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Erdöl-Alternative: Bakterien produzieren Kunststoff-Basis

Die Herstellung von Kunststoff braucht Erdöl - noch. Jetzt haben Chemiker Bakterien*dazu gebracht, eine wichtige Grundsubstanz*zu produzieren. Öl ist dazu nicht notwendig. Alles, was die Mikroben benötigen, ist Zucker.

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Satiro 23.05.2011, 22:39
40. °

Zitat von n13l5
Mit noch ein paar Optimisierungen, koennen die niedlichen Bakterien dann vielleicht auch Menschen fressen und so gleichzeitig Plastik herstellen und die Balance der Natur wahren.
Mit "Optimisierungen" muß das klappen!

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derNichtGlaubt 23.05.2011, 22:42
41. Alternative Zuckerquellen

es muss nicht notwendigerweise ein Monosaccharid sein, mit etwas Weiterentwicklung (oder vorgeschalteter Spaltung) müsste auch ein Polysaccharid (z.B. Cellulose) als Ausgangsstoff verwendbar sein. Das wäre dann der Schritt vom "Baum"(Stroh,Pflanzenreste, usw.) zum Kunststoff

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Lichtgestalt1503 24.05.2011, 23:05
42. Mensch

Zitat von Berliner-030
Kennen Sie die Krankheit "Morgellons"? Unter anderem wachsen den Betroffenen "Kunstfasern" aus der Haut (in verschiedenen Farben). Als ich das erste Mal davon gehört habe, musste ich auch gleich an irgendwelche Erreger denken die aus einem Versuchslabor (der Kunststoffindustrie) entkommen sind, überlebten und nun Menschen befallen und im menschlichen Körper Fasern "produzieren". Wegen dieser Krankheit hat sich vor Kurzem auch eine Frau das Leben genommen denn niemand weiß wie die Krankgeit ausgelöst wird noch wie man sie behandeln kann. Da bekommt man das blanke Grausen!
ist doch klar! Wenn jemand von den Bakterien gebissen wird, dann hat er danach jede Menge BDO im Stuhl. Einfach nur noch auf dem Pott sitzen und Kunststoff scheissen - wär doch toll

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Crom 24.05.2011, 10:25
43. ...

Zitat von Berliner-030
Was passiert eigentlich wenn solche Bakterien aus dem Labor "entkommen" und dann Lebewesen (Tiere, Menschen) befallen? Garnicht auszudenken ...
Die sind wohl so gefährlich wie die Bakterien im Bier.

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tBuLi 24.05.2011, 12:47
44. Dinge und Sachen

Zitat von sysop
Die Herstellung von Kunststoff braucht Erdöl - noch. Jetzt haben Chemiker Bakterien*dazu gebracht, eine wichtige Grundsubstanz*zu produzieren. Öl ist dazu nicht notwendig. Alles, was die Mikroben benötigen, ist Zucker.
Die Herstellung von Kunststoff benötigt grundsätzlich funktionalisierte Kohlenstoffmonomere, die man verketten und vernetzen kann...
Wo diese herkommen ist eher von untergeordneter Bedeutung.
Interessant ist der jetzige Ansatz vorallem wenn das Erdöl ernstlich zur Neige geht und es rentabel ist solche Grundstoffe in Fermentern zu ziehen.
Das 20g Grundstoff, die man noch von einem Liter Nährmedium trennen muss noch nicht wirtschaftlich ist, sollte klar sein.
Trotzdem ist die Gewinnung von Grundchemikalien aus dem Stoffwechsel von Mikroorganismen keine neue Sache, das hat man schon bis Mitte des 20 Jahrhunderts getan, bis die Petrochemie hier rentabler war.

Das Zuschneiden des mikrobiellen Genoms auf die Produktion von weniger Metaboliten hat nicht zu letzt in der medizinischen Forschung große Bedeutung erlangt.
Zukünftig erhofft man sich hier z.B. die vereinfachte Produktion von Taxol oder anderer komplizierter Sekundärmetabolite. Und auch die monoklonalen Antikörper sind nicht zuletzt Produkt gentechnisch veränderter Zellen.

Letztendlich war Öl auch nichts anderes als von Lebewesen produzierte Biomasse.

