Forum: Wissenschaft
Erhöhte Strahlung: Rätsel der radioaktiven Belastung über Helsinki gelöst
Getty Images

Woher stammte das Cäsium-137? Finnlands Atomaufsicht hatte in Helsinki erhöhte Werte des strahlenden Isotops gemessen und nach der Ursache gefahndet. Fündig wurde sie schließlich im eigenen Gebäude.

Seite 1 von 3
roland51 09.03.2016, 13:11
1. Peinlich, peinlich

Als Überwachungsbehörde sollte man schon wissen, daß man bei derartigen Messergebnissen erstmal eine aktuelle Nulleffekt-Messung durchführt, um Fremdeinstrahlung zu erkennen, bevor man sowas an die Öffentlichkeit bringt.

Unprofessionell!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
wanderarbeiter 09.03.2016, 13:44
2. Stimmt Peinlich

Die Messung war nämlich völlig korrekt, wie sie war.
Roland 51 scheint so was jedenfalls nicht professionell zu machen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
roland51 09.03.2016, 13:54
3.

Zitat von wanderarbeiter
Die Messung war nämlich völlig korrekt, wie sie war. Roland 51 scheint so was jedenfalls nicht professionell zu machen.
Doch, macht er. Deshalb kann ich auch beurteilen, warum das unprofessionell war. Der Stuk selber ist das sehr peinlich.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
asasse 09.03.2016, 14:04
4. in Speisepilzen ist mehr drin

4000 Mikrobecquerel sind keine bedenkliche Menge, wenn es sich um eine lokale, zeitlich begrenzte Quelle handelt. In Maronenröhrlingen sind wesentlich größere Mengen Cäsium 137 enthalten. Nicht nur im Bayrischen Wald, sondern an sehr vielen Orten in Deutschland.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
roland51 09.03.2016, 14:18
5.

Zitat von asasse
4000 Mikrobecquerel sind keine bedenkliche Menge, wenn es sich um eine lokale, zeitlich begrenzte Quelle handelt. In Maronenröhrlingen sind wesentlich größere Mengen Cäsium 137 enthalten. Nicht nur im Bayrischen Wald, sondern an sehr vielen Orten in Deutschland.
Es handelt sich hier um eine spezifische Aerosol-Aktivität, nämlich Bq/m3.

Der normale Cs-137 Luftaktivitätswert in Deutschland liegt bei ca. 10 MikroBq/m3, in Helsinki dürfte das nicht deutlich höher sein. Der og. Wert von 4000 MikroBq/m3 ist somit signifikant erhöht und müsste einer Plausibilitäts-Messung unterzogen werden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
t-rr 09.03.2016, 14:30
6. Verstrahlung?

Cäsium-Strahlung bitte, nicht -Verstrahlung (im letzten Abschnitt), das "Ver" würde doch eher einen Vorfall mit höherer Strahlenbelastung und anzunehmenden Schäden beschreiben. Ansonsten ein netter Bericht, und natürlich ein etwas peinlicher Vorgang für die Finnen. Danke und beste Grüße.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Herr_K. 09.03.2016, 14:51
7. @ 1. roland51

Woher wollen Sie wissen, dass _keine_ Nulleffekt-Messung durchgeführt wurde?
STUK ist nach ISO 17025 akkreditiert (http://www.finas.fi/Scopes/T167_A17_2015.pdf), so dass man davon auszugehen hat, dass unrichtige Messungen (z.B. durch defektes Gerät) ausgeschlossen wurden. Und wie man sieht, gab es ja eine Quelle, die sich im selben Gebäude befand. Die Gebäudeteile wurden entsprechend abgeriegelt und u.a. die Belegschaft strahlungstechnisch gescannt.
Quelle: http://www.stuk.fi/ajankohtaista.
Was ist hier unprofessionell?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
roland51 09.03.2016, 15:02
8.

Zitat von Herr_K.
Woher wollen Sie wissen, dass _keine_ Nulleffekt-Messung durchgeführt wurde? STUK ist nach ISO 17025 akkreditiert (http://www.finas.fi/Scopes/T167_A17_2015.pdf), so dass man davon auszugehen hat, dass unrichtige Messungen (z.B. durch defektes Gerät) ausgeschlossen wurden. Und wie man sieht, gab es ja eine Quelle, die sich im selben Gebäude befand. Die Gebäudeteile wurden entsprechend abgeriegelt und u.a. die Belegschaft strahlungstechnisch gescannt. Quelle: http://www.stuk.fi/ajankohtaista. Was ist hier unprofessionell?
Jetzt wird's aber richtig spannend!

Soll das de facto heissen, daß es eine Cs-137-Aerosolfreisetzung bei der Handhabung von aktivem Material in ihrem Gebäude gab und der Verdacht auf Kontamination bzw. Inkorporation der beteiligten Personen bestand???

Und sie fragen allen Ernstes, was hier unprofessionell ist ???

Beitrag melden Antworten / Zitieren
bambule67 09.03.2016, 15:54
9. Absolut in Ordnung

Gerade die finnische STUK ist für den äußerst genauen und peniblen Umgang mit Messdaten bekannt (Nicht nur dafür - ein nicht näher genannter Zulieferer für einen speziellen Neubau in Finnland flucht seit Jahren über die STUK).
In Finnland ist es eben Usus, solcherlei Daten nicht vor der Bevölkerung geheimzuhalten. Wie angenehm, wenn sich innerhalb kurzer Zeit eine "verdächtige" Spitzenmessung aufklären lässt.
Man darf davon ausgehen, dass die Firma im Gebäude, die für die erhöhten Cäsium-137-Werte verantwortlich ist, sich nun auf eine interessante Prüfung ihrer Aktivitäten einrichten darf.
Ich finde den unaufgeregten Umgang mit solchen Informationen in Finnland geradezu vorbildlich. Wäre schön, wenn das in Deutschland auch mal so laufen könnte...

Nebenbei sei hier an das Jahr 1986 erinnert, als die Messungen erhöhter Aktivität durch bayerische Landesbehörden kurzerhand zur Geheimsache erklärt wurde.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 3