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Erdöl-Alternative: Bakterien produzieren Kunststoff-Basis

Die Herstellung von Kunststoff braucht Erdöl - noch. Jetzt haben Chemiker Bakterien*dazu gebracht, eine wichtige Grundsubstanz*zu produzieren. Öl ist dazu nicht notwendig. Alles, was die Mikroben benötigen, ist Zucker.

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akolyth2 23.05.2011, 12:51
1. Interessant

Zitat von sysop
Die Herstellung von Kunststoff braucht Erdöl - noch. Jetzt haben Chemiker Bakterien*dazu gebracht, eine wichtige Grundsubstanz*zu produzieren. Öl ist dazu nicht notwendig. Alles, was die Mikroben benötigen, ist Zucker.
Auch wenn diese Technologie höchst interessant ist, so bleibt doch die Frage offen, woher der benötigte Zucker komen soll.
Diese Frage darf nicht unbeachtet bleiben, da doch allein in DEU pro Jahr mehrere hunderttausend Tonnen Kunststoff hergestellt werde. Der demnach erforderliche Anbau von vielleicht einer Million Tonnen Zukerrüben sowie die anschließende Raffinade des Zuckers selbst müssen in die Bilanz einbezogen werden.
Daher sehe ich zur Zeit durchaus einen deutlichen ökologischen Vorsprung von Öl.
Dennoch ist die im Artikel beschriebene technologie ein interessanter Startpunkt für weitergehende Forschung.

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Berliner-030 23.05.2011, 12:56
2. ...

Was passiert eigentlich wenn solche Bakterien aus dem Labor "entkommen" und dann Lebewesen (Tiere, Menschen) befallen?

Garnicht auszudenken ...

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j.h_biotech 23.05.2011, 13:05
3. Lorem ipsum

Weltweit wird momentan mit Hochdruck an Bakterien geforscht, die die Menschheit vom Erdöl unabhängiger machen sollen.
In diesem Artikel ist exemplarisch ein guter Ansatz genannt.
Doch meiner Meinung nach greift das Denken der Forscher an dieser Stelle zu kurz.
Denn das Produkt 1,4-Butandiol wird aus "Zucker" hergestellt. Vermutlich handelt es sich hier aber nicht um Haushaltszucker sondern um Glucose. Und die ist recht teuer. Wenn der Produktionsstamm gentechnisch nun weiter optimiert wird, so steigt auch die Abhängigkeit vom Substrat Glucose. Und diese ist äußerst teuer. Zumal der maximal erreichbare Ertrag bei lediglich 0.5 g 1,4-Butandiol pro 1 g Glucose liegt.

Besser, weil deutlich nachhaltiger, ist Produktion von Chemikalien aus Abfallprodukten der Industrie sowie Holzabfällen der Forstwirtschaft. Auch dazu wird bereits geforscht und die Ergebnisse liegen bei deutlich wirtschftlicheren Werten als die im Artikel genannten "mickrigen" 20 g/l.

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catto59 23.05.2011, 13:31
4. Ist dies alles ungefährlich?

Es stellt sich die Frage, ob diese veränderten Bakterien dem Menschen gefährlich werden können. Escherichia coli (EHEC, EPEC, ETEC, EIEC, EAEC, DAEC siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Escherichia_coli) ist ein Darmbakterium und kann Infektionen hervorrufen. Was, wenn ein Mensch mit dem veränderten Bakterium infiziert wird?
Siehe auch SPON-Artikel vom 23.5.2011: "EHEC-Erreger - Zahl lebensgefährlicher Darminfekte im Norden steigt stark" http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...764184,00.html

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kalumeth 23.05.2011, 13:32
5. grossindustrielle Zuckerproduktion ist wiederum von Erdöl-Energie abhängig

Zitat von sysop
Die Herstellung von Kunststoff braucht Erdöl - noch. Jetzt haben Chemiker Bakterien*dazu gebracht, eine wichtige Grundsubstanz*zu produzieren. Öl ist dazu nicht notwendig. Alles, was die Mikroben benötigen, ist Zucker.
Da der agro-industrielle Zuckerrübenanbau jedoch Unmengen an Traktorendiesel und Kunstdünger verbraucht ...und dann die Zuckerrübendestillation noch einmal, ist es wie so oft ein biochemisches "Perpetuum-Mobilee", was dem wissenschaftshungrigen Leser hier vorgegaukelt wird.

