Forum: Wissenschaft
Entstehung des Alls: Hawking hält Gott für überflüssig

Das Universum braucht keinen Gott: Mit dieser Aussage sorgt Stephen Hawking für Schlagzeilen. Bisher hat der britische Physiker den Schöpfer zumindest metaphorisch benutzt - und sei es nur, um den Verkauf seiner Bücher anzukurbeln. Doch damit ist nun offenbar Schluss.

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melvin weaver 02.09.2010, 17:02
220. Wer muss hier was beweisen?

Zitat von Klompy
Wie wäre es, wenn Sie mir erstmal beweisen das es umgekehrt keinen Gott gibt?
Der "Schöpfer-Gott" ist eine unbewiesene Hypothese auf die Frage, wie Universum und das Leben entstanden sein könnten - wir können Sie nicht beweisen, aber auch nicht wirklich widerlegen,sondern allerhöchstens noch die Wahrscheinlichkeit mit einbeziehen - Wieso meinen Gläubige, es wäre die Aufgabe der Wissenschaft, zu beweisen, dass es Gott NICHT gibt?
Die Beweislast liegt immer bei dem, der die Hypothese aufstellt, es ist nicht die Aufgabe derjenigen, die die Hypothese anerkennen sollen!

Ein Beispiel:

Wenn ich die Behauptung aufstelle, dass ein gewaltiges Krabbenmonster mit einem bunt blinkenden Kochtopf auf dem Kopf für die Entstehung des Universums verantwortlich ist, würden Sie es dann nicht für legitim halten zu verlangen, dass ich meine Annahme mit Beweisen unterfüttere, wenn ich Sie damit überzeugen wollte?
Argumentiere ich wie Sie, könnte ich sagen, dass meine Behauptung so lange richtig ist, bis ihr mir das Gegenteil beweisen könnt.
Warum letztere Argumentation hinkt, liegt auf der Hand, oder?

Ergo: Befürworter der Gottes-These müssen den Skeptikern Argumente und Beweise liefern, die diese These stützen, nicht umgekehrt: Ein Wissenschaftler muss sicherlich nicht eine These widerlegen, für die derjenige der diese These aufgestellt hat, keinen stichhaltigen Beweis vorbringt.

Ich halte das für eine unabdingbare Grundlage für eine vernünftige Diskussion/Debatte

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Asirdahan 02.09.2010, 17:02
221. Nichts ist unmöglich

Hawking meint, es könne eine spontane Schöpfung aus sich selbst heraus gegeben haben. Ich stelle die Frage zur Diskussion: muss es jemals eine Schöpfung gegeben haben? Ist es nicht möglich, dass das Nichts ein Zustand ist, den es physikalisch gar nicht geben kann, dass also das Vorhandensein von Etwas der Normalzustand schlechthin ist?

Bezüglich der Frage nach Gott ist es ja so: Häufig wird von den Gläubigen behauptet, die Wissenschaft könne auch nicht alles beweisen und habe noch große Lücken. Stimmt. Aber wer füllt denn diese Lücken? Gott? Auch die Kirche weiß nicht mehr als wir alle über die ewigen Fragen der Menschheit. Was über diese in den Religionen behauptet wird, ist nichts anderes als eben das: eine Behauptung.

Wenn es aber tatsächlich hinter oder vor dem Urknall einen Gott gegeben hat, dann bestimmt keinen, der unsere Sünden vergibt und der einen Sohn mit einer Frau gezeugt hat. Erst wenn man sich die Gesetze des Universums anschaut, merkt man, was für Märchen einem da aufgetischt werden.

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frank_lloyd_right 02.09.2010, 17:05
222. Na gut,

Zitat von Seraphim
...um Ihre Frage zu beantworten: Ja, ist es. Religion ist Gift. Zu verlieren haben wir den Willen, unseren eigenen Verstand zu bemühen. Vorteile gibt es nur für den Klerus, wenn alle glauben. Das ist seit mehr als 2.000 Jahren allein in der hier verbreiteten Religion hinlänglich erwiesen.
...aber was ihr Vorredner meinte, ist sicherlich die Tatsache,
daß die Religionen es Vielen ermöglichen,
die nächste Stufe zum Erwachsenwerden eben NICHT
betreten zu müssen : mit Gott ist man immer Kind,
kriegt zum Schluß den Popo verhauen oder auch ein paar
gute Worte... darum klappt das so reibungslos.

