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Erinnerungsvermögen: Die besondere Gedächtnisleistung der Hunde
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Hundebesitzer sind oft schwer begeistert von den kognitiven Fähigkeiten ihres Vierbeiners. Wie gut aber ist deren Gedächtnis wirklich? Neue Forschung belegt unerwartete Stärken.

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suplesse 17.05.2019, 10:46
1. Das alte Bild eines Hundes

beschreibt den Hund als absolut Untergebenen des Menschen mit Zugriff auf sehr begrenzten Bewegungsfreiraum und null Chance den eigenen Hirnkasten benutzen zu müssen, ausser für ein wenig schnüffeln und abspeichern der Begriffe: " Sitz, Platz, hierher, bleib, evtl seinen Namen", das wars. Das wird gefördert durch das klassische Hundeschulenmodell, des vorigen Jahrhunderts, welches sehr verbreitet ist und auf unabdingbare Befehlsentgegennahme ausgerichtet ist. Der Hund muss gehorchen( ja das sollte er auch), aber mehr wird nicht verlangt.
Die kognitiven Fähigkeiten werden nicht geschult. Nun ist das Training mit Hunden sehr zeitaufwendig, wenn man es ernsthaft betreibt. Leider fehlt mir dazu auch oft die Zeit, ich gebe es zu. Meiner gehört zum Stamm der Retriever und kann sehr gut Holen und Bringen diverser Gegenstände. