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Energiewende: "Missionarisches Predigen hilft nicht"
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Die Energiewende ist auch eine Aufgabe für Psychologen und Sozialwissenschaftler, sagt der Technikphilosoph Armin Grunwald - und fordert: Die Politik muss den Menschen erklären, dass es Verlierer geben wird.

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arr68 20.01.2019, 12:45
1. Elektromobilität

und noch immer predigt jemand von den langen Ladezeiten. Wenn man endlich genormte Akkus einbaut, die von unten schnell von einem Staplerarm ausgewechselt werden kann ist das Problem gelöst. Aber da pflanzt die Industrie die Angst ein, wenn der Akku nicht untrennbar verbunden ist, dann könnte man ja einen schlechten Akku bekommen... Das gleiche Phänomen haben wir bei den Smartphones. Anfangs würde noch auf Wechselakkus gedrängt, später nahm man den Festeinbau hin und jetzt werden viele Smarties nach 2 Jahren entsorgt und es gibt ein neues. Natürlich ist der Bedarf an Akkus beim Wechsel größer, schätzungsweise 3 Akkus pro Fahrzeug, aber die stehen ja nicht dumm rum, sondern lösen das Grundlastproblem.

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Rubikon_2016 20.01.2019, 12:47
2. Das wäre einfacher

zu vermitteln, wenn es auch auf Seiten der Konzerne Verlierer geben würde.
So muß künftig die Energieerzeugung und die Versorgung dezentral organisiert werden - dadurch wird das Geschäftsmodell der großen Energiekonzerne infrage gestellt, ja vielleicht sogar ihre Existenzberechtigung.
Auch das wird viele Tausend Arbeitsplätze kosten, ohne Aussicht auf Ersatz, ebenso das Abschalten der Kernkraftwerke oder das Stillegen der Braunkohlegruben und der entsprechenden Kraftwerke. Es wird also in der Branche einen fundamentalen Wandel geben müssen, um die Energiewende zu schaffen. Es ist vergleichbar mit dem Strukturwandel hinsichtlich der Steinkohle und der Stahlindustrie an Ruhr und Saar.

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SeanFold 20.01.2019, 12:50
3.

E-Auto für jeden Erschwinglich mit Batteriewechseltechnik. Eigenheime mit Kwf40+ Standard. Subventionen für jene, die diese Entwicklung nutzen und Ausbau der heimischen Industrie auf diesem Sektor. Das habe ich 2010 gesagt. Der Zug ist nun abgefahren.

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knuty 20.01.2019, 12:55
4.

Zitat von arr68
und noch immer predigt jemand von den langen Ladezeiten. Wenn man endlich genormte Akkus einbaut, die von unten schnell von einem Staplerarm ausgewechselt werden kann ist das Problem gelöst. Aber da pflanzt die Industrie die Angst ein, wenn der Akku nicht untrennbar verbunden ist, dann könnte man ja einen schlechten Akku bekommen... Das gleiche Phänomen haben wir bei den Smartphones. Anfangs würde noch auf Wechselakkus gedrängt, später nahm man den Festeinbau hin und jetzt werden viele Smarties nach 2 Jahren entsorgt und es gibt ein neues. Natürlich ist der Bedarf an Akkus beim Wechsel größer, schätzungsweise 3 Akkus pro Fahrzeug, aber die stehen ja nicht dumm rum, sondern lösen das Grundlastproblem.
Wie stellen Sie sich einen standardisierten Akku vor, der sowohl in einen E-Smart als auch in einen Tesla passt?

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Das dazu 20.01.2019, 12:55
5. Energie ist nicht kostbar

Fossile Energieträger sind es.
Einzig billige saubere Energie für jeden ermöglicht Wachstum und Freiheit und Stabilität.
Wahnsinnserkenntnis, das es auch Verlierer geben wird.

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Andreas Gehrig 20.01.2019, 13:00
6. Hoffentlich liest das die Autoredaktion hier.

