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Einigung im Düngestreit: So will Deutschland die Gewässer besser vor Nitrat schützen
Marius Schwarz/ imago images

Von deutschen Feldern gelangt zu viel Dünger ins Grundwasser, mahnt die EU schon lange. Jetzt hat die Bundesregierung Ideen für sauberere Gewässer präsentiert - doch diese stoßen auf Kritik.

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kalzifer 14.06.2019, 21:54
10. geht nicht weit genug

Auf der einen Seite werden wir als private Betreiber einer biologischen Kleinkläranlagen penibelst überwacht und müssen regelmässig die Dichtheit der Anlage nachweisen. Auf der anderen Seite entsorgt hier der Landwirt 10 Meter weiter regelmässig Tierfäkalien auf seinem Feld. Es ist nicht nur das Nitrat in der Jauche, sondern z.B. auch Rückstände von Antibiotika, die die Umwelt belasten. Man könnte als Landwirt natürlich auch mit Gründünger arbeiten, aber ist teurer und wo sollen dann all die Tierfäkalien hin? Die geplante Düngemittelverordnung geht jedenfalls nicht weit genug, zumal sie leicht zu umgehen ist.

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günter1934 14.06.2019, 21:59
11.

Zitat von beuerlein
Dabei wird in der Diskussion immer wieder unterschlagen, daß die Biogasbetreiber bis vergangenes Jahr die doppelte Menge an Stickstoff über Gärreste ausbringen durften als die Tierhalter.
Wenn die Biogasbauern die Gärreste auf den Feldern ausbringen, auf denen sie ihr Gärgut erzeugen, kann das eigentlich kein Problem sein.
Ob diese bösen Buben dann vielleicht noch fremde Gülle vergasen?

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shotaro_kaneda 14.06.2019, 22:07
12.

Dann hoffen wir mal, dass die Kunden künftig auch verstärkt Ökoprodukte kaufen. Denn trotz grünem Höhenflug in den Umfragen macht der Ökoumsatz im Lebensmittelbereich in D nur um die 5% aus. Vielen kleinen Betrieben in den entsprechend belasteten Gebieten wird nämlich nicht viel übrig bleiben, als auf Öko umzustellen, um konkurrenzfähig zu bleiben. Dies setzt bei steigendem Angebot aber auch eine steigende Nachfrage voraus. Und da die Lebensmittelpreise künftig generell relativ stark steigen werden (schärfere Düngregeln, weniger Pflanzenschutz, Glyphosatverbot, niedrigere Agrarfördermittel, CO2-Steuer, fehlende Fachkräfte) bleibt offen, ob die Verbraucher künftig auch öfter zu Ökoprodukten greifen werden. Ansonsten werden die Großbetriebe weiter wachsen. Die neuen Regeln werden auf jeden Fall den kompletten Wirtschaftszweig und die Bodenpreise kräftig durchrütteln. Die Folgen (auch für die Verbraucher) sind derzeit nicht abzusehen.

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dt1700744 14.06.2019, 22:08
13. 20% weniger - ein Witz! Der Bauernverband und die Mafia

20% weniger Gülleausbringung und das mit Einschränkungen sind nur als Witz zu bezeichnen und ist wieder ein Beleg dafür, dass vor allem die CDU/CSU-Politiker es immer noch nicht verstanden haben. Die Menschen in diesem Land wollen, dass die Politik sich um das Klima kümmert und dieses Klima bessert beziehungsweise, dass sich das Klima nicht nachteilig verändert. Und dazu gehört vor allem auch die Gülleproblematik. Abgesehen von den Nachteilen oberirdig, schädigt diese Gülle das Grundwasser, das Wasser, das wir trinken. Aber das ist den Bauern egal. Dieser Bauern-"Präsident" Rudwiek und sein Bauernverband drangsalieren mit mafioösen Strukturen, siehe FML, Politiker, rechtschaffene Landwirte, die ökologisch arbeiten wollen und schließlich den Bürger, den Verbraucher in einem nicht mehr zu tolerierbaren Ausmaß. Ich wünsche mir eine große Anzahl von Redaktueren/Journalisten, die entsprechend recherchieren und diesen Bauernverband ausmisten. Die Verquickung von Politikern und Bauernverband sind unerträglich, siehe die Aufdeckungen in der ZDF-Sendung "Die Anstalt". Wieso muss eigentlich eine Satire-/Polit-Kabarett-Sendung den Bürger über die Schweinereien des Bauernverbandes aufklären? Und nicht die Politik und die Medien? Da sind wir doch schon bei der Lobbyarbeit. Ich denke, er wird Zeit, einen "Bannkreis" um Berlin zu ziehen, jeder Lobbyist, der innerhalb von 150km um Berlin herum angetroffen wird, sitzt stante pede auf der Anklagebank. Das würde jedem Politikbereich gut tun, siehe den Wirtschafts- und Finanzentscheidungen. Glück auf!

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upalatus 14.06.2019, 22:10
14. Ein Grillwochenende ist da

Die Kundschaft kauft die Billigfleischtheken der Discounter leer. Solange dieses Verlangen nach Viel und Billig herrscht, fällt seenweise Gülle an und in Folge Nitrateintrag (nebst Medikamentenrückstände usw.) ins absolute Grundnahrungsmittel Wasser. Scheren tuts den Leuten jedoch so gut wie nichts, ansonsten gäbs knackige Protest- und konsequenterweis Verweigerungsaktion.