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hansulrich47 23.05.2011, 13:41
6. Lachhafter Bericht

Leider ist das wieder nur ein Bericht, der es zu spiegel-online schafft, weil der Redakteur nicht nachdenkt.
Bakterien, Pilze, Pflanzen, alle produzieren organisches Material. Fett, Öl, Kohlenhydrate. Wenn jetzt ein Bakterium mal Butandiol produziert, neben vielen anderen Enzymen, Proteinen usw, dann ist das doch nichts besonderes!
Hefen erzeugen schon seit ewigen Zeiten Ethanol,
Pilze erzeugen schon seit ewigen Zeiten Citronensäure,
Pflanzen Öl und Fett. Schon mal von Rapsöl gehört?
So eine Nachricht sollte es nur in 'Biotechnologie' schaffen, da gehört sie hin. ;-))

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Satiro 23.05.2011, 13:41
7. Nein zur Gentechnik !

Zitat von akolyth2
Dennoch ist die im Artikel beschriebene Technologie ein interessanter Startpunkt für weitergehende Forschung.
Weitergehende Forschung, mit den im Rekordtempo ausgebildeten deutschen 3-Jahres -Bachelors?
>>Unternehmen Genomatica in San Diego (US-Bundesstaat Kalifornien) haben nun Bakterien gentechnisch so verändert.<<
Wäre es da nicht besser, dass wir hier in Deutschland als Vorreiter für die Welt solche Forschung gleich ganz verbieten, oder sollten wir es vorher noch im Ethikrat diskutieren? ;-)
Der Herr Töpfer ist doch immer noch available!
Am Deutschen Wesen muß die Welt genesen!

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felisconcolor 23.05.2011, 13:49
8. Dazu fällt

Zitat von Berliner-030
Was passiert eigentlich wenn solche Bakterien aus dem Labor "entkommen" und dann Lebewesen (Tiere, Menschen) befallen? Garnicht auszudenken ...
mir ein.
Ein Roman den ich vor Jahren gelesen habe
Die Plastik Fresser
http://www.x-zine.de/xzine_rezi.id_10974.htm

Was ich nur nicht begreife
es liegen Tonnen von Plastikmüll auf Halde
Komisch das diese Lager alle zwei Jahre abbrennen.
Und sich die "Verölung" dieser Abfälle nicht lohne.

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bapu65 23.05.2011, 13:50
9. Tja

Zitat von catto59
Es stellt sich die Frage, ob diese veränderten Bakterien dem Menschen gefährlich werden können. Escherichia coli (EHEC, EPEC, ETEC, EIEC, EAEC, DAEC siehe: ) ist ein Darmbakterium und kann Infektionen hervorrufen. Was, wenn ein Mensch mit dem veränderten Bakterium infiziert wird? Siehe auch SPON-Artikel vom 23.5.2011: "EHEC-Erreger - Zahl lebensgefährlicher Darminfekte im Norden steigt stark"

Dann gibt s Plastik in the Kloschuessel -- wer in der letzten Zeit mal eine Tag an einem Mittelmeerstrand verbracht hat (und die Unmengen von Plastikmuell gesehen hat -- wir waren auf Zypern, am "Ende" des Mittelmeeres, da sammelt sich der Dreck in Massen an) oder mal auf Al Jazeera die Berichte uber den "Ost Pazifik" und die dort drohende Oelpest gesehen hat der wir d den wohl eher der forschung zustimmen. Ich bin nicht fuer Gen veraenderung sonder nfuer eine Veraenderung des "menschlichen" Verhaltens -- dass kommt aber nicht! Also denn lieber Forschung und Plastik in der Schuessel.

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