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Energiewende: Maroder Stahl verzögert Start neuer Kohlekraftwerke

Neue Kohlekraftwerke sollten für mehr Stabilität in den Stromnetzen sorgen, doch ihre Inbetriebnahme verzögert sich - nach SPIEGEL-Informationen sogar um Jahre: Grund ist ein fehlerhafter Stahl, der in den Dampfkesseln der Kohlemeiler zu Rissen führt. Die Branche rechnet mit höheren Strompreisen.

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litholas 30.06.2011, 12:49
570. ...

Zitat von Bauer_Lindemann
... Nochn Tipp: Auch die Urananreicherung muß beim CO²-Ausstoß berücksichtigt werden, dafür brauchen sie viel Strom: mit dem detuschen Energiemix stößt damit ein deutsches AKW mehr CO² pro kWh aus als ein französisches AKW. Trotzdem weniger als ein Zehntel (!) eines Gaskraftwerks - auf das wiederum die EE angewiesen sind - was wiederum "zufällig" nicht bei der Solarstromerzeugung eingerechntet wird...
Die Kraftwerke, die den Bedarf decken wenn Windkraft und Solar nicht genug leisten, müssen nicht unbedingt fossil oder nuklear betrieben werden. Da gibts noch Wasserkraft, geothermisch erzeugten Strom, Biomasse...

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schnurpsy 30.06.2011, 22:37
571. Kommerz geht vor Qualität

Wo kommen denn diese Dampfkessel her?
Bestimmt nicht aus deutscher oder europäischer Produktion, denn als Folge der Globalisierung können die Firmen die Komponenten weltweit einkaufen, wobei natürlich - wie könnte es anders sein - der Kaufmann das letzte Wort hat und der Billigste den Zuschlag bekommt.
So kann man sich auch kaputtsparen.

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Solarium 01.07.2011, 09:42
572. Frage zur Betriebserlaubnis

Ist nicht eigentlich unter diesen Umständen eine neue Betriebsgenehmigung erforderlich? Es können sich ja diverse Bedingungen ändern, sollte der Stahl durch andere Qualitäten oder andere Betriebsumgebungen ersetzt werden, also z. B. niedrigere Drücke und Temperaturen, anderer Schadstoffausstoß usw? Oder liege ich da falsch?

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J4cky 01.07.2011, 18:02
573. ....

Zitat von Solarium
Ist nicht eigentlich unter diesen Umständen eine neue Betriebsgenehmigung erforderlich? Es können sich ja diverse Bedingungen ändern, sollte der Stahl durch andere Qualitäten oder andere Betriebsumgebungen ersetzt werden, also z. B. niedrigere Drücke und Temperaturen, anderer Schadstoffausstoß usw? Oder liege ich da falsch?
Nein, jede Anlage hat für ihren Einsatz diverse Stähle, die verwendet werden dürfen. Dies ist Normiert! Werden neue Stähle durch Forschung erzeugt, was durchaus heute noch der Fall ist, so werden diese durch Forschung in Form von zahlreichen Versuchen entsprechend eingeordnet. Wenn Sie von der Stahlqualität reden, dann spricht man in der Praxis meist von der Reinheit eines Stahls. Insbesondere Schwefel und Phosphor gelten im Stahl als Verunreinigungen und können diverse Schäden durch falsche Fertigungsverfahren verursachen. Die Betriebsbedingungen wie sie sie ansprechen als Drück oder Temperaturen müssen selbstverständlich eingehalten werden. Keine technische Anlage darf über ihre maximal ausgelegten Betriebsbedingungen beansprucht werden. Sonst wird diese beschädigt oder gar zerstört. Was den Schadstoffausstoß angeht, so verändert sich dieser mit der Temperatur. Sie brauchen schon entsprechende Temperatur, weil sonst beispielsweise entsprechend viele Stickoxide entstehen würden, welche giftig sind.

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Hermes75 01.07.2011, 20:00
574. Meinung statt Ahnung

Zitat von schnurpsy
Wo kommen denn diese Dampfkessel her?
Das für den Bau der Kessel zuständige Unternehmen ist die Hitachi Power Europe GmbH mit Sitz in Duisburg.
http://de.wikipedia.org/wiki/Hitachi_Power_Europe
Das Unternehmen geht auf den Anlagenbauer Babcock und Wilcox zurück - ein Unternehmen mit mehr als 100 Jahren Erfahrung im Kesselbau.

