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Erderwärmung: Was das wahre Problem der Klimapolitik ist
DPA

Der Sommer heizt die Klimadebatte an: Die einen sehen die hohen Temperaturen als Beweis einer fatalen Erderwärmung, die anderen verdammen Alarmismus, er stumpfe die Menschen eher ab. Beide Positionen sind falsch.

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**Kiki** 16.08.2018, 16:03
1. "effektiv", soso.

Zitat von
Die ständige Erwähnung eines angeblichen Krebsrisikos und die Hinweise auf ein mögliches Insekten- und Vogelsterben haben dazu geführt, dass die meisten Deutschen das Pestizid ablehnen. Das ist zwar fragwürdig, da es keine wissenschaftlichen Belege für ein solches Risiko gibt. Aber es zeigt, dass Alarmismus durchaus effektiv ist.
Welchen Effekt hat der Alarmismus in diesem Fall konkret auf das Verhalten der "meisten Deutschen"? Kaufen sie anders ein als vorher? Das müßte sich doch eigentlich feststellen lassen. Und ich gehe jede Wette ein: Der Effekt ist nicht meßbar.

Aber Alarmismus als politisches Stilmittel - und dieses Stilmittel wird ja nicht nur in der Klimadebatte angewandt - hat einen allgemeineren Effekt, er läßt die Leute tatsächlich abstumpfen. Niemand kann nämlich über einen längeren Zeitraum hinweg ständig im Panikmodus herumlaufen und seine Panik dabei womöglich gleich auf ein Dutzend Baustellen gleichzeitig verteilen. Deshalb ist es erstens NICHT effektiv (Umfrageergebnisse sind irrelevant, nur die Veränderung beim tatsächlichen Verhalten zählt) und zweitens saugefährlich. Denn irgendwann kommt der Moment, in dem es wirklich wichtig wäre, die Leute dazu zu bringen, alarmiert zu sein, und dann kann es passieren, daß sie bloß müde mit den Achseln zucken.

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j.ogniewski 16.08.2018, 16:20
2. Das Problem ist doch...

Daß niemand bei sich selbst anfangen möchte, und daher die meisten auf andere zeigen, am liebstens einfach Autos zum Sündenbock machen. Dabei stellen ja z.B. Flug-Reisen inzwischen ein grösseres Problem dat, aber anstatt die zu regulieren werden neue Flughäfen gebaut und ältere ausgebaut, mit Steuergeldern natürlich, und der ganze Flugverkehr noch stark subventioniert. Dabei hat jemand, der gerne in den Urlaub fliegt, auch nicht mehr Recht, Schadstoffe zu verursachen, als jemand mit Auto-Interesse. Um nur zwei Beispiele zu nennen - andere wären Fleisch, Haustiere, Unterhaltungselektronik, Kleidung... Und so lange wir mit unterschiedlichen Maßstäben messen, Schadstoffe danach beurteilen, wie sie erzeugt werden, wird sich daran auch nichts ändern. Solange werden alle Ausnahmen für sich selbst fordern und versuchen, das Ganze auf andere abzuschieben. Was wir bräuchten, wäre ein Neustart in der Umweltpolitik - einheitliche, transparente Maßnahmen gegen alle Schadstoff-Verursacher. Ausnahmen sollten allenfalls darauf beruhen, wie wichtig etwas wirklich ist, und nicht auf Popularität. Aber leider traut sich da ja keiner ran - selbst die sog. Umweltparteien (in Europa) sprechen aus purem Populismus lieber davon mehr auf Autos zu legen, anstatt endlich auch mal andere zur Verantwortung zu ziehen.

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ruhepuls 16.08.2018, 16:33
3. Großes Problem - individuelle Lösungen?

Der Punkt ist doch, dass wir zwar ein Problem erkennen, aber gleichzeitig wissen, dass wir selbst es nicht lösen können. Wenn ich mein Auto verkaufe, dann ändert sich am Klima erst mal gar nichts, aber ich brauche deutlich mehr Zeit für meine Erledigungen. Das lässt sich sinngemäß auf viele Bereiche übertragen.

Fakt ist, unsere ganze Lebensweise ist umweltschädlich. Wir sind zu viele und verbrauchen zu viele Ressourcen. Nur, was macht man mit der Erkenntnis? Irgendwelche Alibi-Aktionen mögen das eigene Gewissen beruhigen, ändern aber am langen Ende nichts.

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michael.dittmar 16.08.2018, 16:43
4. Risiko Analyse

Der Artikel versucht es allen recht zu machen, aber lässt die Kernfrage offen.
Der einzige Lichtblick ist die Aussage:

``dann verhalten sie sich nicht anders als seriöse Manager. Diese bewerten Risiken in Bilanzen nämlich konservativ - das heißt, sie gehen eher vom schlechtmöglichsten Ausgang etwa eines Rechtsstreits aus, um nicht unvorbereitet in die roten Zahlen zu rutschen."

Was das mit Managern zu tun hat ist unklar

eine wissenschaftliche haltbare Aussage waere eher:

die 450 ppm Co2 in der Atmosphaere (wir sind jetzt bei rund 410 ppm und plus 2 ppm pro Jahr)
entspricht eben nicht +2 Grad sondern + 2 Grad mit einer Unsicherheit von +-1.5 Grad bzw mit einer
Wahrscheinlichkeit von 5% etwa dass es auch plus 6 Grad werden koennen.

