Forum: Wissenschaft
Entscheidung des EuGH zu Gentechnik: Abschied von den Fakten
DPA

Der Europäische Gerichtshof hat entschieden, dass gentechnisch veränderte Pflanzen streng reguliert werden müssen, auch wenn sie sich nicht von Züchtungen unterscheiden. Ein trauriger Tag für alle, die Fakten vertrauen.

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marcusmaass 25.07.2018, 18:00
1. Warum

man sich die Arbeit nicht machen sollte, wenn die strengen Regeln den Verkauf verbieten werden? Vielleicht, weil wir diese strengen Regeln haben, da die Menschen so ein Zeug nicht essen wollen! Die Frage ist also: warum werden chemische und strahlentechnische Veränderungen nicht ebenso restriktiv behandelt?

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mincologne 25.07.2018, 18:04
2. Sehr schade

Es ist ja schon verrückt genug, dass Politiker gefühlte Gefahren eher mit Regulierung begegnen als echten Gefahren. Hier ist das egoistische Ziel der Wiederwahl allerdings eine nachvollziehbare wenn auch schlechte Motivation. Dass Gleiches nun schon für die Rechtsprechung gilt, finde ich sehr bedenklich. Wir sprechen ja gerade auch nicht über das Amtsgericht Wipperfürth.

Ich warte auf folgende Urteilsbegründung für eine Gefängnisstrafe: „Trotz Mangels an Beweisen hat eine Umfrage im Zuschauerraum ergeben, dass der Angeklagte irgendwie schuldig aussieht.“

Gentechnik könnte Lebensmittel günstiger machen, Landwirte besser gegen Ernteausfälle schützen und einen Beitrag gegen Hunger in der Welt leisten. Aber weil irgendwelche Leute irgendein Gefühl haben, nicht bei uns. Bin mal gespannt, wann Impfungen verboten werden. Da haben auch Leute Ein Gefühl zu.

Ich bin unfassbar enttäuscht vom EuGH.

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appenzella 25.07.2018, 18:16
3. Liebe Frau Merlot,

die sogenannten wissenschaftlichen Fakten haben sich so oft und oft schon kurz nach der Veröffentlichung als fake herausgestellt, daß ich Ihrer Gentechnik-Suada aber auch nicht ein Wort glauben mag.
Ihre sog. Faktenwelt mit alternativen oder auch alternativlosen Fakten überzeugt nicht mehr, zu oft wurde der angeblich hirnlose dumme Verbraucher von Lobbyisten wie Ihnen hinters Licht geführt.
Worauf es jenseits aller evidenzbasierten Wissenschaft ankommt, ist der Respekt vor dem Verbraucher und seiner Entscheidung!
Mit Verhöhnung der Verbraucher erweisen Sie aber ihrer (sic) Sache einen Bärendienst.
Von der Bartagame bis zur Breitbartagame ist nur ein winziger Schritt ^^
der appenzella

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fox69 25.07.2018, 18:26
4. Logisches Urteil

Die Gesetzeslage unterscheidet nur zwischen Pflanzen, die mittels Gentechnik hergestellt wurden und solchen, die auf mehr oder weniger natürliche Weise gezüchtet wurden. Auf die Frage, ob sich die gentechnische Herkunft am Produkt oder anders nachweisen lässt wird dabei nicht eingegangen.
Insofern ist das Urteil keineswegs überraschend, die Richter sind an die Gesetzeslage gebunden.
Es wäre die Aufgabe der Politik, andere Gesetze zu machen, wenn die Anwendung der bestehenden nicht mehr sinnvoll erscheint.

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polarbear67 25.07.2018, 18:34
5. Im Gegenteil.

Es ist gut, dass endlich etwas gegen Gentechnik unternommen wird. In der Folge sollte nun auch etwas gegen die anderen gefährlichen Züchtungsmethoden und den ganzen Gifteinsatz in der Nahrungsmitteproduktion unternommen werden. Wie etwa Glyphosat, um nur ein Beispiel zu nennen.

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sfk15021958 25.07.2018, 18:44
6. Wer am lautesten und...

..penetrantesten schreit oder eine gute Lobby hat, bekommt Recht, erinnert etwas an die NOx-Diskussion, mit hahnebüchenen Grenzwerten, an die Gülle-Propblematik, die in der Zukunft unsere Grundwässer noch weiter belasten wird! Und der Gesetzgeber - Methode Merkel - tut nichts und sitzt die Probleme aus!

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a.vollmer 25.07.2018, 18:46
7. Nur ein erster Schritt

Es geht nicht darum ob bestimmte Gentechnik-Methoden weniger Prüfung benötigen, es geht darum, dass alle neuen Züchtungen und Sorten geprüft werden müssen. Bilden die Pflanzen Toxine, Allergene oder andere potentiell gefährliche Anteile? Sind die verzehrfertig zubereiteten Pflanzen eine Gefahr für das Mikrobiom in unserem Darm, ist unser wichtigster Symbiont gefährdet? Stimuliert oder unterdrückt der Verzehr die Bildung von Hormonen?

All das muss getestet werden. Nicht nur bei gentechnisch veränderten Sorten, sondern auch bei bestehenden und durch Züchtung erzeugten Sorten.

Ignoranz und Wegschauen vor möglichen Gefahren ist kindisch, nach dem Motto ich halte mir die Augen zu und dann passiert mir nichts. So funktioniert unsere Welt nicht.

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Shismar 25.07.2018, 18:57
8. Faktenresistent

ist hier nur Frau Merlot und die Gentechniklobby. Die Richter haben den Prozess zu bewerten gehabt und das haben sie getan. Ob man vielleicht andere Züchtungsmethoden auch regulieren sollte, war hier nicht gefragt. Wäre aber eine Überlegung wert.

Bei der Flut an kritischen Artikeln zu diesem Urteil ist mein Eindruck, die Agrarindustrie- und Gentechnikverbände haben ordentlich Geld in die Hand genommen und vorab schon mal einen Haufen Artikel Beiträge beauftragt. Für einen spontanen Kommentar tauchen diese Lobhudelungen der Gentechnik arg zügig auf. /VT Ende

Es hindert niemand die Züchter, gleich welches Verfahren, daran neue Sorten zu erschaffen. Es gibt auch Märkte außerhalb der EU, in denen sich die Konzerne austoben können. Vielleicht findet sich dort auch der Bedarf, den wir in der EU für gentechnisch veränderte Lebensmittel einfach nicht haben.

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Epsola 25.07.2018, 18:57
9.

Die Gentechnik-Gegner können folgender Frage nicht aus dem Weg gehen: Wie soll die Menschheit zukünftig ernährt werden? In der mittleren UN-Prognose wird die Weltbevölkerung bis 2100 auf über 11 Milliarden ansteigen bis die Wachstumrate deutlich nachlässt. Gleichzeitig verschwinden Ackerflächen durch den Klimawandel und werden Wäldern gerodet um Äcker die nur wenige Ernten ergeben. Ist es als Wohlstandsbürger moralisch vertretbar für's gute Gefühl Gentechnik pauschal abzulehnen während Menschen verhungern und zwar nicht aufgrund von Krieg, Dürren oder sonstigem sondern schlicht weil es nicht genug Ackerflächen gibt um ohne Gentechnik genug Nahrungsmittel zu erzeugen. Ich denke man sollte Prioritäten setzen. Das bedeutet, dass man grundsätzlich gegen Gentechnik sein kann, aber dessen Einsatz befürwortet um die Menschheit zu ernähren so lange dies nötig ist.

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