Sozusagen genial ausgehirnt vom Hirn,
und völlig folgerichtig.
Der Gott, der Universen schafft,
nur um dann Primaten den Arsch zu verhauen -
den kann sich eben nur ein Primatenhirn ausdenken :
auch ganz, ohne je den Knall gehört zu haben.

Die Angst vor der Sinnlosigkeit, die zu erkennen
unser mattes Hirn ja durchaus so eben imstande ist,
ist mit Recht groß - diese Sinnlosigkeit ist der Tod,
DAS ENDE - und den/das wollen wir nicht.
Da leben wir lieber weiter nach dem Tode (aechzz!),
wenn auch evtl. in der Hölle - Hauptsache, Pappi
paßt irgendwie weiter auf uns auf.

Ist Gott womöglich Päderast ?
Was für gefallene Affenengelchen wir doch sind !

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Schweizerchen 02.09.2010, 17:06
223. Die Leistungen des Christentums

Zitat von Klompy
Entschuldigung. Aber wissen Sie eigentlich, was das Chrsitentum oder der Islam schon geleistet hat? Wissen Sie warum es irgendwann mal keine Gladiatoren kämpfe gab? Wer hat diese Unmenschlichkeit abgeschafft? Das Christentum! Würde es eine Mutter Theresa gegeben haben ohne das Christentum? Gäbe es die 10 Gebote nach denen sich der Großteil der Menschheit richtet?
Das Christentum rechtfertigte auch die Kreuzzüge, die Vorrechte des Adels, die Leibeigenschaft, die Religionskriege, die Inquisition, die Versklavung oder gar die Ausrottung von ganzen Völkern etc.etc. Es führt zu weit, hier das ganze Sündenregister der hochmoralischen Christenheit herunter zu beten. Sogar die besagte Mutter Theresa hat Zweifel an Gott gehabt.

Etwas Aehnliches wie die 10 Gebote gäbe es auch ohne Christentum, denn die wurden erstens von den Juden "erfunden", und zweitens sind die Angehörigen anderer Religionen auch ohne die 10 Gebote keineswegs schlechtere Menschen und unmoralischer als Ihre gelobten Christen.

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johndoe2 02.09.2010, 17:06
224. Ursache und Wirkung

Zitat von sprechweise
Kann ein Gott die Zeit vor der Zeit oder vor dem Universum erklären? Nein, denn falls ein Gott das Universum geschaffen hätte, stellt sich die Frage wer Gott erschaffen hat bzw. was vor Gott war. Absurderweise argumentieren dann Gläubige, dass Gott keinen Anfang hätte, zeitlos sei, usw. Eigenschaften, die sie dem Universum nicht zubilligen wollen.
Vollkommen korrekt.

Da wird argumentiert, das Universum benötige eine Grundursache, und weil diese nicht nicht greifbar ist wird ein Schöpfergott herbeiphantasiert.
Der benötigt nun aber absurderweise keine Ursache und "darf" einfach so existieren.

Ich glaube, das liegt einfach an unserer menschlichen Erfahrung der Zeit: Keine Wirkung ohne Ursache.
Also geht man einfach auch davon aus, dass dieses Prinzip auch auf die Zeit selbst zutrifft, obwohl sie doch eigentlich dieses Prinzip bedingt.

Kurz: Die Annahme, es müsse einen Grund für unser Universum geben, ist Spekulation.

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Blackysmart 02.09.2010, 17:08
225. ...

Zitat von tschili
Nun, wenn es keinen Gott gibt, sollten wir uns alle auf der Stelle umbringen.
Lassen Sie sich nicht aufhalten.


Zitat von tschili
Warum mühsam und beschwerlich jeden Tag durchs Leben quällen, für die wenigen Glücksmomente in den paar Jahrzenten Lebenzeit?
Ihr Leben muss sehr schlimm sein. Das tut mir sehr leid.


