13 mio Schweine und das Vergleichsland Italien deren 8 mio. Und nein es werden keine deutschen Schweine zu Parmaschinken verarbeitet, um das gleich vorwegzunehmen. 1 Schwein hat den Stoffwechsel von 4 Menschen. Es wäre also ausscheidungsmässig so als ob Deutschland 160 mio Bewohner hätte. Dazu kommen dann noch alle anderen Tiere. Deutschland hat proportional nur die halbe Bio Anbaufläche im Vergleich zu Italien was der Natur auch nicht hilft. Es ist klar, dass diese Übernutzung Folgen aufs Wasser hat. So nimmt die allgemeine Belastung des Rheins von Basel bis zur niederländischen Grenze ums 200 fache zu.

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larsmach 14.06.2019, 21:33
5. Mit hinzugekauftem Nitrat-Dünger würde nicht herumgesaut!

Mit hinzugekauftem Nitrat-Dünger würde wohl nicht so herumgesaut ("Bedarfsdeckung von Kulturen mit Nährstoffen"!?) - längst gibt es automatisierte Verfahren, um Bodenzustand und Düngemittelbedarf innerhalb kleiner Einheiten festzustellen und effizient Nährstoffe zuzufügen. Wenn so hohe Nitratmengen in den Boden gelangen, dass Pflanzen diese nicht einmal aufnehmen, dann liegt das eher an "billiger Entsorgung" von Gülle. Es ist indes richtig, dass hoher Fleischkonsum viel Gülle verursacht.

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beuerlein 14.06.2019, 21:37
6. Immer sollen die Tierhalter Schuld sein

Dabei wird in der Diskussion immer wieder unterschlagen, daß die Biogasbetreiber bis vergangenes Jahr die doppelte Menge an Stickstoff über Gärreste ausbringen durften als die Tierhalter.

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inspiration123 14.06.2019, 21:47
7. Landwirt

ich bin Landwirt. Natürlich müssen wir uns im Bereich Grundwasserschutz verbessern.
Wenn man hier jedoch liest mit wie wenig Fachkenntnis über dieses Thema schwadroniert wird, dann merkt man wie schwierig eine Lösung des Problems ist.

Schon im Artikel findet man viele einfache Missverständnisse und Fehler. Der Bereich Düngung ist nicht trivial. Und Landwirtschaft ist im übrigen auch kein Selbstzweck, die Lebensmittel werden auf unserer Welt dringend benötigt. Und damit meine ich, um nicht gleich wieder ein Totschlagargument zu provozieren, nicht diese bei allen verhasste Massentierhaltung. Nur ein Punkt zur fachlichen Aufklärung: Eine N- Düngung ohne Verluste in die Luft oder in das Grundwasser ist unmöglich, auch oder auch gerade im ökologischen Landbau. und gerade der ökologische Landbau ist auf die Symbiose mit der Tierhaltung angewiesen. Das wird oft vergessen. Es geht immer darum, die Nährstoffe möglichst effizient einzusetzen. Und da sind wir nicht so schlecht, wie viele meinen.

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formatierer 14.06.2019, 21:53
8. Soisses

Zitat von beuerlein
Dabei wird in der Diskussion immer wieder unterschlagen, daß die Biogasbetreiber bis vergangenes Jahr die doppelte Menge an Stickstoff über Gärreste ausbringen durften als die Tierhalter.
Das ist zu kompliziert. Für Grüne reicht es die Bauern zu den Schuldigen zu machen. Biogas ist doch eine "Erneuerbare Energiequelle"

Das Schlimme sind die Halbwahrheiten die immer aufgetischt werden. Damit zieht die selbsternannte Elite durchs Land.

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günter1934 14.06.2019, 21:53
9. Kraftfutter

Wenn in Deutschland die Tiere nur mit in Deutschland gewachsenem Futter ernährt würden, wäre das mit der Nitratbelastung natürlich kein Problem.
So wird das Gülleproblem praktisch importiert mit Sojaschrot, der bei der Ölgewinnung übrig bleibt und das perfekte Kraftfutter ist.
Das gibt dann billiges Fleisch und billige Milch und eben auch jede Menge Gülle!

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