Forum: Wissenschaft
Energieverbrauch: Flugtaxis in der Stadt sind umweltschädlicher als Autos
Dave Brenner/ /University of Michigan School for Environment and Sustainability

Viele Unternehmen entwickeln bereits jetzt Flugtaxis, die zukünftig im Stadtverkehr eingesetzt werden sollen. Forscher halten die Luftfahrzeuge nicht für nachhaltig.

Seite 13 von 13
Stromboli69 10.04.2019, 23:52
120. Nur Fliegen ist schöner, weil

Otto Lilienthal es seinerzeit mit dem Storchenflug geschafft hat seine Vision der Fortbewegung umzusetzen.
Auch die Physik spielte damals schon eine sehr wichtige Rolle und irgendwie sieht das biologische Flugvolk dort oben entspannter aus, als mancher Auto-, Bahn-, oder Radfahrer.
Luftnummer hin oder her. Multikopter/Quadrokopter im Kleinformat bringen erstaunliche Flugleistungen zu Tage. Ich sage mal Niveau Mauersegler! Siehe Google „Morphite 155 f30 2800kv“. Was den Nutzern in der Großstadt betrifft, geht auch die Verkehrsverbindung von Hochhaus zu Hochhaus auf direktem Wege. Physikalisch gesehen benutzen die Paxe dort in der Zukunft den Aufzug zum Check in, um die potentielle Energie des Starts zu reduzieren. Die simple luftverbindung von A zu B ist autonom ohne große Strörgrößen einfacher und schneller zu automatisieren/realisieren als komplexe KI Lernsysteme auf dem Boden derzeit. Antikollisionssysteme für die Luft passen schon in eine kleine Streichholzschachtel siehe Google „Team BlackSheep Flarm“. Auch das Fail-Save Thema ist technisch gesehen gut machbar und wie immer tun wir es nicht, machen es andere!

Beitrag melden
intercooler61 11.04.2019, 09:23
121. Aufschlussreiche Punkte aus der Studie

1. Berechnet wurden VTOLs mit ausreichend großen Tragflächen und kippbaren Propellern à la NASA GL-10. Und zwar deshalb weil die im Reiseflug deutlich weniger Energie benötigen als Drehflügler à la Volocopter, siehe 2.
Dafür brauchen sie mehr Platz für Steig- und Sinkflug (im urbanen Umfeld u.U. ein Sicherheitsproblem) und sind am Boden ebenso sperrig wie ein Flugzeug.

2. Fürs Schweben allein werden 250 kW kalkuliert = in etwa die Leistung eines Sportwagens oder schweren SUVs bei Vollgas. Passt zu meinen hier schon vor Wochen veröffentlichten Abschätzungen. Reine Drehflügler (Multicopter) müssten diese Leistung über die gesamte Flugdauer halten - deshalb: siehe 1.

3. Es werden Li-Schwefel-Akkus mit 400 Wh/kg unterstellt - etwa dem Doppelten dessen, was heute bei LiIon-Akkus üblich ist. Dazu explizit laxere Sicherheitsanforderungen als für Pkws - worüber man geteilter Meinung sein kann.

4. Reiseflughöhe 1.000 ft: Gerade noch legal, aber über Großstädten zu wenig - vor allem angesichts einer kalkulierten Mindestreserve von 15 Minuten Vorwärts- _oder_ 5 Minuten(!) Schwebeflug. Legal sind international 30 Minuten, oder 20 in Spuckweite des Landeplatzes.

Da lasse ich mich gern "Bedenkenträger" nennen.

Beitrag melden
Bernd.Brincken 11.04.2019, 13:52
122. Schweben vs Reisen

Zitat von intercooler61
2. Fürs Schweben allein werden 250 kW kalkuliert ... Reine Drehflügler (Multicopter) müssten diese Leistung über die gesamte Flugdauer halten - deshalb: siehe 1.
Noe, auch Heli- und Multikopter verbrauchen im Reiseflug weniger Treibstoff als beim Schweben und profitieren vom Auftrieb durch den Vortrieb; wenn auch nicht so viel wie ein Flächenflieger.

Beitrag melden
mr.nett 11.04.2019, 15:12
123.