Zitat von
Bestimmt nicht aus deutscher oder europäischer Produktion, denn als Folge der Globalisierung können die Firmen die Komponenten weltweit einkaufen, wobei natürlich - wie könnte es anders sein - der Kaufmann das letzte Wort hat und der Billigste den Zuschlag bekommt. So kann man sich auch kaputtsparen.
Ob ein Produkt von guter oder schlechter Qualität ist, hängt nicht davon ab, wo es gefertigt wurde, sondern von wem und nach welchen Verfahren und Methoden.
Sie würden sich wundern wenn sie wüssten wo viele Dinge tatsächlich hergestellt wurden, die sie für deutsch halten.

Im übrigen wird sich ein guter Kaufmann nicht für das billigste Produkt entscheiden, sondern für das welches ihm den größten Nutzen bringt. Ein minderwertiges oder gar fehlerhaftes Bauteil bringt aber keinen Nutzen, sondern evtl. sogar Schaden.

Ihre Pauschalkritik zeigt deutlich, dass sie von Thema technischer Einkauf nicht die geringste Ahnung haben.

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harry71976 15.08.2011, 16:14
575. Wo kommen die "Dampfkessel" her?

Zitat von schnurpsy
Wo kommen denn diese Dampfkessel her? Bestimmt nicht aus deutscher oder europäischer Produktion, denn als Folge der Globalisierung können die Firmen die .....
Die Membranwände kommen aus den Phillipinen. Es hat aber jetzt eine deutsche Firma die Wände in Produktion. Meines Wissens kommen die aber auch nicht mit dem Stahl klar.

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feder2424 11.09.2011, 18:07
576. Membranwände?

Zitat von harry71976
Die Membranwände kommen aus den Phillipinen. Es hat aber jetzt eine deutsche Firma die Wände in Produktion. Meines Wissens kommen die aber auch nicht mit dem Stahl klar.


Können diese Membranwände nicht einfach Dampfkesselrohre genannt werden?

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adamsh 11.09.2011, 21:21
577. Da gab es doch ein weiteres Beispiel ....

Zitat von Hermes75
Ob ein Produkt von guter oder schlechter Qualität ist, hängt nicht davon ab, wo es gefertigt wurde, sondern von wem und nach welchen Verfahren und Methoden. Ihre Pauschalkritik zeigt deutlich, dass sie von Thema technischer Einkauf nicht die geringste Ahnung haben.

Da bei "modernen" Verfahren der Arbeitslohn beinahe vernachlässigbaren Anteil der Gesamtkosten ausmacht, kostet vergleichbare Fertigung weltweit das gleiche.

Als schlechtes Beispiel bekannt wurde ein Sammler, indem Näpfchen eingeschweißt werden sollten.

Ein französisches Unternehmen hatte angeboten, die Näpfchen mit einem halbautomatischen Verfahren mit QS einzuschweißen.

Polen haben den Auftrag bekommen, da sie 30% billiger angeboten hatten. Bei der Druckprüfung waren die Nähte von sechs der Näpfchen undicht. Nachfolgende Röntgenprüfung zeigte, dass KEINE Naht die geforderte Qualität aufwies.
Polen hatten die Nähte von Hand (eigentlich nichts gegen einzuwenden) unter Zeitdruck, dementsprechend NICHT mit basisch umhüllten Elektroden, vermutlich von Schweißern mit zu geringer Handfertigkeit, ausführen lassen.

Der Einbau des Sammlers wurde untersagt. Ein Ersatz war nicht vorhanden und nicht zu bekommen. Man einigte sich, dass alle Näpfchen mit Übermaß auszubohren seien und neue Näpfchen einzuschweißen waren.

Die Anlage in Frankreich war mit Aufträgen dicht. Die Näpfchen mussten in D-Land von Hand unter Schweißaufsicht Dritter (u.a. wg. unklarer Auswirkung der ersten Schweißungen auf den Werkstoff) eingeschweißt werden.

Der verantwortliche kaufmännische Geschäftsführer des Anlagenbauers trat im Fernsehen auf... Nach seiner Meinung war es den unflexiblen deutschen Schweißern zuzurechnen, dass es zu einem Verzug der Fertigstellung von mehr als einem Jahr kam.

Die Pauschalkritik ist auch hier durch vielfache Erfahrung begründet. Eine bestimmte Klasse von Kaufleuten ist sicher zu Recht verhasst.

HA

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