Forum: Wissenschaft
Entscheidung des EuGH zu Gentechnik: Abschied von den Fakten
DPA

Der Europäische Gerichtshof hat entschieden, dass gentechnisch veränderte Pflanzen streng reguliert werden müssen, auch wenn sie sich nicht von Züchtungen unterscheiden. Ein trauriger Tag für alle, die Fakten vertrauen.

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Knippi2006 25.07.2018, 22:04
90.

Zitat von chimonanthus
Genauso wie die angeblichen 40.000 Tote durch Feinstaub in der Bundesrep. Deutschland. Es werden angebl. Fakten und Zahlen genannt, Beweise gibt es nicht.
Nein, gibt es nicht. Und die Erde ist eine Scheibe.

http://www.healthdata.org/news-release/first-time-environmental-air-pollution-emerges-leading-risk-factor-stroke-worldwide

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kgstsr1 25.07.2018, 22:09
91. Was sind Fakten?

Die Mehrheit der so genannten Experten vertreten ihr Wissen oft mit Leidenschaft. Und die Experten-Gläubige Öffentlichkeit folgt nicht selten wie Lemminge. Die Experten waren 100% sicher, dass die Erde eine Scheibe ist und sich alle Planeten um die Erde drehen. Die Experten wussten mit absoluter Sicherheit in den 70er Jahren, dass die Erde unter keinen Umständen mehr als 5 Milliarden Menschen ernähren kann, und dass fossile Brennstoffe in maximal 20-30 Jahren erschöpft sein werden. Weil es erstrebenswert ist, dass Individuen nicht durch staatliche Regulierungen entmündigt werden, ist es doch gut zu sehen, dass es staatliche Vertreter gibt, die verstehen, dass sogenannte Fakten eine Widerspieglung unseres aktuellen Wissensstands sind und nicht absolute Wahrheit repräsentieren.

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shy_212 25.07.2018, 22:10
92.

Für 80% der Befragten, die sich dagegen aussprachen (dazu habe ich vor einigen Jahren auch mal gehört) haben nicht annähernd einen Sinn für Gentechnik. Es wird auf breiter Front eine große Anti-Kampagne seit Jahren geführt und nicht zuletzt auch von den Öffentlich Rechtlichen (meist über deren Recherche-Formate). Dem Menschen wird eine heiden Angst gemacht und dann kommt es einem so extrem widernatürlich vor und bei all der "Chemie und Schlupflöcher für die Lebensmittelindustrie" stemmt man sich dagegen. Die Gegenbeispiele, dass radioaktiv bestrahlt werden darf usw. ist in der Bevölkerung nicht wirklich weitverbreitet und wurde auch kaum thematisiert. Sollte viel mehr thematisiert werden wo wir Gentechnik begegenegn und was es für die heutige Zeit eigenixh bedeutet... oder wir stünden, wenn es sie nicht gäbe

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neanderspezi 25.07.2018, 22:12
93. Der EuGH wird vor Entscheidungen gründlich wissenschaftlich beraten

Die Faktengläubigkeit hat offensichtlich in großen Teilen der Bevölkerung stark nachgelassen. Das mag teilweise mit der klanglichen Nähe von Fakten mit Fake zu tun haben und eine sogenannte Faktenlage ist keine dick aufgetragene Lage von Fakten, die alle eindeutige Wahrheiten repräsentieren und sich damit zur Unanfechtbarkeit hochstilisieren lassen würden, sondern dabei werden eine Reihe von Fakten gebündelt und in der Regel weiteren Prüfungen unterzogen, um nach Untersuchungen zu Interaktionen gewisser Ereignisse beim Zusammenspiel der Fakten weitere Schlüsse zu ziehen. Es sind wahrhaftig Narren, die bei Untersuchungen zu hoch komplizierten Zusammenhängen im biologischen Geschehen von einer zuverlässigen "Faktenlage" faseln, eine Sicherheit in der Größenordnung von Unbedenklichkeit gibt eine Wissenschaft wie die Genomanalyse mit Genmanipulation und Eingriffe per Genschnipselei absolut nicht her.

