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Elektroautos und Versorgungssicherheit: Stresstest fürs Stromnetz
Tobias Gerber

Brechen die Stromnetze zusammen, wenn Millionen von Elektroautos auf Deutschlands Straßen drängen? Nein, sagt der Energieversorger E.on nach einem virtuellen Stresstest - zumindest unter bestimmten Bedingungen.

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tempus fugit 22.05.2019, 08:42
30. Danke für ds.

Zitat von nixblicker00
Es geht nur um den Ladezeitpunkt. Autos stehen durchschnittlich 23 Stunden am Tag nur doof rum. Da lässt sich bereits im Tagenverlauf ein günstiger Ladezeitpunkt finden. Voraussetzung ist eine konsequente Umsetzung der Smart-Grids, was mit dynamischen Preisen funktionieren kann. Da zudem die meisten Autos selten an einem Tag die Reichweite der Akkus ausfahren werden, kann der Ladezeitpunkt nicht nur Tageweise, sondern über längere Zeiträume geplant und optimiert werden. Dies ermöglicht die Aufnahme von mehr volatilem Naturstrom aus Wind und Sonne. Statt bestehende Kapazitäten z.T. runterregeln zu müssen, können E-Autos diese aufnehmen. Konsequenterweise kann ein weiterer Ausbau sinnvoll erfolgen. Vor allem werden Solardächer sicher bald Standard und in paar Jahren wir man keine Ziegel mehr sehen. Da der Strom dann regional erzeugt und ebenda verbraucht wird, werden die Netze kaum zusätzlich belastet. Und noch besser: E-Autos sind ja die Speicher, die uns so sehr fehlen. Die Batterien sind bereits heute bei guter Pflege wesentlich zyklenfester als es ein typisches Autoleben erfordert. Die Batterien der rumstehenden Autos können also die Netzauslastung puffern und in ertragsschwachen Zeiten Strom zurückspeisen. Es ist anzunehmen, dass mittelfristig keine zusätzlichen CO2-emmitierenden Stromproduzenten erforderlich sind, die Zahl der fossilen Kraftwerke sogar aufgrund der Speichernutzung sinken kann. Auf der anderen Seite fällt der Benzin- und Dieselverbrauch weg mit riesigen Minderungen der CO2-Produktion, der internationalen Abhängigkeiten und der Geldabflüsse in Richtung der Förderländer. Besser gehts kaum.
...Beitrag, der das Thema grundsätzlich behandelt hat.

Genau so wird es laufen - mittlerer Einsatz von PKW heute knapp 40 km entspr. so 6-8 kWh - da müsste doch den
EVU das Herz hüpfen, wenn nachts auf 60% runtergefahrene KW diese liefern dürfen.

Nur: auch die EVU werden sich sehr sehr auf Markt- und Angebotsänderungen einstellen müssen - und das wird
weh tun, wenn man den Stromoligarchiestatus verliert.

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tempus fugit 22.05.2019, 08:45
31. Frage:

Zitat von mont_ventoux
Ich kann mir keinen großen Marktanteil der E-Fahrzeuge vorstellen. Die Reichweiten der Fahrzeuge sind und bleiben vergleichsweise gering, insbesondere wenn Zusatzaggregate wie Heizung, Klimaanlage und Lüftung zugeschaltet werden. Hinzukommen die wenig attraktiven Ladezeiten sowie die fehlende Infrastruktur. E-Fahrzeuge werden Nahverkehrsfahrzeuge bleiben. Gerade im Nahverkehr - also im städtischen Bereich - wird es aber zukünftig mehr Alternativen geben. Synthetischen Kraftstoffen sowie Wasserstoff traue ich mehr Potential zu, zumal beide über die bestehende Infrastruktur verfügbar gemacht werden könnten.
....wie ist es möglich, dass in so 20 Jahren, real weniger,
nahe 50% des DE-Strombedarfs mit EE-Strom erzeugt wird und nirgends das Netz zusammengebrochen ist?

E-Autos? Klar, die fahren nur dort wo Mittelmeerklima herrscht - z.B. in Norwegen...

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tempus fugit 22.05.2019, 08:55
32. Die Energieversorger?