Weshalb also sollte die Politik hier besonders tätig werden, wenns schon der Kundschaft wurst ist??

Eine schier unglaubliche Sache ist, wenn man sich auch noch die Belastungskarte ansieht, der Gülleimport aus Benelux. Eigentlich, angesichts der klimabewegten Jugend, müssten dort jeden Tag neue Strassenblockaden errichtet werden!

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jla.owl 14.06.2019, 22:22
15. ewiges Gejammer...

... ja, die Welt ändert sich, und wir müssen reagieren. Na und, dann gibt es eben weniger Schweine, dann wird eben das Fleisch teurer, wo ist das Problem... Oder soll lieber der Trinkwasserpreis auf das Doppelte steigen, weil wir das Nitrat wieder rausfiltern müssen. Die Antibiotikabelastung ist noch ein ganz anderes Problem, hat aber die "Bauernschaft" schuld dran, nein... doch, geht mit dem Zeug besser um, schafft andere Bedingungen in der Tierhaltung... geht nicht, nicht konkurenzfähig... och, ihr Armen, dann überlast es denen, die damit vernünftig umgehen wollen und können...

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richooo 14.06.2019, 22:37
16. @inspiration123 Nr.7

1) Unsere Landwirtschaft produziert mehr als wir benötigen. Auf nationaler und internationaler Ebene.
2) es geht um das übermäßige ausbringen von Gülle. Ich wohne im Grenzgebiet zu den Niederlanden und kann ein Lied davon singen wieviel Gülle hier entsorgt wird. Und dabei geht es nicht um anreicherung von N. Wer 12 Jahre Mais Monokultur, im Frühjahr und Herbst Herbizide & Gülle ausbringt + regelmäßig umflügt zeigt das es nicht um Ernährung sonder Gewinnmaximierung geht. Eine 3 Felder Wirtschaft oder Mischkultur würden die Nahrungsversorgung genau so gut sichern und weniger Gülle benötigen. Ist natürlich mehr Aufwand. Und natürlich fallen die Einnahmen durch die Gülle Entsorgung weg. Ich verstehe den Drang nach Profit allerdings sollten die Bauern auch verstehen das der Status Qou auch Schädlich für Sie und Ihre Nachkommen sind. Ich weiß es ist eine Herausforderung für die Bauern da die Verbraucher nur Billig Billig. Da wir alle im gleichen Boot sitzen sollten wir versuchen vernünftige Lösungen zu entwicklen anstatt dem anderen die Schuld zu zuschieben.

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kmgeo 14.06.2019, 22:40
17. Milchmädchen Rechnung

Ausbringung von 170 kg pro ha, wenn selbst Mais nur 162 aufnimmt? In guten feuchten Jahren. Es stimmt also alles nicht so richtig. Und natürlich kann man Backweizen mit 130 kg N erzeugen. Man muss vielleicht auch sehen, dass der Peak an N erst noch ins Grundwasser sickert und dort in 8 - 10 Jahren ankommt. Was wir brauchen, sind regionale Wirtschaftssysteme: wenn Schweine nur maximal 100 km transportiert werden dürfen, ist die besser arbeitende Konkurrenz außen vor. Gleichzeitig können die Erzeuger den Schlachthöfen die Preise diktieren. Viele kleine Schlachthöfe sind aber weniger gut handlebar für Lidl und co.. Also gewinnt der Erzeuger und der Kunde,weil das Fleisch auch besser sein kann. Wenn Dein stärker Arm es will, stehen alle Schweine still. Könnte der DBV und die Schweineerzeuger in NDS propagieren.

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wo_st 14.06.2019, 22:41
18. und die Gülle von den Nachbarn

Und deutsche Bauern importieren Gülle aus den Nachbarländern, weil "uns" das Grundwasser egal ist. Das ist lange bekannt und niemand macht was dagegen, liebe c- und s-parteien.

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Ökofred 14.06.2019, 22:56
19. richtig..

Zitat von shotaro_kaneda
Dann hoffen wir mal, dass die Kunden künftig auch verstärkt Ökoprodukte kaufen. Denn trotz grünem Höhenflug in den Umfragen macht der Ökoumsatz im Lebensmittelbereich in D nur um die 5% aus. Vielen kleinen Betrieben in den entsprechend belasteten Gebieten wird nämlich nicht viel übrig bleiben, als auf Öko umzustellen, um konkurrenzfähig zu bleiben. Dies setzt bei steigendem Angebot aber auch eine steigende Nachfrage voraus. Und da die Lebensmittelpreise künftig generell relativ stark steigen werden (schärfere Düngregeln, weniger Pflanzenschutz, Glyphosatverbot, niedrigere Agrarfördermittel, CO2-Steuer, fehlende Fachkräfte) bleibt offen, ob die Verbraucher künftig auch öfter zu Ökoprodukten greifen werden. Ansonsten werden die Großbetriebe weiter wachsen. Die neuen Regeln werden auf jeden Fall den kompletten Wirtschaftszweig und die Bodenpreise kräftig durchrütteln. Die Folgen (auch für die Verbraucher) sind derzeit nicht abzusehen.
Und damit dieses System überhaupt funktioniert werden 20% der Schweinefleischproduktion exportiert, zB nach China. Klar, das sind nicht die Qualitäten, die wir verwöhnten Deutschen so nehmen, aber ohne die Exporte würde die Billigproduktion hier sicher nicht laufen.

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