Zitat von syracusa
Woraus haben Sie das denn gelesen? Ich habe nichts derartiges behauptet. Meine Behauptung war, dass man zum Fliegen selbst erst mal gar keine Energie braucht, und ich habe das durch die simplen Beispiele Luftballon und Zeppelin belegt. Dass einige schenkelklopfende Superhirne hier im Forum das anders sehen, ist wohl eher deren Problem. Man braucht Energie, um Kräfte zu überwinden. Beim Zeppelin halten sich Schwerkraft und Auftriebskraft die Waage. Also braucht der keine Energie. Beim Helikopter oder besser noch Gyrocopter ist das bekanntlich anders, weil der die Schwerkraft durch Auftriebskräfte kompensieren muss, die er über Motor und aerodynamisch geformte Rotoren erzeugt. Dennoch verbraucht der nicht besonders viel Energie dafür, reglos über einem Punkt zu schweben. Und wenn er sich langsam fortbewegt, braucht er sogar noch weniger, weil dann zusätzlicher Auftrieb wirksam wird. Der wird erst bei höheren Geschwindigkeiten durch den Luftwiderstand überkompensiert.
Meerkönig...?

Beitrag melden
mr.nett 11.04.2019, 15:20
124.

Zitat von Bernd.Brincken
Noe, auch Heli- und Multikopter verbrauchen im Reiseflug weniger Treibstoff als beim Schweben und profitieren vom Auftrieb durch den Vortrieb; wenn auch nicht so viel wie ein Flächenflieger.
Auftrieb durch den Vortrieb? An welcher Stelle?
Wo ist das nachzulesen?

Beitrag melden
intercooler61 11.04.2019, 17:41
125. Auftrieb & Verbrauch im Reiseflug

Zitat von Bernd.Brincken
Noe, auch Heli- und Multikopter verbrauchen im Reiseflug weniger Treibstoff als beim Schweben und profitieren vom Auftrieb durch den Vortrieb; wenn auch nicht so viel wie ein Flächenflieger.

Für's reine Schweben brauchen Sie im Reiseflug weniger, dafür aber zusätzliche Leistung für den parasitären Teil des Luftwiderstands entgegen der Flugrichtung, der nichts zum Auftrieb beiträgt. Ich wage zu bezweifeln, dass ein reiner Drehflügler dabei in der Summe deutlich weniger kW braucht als beim Schweben auf der Stelle.

Um es quantitativ abschätzen zu können: Mit welcher Gleitzahl darf ich für Ihren Heli oder Multicopter denn rechnen? ;-)

Beitrag melden
r_saeckler 11.04.2019, 18:16
126. Au Backe, da beißt die Ratte aber verzweifelt um sich!

Zitat von sikasuu
Nun ja, Schönwetterradler... sind nicht mein Problem. Die können auch mit dem PKW bei 2mm Wasser, 5mm Schnee ... nicht weiter! . China? Die müssen noch nachholen. Sind ein 3.Welt Land. legt sich aber in Beijing usw. schon. Da kriegt man kein Auto mehr zugelassen & muss in die Lotterie & steigen wieder auf "Zweiräder mit/ohne Motor" um! :-) . Spätestens wenn die in Smog & Stau "ertrunken sind" was sie schon tun... nehmen die wieder mehrheitlich das Rad. Sind aber wohl weit höflicher als Bundesbürger in Foren usw. die glauben von Rad zu fallen & aufs Flugtaxis umsteigen, wenn sie mal 10 km bei NICHT 20°C, Rückenwind & Sonne eine Strecke fahren wollen. . Ps. Was war heute im Kaffee? Wer so PKW fährt, wie er schreibt, sollte mMn. zu Fuss/mit dem ÖPNV nach Hause Fahren!
Fühlt sich wohl komplett in die Ecke gedrängt und sieht keinen (argumentativen) Ausweg...

Beitrag melden
kKaosKatte 11.04.2019, 18:43
127. mit Stommix oder Ökostrom rechnen?

