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Erfolg im globalen Umweltschutz: Ozonloch so klein wie vor 30 Jahren
ECMWF-Copernicus Atmosphere Monitoring Service

Die Ozonschicht der Erde hat sich offenbar großflächig regeneriert, das berichten europäische Forscher. Das früher bedrohliche Loch in dem UV-Schutzschild ist so klein wie zuletzt 1989.

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S.Albrecht 17.09.2019, 21:39
1. Geht doch

Prima, gute Nachrichten und der Beweis dafür, dass wir als globale Weltgemeinschaft Umweltprobleme auch in den Griff bekommen können.
Und, hat die Industrie und haben die Verbraucher freiwillig auf FCKW verzichtet, oder wurden FCKW-freie Deos geringer besteuert? Nein - es wurde schlicht verboten.
Was bedeutet das für die wirksame Bekämpfung des Klimawandels?
Eben.

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patrick.ruediger 17.09.2019, 22:14
2. schön aber...

Das als Nachweis zu nehmen, dass kollektives Handeln der Weltgemeinschaft für ein Problem wie den Klimawandel ja funktionieren könnte, finde ich vorsichtig gesagt etwas überoptimistisch. Die Probleme haben eine völlig verschiedene Größenordnung. FCKW und co ließen sich relativ Problemarm ersetzen zu verhältnismäßig geringen mehrkosten. Auch betraffen diese Verbindungen nur einen winzigen Teil der gesamten wirtschaftlichen Wertschöpfung. Wenn man also in % des Weltweit aufsumierten BIP rechnen würde, was die Umstellung gekostet hat, wären das peanuts. CO2 entsteht bei so ziemlich jeder wirtschaftlichen Aktivität, und die Umstellung auf CO2 neutrale Alternativen ist sehr sehr Teuer. Staaten, die sich schlicht weigern, haben einen riesigen Vorteil auf dem Weltmarkt. Erschwerent kommt hinzu, dass die Umstellung auf erneuerbare Energien um so teurer wird, je höher der Anteil der erneuerbaren Energien bereits ist. Der Grund hierfür ist Regelleistung. Erneuerbare Energien neigen nunmal dazu, die Energie dann zu liefern wenn es der Natur passt - und nicht auf Wunsch des Menschens. Unsere Stromnetze hingegen wollen stets soviel strom eingespeist bekommen, wie benötigt wird - sonst leidet die Netzstabilität. Hat man 20% erneuerbare energien, kriegt man die Fluktuationen noch super gepuffert, insbesondere mit Gaskraftwerken, die sehr schnell auf Regelung reagieren. Will man 80% erneuerbare, sieht das deutlich anders aus. Brennstoffzellen in der Menge bereitzustellen, ist extrem teuer. Andere Möglichkeiten sind nur sehr begrenzt verfügbar (Wasserkraftwerke mit Stausee - dort kann dannn Wasser bei Energieüberschuss hochgepumpt, und bei bedarft zur Energieerzeugung verwendet werden.

Bereits bei der momentanen Quote an erneuerbaren, kam es kurzfristig (wenige Minuten) schon zu negativen Energiepreisen - Kurzfristig wurde einfach zu viel energie geliefert, und es gab zu wenig Kraftwerke, die man schnell genug runterregeln konnte (Ein Fettes Kohlekraftwerk schaltet man nicht einfach mal kurz aus...), und zu viel Energie ist ganz böse für die Netzstabilität.

Natürlich müssen derartige Probleme gelöst werden, sonst bringt uns der Klimawandel um. Aber es geht halt nicht so einfach, wie sich das viele der Friday for Future leute vorstellen. 100% erneuerbare ist nicht 20 mal der aufwand von 5% sondern sehr sehr viel mehr.

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krustentier120 17.09.2019, 22:16
3. Schönes Beispiel

So kann es funktionieren, wenn alle Entscheidungsträger den Wissentschaftlern Glauben schenken und die Konsumgesellschaft auf so gut wie nichts verzichten muss, um das Problem zu lösen. Beim Klimawandel sieht alles anders aus, das Problem ist viel komplexer und die Auswirkungen werden katastrophaler ausfallen. Aber unsere Bequemlichkeit lässt nicht zu, dass wir ernsthaft das Problem lösen.

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kostverwerter 17.09.2019, 22:25
4. Positiv

Tatsächlich sehr wichtig diesen Bericht nun zu veröffentlichen! Nimmt den Kritikern etwas den Wind aus den Segeln. Danke!

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kassandra21 17.09.2019, 22:28
5.

Zitat von S.Albrecht
Prima, gute Nachrichten und der Beweis dafür, dass wir als globale Weltgemeinschaft Umweltprobleme auch in den Griff bekommen können. Und, hat die Industrie und haben die Verbraucher freiwillig auf FCKW verzichtet, oder wurden FCKW-freie Deos geringer besteuert? Nein - es wurde schlicht verboten. Was bedeutet das für die wirksame Bekämpfung des Klimawandels? Eben.
Allerdings hat es selbst damals noch ewig gedauert. Die ersten Nerds haben Anfang der 70er den Zeigefinger gehoben und gesagt "Da ist was komisch mit dem Ozon".
Dann hat die Politik auf Anraten der Industrie noch gute 20 Jahre nichts gemacht. War eben einfach. Der Forschungsflug, der absolut eindeutig nachwies, daß Viel FCKW=>Wenig Ozon=>schlecht für Mensch bedeutet, war 1985, wenn ich das recht memoriere. Und selbst dann hatte die Industrie noch immer keinen Bock, sich das FCKW verbieten zu lassen.
Fast könnte man glauben, die Scheuers und Altmaiers von heute wurden geklont. Das Montreal-Protokoll kam dann erst '89.