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Satiro 24.05.2011, 12:58
45. °

Zitat von derNichtGlaubt
es muss nicht notwendigerweise ein Monosaccharid sein, mit etwas Weiterentwicklung (oder vorgeschalteter Spaltung) müsste auch ein Polysaccharid (z.B. Cellulose) als Ausgangsstoff verwendbar sein. Das wäre dann der Schritt vom "Baum"(Stroh,Pflanzenreste, usw.) zum Kunststoff
Ja richtig und
Ethanol aus holzigen Pflanzen konkurriert nicht mit Lebensmittelproduktion

aus VDINachrichten, Düsseldorf, 5. 12. 08
Forscher in Schweden entwickeln einen Biokraftstoff der 2. Generation auf Basis von Lignocellulose. Der aus land- und forstwirtschaftlichen Abfällen (BtL =Biomass-to-Liquid) erzeugte Ethanol steht nicht in Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion. Projektbasis zur industriellen Ethanolherstellung ist die Fermentation von Zuckermonomeren (Pentosen und Hexosen) aus zuvor hydrolisierter (Hemi-)Cellulose, die eine effiziente kommerzielle Herstellung des Biokraftstoffs der 2. Generation sichern soll.
Die Forscher stammen u. a. vom Entwicklungsunternehmen Taurus, der Chalmers Technical University und der Lund University. MID/WOP

Ich selbst bin auf diesem Gebiet nur interessierter Laie .

Wissen Sie mehr?

Falls ja, dann bitte PM, denn die Doofis, welche sich hier zu Wort zu melden pflegen, sind mir allmählich zu nervig. (Sorry- das gilt nicht für alle)

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Satiro 24.05.2011, 13:36
46. °

Zitat von tBuLi
Letztendlich war (Erd- )Öl auch nichts anderes als von Lebewesen produzierte Biomasse.
Bei Methan("Erdgas") ist es wohl schon etwas anders, denn es kommt im Universum an Stellen vor, wo noch nie irgendwelche Organismen rumwuselten. :-)

Um aber nicht vom Thema abzulenken :
Mir geht es hier um Ersatzstoffe für Erdöl, welche heute mithilfe von neuen, biotechnologischen Verfahren möglicherweise effizienter produziert werden können als mit herkömmlicher Verfahrenstechnik; das obwohl auch Mischverfahren denkbar sind.

Stein - und Braun- Kohle -Verflüssigung hatte ja besonders in Deutschland schon mal Hochkonjunktur, und ganz out ist sie immer noch nicht : Sassol in SA und CHINA SHENHUA ENERGY; und warum sollen Organismen nicht für den Feinschliff sorgen, welcher erforderlich ist, um bestimmte Anwändungen ( auch medizinische)zu ermöglichen.

BTW:
Sind Sie Mediziner oder Pharmakologe ?
Diese Frage, weil ich immer gern weiß, mit wem ich es zu tun habe. (Manchmal ganz nützlich, denn nicht immer ist das schon auf den ersten Blick erkennbar.

"Das" das schreiben manche z.B. fast immer nur mit einem S! :-)

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psycho_moni 24.05.2011, 14:14
47. Ups!

Zitat von psycho_moni
Ich kenne jemanden, der auch mit Bakterien arbeitet welche 1,4-Butandiol produzieren, teilweise sogar aus nachwachsenden Rohstoffen, nicht nur aus Glucose. So spektakulär ist das auch nicht.
Ich muss mich hier mal selbst zitieren, weil ich einen Fehler gemacht habe. Der Fall von dem ich gehört habe war eine Produktion von 2,3-Butandiol und nicht 1,4-Butandiol.

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tBuLi 24.05.2011, 15:19
48. Biomassen

Zitat von Satiro
Bei Methan("Erdgas") ist es wohl schon etwas anders, denn es kommt im Universum an Stellen vor, wo noch nie irgendwelche Organismen rumwuselten. :-) [...] Mir geht es hier um Ersatzstoffe für Erdöl, welche heute mithilfe von neuen, biotechnologischen Verfahren möglicherweise effizienter produziert werden können als mit herkömmlicher Verfahrenstechnik; das obwohl auch Mischverfahren denkbar sind. [...] warum sollen Organismen nicht für den Feinschliff sorgen, welcher erforderlich ist, um bestimmte Anwändungen ( auch medizinische)zu ermöglichen. BTW: Sind Sie Mediziner oder Pharmakologe ?
Wer sagt denn, das Methan nicht biogen entstehen kann, nur weil er auch abiotisch vorkommt? Ob jetzt ein Methanbildner Methan produziert oder ein Vulkan oder andere geologische Energiequellen den Antrieb für die Reaktion CO2 + H2 zu CH4 & H2O (stöchiometrisch nicht ausgeglichen) liefern ist relativ wumpe.