Zitat von tschili
Warum moralisch und im Frieden mit den Mitmenschen leben, die man eigentlich viel lieber schnellstmöglich unter der Erde sehen würde.
Schon mal darüber nachgedacht, dass Ihr schlimmes Leben vielleicht an Ihrer Einstellung zu Ihren Mitmenschen begründet sein kann?


Zitat von tschili
Wieso sich an vorgegebene Regeln halten, wenn man doch keine göttliche gerechte Strafe fürchten müßte?
Ich halte mich aus Gründen der Vernunft und aus Respekt vor dem Leben an Regeln und nicht wegen Drohungen eines Gottes.


Zitat von tschili
Auch habe ich keinen Insekt gesehen, der plötzlich zum Säugetier mutierte. Insekt bleibt Insekt, weil es im genetischen Bauplan des Lebens (der DNA) so fest einprogrammiert ist.
<Ironie an>
Da die Erde ja nur 6000 Jahre alt ist, sind alle Tierarten unveränderlich so geschaffen worden. </Ironie aus>

Zitat von tschili
Wir Menschen sind keine Tiere, das haben viele in der heutigen Zeit vergessen und verdrängt.
Sie bestreiten sicherlich, dass Menschen von affenähnlichen Vorfahren abstammen.


Zitat von tschili
Wir haben Gefühle, Emotionen, empfinden Liebe und Haß, können zwischen Gut und Böse unterscheiden (manche Jedenfalls) und verfügen über die Fähigkeit der Empathie, welche aber bei vielen Mitmenschen mittlerweile verloren gegangen ist.
Alles Attribute, die bei hochentwickelten Säugetiere ebenfalls zu beobachten sind.

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Müder_Mensch 02.09.2010, 17:08
226. Es gibt viel zu verlieren...

Zitat von Klompy
Ist denn ein wenig Glaube zu viel verlangt? Was habt ihr zu verlieren? Bringt das nicht nur Vorteile? Als gott Gehirne verteilte, seid ihr wohl mit Regenschirmen rumgelaufen oder?
Klompy, Sie fordern nicht ein wenig Glaube. Und Glaube kann sehr schädlich sein. Es ist riskant eine absolute Wahrheit zu postulieren, wenn wir Menschen in unserer Fehlbarkeit darauf angewiesen sind, Korrekturen in unserem Weltbild beständig zu zu lassen und durchzuführen.
Sonst werden wir unser Potential nicht weiter entwickeln können.

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e.schw 02.09.2010, 17:08
227. "Vom Urknall zum Durchknall"...

Zitat von Wer ich wirklich bin
- - - Ein Urknall, abgeleitet aus der beobachtbaren Expansion des Universums und der messbaren Hintergrundstrahlung hingegen schon.
Sie tun so, als wäre die Urknallthese in der Fachwelt unumstritten.
Alexander Unzicker hat in seinem Buch "Vom Urknall zum Durchknall" einen Teil der vielen unbelegten , oft widersprüchlichen Annahmen etwas flapsig auf's Korn genommen.

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janontour 02.09.2010, 17:09
228. Hawkin kein 'echter' Wissenschaftler?

Zitat von BartSimpson
Sollte Hawking es schaffen, eine der Thesen in der Wissenschaft zu etablieren, dann bin ich bereit, meine Ansicht zu ändern, aber sicher nicht aufgrund des üblichen Populärwissenschaftsschunds.
Da tun Sie dem Wissenschaftler Hawking mMn Unrecht und ich glaube, Sie müssen Ihr Ansicht ändern. Er mag zwar einen Hang zur populärwissenschaftlichen Deutung haben und genießt die Aufmerksamkeit auch sicherlich (jedoch finde ich Ihre Ausführungen über den Mitleidsbonus geschmacklich fragwürdig und schließe mich dem aktiv nicht an!), dennoch war Herr Hawkin für 30 Jahre Inhaber eines der exponiertesten Lehrstühle im Bereich Astrophysik (er war Inhaber des Lucasischen Lehrstuhls für Mathematik an der Universität Cambridge) - und den hat er bestimmt nicht für einen populärwissenschaftlichen Bestseller bekommen. Ferner hat er teilweise bahnbrechende Werke in der Wissenschaft produziert (Singularitäten, schwarze Löcher, Quantengravitation).