Zitat von vitalik
Wenn man sich für 30.000€ ein Fahrzeug auf Kredit kauft, kauft gleichzeitig eine 30.000€ Solaranlage. Logisch. Und die Eigenversorgung ist die Lösung. Und zwar immer. Wie genau das funktionieren soll, bleibt Ihr Geheimnis. Wie Sie die Städte (wo die meisten Menschen leben) mit Energie aus eigener Versorgung versorgen wollen, bleibt auch Ihr Geheimnis. Aber ja, die bösen Energieversorger. Das Grundübel unserer Gesellschaft.
...kein Grundübel aber Abzocker, das trifft schon zu...

In Städten gibt's genauso Dächer wie auf'm Land, dann
gibt's Genossenschaften, die sowas bauen und nutzen
und dran kann sich jeder beteiligen.
Dass PV-Anlagen auf Dächern das Auheizen durch direkte
Sonneneinstrahlung der Wohnungen darunter stark reduzieren, geschenkt. Wie Ihre Bedenken.

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det42 22.05.2019, 09:01
33. Sie sollten Ihre Meinung mal updaten....

Zitat von mont_ventoux
Ich kann mir keinen großen Marktanteil der E-Fahrzeuge vorstellen. Die Reichweiten der Fahrzeuge sind und bleiben vergleichsweise gering, insbesondere wenn Zusatzaggregate wie Heizung, Klimaanlage und Lüftung zugeschaltet werden. Hinzukommen die wenig attraktiven Ladezeiten sowie die fehlende Infrastruktur. E-Fahrzeuge werden Nahverkehrsfahrzeuge bleiben. Gerade im Nahverkehr - also im städtischen Bereich - wird es aber zukünftig mehr Alternativen geben. Synthetischen Kraftstoffen sowie Wasserstoff traue ich mehr Potential zu, zumal beide über die bestehende Infrastruktur verfügbar gemacht werden könnten.
Über 60 kWh und somit 300-400km Reichweite sind mittlerweile Standard, dieses Jahr noch bietet Tesla eine Ladeleistung von 250 kW. In 1-2 Jahren ist es normal, in 10-15 Minuten 200km nachzuladen. Bis dahin ist auch die Infrastruktur ausreichend...
Mit anderen Worten, die E-Mobilität ist ganz nahe davor, in den Mainstream zu kommen. Die gebotenen techn. Daten reichen weit über 90% der Nutzer. Synthetische Kraftstoffe oder Wasserstoff haben nicht den Hauch einer Chance... viel zu teuer in Infrastruktur und Spritkosten mit gerade mal 30% der Effizienz vom Batterieauto.
VW wird mit dem ID diese Republik verändern. Wenn der raus ist, begreift es auch der letzte Depp.

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mantrid 22.05.2019, 09:05
34. Falsche Frage, liebe SPON-Redaktion

Autos, die mit Brennstoffzelle und Wasserstoff fahren, sind auch Elektroautos. Die Frage müsste lauten, ob sich batteriebetriebene Autos durchsetzen. Anscheinend ist eine Differenzierung bei diesem Thema wohl zu viel verlangt. Genauso wie das Bashing gegen Verbrenner, die auch mit erneuerbaren Kraftstoff fahren könnten und damit viel uwmeltfreundlicher als das mit Braunkohle-Strom betrieben Batterie-Auto wären.

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det42 22.05.2019, 09:14
35.