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Miere 25.07.2018, 22:14
94. Doch, Gentechnik ist per se gefährlich.

So wie Feuer per se gefährlich ist. Wir nutzen Feuer, weil es sehr nützlich ist. Aber nicht unkontrolliert. Das Gericht hat entschieden, das "Genome Editing", mit dem man sehr zielgerichtet arbeiten kann, genauso zu regulieren, wie frühere Methoden, wo man eher mit der Schrotflinte ins Genom geschossen hat. Das ist logisch. Ob die existierenden sehr strengen Regeln so noch notwendig sind ist eine andere Frage.

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Wasserexperte 25.07.2018, 22:15
95. Danke für diesen Artikel!

Weiter so, im Kampf für die Wissenschaft und für fakten-basierte Entscheidungen! Der "March for Science" war ein guter Anfang: Nicht zurückweichen vor Leuten wie Trump, die gegen alle Fakten den Klimawandel leugnen! Nicht nachgeben den Zynikern, die lieber Epidemien hinnehmen, als ihre Kinder zu impfen! Und standhaft Widerstand leisten gegen die fakten-resistenten Gegner der modernen Pflanzenzüchtung!

Ja, die agressive Unwissenheit ist inzwischen Mainstream, und tummelt sich natürlich auch in diesen Foren. Aber wie es hieß früher so schön: "Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom". Also: dran bleiben und nicht aufgeben!

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keksguru 25.07.2018, 22:17
96. Urteil gegen die Gen-Lobby

Schaut mal auf die Saatgutherstleller-Lobby.... mit Scheinargumenten haben die versucht, ihr Zeug auf den europäischen Markt zu bringen, aber in Wirklichkeit gings immer nur drum, Gewinne zu maximieren, und das teilweise (wie man aus den USA kennt) mit fragwürdigen Methoden. Der EuGH hat nun mit einem Scheinargument schlichtweg Geschäfte mit gentechnisch veränderten Pflanzen verboten. Man könnte auch Spiegelfechterei dazu sagen, jedenfalls wird die Gentechnik-Industrie keinen Fuß in der EU fassen können. Nüchtern betrachtet werden vom Prinzip her nur zufällige Mutationen "vorweggenommen", andererseits man weiß nciht was mit einem falschen künstlichen Gen so alles passieren kann. Man stelle sich mal vor, daß dadurch eine Empfindlichkeit gegenüber natürlichen Schädlingen verhundertfacht wird, z.B. beim Versuch, eine Kartoffel länger lagerfähig zu machen. Die wissen nicht wirklich, was sie da tun.... zum Teil schaffen die Biologen Chimären, also Kreuzungen aus Pflanzen die in der Natur nicht kreuzbar sind. Beim Mais hat man das gemacht, irgendein Pilz wurde in die DNS vom Mais eingebaut, damit ein bestimmter Schädling dem Gen-Mais nichts mehr anhaben kann. Das ließ sich Monsanto in den USA teuer bezahlen, und zuguterletzt darf das Zeug nicht in die EU exportiert werden. Die Methoden, die Monsanto zur Durchsetzung seiner Rechte daran in den USA angewendet hat, sind schon Grund genug, deraritige Aktivitäten in der EU einfach nur zu verbieten. Es geht nicht gegen die gentschnisch erzeugten Pflanzen, sondern gegen dessen Vermarktung und Nutzung. Und auch darum, daß bedingt durch die Evolution natürliche Mutationen keine Killerpflanzen hervorbringen. Etwas was man bei gentechnischen Pflanzen nicht ausschließen kann...

