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Einigung im Düngestreit: So will Deutschland die Gewässer besser vor Nitrat schützen
Marius Schwarz/ imago images

Von deutschen Feldern gelangt zu viel Dünger ins Grundwasser, mahnt die EU schon lange. Jetzt hat die Bundesregierung Ideen für sauberere Gewässer präsentiert - doch diese stoßen auf Kritik.

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ravossel 16.06.2019, 07:14
70. Theorie und Praxis

Die Vorschriften sind möglicherweise ausreichend. Lässt sich aber nicht nachvolziehen, da sie nicht eingehalten werden; der Bauer steht unter Existenzdruck, die (Lokal-) Politik und Exekutive schützt ihn.
Ein Beispiel:
Spreche ich den Bauern an, der über gefrorenen Boden und Graben Gülle verteilt, werde ich vom Hof gejagt - O.K. - irgendwie nachvollziehbar, kann er ja machen...
Aber daß in der Folge die Polizei in Zivil hinterm Haus lauert, wenn ich mit dem Pkw + Anhänger mein Brennholz über 15m Feldweg in den Garten bringe und mir "dafür" eine Anzeige aufdrückt, greift meine Grundrechte an (Gleichbehandlungsgrundsatz zB. - jeder Nachbar macht das genauso, seit Jahrzehnten...)
Dann ruft mich noch die Untere Wasserbehörde an, ob ich nicht meine Anzeige zurückziehen möchte? Dabei habe ich doch gar nichts weiter unternommen, bin doch nicht blöd... Wer alleine was unternimmt, kann eigentlich nur noch wegziehen; wer eine Bürgerinitiative gründet, spaltet die Menschen vor Ort.
Die Änderung muss "von oben" kommen. Nicht durch neue Gesetze, sondern durch Austausch der Köpfe in der Politik und den Ämtern.

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giostamm11 16.06.2019, 15:24
71. Simmentaler - nicht alles besser

natürlich macht Italien nicht alles besser aber auch nicht alles schlechter nur weil es Italien ist....Italien hat 15% Bioanbaufläche, Deutschland 9%. Italien hat die meisten Prädikatslebensmittel der Welt. DOC, IGP u.s.w...Deutschland unter Italien und Frankreich am wenigsten. Italien hat die grösste Biodiversität ganz Europas. Bei Fliessgewässer gibt es auch dort viel zu tun. Es gibt den wohl schmutzigsten Fluss Sarno aber auch den letzten intakten Fluss Westeuropas von Quelle bis Mündung, Taglianento und die Nationalparks machen mehr als 5% der Fläche aus, in DE nicht mal 2.5%.....eben nicht alles ist besser, vieles schon und schlechter ist es auch nicht

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ardbeg17 16.06.2019, 22:37
72. @giostamm #4

"(...)So nimmt die allgemeine Belastung des Rheins von Basel bis zur niederländischen Grenze ums 200 fache zu."
Wenn Sie jetzt noch sagen könnten, um welche Belastung es sich handelt und wo /wodurch sie eingetragen wird, hätte ihr Satz eine Aussage. Danke.

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regelaltersrentner 17.06.2019, 09:03
73.

Zitat von ravossel
Die Vorschriften sind möglicherweise ausreichend. Lässt sich aber nicht nachvolziehen, da sie nicht eingehalten werden; der Bauer steht unter Existenzdruck, die (Lokal-) Politik und Exekutive schützt ihn. Ein Beispiel: Spreche ich den Bauern an, der über gefrorenen Boden und Graben Gülle verteilt, werde ich vom Hof gejagt - O.K. - irgendwie nachvollziehbar, kann er ja machen... Aber daß in der Folge die Polizei in Zivil hinterm Haus lauert, wenn ich mit dem Pkw + Anhänger mein Brennholz über 15m Feldweg in den Garten bringe und mir "dafür" eine Anzeige aufdrückt, greift meine Grundrechte an (Gleichbehandlungsgrundsatz zB. - jeder Nachbar macht das genauso, seit Jahrzehnten...) Dann ruft mich noch die Untere Wasserbehörde an, ob ich nicht meine Anzeige zurückziehen möchte? Dabei habe ich doch gar nichts weiter unternommen, bin doch nicht blöd... Wer alleine was unternimmt, kann eigentlich nur noch wegziehen; wer eine Bürgerinitiative gründet, spaltet die Menschen vor Ort. Die Änderung muss "von oben" kommen. Nicht durch neue Gesetze, sondern durch Austausch der Köpfe in der Politik und den Ämtern.
Die Polizei hat was anderes zu tun, als sich auf die Lauer zu legen, bis jemand mit dem Pkw + Anhänger Brennholz über einen Feldweg in den Garten bringt.

Wem dem so war, dann sollten sie versuchen ihren Nachbarstreit beizulegen.

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Lokalpatriotin 17.06.2019, 09:19
74. Da kann noch lange diskutiert werden!

Deutschland versucht nun, den 2012 selbst eingebrockten Fehler mit unzureichenden Meßstellenmeldungen wieder gut zu machen. Das wird nicht so leicht gelingen, da die EU ihre Regeln gewahrt wissen möchte, auch wenn man über Sachverhalte streitet, die hornalt sind. Unsere Erfahrung zeigt, dass Landwirte trotz unterlassener Düngung bei Nitratversuchen trotzdem zu hohe Nitratwerte nachgewiesen bekommen. Behörden wollen nicht, das Antromverhältnisse hinzugezogen werden in die Betrachtung, weil man scheinbar gar nicht wirklich weiß, woher die Werte kommen. Erschwerend kommt hinzu, dass Labore in keiner Weise auf den Ansturm der Nitratuntersuchungen vorbereitet waren und sind. Behörden haben es schlicht verpasst, ein Verfahren vorzugeben, nachdem verbindlich alle Proben untersucht werden, keine Ahnung warum. Erst kürzlich wurde das getestet und man erhielt für Bodenproben aus der gleichen Entnahme in unterschiedlichen Laboren völlig unterschiedliche Ergebnisse. Das kann nicht sein, kommt aber durch die Verfahren, die die Labore nutzen und durch die unterschiedliche Bearbeitungszeit, die diese benötigen. Bodenproben sollten zügig verarbeitet und bis dahin gekühlt werden. Dieses dilettantische Vorgehen ist typisch für die Politik unserer Zeit, weil man sich vom unnötigen Hype um dieses Thema treiben lässt. Wir haben ganz andere Probleme, als dieses.

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