Langfristig wird Biomasse der einzige Weg sein die Lücke der Petrochemie zu stopfen. Dort gibt es gerade aktuell einen interessanten Artikel dazu.

Grundsätzlich werden in der Natur eine riesige Anzahl von Stoffen produziert, die man sofern der Stoffwechselweg aufgeklärt ist natürlich mittels metabolic engineering auch in größerem Umfang produzieren könnte. Soweit wie in der Petrochemie ist man da aber noch lange nicht.

Chemiker

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Satiro 24.05.2011, 15:41
49. °

Zitat von psycho_moni
Ich muss mich hier mal selbst zitieren, weil ich einen Fehler gemacht habe. Der Fall von dem ich gehört habe war eine Produktion von 2,3-Butandiol und nicht 1,4-Butandiol.
Sie sind ja wirklich ein ganz Genauer! ( oder eine ganz Genaue ?)
Da muß ich mich wohl auch gleich etwas korrigieren: Sasol statt "Sassol" und die WKN ist 865164 (falls Sie sich mal das Chart anschauen möchten )

Jedoch apropos Butandiol:
Habe da noch etwas aus meinem Archiv, was Sie ebenfalls in diesem Zusammenhang interessieren könnte:
Butanol Biokraftstoff der nächsten Generation

>>1-Butanol ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Alkohole. 1-Butanol ist eine farblose, klare Flüssigkeit mit charakteristisch stechendem Geruch, die mit Wasser nur sehr begrenzt mischbar ist, mit Ottokraftstoff aber in jedem Verhältnis. Der Energieinhalt von 1-Butanol liegt unter dem von Ottokraftstoff ist aber deutlich höher als der von Ethanol. Bei Verwendung von 1-Butanol-Ottokraftstoff-Gemischen liegt der Kraftstoffverbrauch unter identischen Fahrtbedingungen unter dem Kraftstoffverbrauch von Ethanol-Ottokraftstoff-Gemischen mit einem vergleichbaren Alkoholgehalt. Der niedrigere Dampfdruck von 1-Butanol sowie die schlechtere Mischbarkeit mit Wasser sind im Hinblick auf den Einsatz in Ottokraftstoffen im Vergleich zu Ethanol Vorteile. Diese Vorteile können auch für 1-Butanol-Ethanol-Ottokrafstoff-Gemische genutzt werden.

Butanol als Biokraftstoff-Komponente gewinnt man durch fermentative Umsetzung von Zuckern oder Stärke durch geeignete Mikroorganismen wie z.B. Clostridium acetobutylicum.
Als Rohstoffe können Zuckerrohr, Mais, Weizen oder auch Zuckerrüben verwendet werden.
Gelingt die chemische Umsetzung von Cellulose zu fermentierbaren Zuckern, so kann in Zukunft auch Cellulose für die Herstellung von 1-Butanol eingesetzt werden. (!!!)

Die Verwendung von Cellulose ist aufgrund ihrer höheren Verfügbarkeit vorteilhaft. Außerdem ist Cellulose kein Nahrungsmittel und somit würde die Nutzungskonkurrenz von Stärke als Nahrungsmittel bzw. 1-Butanol-Ausgangsmaterial vermieden.

1-Butanol als Biokraftstoff-Komponente wird erstmalig ab 2007 von BP in den Markt eingeführt. Das erste Land, in dem 1-Butanolhaltige Ottokraftstoffe erhältlich sein werden, wird Großbritannien sein.<<<


Aus:
http://www.aral.de/aral/sectiongener...tentId=7022690

"Aral" die gehören heute zu BP!

Sie erinneren sich: das sind die, welche zu schnell und zu sorglos im Golf von Mexiko nach Erdöl bohren ließen.

Schlimme Sauerei, wenn man gern Austern ißt!

Hätte ich die Macht dazu, dann würde ich BP zumindest dazu verdonnern, auf eigene Rechnung d.h. nicht vom Steuerzahler subventioniert auf diesem Gebiet weiterzuforschen.

Die Subventionierung von E-Mobilen auf Merkels Anregung ist m. E. dagegen ziemlich lachhaft, ganz besonders, weil dieser Kappes nun zu allem Überfluß auch noch fein bürokratisch vom Forschungszentrum Jülich aus verwaltet werden soll.
Bei Interesse bewerben Sie sich bei :
www.fz-juelich.de/ptj/karriere (Ansprechpartnerin Frau Hagenkötter)
Ob wohl diese Dame auch mal für Wissenschaftler zuständig war, welche sich einst mit der Nutzung von Thorium für die Stromversorgung der Welt beschäftigten sollten?

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