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homo pragmaticus 25.07.2018, 22:19
97. @marvin Beitrag 25

So wie ich das verstanden habe, geht es hier explizit um Mutationen, die mittels crispr angeregt wurden und nicht von denen zu unterscheiden sind, die z.B. durch Strahlung entstehen. Wenn sie hier genauere Faktenkenntnis als Frau Merlot haben, präzisieren sie das doch bitte! Da sie aber Frau Merlot schon als Populistin abgestempelt haben, glaube ich eher, dass bei Ihnen Meinung und Haltung wichtig sind und störende Fakten nur Behauptungen von Lobbyisten sein können.

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unglaublich_ungläubig 25.07.2018, 22:23
98. Geben Sie sich keine Mühe

Zitat von CobCom
Sie wissen aber schon, was die größte, permanent aktive und kontinuierliche Quelle von mutagener Röntgenstrahlung in diesem Planetensystem ist...?
Geben Sie sich keine Mühe, mit Fakten kommt man diesen Menschen nicht bei. Was meinen Sie, wie vielen Menschen ich schon die Dosisleistungen eines Sonnenbades gegen 24h Dauertelefonieren mit dem Handy gegengerechnet habe, samt Eindringtiefe in die Haut. Es ist sinnlos. Die sehen einen Funkmast und kriegen Kopfweh, und wenn sie "Genmais" essen, wird ihnen schlecht, was man aber sehr leicht verhindern kann, indem man ein Biosiegel drauf klebt. So wie das Kopfweh auch dann kommt, wenn der Mast gar nicht in Betrieb ist. Da gab es mal einen Dokumentarfilm über eine neue Basisstation irgendwo in den Alpen; ein ganzes Dorf wurde krank davon. Die Schlussszene war, dass ein Sprecher von Vodafone sich darüber verwundert zeigte, denn der Mast war seinen Unterlagen nach noch gar nicht in Betrieb genommen worden.

Die Hysteriker werden auch nicht verstehen, dass das Urteil lediglich eines bewirken wird: dass CRISPR/CAS9 eben außerhalb der EU betrieben werden wird. Da das Ergebnis sowieso keiner von "normaler" (mit radioaktiver Strahlung und mutagenen Chemikalien beförderter) Zucht unterscheiden kann, kommen diese Pflanzen auf unsere Teller, ob wir wollen oder nicht. Und das ist gut so!

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interessierter Laie 25.07.2018, 22:24
99. Frau Merlot hat es genau begründet...

Zitat von Pfisch
Zitat: ?Die Pflanzen, um die es geht, bergen keine größere Gefahr für Mensch und Umwelt als jeder herkömmliche Mais, Raps oder Apfel? Das weiß also die Autorin dieses Artikels? Oder schreibt sie das, weil die entsprechende Lobby sie ausreichend geschmiert hat? Wie war das noch mit der unabhängigen Berichterstattung, die ich gerade von einem Magazin wie dem Spiegel erwarte?
die Mutationen, um die es geht, können auch natürlich oder durch Züchtung entstehen. Anschaulich gesprochen: Früher hat man große Erbgutsequenzen durch teilweise artfremdes Erbgut erletzt. Das kann kaum auf natürliche Weise passieren, weil sich Dattelpalme und Dill nicht kreuzen lassen und eine so komplexe zufällige Mutation eine Wahrscheinlichkeit von nahe 0 hat. Heute wird etwas gezielt weggelassen oder verändert. Das ist dasselbe, was Züchter tun - sei es der Hund mit der kurzen Schnauze, die Kuh mit besonders hoher Milchproduktion oder das besonders schnelle Pferd. Sprich: Sie trinken die Milch besagter Kuh obgleich sie heute aufgrund von Züchtung fünfmal mehr Milch gibt, als ein Urrind. Die Gefahr, dass dabei etwas problematisches passiert, ist aber genauso groß, wie bei der hier beschreibenen Methode der Gentechnik. Auch Züchtungen sind künstliche Lebewesen. Die Hochleistungskuh und der Zwergpinscher wären wohl nie natürlich entstanden und wenn, wären sie ausgestorben. Sprich: Sie selbst setzen sich täglich demselben Risiko aus - und das nur wegen der Methode nicht wegen des Ergebnisses.

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