Forum: Wissenschaft
Elektroautos und Versorgungssicherheit: Stresstest fürs Stromnetz
Tobias Gerber

Brechen die Stromnetze zusammen, wenn Millionen von Elektroautos auf Deutschlands Straßen drängen? Nein, sagt der Energieversorger E.on nach einem virtuellen Stresstest - zumindest unter bestimmten Bedingungen.

Seite 2 von 32
schwaebischehausfrau 22.05.2019, 00:57
10. Überraschung.!!!

Oder auch nicht. Der Vorstand eines Unternehmens, dass von einer Umstellung auf E-Autos massiv profitieren würde, weil ihm dies zig Milliarden Euro an zusätzlichen Umsätzen jedes Jahr bescheren würde, sagt also , dass das alles kein Problem ist. Ist absolut legitim und nachvollziehbar. Aber vielleicht sollte man solche Studien (zumindest wenn darauf basierend Entscheidungen getroffen werden) vielleicht doch besser von halbwegs unabhängigen Playern ohne massive Eigeninteressen erstellen lassen.
Dass er zwar die Situation auf dem Land beleuchtet und in den "Speckgürteln" von Städten, nicht aber die Machbarkeit in den Großstädten selbst, also dort, wo die größten Schadstoff-Werte gemessen werden, spricht Bände.

Beitrag melden
micspiegelforum 22.05.2019, 01:12
11. Es gibt Chancen und ja sicher auch Aufgaben.

Blackout, Stresstest, wenn für E-Autos nur Braunkohle verstromt wird ökologischer Selbstmord. Innovation bei der Batterieproduktion (Ladegeschwindigkeit, Kapazität, Leistungsabgabe, Temperaturbereichen, eingesetzte Materialien. Fehlanzeige. Nicht vorstellbar. Neue Arbeitsplätze z.B. für Installation und Wartung der Ladestationen? Wer kommt denn auf sowas? Macht wohl ne KI vollautomatisch und mit Dampfmaschinenantrieb. Schon mal gehört? Smart-Grid, dezentrale Stromerzeugung. Schon mal auf einer Autobahnraststätte gestanden? Eine Menge Parkplätze die da so genutzt werden können. Wenn die noch ein Solardach hätten, dann gäbe es Schatten oder Regenschutz. Nur mal so... Gab's hier heute nicht einen Artikel zum Anstieg des Meeresspiegels bis 2100?

Beitrag melden
apst 22.05.2019, 01:23
12. Ein Problem...

11kW Ladesäulen werden sich die Leute nicht holen, sondern mindestens 22kW. Darüber hinaus ist die ganze Studie eine Werbekampagne. Es werden eben die 2,5Mrd. mindestens zusätzlich eingefordert zzgl. der weiteren Mrd. Zum allgemeinen Netzausbau. In Summe will Eon also nur Geld. Mit einer Menge Geld ist eben alles lösbar...
PS Der Umwelt ist damit nicht geholfen und den Klimawandel hält das auch nicht auf.

Beitrag melden
larsmach 22.05.2019, 01:38
13. @Rassek

...indem man beispielsweise ein paar Säulen per App reservierbar macht - inkl. real-time Update des Ankunftszeitfensters dank Verkehrsdaten und Positionstracking!? - Nutzen Sie Ihre Frage doch am besten für die Gründung eines Startups: Gegenwart und Zukunft bieten massenhaft Herausforderungen für Unternehmungen!

Beitrag melden
larsmach 22.05.2019, 01:48
14. Typisch deutsch: Untergangshysterien und Bedenken-Klugscheißerei...

Es ist so typisch deutsch: Herumnörgeln, Bedenken herunterbeten, hysterisch schwarzmalen (...ok: Click-baits... geschenkt!). Es kommt mir manchmal wie ein Wunder vor, dass eine kleine Handvoll Unternehmer in diesem Land den Karren voranzieht, Technologien und Dienstleistungen entwickelt und in diesem rohstoffarmen Land Wohlstand erhält. Was wäre hier nur los, wenn statt all der Bedenken sogleich konstruktive Ideen kämen!? - Eine (Schnell-)Ladestation wird beim Netzanschluss übrigens aufgrund der Anschlusskapazität genehmigt, d.h. die Kapazität beim EVU bestellt. Rasthöfe neben Autobahnen liegen nicht selten an Industriegebieten oder nahe Hochspannungsleitungen: Wer dort eine vollautomatische Fertigung für Gartenzwerge aufstellt, bekommt Anschlussleistung in Megawatt zur Verfügung gestellt. Vielleicht ist aber nicht mehr die Zeit für Gartenzwerge. Und Änderungen im Tagesgang von Lastkurven treten in Netzen wie unserem (mit zirka 40 bis etwa 80 Gigawatt abgerufener Momentanleistung) nicht plötzlich auf: Verändertes Stromnutzungsverhalten erfolgt schleichend.