Zitat von fatherted98
.....denn die PV Anlage auf dem Dach liefert nur Strom bei Sonne....auch mit Speicher im Keller (irre teuer)....wird es nicht besser im Winter wenn der Speicher nach zweimal aufladen leer ist. Wer hier meint eine autarke Stromversorgung zu erhalten sollte sich mal mit den "zur erntenden" kWh einer PV Anlage im Sommer/Winter beschäftigen. Im übrigen....genau das ist das Problem...ein E-Auto wird sich nur der "Besserverdienende" im Einfamilienhaus leisten können....das bringt aber keine Wende in der Mobilität....es sei denn der Rest geht zu Fuß oder drängt sich in die bereits jetzt schon überfüllten ÖPNV Angebote. Aber....vielleicht ist das ja das Ziel?
es geht nicht um autarke Stromversorgung... das ist in den nächsten Jahren überhaupt noch nicht das Ziel. Es ist schon jede Menge erreicht, wenn durch ein Elektroauto PV-Anlagen gepusht werden. Jeder, der kann, wird seinen Treibstoff selber herstellen wollen und wenn auch nur teilweise. Das ist so richtig was für den deutschen Michel.
Und wie kommen Sie darauf, dass das E-Auto für immer nur für Besserverdienende sei... heute ist das so, unbestritten... aber das wird sich recht schnell noch kolossal ändern. Jede neue Technik fängt teuer an, aber bei Elektroautos weiß man heute schon, dass sie in ein paar Jahren absurd billig werden. Die Akkus werden immer günstiger, viel weniger und einfachere Technik, als bei Verbrennungsgebilden... der Rest ergibt sich aus Skaleneffekten, wenn großvolumig hergestellt wird.

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vitalik 22.05.2019, 09:40
36.

Zitat von tempus fugit
...kein Grundübel aber Abzocker, das trifft schon zu... In Städten gibt's genauso Dächer wie auf'm Land, dann gibt's Genossenschaften, die sowas bauen und nutzen und dran kann sich jeder beteiligen. Dass PV-Anlagen auf Dächern das Auheizen durch direkte Sonneneinstrahlung der Wohnungen darunter stark reduzieren, geschenkt. Wie Ihre Bedenken.
Klar, denn die Dachfläche eines 11-Stöckigen Gebäudes hat genügend Fläche um die darunterliegenden 30 Wohnung mit Strom zu versorgen.

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knuty 22.05.2019, 09:54
37.

Zitat von mrmartin19
bin gerade dabei Solarzellen auf mein Dach zu legen. Die Regierung hat es geschafft sich eine lächerlich kompliziertes MwSt Regelung auszudenken, der Versorger schikaniert uns indem die Inbetriebnahme verzögert wird und die 70% Regelung für meine kleine Anlage bedeutet das System wird teilweise runtergeregelt werden muss und Energie geht verloren. Herzlichen Glückwunsch Deutschland
Ja, die 70%-Deckelung macht viele PV-Anlagen zudem unrentabel, es sei denn, man hat einen entsprechend hohen Eigenverbrauch, der in dieser Zeit anfällt und das trifft für die wenigsten Anlagen zu.
Außerdem bezieht sich die 70%-Deckelung auf die inst. Nennleistung, die aber nur bei optimaler Ausrichtung erreicht werden könnte, was bei höchstens 20% der Dachanlagen, z.B. auf Flachdächern, zutrifft.

Es ist auch schleierhaft, wie die CO2-Ziele geschafft werden sollen, wenn der Ausbau der EE gedeckelt ist.

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charly05061945 22.05.2019, 09:57
38. Prima Idee!

Autobatterien als Energiepuffer - prima Idee! Und wenn ich dann losfahren will ist der Energiespeicher der Kiste leer oder für die vorgesehene Fahrt nicht ausreichend geladen. Die Idee könnte glatt von einem Politiker kommen - schöner Ansatz - aber leider nicht zuende gedacht.

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oldman2016 22.05.2019, 10:00
39. Ja, wo stehen sie?

Ja, wo stehen denn die Autos die meiste Zeit? Auf dem Parkplatz des Arbeitgebers, des Ausbildungsplatzes oder zu Hause vor dem Haus bzw. in der (Tief-)Garage. Ob die Standzeit ausreicht, die Batterien zu laden, ist eigentlich keine Frage. Die Frage ist eher, ob am Park- /Stellplatz eine Steckdose/Ladestation vorhanden ist.
Discounter stellen teilweise bereits Ladestationen zur Verfügung. Wenn deren Ladeplätze auch außerhalb der Öffnungszeiten verfügbar sind, wäre das ein zusätzliches Geschäft. Was ist mit den Parkplätzen an Schulen, Universitäten, Schwimmbädern. Wo sind da die öffentlichen Ladestationen? In Deutschland wird zuviel darüber gejammert, was nicht geht.

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