Welcher vernünftige Mensch wuerde sich in ein Flugzeug setzen wenn die Chance eines Crash 5% ist?

und ja weil wir Menschen angeblich

``Niemand kann nämlich über einen längeren Zeitraum hinweg ständig im Panikmodus herumlaufen"

scheint nicht zu stimmen, wenn ich an die Terrorismus Panik denke die unglaublich gerade von den gleichen
Leuten angeheizt wird die auch nur die kleinsten Massnahmen zur Reduktion der Co2 Emission als
Panikreaktion bezeichnen.

Es ist an der Zeit (nein es ist eigentlich schon nach Mitternacht!) die Dinge beim Namen zu nennen ..!!!

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cindy2009 16.08.2018, 16:56
5. @ruhepuls

"----
ruhepuls heute, 16:33 Uhr
3. Großes Problem - individuelle Lösungen?
Der Punkt ist doch, dass wir zwar ein Problem erkennen, aber gleichzeitig wissen, dass wir selbst es nicht lösen können. Wenn ich mein Auto verkaufe, dann ändert sich am Klima erst mal gar nichts, aber ich brauche deutlich mehr Zeit für meine Erledigungen. Das lässt sich sinngemäß auf viele Bereiche übertragen. Fakt ist, unsere ganze Lebensweise ist umweltschädlich. Wir sind zu viele und verbrauchen zu viele Ressourcen. Nur, was macht man mit der Erkenntnis? Irgendwelche Alibi-Aktionen mögen das eigene Gewissen beruhigen, ändern aber am langen Ende nichts.-----" Wenn nur Sie das Auto nicht nutzen, oder gar nicht kaufen und das sonst niemand macht, ändert sich nichts. Wenn das viele machen ändert sich etwas. Und das kann, gerade, wenn es aus Deutschland kommt, richtungsweisend für andere Länder sein.

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tzoumaz 16.08.2018, 17:06
6. Soziale Intelligenz

fehlt uns Menschen völlig. Da sind die Ameisen kompetenter. Wir fühlen alle, das es bereits 10 nach 12 ist, daher helfen auch keine Klimaabkommen mehr, zumal das Abkommen und das Einhalten des Abkommens 2 verschiene paar Schuhe sind. Ja die Politik ist machtlos weil alle Menschen uneinsichtig und egoistisch handeln. Die Erde als Planet wird überleben allerdings mit stark reduzierter Spezies.

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trustableman 16.08.2018, 17:08
7. Recherchedefizit zu Glyphosat

Das im Artikel als Beispiel für Alarmismus genannte Breitbandherbizid ist nicht allein wegen dem Verdacht auf Krebserregung beim Menschen weltweit unter Beschuss. Eine ordentliche Recherche des Autors hätte ergeben das der Einsatz von Glyphosat mittlerweile gentechnisch veränderte und in vielen Ländern patentierte Nutzpflanzen voraussetzt an denen Bayer und Monsato ganze Volkswirtschaften in Schwellenländern in den Ruin treiben. Darüberhinaus entstehen durch die Resistenzen bei den speziell gezüchteten Pflanzen gefürchtete 'Superunkräuter' welche sich weltweit verbreiten können und noch mehr Schaden durch noch mehr Herbizide und Pestizide verursachen. Diese Tatsachen sind durch zahlreiche Studien belegt, die Hintergründe sind relativ leicht recherchierbar, das Thema Glyphosat eignet sich jedenfalls überhaupt nicht als Beispiel für populistischen Alarmismus. Im Gegenteil, hier betreibt der Auto wohl Leugnismus.

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michael.dittmar 16.08.2018, 17:22
8. cindy2009

ja genau,
wenn wir zeigen koennen wie es ganz anders geht und vielleicht sogar besser
dann ändert sich schon was. Leider langt das nicht, denn die Leute die richtig vom System und Luxus profitieren
werden alles verhindern um so etwas zu erlauben und haben ihre Politiker Lobby die Versprechungen macht aber
die Verhältnisse nicht freiwillig ändern wird!

Entsprechend, zynisch sind die Leute die uns regieren!
So wie vor 230 Jahren in Frankreich und was hat es den Adligen genutzt ??

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cindy2009 16.08.2018, 18:06
9. @Michael dittmar

"----+
michael.dittmar heute, 17:22 Uhr
8. cindy2009
ja genau, wenn wir zeigen koennen wie es ganz anders geht und vielleicht sogar besser dann ändert sich schon was. Leider langt das nicht, denn die Leute die richtig vom System und Luxus profitieren werden alles verhindern um so etwas zu erlauben und haben ihre Politiker Lobby die Versprechungen macht aber die Verhältnisse nicht freiwillig ändern wird! Entsprechend, zynisch sind die Leute die uns regieren! So wie vor 230 Jahren in Frankreich und was hat es den Adligen genutzt ??----" Wählen Sie entsprechende Parteien, die gibt es zur genüge, oder tun Sie etwas. Auch Vorbilder im Kleinen funktionieren.

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