Sehr guter Interview hier, dass hoffentlich beim SPON etwas bewirkt. Für eine linke Seite hat man wirklich eine ahnungslose Haltung gegenüber den Veränderungen die Zukunft nötig sein werden. Man muss ja auch mit mindestens doppelt so vielen Menschen rechnen, die Zukunft ein ähnliches Konsumniveau von uns erreichen werden. Und ja, die Regierung müsste viel mehr tun, ist ber halt nicht mehr als der Steigbügelhalter der Verbrenner-Lobby. Die Merkel kann sich nicht mehr durchsetzen, nach Fukushima dachte man ja noch, Deutschland würde als Vorreiter durchziehen, ber davon ist nicht viel übrig geblieben. Im Gegenteil das Trauerspiel im Dieselskandal ist bezeichnend, Arbeitsplätze stehen vor dem Recht der Konsumenten. Aber beim Konsumenten und Stimmbürger handelt es leider um einen Egoisten allererster Güte, der lieber mit dem Auto aufschneidet und um die halbe Welt jettet, statt mal seinen Verbrauch zu extrapolieren und dann die Folgen anzusehen versucht.

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zottel66 20.01.2019, 13:01
7. Viele wichtige Punkte angesprochen

Dies Interview bringt viele Versäumnisse der Energiewende (die ohne Zweifel unumkehrbar im Gange ist) auf den Punkt. Insbesondere das Thema predigen/finanzielle Anreize. Norwegen zeigt sehr deutlich, dass bei entsprechenden finanziellen und nicht-materiellen Vorteilen die immer wieder zitierten langen Ladezeiten plötzlich nicht mehr so relevant sind. Wenn mich das Pendeln zur Arbeit mit einem Verbrenner 7 Euro Straßenmaut am Tag kostet, mit einem E-Auto aber nichts oder nur die Hälfte, und der Wagen zusätzlich durch den Wegfall der Steuer in der Anschaffung nicht mehr kostet als ein entsprechender Diesel, dann stellt sich plötzlich raus dass Ladezeiten vielleicht doch nicht das wichtigste Argument sind.
Ähnlich ist es mit dem Ausbau der Wind- und Solarkraft. Geschieht dies unter der Beteiligung der Lokalbevölkerung ist die Akzeptanz wesentlich höher als wenn ein multinationaler Konzern einem so einen Park vors Fenster setzt, ohne dass man selber dadurch irgendeinen positiven Effekt hat.

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ex_Kamikaze 20.01.2019, 13:02
8. Politik muss Aufgaben lösen !

"Die Politik muss den Menschen erklären, dass es Verlierer geben wird. "
Genau das haben die Menschen satt. Apparatschiks und Milliardäre "erklären" dann Einigen der Ärmeren warum sie nach der "alternativlosen" Änderung noch ärmer sind und die Milliardäre noch reicher sind. Stattdessen wäre es wünschenswert, das die Politik zB in den Braunkohleregionen neue Industriezweige fördert und RECHTZEITIG die Umschulungen beginnt. Noch so viele Erklärungen nutzen nichts wenn ganze Regionen veröden. Und logischerweise werden die Herren/Damen Erklärer/-innen in diesen Regionen auch nicht mehr gewählt.
Und es würde viel weniger kosten als die dreistelligen Milliardensummen die für die völlig unproduktiven Banken von heuite auf morgen zur Verfügung standen! Rechtzeitiges aktives wirtschaftliches Handeln verhindert die "Erklärungen" und aber auch die jahrzehntelange Talfahrt ganzer Landstriche.

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quark2@mailinator.com 20.01.2019, 13:08
9.

Es wird Verlierer geben ? Nein, es gibt schon die ganze Zeit Verlierer. Das Problem ist nur, daß die Eliten Gewinner sind, die einfachen Menschen aber die Verlierer. Wenn die Politik will, daß die Menschen mitziehen, dann muß sie zunächst dafür sorgen, daß die Eliten sichtbar ihren Beitrag leisten. Wenn z.B. jegliche SUV als PKW-Ersatz verboten werden, die bei 3,5 Tonnen Gewicht in der Lage sind, mit 250++ km/h in der Gegend rumzugurken, was wirklich niemand braucht, außer Leute mit zuviel Geld, OK. Man kann auch gleich noch weiter einschränken. Keiner braucht mehr als 100qm zum leben, keiner braucht mehr als 3 Häuser persönlich, usw. Macht sichtbare Einschränkungen beim JetSet und ich kauf mir ne LED-Lampe für den Keller. Aber nicht immer die Nummer, wo die Elite von der Solarförderung auf den eigenen Immobilien profitiert und das H4-Empfänger das dann über die Ökostromumlage bezahlt. Ja, es wird Verlierer geben. Es könnte nämlich sein, daß irgendwann die unteren 50% die Geduld verlieren.

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