Ich glaube Sie haben sich einfach nie damit beschäftigt, oder? bzw. wie kommen Sie konkret zu der Erkenntnis, dass Herr Hawkins es nicht geschafft hat "eine der Thesen in der Wissenschaft zu etablieren"?

Meine Hypothese: Sie haben keine Ahnung von Physik, oder?

(ich auch nicht, würde aber genau deshalb nie sowas über einen Physiker behaupten).

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GM64 02.09.2010, 17:10
229. Habe ein Problem mit einem Anfang

Zitat von Kamillo
Schwerkraft ist etwas, was aus der Energie entsteht, letztendlich also die Teilchenladung im Inneren der Atome, Elektron, Proton und Neutron (und der Teilchenladung aus denen diese wiederum bestehen), also es hat letztendlich irgendwie mit Elektrizität zu tun, oder Elektrizität ist ein sichtbarer Effekt davon. Einsteins weltbekannte Formel E=mc² deutet das doch schon an, man muss diese Formel und ihre Komponenten nur in allen Einzelheiten erstmal verstehen. Der Hawkins wird einer der wenigen Menschen sein, der dies wenigstens einigermaßen kann. An dem was wir den Anfang des Universums nenne, stand vielleicht eine ungeheure Masse Materie und Energie, vielleicht ein "schwarzes Loch", was das vorige Universum und dessen kleinere schwarzen Löcher (z.B. nach der "minimalen Clustermethode") komplett durch seine Anziehungskraft (Energie!) aufgesaugt hat, bis es so groß und schwer wurde, dass es eben zum Knall kam, weil es sich wegen seines Eigengewichts nicht mehr selbst tragen konnte.
So wie Sie das Berichten, war ja doch etwas da, also kann man nur bedingt von Anfang sprechen. Warum fragt er nicht wie diese Masse entstanden ist, und dann wird der Anfang wieder verschoben.

Es ist aber wieder mal typisch Mann. Er macht immer etwas sinnloses und ist süchtig nach Grandiosität.

Es ist doch total Wurst was am Anfang des Universums da war.
Es ist eh nicht zu ändern.
Dieser Urknall Versuch war ja genau so lächerlich. Am Anfang des Universums war nichts da, im letzten Jahre schon und es ist auch kein Universum entstanden, nur einige Tausend € EU Gelder sind verschleudert worden. Somit hat es schon geknallt und es wurde was verschleudert.

Aber es lässt die Wissenschaftler unheimlich wichtig erscheinen, wenn man als Welt Versteher auftritt.

Irgendwie ähnelt Hawking doch dem alten Adam. Laut Benedikt XVI war Adam der erste Mensch der Gott gedacht hat. Und Adam konnte Gott auch nicht vertrauen, weil er wie Gott sein wollte und vom Baum der Erkenntnis essen wollte.

So ist auch Hawking, er will halt beachtet werden.

Gott ist die Liebe, er ist dem Menschen in die Gene geschrieben, ebenfalls ein Benedikt XVI Zitat. Er ist das Bedürfnis des Menschen nach Dialog.
Gestern habe ich eine ganz tolle Meditation zum Thema Himmel von Pater Eberhard von Gemmingen gelesen.

Der Himmel ist danach ein Ort der so nah ist, dass man es sich nicht mehr vorstellen kann.

Diese Vorstellung soll der menschlichen Erbauung dienen. Um den Verlust der lieben Menschen besser zu verarbeiten.
Gott ist der einzige der immer bei mir sein kann.

Denke schon, dass die Beweggründe für die Kosmologie bei Hawking und bei Adam aus dem gleichen Ursprung kommen.

Jeder möchte die Welt besser verstehen und vor allem möchte jeder Beachtung. Jeder nach seinen Möglichkeiten.

Jesus hat nicht die Welt erklärt, er hat das menschliche Miteinander bestens verstanden und Ratschläge für ein besseres Miteinander gegeben. Er war kein Adam.

Leider gelingt es auch vielen Kirchenmenschen nicht den Adam ganz abzustreifen. Daher gibt es immer wieder Probleme, vor allen sind sie sich deshalb auch nicht einig.

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