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Entscheidung des EuGH zu Gentechnik: Abschied von den Fakten
DPA

Der Europäische Gerichtshof hat entschieden, dass gentechnisch veränderte Pflanzen streng reguliert werden müssen, auch wenn sie sich nicht von Züchtungen unterscheiden. Ein trauriger Tag für alle, die Fakten vertrauen.

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Manitou-01@gmx.de 26.07.2018, 00:17
150.

Zitat von mincologne
Es ist ja schon verrückt genug, dass Politiker gefühlte Gefahren eher mit Regulierung begegnen als echten Gefahren. Hier ist das egoistische Ziel der Wiederwahl allerdings eine nachvollziehbare wenn auch schlechte Motivation. Dass Gleiches nun schon für die Rechtsprechung gilt, finde ich sehr bedenklich. Wir sprechen ja gerade auch nicht über das Amtsgericht Wipperfürth. Ich warte auf folgende Urteilsbegründung für eine Gefängnisstrafe: „Trotz Mangels an Beweisen hat eine Umfrage im Zuschauerraum ergeben, dass der Angeklagte irgendwie schuldig aussieht.“ Gentechnik könnte Lebensmittel günstiger machen, Landwirte besser gegen Ernteausfälle schützen und einen Beitrag gegen Hunger in der Welt leisten. Aber weil irgendwelche Leute irgendein Gefühl haben, nicht bei uns. Bin mal gespannt, wann Impfungen verboten werden. Da haben auch Leute Ein Gefühl zu. Ich bin unfassbar enttäuscht vom EuGH.
Wenn Gentechnik einen Vorteil für Verbraucher hätte, dann würden die hersteller sich nicht gegen die Kennzeichnung wehren, sondern offensiv damit werben. Und dann kann der Verbraucher entscheiden, ob er Bio-Tomaten oder Gentch-Tomaten kauft
Meinetwegen kann auch der Verkauf von US-Clor-Huhn erlaubt werden, wenn diese (auch als Bestandteil von weiterverarbeiteten Produkten) gekennzeichnet werden.
Wer was nicht kennzeichnen will, hat was zu verbergen.

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joejoejoe 26.07.2018, 00:17
151. Ein unkritischer Artikel!

Zitat: "Statt das Potenzial der Technik endlich zu nutzen, wird das neue Urteil nun weiter Ängste schüren, denn was streng reguliert ist, muss gefährlich sein. "

Die Neukombination von Genen schafft eine neue Pflanze, deren Stoffwechsel niemand kennt und deren Wirkung auf die Umwelt ebenfalls unbekannt ist. Natürlich muss das in geregelten Bahnen untersucht und kontrolliert werden werden.
Die technokratische Sicht, nach der man einen DNS-Strang einfach durchschneidet, neu zusammenfügt und "gut ist" ist entweder dumm oder von Profitinteressen diktiert.

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Manitou-01@gmx.de 26.07.2018, 00:22
152.

Zitat von Epsola
Die Gentechnik-Gegner können folgender Frage nicht aus dem Weg gehen: Wie soll die Menschheit zukünftig ernährt werden? In der mittleren UN-Prognose wird die Weltbevölkerung bis 2100 auf über 11 Milliarden ansteigen bis die Wachstumrate deutlich nachlässt. Gleichzeitig verschwinden Ackerflächen durch den Klimawandel und werden Wäldern gerodet um Äcker die nur wenige Ernten ergeben. Ist es als Wohlstandsbürger moralisch vertretbar für's gute Gefühl Gentechnik pauschal abzulehnen während Menschen verhungern und zwar nicht aufgrund von Krieg, Dürren oder sonstigem sondern schlicht weil es nicht genug Ackerflächen gibt um ohne Gentechnik genug Nahrungsmittel zu erzeugen. Ich denke man sollte Prioritäten setzen. Das bedeutet, dass man grundsätzlich gegen Gentechnik sein kann, aber dessen Einsatz befürwortet um die Menschheit zu ernähren so lange dies nötig ist.
Dann sollte man offensiv für den Nutzen werben und die Produkte kennzeichnen. Dann kann der Verbraucher frei entscheiden.
Ich verlange, daß die Gentech-Wirtschaft am freien markt mit offenem Visier antritt. Wer mir heimlich was ins Essen mischen will, kann nicht erwarten, daß ich ihm vertraue.

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Besser_Meyer 26.07.2018, 00:26
153. Gentechnisch veränderte Pflanzen sind sicher, seit 20 Jahren

Im Grunde sagt dieser Satz alles. Mit einem Zeithorizont von 20 Jahren wird behauptet ein Verfahren ist sicher. Genau so sicher wie mal die Kernkraft war, bis man feststellte dass der radioaktive Dreck auch irgendwie entsorgt werden muss. Und Kernkraftwerke in Ozeannähe nicht so eine gute Idee sind. Vielleicht gibt sich die Wissenschaft ja mal ein oder zwei Generationen Zeit um zu beurteilen ob etwas wirklich risikolos ist. Wäre nähmlich schade wenn die Gentechniksache nach hinten losgeht.