Und das war ein eigentlich simpler, linearer Zusammenhang.
Klimawandel, oder besser, Klimazerstörung, ist eine Bande aus nichtlinearen Prozessen, die sich gegenseitig beeinflussen.
Das raffen Politiker nie. Die Industrie will es nicht wissen, die streuen da seit Jahrzehnten Sand ins Getriebe, und ein Großteil der Öffentlichkeit ist schlicht zu blöde, um die Dynamik eines nichtlinearen System zu verstehen. Ganz besonders, wenn man dann nicht mehr Fliegen darf oder der heilige SUV von "zu hohen Spritpreisen" geschändet wird.
Wir reden hier von Leuten, die es für ihr gottgegebenes Recht halten, auf dem 800€-Weber-Grill die Wurst für 89 Cent/Kilo zu rösten.

Nein, ich mache mir da keine Hoffnung, daß wir das noch hinkriegen. Weder Politik noch Gesellschaft sind bereit, die Konsequenzen des (Nicht)Handelns zu tragen.
Ist halt blöd, wenn man seine Zivilisation auf einen Rohstoff gebaut hat, der verschwinden wird und einen vergiftet. Außerdem müßte man bereit sein, zuzugeben, daß man 40 Jahre lang die falschen Eidechsen gewählt hat. Oder sich wie ein gedankenloses siewissenschon aufgeführt hat. Und das wollen Menschen nicht. Da muß doch irgendwer anders dran schuld sein können!
Lieber prügeln sie verbalvomierend auf eine 16jährige mit Zöpfen ein, die ihnen intellektuell meilenweit voraus ist. Oder werfen Schneebälle in den US-Senat.

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larsmach 17.09.2019, 22:30
6. "...und dann kam die Wasserstoff-Wirtschaft..."

Zur Wirkung des aktuell - nicht zuletzt aufgrund von Missverständnissen und Unwissen - gehypten Wasserstoffs zu Lasten der Ozonschicht gehen Untersuchungen und Modelle auseinander: Das Forschungszentrum Jülich sieht den Schaden bei "weniger als 2,5 Prozent" (gar von nur einem Prozent war vor knapp 10 Jahren die Rede; US amerikanische Forscher gehen andererseits von 8% Rückgang der Ozonschichte aus) - wobei der Trick darin liegt, die Größenordnung einer Wasserstoffwirtschaft (in Industrie und/oder Verkehr) in mathematischen Modellen verschieden anzusetzen. Die Zukunft lässt wie üblich Fragen offen - besonders, wenn der Mensch Pläne verfolgt, höchst flüchtige Substanzen in die Atmosphäre entweichen zu lassen, um CO2-Überschüsse abzubauen.

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Gluehweintrinker 17.09.2019, 22:30
7. Wo bleibt die Entrüstung der Faktenleugner?

Als es heute um die ansteigenden KFZ-Zulassungen in Deutschland ging und das Problem gleichbleibend hoher Emissionen durch den Individualverkehr, wurden sämtliche Verbalkeulen der letzten Jahrzehnte wieder herausgeholt. Von Chinesen, LKW, der "unglaubwürdigen Greta" und vielem mehr war die Rede.

Ja, es gab Ersatz für FCKW, nämlich FKW. Nun stellte sich aber heraus, dass diese zwar das Ozon nicht schädigen, aber vielfach klimawirksamer als CO2 sind. Unschädlicher Ersatz wäre möglich. Kühlmittel Wasser oder CO2 selbst sind marktreif, man muss nur wollen.

Einem Verbrennungsvorgang kann man jedoch nicht befehlen, kein CO2 frei zu setzen, so dass hier die einfache Lösung nur sein kann: raus aus Kohle, Öl und Gas, und das schnellstens.

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fatal.justice 17.09.2019, 22:35
8. Sehe das ähnlich.

Zitat von S.Albrecht
Prima, gute Nachrichten und der Beweis dafür, dass wir als globale Weltgemeinschaft Umweltprobleme auch in den Griff bekommen können. Und, hat die Industrie und haben die Verbraucher freiwillig auf FCKW verzichtet, oder wurden FCKW-freie Deos geringer besteuert? Nein - es wurde schlicht verboten. Was bedeutet das für die wirksame Bekämpfung des Klimawandels? Eben.
Das ist sicherlich ein Erfolg der Restriktionspolitik der 90er-Jahre, die länderübergreifend akzeptiert wurde. Fiel ja auch leicht, da dies keine Einschränkungen der Verbraucher bedeutete - sondern einfach nur simple Änderungen der technischen Mechanismen. Schwieriger wird es, wenn menschliche Verhaltensänderungen erforderlich sind. Auch nur ein My Abweichung gegenüber des Gesterns wird ein Anbranden einer oder zwei Generationen alteingesessener Interessen überstehen müssen. Dies funktioniert nur mit langem Atem und besseren Argumenten.

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icke_hier 17.09.2019, 22:50
9.

Ist zwar schön zu lesen, wenn es sich so verhält wie es der Beitrag über das Ozonloch berichtet, Anlass zur Hoffnung gibt er dennoch nicht. Im Gegenteil - der Mensch neigt m. E. zur Selbstüberschätzung nach dem Motto: „Siehste, alles gar nicht so schlimm. Und wenn doch mal was kaputt zu gehen droht, drehen wir das schon wieder hin“ .... Für mich ist das schon bereits gefährlicher Größenwahn. Und da haben noch nicht mal diese Clowns der großen Politik die Bühne betreten.

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