Forum: Wissenschaft
Erhöhtes Suchtrisiko: Folgenschwere Liaison mit dem Neandertaler
Michael Smeltzer/ Vanderbilt University

Liebeleien zwischen Mensch und Neandertaler hinterließen Spuren im Erbgut moderner Europäer. Heute macht die Fremd-DNA manchen anfälliger für eine Nikotinsucht oder Depressionen, berichten Forscher.

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Celegorm 12.02.2016, 15:00
10.

Zitat von NochNeMeinung
Wenn "moderne" Menschen Liebeleien mit ihren "archaischen" Verwandten haben konnten, aus denen fortpflanzungsfähige Nachkommen entstanden sind, dann handelte es sich eben nicht um zwei verschiedene Arten von Menschen, sondern um Rassen derselben Art.
Nein, dann würde es sich wenn schon um Unterarten von H.sapiens handeln. "Rassen" sind unter Unterarten angesiedelt und taxonomisch sowieso eine sehr vage und ungebräuchliche Kategorie.

Ob Mensch und Neanderthaler nun Unterarten oder zwei Arten innerhalb der gleichen Gattung waren, ist Bestandteil einer relativ alten und andauernden Diskussion. Der Umstand alleine, dass nach heutigem Kenntnisstand zumindest in eine Richtung fortpflanzungsfähige Nachkommen existierten, ist dabei ein interessanter Aspekt, aber kein endgültiges Kriterium.

Das Problem dabei ist ein gängiges Fehlverständnis von Evolution und Taxonomie. Letzteres bietet lediglich grobe Kategorien, mit denen man in allzu menschlicher Weise versucht, die Biodiversität irgendwie halbwegs sinnvoll zu ordnen. Es handelt sich dabei aber keineswegs um strikte, diskrete Kategorien, sondern reine Annäherungen an einen fliessenden Prozess. Wo in der Realität genau eine neue Art beginnt, wie genau sich Arten, Unterarten, Populationen, Subpopulationen, etc. unterscheiden lassen, ist überaus komplex und keine exakte Wissenschaft, weshalb das alles letztlich auch eine Interpretationsfrage ist. Was auch bedeutet, dass es eigentlich keine Rolle spielt, ob man Mensch und Neanderthaler als Arten oder Unterarten definieren will, da dies lediglich Begriffe sind, die wenig über die konkreten Zusammenhänge aussagen..

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Celegorm 12.02.2016, 15:18
11.

Zitat von Analog
Das ist so unwahrscheinlich, als wenn der Mensch sich mit einem Gorilla fortpflanzen könnte.
Absurder Vergleich. Egal wie genau man die Verwandtschaft zum Neanderthaler definieren will, so gut wie sicher ist, dass dieser und der Mensch mit dem H. heidelbergensis einen unmittelbaren gemeinsamen Vorfahren hatte und die Aufspaltung lediglich einige hunderttausend Jahre zurück lag. Das ist evolutionär gesehen sehr wenig und die Verwandtschaft darum extrem eng.

Als Vergleich: Der nächste lebende Verwandte des Menschen ist der Schimpanse, dessen letzter gemeinsamer Vorfahre vor etwa 13 Millionen Jahren lebte, allerdings mit möglicher Hybridisierung bis vor 4 Millionen Jahren. Gorillas sind entsprechend noch einmal ein gutes Stück weiter weg.

Dass der Neanderthaler und Mensch als sehr nahe Verwandte zur Hybridisierung fähig waren, ist darum alles andere als unwahrscheinlich, zumal die Schwierigkeit solcher Ereignisse generell gerne überschätzt wird. Die Vorstellung von Evolution vieler scheint mir diesbezüglich viel zu statistisch und reduziert oder gar grundsätzlich falsch..

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Dieter62 12.02.2016, 15:21
12. Echt jetzt,

somit sind alle diese nikotinsüchtigen Raucher also Neandertaler? Hmmmm, vielleicht ist da was Wahres dran! Sind eigentlich im Erbgut der amerikanischen Urbevölkerung auch Neandertalergene mit drin? Ich habe schon gelegentlich gestaunt, wie meine bessere Hälfte mal zwischendurch eine! Zigarette raucht, und damals einfach so aufgehört hat, als sie sah, dass ich nicht rauchte. Von Sucht bei ihr keine Spur. Das sind vielleicht 5, 6 Stück pro Jahr. Genaueres weiss man zwar nicht, aber im mexikanischen Volkskörper ist wohl durchschnittlich 50% Genmaterial von den Ureinwohnern vorhanden, welche natürlich auch schon seit 10000 Jahren Tabak paffen und daran gewöhnt sind. Tabak kommt bekanntlich aus Amerika.