Beitrag melden
nixblicker00 22.05.2019, 02:17
15. E-Autos werden ein Segen für Netze und "Energiewende" sein, nicht Last

Es geht nur um den Ladezeitpunkt. Autos stehen durchschnittlich 23 Stunden am Tag nur doof rum. Da lässt sich bereits im Tagenverlauf ein günstiger Ladezeitpunkt finden. Voraussetzung ist eine konsequente Umsetzung der Smart-Grids, was mit dynamischen Preisen funktionieren kann.

Da zudem die meisten Autos selten an einem Tag die Reichweite der Akkus ausfahren werden, kann der Ladezeitpunkt nicht nur Tageweise, sondern über längere Zeiträume geplant und optimiert werden.

Dies ermöglicht die Aufnahme von mehr volatilem Naturstrom aus Wind und Sonne. Statt bestehende Kapazitäten z.T. runterregeln zu müssen, können E-Autos diese aufnehmen. Konsequenterweise kann ein weiterer Ausbau sinnvoll erfolgen. Vor allem werden Solardächer sicher bald Standard und in paar Jahren wir man keine Ziegel mehr sehen. Da der Strom dann regional erzeugt und ebenda verbraucht wird, werden die Netze kaum zusätzlich belastet.

Und noch besser: E-Autos sind ja die Speicher, die uns so sehr fehlen. Die Batterien sind bereits heute bei guter Pflege wesentlich zyklenfester als es ein typisches Autoleben erfordert. Die Batterien der rumstehenden Autos können also die Netzauslastung puffern und in ertragsschwachen Zeiten Strom zurückspeisen.

Es ist anzunehmen, dass mittelfristig keine zusätzlichen CO2-emmitierenden Stromproduzenten erforderlich sind, die Zahl der fossilen Kraftwerke sogar aufgrund der Speichernutzung sinken kann. Auf der anderen Seite fällt der Benzin- und Dieselverbrauch weg mit riesigen Minderungen der CO2-Produktion, der internationalen Abhängigkeiten und der Geldabflüsse in Richtung der Förderländer.

Besser gehts kaum.

Beitrag melden
mont_ventoux 22.05.2019, 04:19
16. E-Mobilität

Ich kann mir keinen großen Marktanteil der E-Fahrzeuge vorstellen. Die Reichweiten der Fahrzeuge sind und bleiben vergleichsweise gering, insbesondere wenn Zusatzaggregate wie Heizung, Klimaanlage und Lüftung zugeschaltet werden. Hinzukommen die wenig attraktiven Ladezeiten sowie die fehlende Infrastruktur. E-Fahrzeuge werden Nahverkehrsfahrzeuge bleiben. Gerade im Nahverkehr - also im städtischen Bereich - wird es aber zukünftig mehr Alternativen geben. Synthetischen Kraftstoffen sowie Wasserstoff traue ich mehr Potential zu, zumal beide über die bestehende Infrastruktur verfügbar gemacht werden könnten.

Beitrag melden
zucoolfuereuch 22.05.2019, 06:40
17. Alles in allem

denke ich, dass sich die Ladezeitpunkte über den Tag verteilen werden. Man muss eben nicht mehr jedesmal "den Tank voll machen". Vielmehr wird man mehr und mehr parallel andere Aktivitäten nutzen, um gleichzeitig zu laden. Besonders im Hinblick auf die Zeitersparnis durchaus attraktiv.
Natürlich erfordert dies ein gewisses Umdenken - aber das wird auch kommen. Und natürlich: mal schneller, weniger schnell, oder auch gar nicht.

Beitrag melden
inmado 22.05.2019, 06:46
18. "schlaue" Ladestationen

Im Klartext sind das Ladestationen, die das Fahrzeug eben nicht laden, bzw. nicht mit der erwarteten Leistung laden. Wer sein Auto nach kurzem Aufenthalt geladen für die Rückfahrt erwartet, mag dann River bös unangenehme Überraschung erleben: Fahrzeug nicht voll geladen, Rückfahrt nicht möglich! Oder aber, das "schnelle" Laden wird teurer. Man zahlt nicht mehr für den Strom allein, sondern für das "Privileg" einer schnellen Aufladung. Auch hier gilt dann wieder: uneingeschränkte Mobilität den Reichen, der Pöbel soll verzichten.

Beitrag melden
Romulus 22.05.2019, 06:48
19. Energie zur falschen Zeit

Solaranlagen auf dem Dach helfen nur bedingt. Jedenfalls entlasten sie das Netz nicht, sondern belasten es weiter. Bedauerlicherweise wird der Strom dann abgerufen, wenn die Sonne gerade nicht scheint, nämlich nachts. Wurde bei dem Stresstest auch Heiligabend bei Windstille simuliert, wenn alle Lampen leuchten und die Autos an den Steckdosen hängen?

Beitrag melden
Seite 2 von 32
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!