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paul.fisch 26.07.2018, 00:26
154.

ja, verbietet auch gleich die gefährlichen Züchtungsmethoden, vernichtet das ganze Zeug und gibt den Leuten ihre Urkartoffel, Urtomaten und das Ursaatgut wieder, soweit die noch irgendwo vorhanden sind!

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Manitou-01@gmx.de 26.07.2018, 00:31
155.

Zitat von weltverkehrt
"unter Berufung auf das Vorsorgeprinzip" Das macht aua. Bestimmt auch ein toller Tag z.B. für Impfgegner. Stellt sich die Frage, warum man sich bestimmte Leute bei bestimmten Themen auf das Vorsorgeprinzip berufen bei gleichzeitiger Ignoranz der Fakten und aufgrund von willkürlichen Behauptungen, bei anderen aber sogleich die Keule geschwungen wird, wenn man die dringend gebotene Vorsorge nur erwähnt oder gar fordert. Ein sehr guter Artikel!
Ich bin dafür, auf Grund des Vorsorge-Prinzips Impfgegnern ihren willen zu lassen. Aber genauso bin ich für die Freiheit der Kinderbetreuungseinrichtungen, nur Kinder aufzunehmen, die entweder geimpft sind oder mit (amt-)ärztlichen Attest nachweisen können, nicht impfbar zu seien (kann bei bestimmten Erkrankungen möglich sein). Denn diese Kinder haben ein Recht, daß die Kinderbetreuungseinrichtung sie mittels einer Durchimpfungsquote von 90-95% der dort betreuten Kinder schützt.

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mullex 26.07.2018, 00:35
156. Die Großkonzerne haben gewonnen.

Nicht nur in Brüssel setzen sich die Großkonzerne durch, sondern inzwischen auch bei Gericht. Brüssel will teure Zulassungsverfahren und die Großkonzerne bekommen das Monopol. Selbst Salz braucht inzwischen eine Zulassung für die Tierfütterung und diese kostet Millionen.

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jens.kramer 26.07.2018, 00:52
157. Fakten werden geschaffen

Fakten werden nur geschaffen und wenn die Verbraucher diesen nicht trauen, ist es ihr gutes Recht, auf faktisch angeblich unbedenkliche Nahrungsmittel zu verzichten.

Wenn die Richter das auch so sehen, ist das OK und das Gejammere technikaffiner Weltenverbesserer verhallt ungehört im Raum der Meinungsfreiheit.

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quark2@mailinator.com 26.07.2018, 00:52
158.

Fakten ? Was sind denn hier die Fakten ? Z.B. das wir in den letzten Jahren eine nahezu endlose Reihe an geheimen Absprachen und Mauscheleien der Firmen haben, weil der Staat einfach nicht nachkommen kann mit den Materialprüfungen, etc. ? Wäre das ein Fakt ? Sowenig wie der Staat es schafft dafür zu sorgen, daß die Pharmaindustrie an den richtigen Dingen forscht (heilen statt ewig therapieren) oder auch nur die Medizin verfügbar hält, die gebraucht wird (Gegengifte und anderes werden knapp), hat er eine Chance, Gentechnik im Detail zu überwachen und ganz offensichtlich gelingt es nicht über die tollen freiwilligen Selbstverpflichtungen. Ergo, wer einmal lügt, ... kann nicht einfach losgelassen werden. Diese Techniken gehören in kleinem Maßstab und kontrolliertem Umfeld eingesetzt, bis sie zu 100% verstanden sind. Noch vor 15 Jahren sprach man von "Junk DNA", Abschnitten, die angeblich nur Müll enthielten und keinen Einfluß hatten. Wie man jetzt weiß, war das falsch. Es schadet uns kaum, wenn wir das langsam angehen.

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rex_danny 26.07.2018, 01:00
159.

Zitat von Aquifex
Die pure Arroganz, mit der heute jeder aufstehen und erklären darf, warum die Fachleute alle Unrecht haben, ist wirklich bemerkenswert.
Vielen Dank für ich sehr gute Antwort. Man sieht daran übrigens, dass sich der Mensch nicht verändert hat, schon Kopernikus oder Galileo mussten für die Wissenschaft gegen Ignoranten kämpfen.

Überhaupt, was Sie und ich so nebensächlich feststellen, eigentlich ist es DAS Problem überhaupt. Der Mensch ist noch immer ideologisch gesteuert, man muss ihn nur glauben machen, dann hat man ihn im Sack. Solche Menschen, die meisten, sind somit manipulierbar, steuerbar.

Sachlichkeit, faktenbasiertes Handeln, das würde die Menschheit echt voranbringen.

Wird aber wahrscheinlich erst der Nachfolger des Homp Sapiens haben. Eines Tages, wenn der sich selber erledigt hat...

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