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K:F 12.02.2016, 15:45
13. Was hatte eine die moderne Frau im Neanderthaler gesehen?

Vergleicht man die Bilder, der beiden Arten, ist es für mich nicht vorstellbar, dass eine moderne Frau sich hingezogen zu dieser Art gefühlt haben kann. Wenn doch, war das der Gendefekt?

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Celegorm 12.02.2016, 15:48
14.

Zitat von Dieter62
Sind eigentlich im Erbgut der amerikanischen Urbevölkerung auch Neandertalergene mit drin?
Die Vermischung betrifft alle nicht-afrikanischen Menschen, sprich jene, die Afrika verliessen und sich entsprechend ausbreiteten. Da Amerika relativ spät von Sibirien her besiedelt wurde, sind alle dortigen Ureinwohner auch betroffen.

Ansonsten, bereits frühere Studien sowie persönliche Erfahrung zeigten, dass es wohl in allen Populationen eine starke Varianz gibt was die Anfälligkeit für eine Nikotinabhängigkeit angeht. So unfair das wirken mag, aber manche können effektiv ohne Suchteffekt rauchen während andere schon nach einer Zigarette nicht mehr aufhören können..

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ThomasGB 12.02.2016, 16:11
15. Allerdings, ...

Zitat von santoku03
Hmm... die Paarung zwischen Mensch und Neandertaler findet doch auch heute noch statt, oder?
Insbesondere die Weibchen sind sehr begehrt. Etwas breiteres Kinn aber auch breiteres Becken => Gebährfreudig. Sehr schnell willig. Und wenn das Männchen taub ist, ergibt sich eine sehr hohe Fortplanzungsrate. Eigenartigerweise scheinen die Neandertaler sehr lange im Norden Europas mit dem homo sapepiens sapiensus koexistiert zu habe. Daher rührt auch die hellere Haarfarbe die im Vorlksmund als "blond" umschrieben wird.

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decebalus911 12.02.2016, 16:12
16.

Zitat von santoku03
Hmm... die Paarung zwischen Mensch und Neandertaler findet doch auch heute noch statt, oder?
Hmm... kein Plan. Gehen Sie ab und zu mit einem Menschen aus?

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jufo 12.02.2016, 16:51
17. höcke hatte recht

hier der schwermütige Nordeuropäer der vom Neandertaler Gen psychisch heruntergezogen wird bis ihn der Infarkt ereilt.
dort der unbeschwerte Afrikaner, homo sapiens sapiens reinsten Wassers. lasst sie zu uns kommen damit wir unsere kranken Gene reparieren können.

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box-horn 12.02.2016, 17:29
18. blond und blauäugig?

ich frage mich, woher die Behauptung stammt, die Neandertaler seien blond und blauäugig gewesen.
Aus "Genschnipseln"?

Es soll sich aus Erbgutanalysen ergeben haben, daß der höchste Anteil an Neandertaler-Erbgutanteilen, wie es auch derem hauptsächlichem Aufkommen entsprach, bei der europäischen Mittelmeeranrainerbevölkerung gefunden wurde - und die sind tendenziell dunkelhaarig, dunkeläugig und haben tendenziell eine dunklere Haut als Nordeuropäer. Das war auch in der Antike bereits der Fall.

Nordeurpäer hätten nach besagten Erbgutanalysen einen geringeren Anteil an Neandertaler-Erbgut.

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Jasro 12.02.2016, 18:42
19. Nikotinsucht vom Neandertaler?

Ich habe den Artikel jetzt zweimal gelesen und immer noch nicht verstanden, warum ausgerechnet die Neigung zur Nikotinsucht beim modernen Menschen von den Genen des Neandertalers herrühren soll.

Brachte es dem Neandertaler einen evolutionären Vorteil, nikotinsüchtig zu sein?

Kann jetzt jeder Raucher sagen: "Sorry, ich kann nicht aufhören, das ist der Neandertaler in mir." - ?

Und: Stammt die Tabakpflanze nicht ursprünglich aus Amerika, wo es nie Neandertaler gab?

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