Zitat von fjr
Sie haben schon gelesen, dass die Autoren der Studie durchaus Elektro gegen Elektro verglichen haben? ... Wenn grade mal 500 Meter weg der alte 500MW-Steinkohleblock - oder auch da moderne 500 MW GuD-Erdgaskraftwerk steht - wird die Energie da herkommen, und nicht von einem 800 Kilometer entfernten Windpark. Den Energiemix zugrunde zu legen, ist durchaus legitim, ja sogar die einzig richtige Annahme zur Herkunft der Energie.
Im Artikel wird das Flugtaxi sowohl mit Verbrenner- als auch Elektroautomotoren verglichen, was ich im ersten Fall extrem unfair finde, weil es eben doch einen Unterschied macht, wenn das Flugtaxiunternehmen Ökostrom tankt.

Ihren Standpunkt bezüglich der Herkunft des Stroms und die Rechnung mit dem Strommix sollten Sie überdenken. Natürlich kriege auch ich mit meinem Ökostromvertrag schmutzigen Strom geliefert, vielleicht auch in etwa dem Strommix entsprechend. Das spielt aber überhaupt keine Rolle. Dann wird "mein" Strom halt woanders verbraucht. Wichtig ist nur, dass eine meinem Verbrauch entsprechende Menge EINGESPEIST wird.
Wenn Sie von einem Stromanbieter mit Durchschnittsstrom wechseln zu einem Ökostromanbieter wird dadurch mehr Ökostrom nachgefragt, was heutzutage noch nicht unbedingt zur Erzeugung von mehr Ökostrom führt, weil das Angebot an Ökostrom höher ist als die Nachfrage.
Wenn Sie allerdings zu einem Anbieter wechseln (z.B. EWS), der keinen Strom zukauft, sondern nur mit eigenen Anlagen CO2- neutral produziert, macht es einen großen Unterschied und einen entscheidenden bei dieser Studie.

Beitrag melden
mr.nett 12.04.2019, 08:43
128.

Zitat von kKaosKatte
Im Artikel wird das Flugtaxi sowohl mit Verbrenner- als auch Elektroautomotoren verglichen, was ich im ersten Fall extrem unfair finde, weil es eben doch einen Unterschied macht, wenn das Flugtaxiunternehmen Ökostrom tankt. Ihren Standpunkt bezüglich der Herkunft des Stroms und die Rechnung mit dem Strommix sollten Sie überdenken. Natürlich kriege auch ich mit meinem Ökostromvertrag schmutzigen Strom geliefert, vielleicht auch in etwa dem Strommix entsprechend. Das spielt aber überhaupt keine Rolle. Dann wird "mein" Strom halt woanders verbraucht. Wichtig ist nur, dass eine meinem Verbrauch entsprechende Menge EINGESPEIST wird. Wenn Sie von einem Stromanbieter mit Durchschnittsstrom wechseln zu einem Ökostromanbieter wird dadurch mehr Ökostrom nachgefragt, was heutzutage noch nicht unbedingt zur Erzeugung von mehr Ökostrom führt, weil das Angebot an Ökostrom höher ist als die Nachfrage. Wenn Sie allerdings zu einem Anbieter wechseln (z.B. EWS), der keinen Strom zukauft, sondern nur mit eigenen Anlagen CO2- neutral produziert, macht es einen großen Unterschied und einen entscheidenden bei dieser Studie.
Es ist völlig unerheblich, welchen Strom man "tankt" und welchen Vertrag man hat. JEDER Verbraucher in Deutschland nutzt eben den deutschen Strommix. Wenn wir jetzt anfangen aufzuteilen, dann betanken wir vielleicht tatsächlich (auch nur gedanklich) die Elektroautos, oder Flugtaxis mit Ökostrom. Dann bleibt aber weniger Ökostrom zum Kochen, Waschen, Fernsehschauen oder für den Kühlschrank übrig.
Das Problem unserer Gesellschaft ist unser enormer Energiebedarf. Wir müssen es schaffen den Energieverbrauch zu reduzieren und eine zusätzliche Verlagerung des Verkehrs in die Luft ist hier Kontraproduktiv. Es ist wichtig, dass der Anteil an Ökostrom schneller wächst, als der Gesamtverbraucht. Ist das nicht der Fall, treten wir an der Stelle, oder schalten sogar alte Braunkohlekraftwerke wieder ein.

Beitrag melden
Seite 13 von 13
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!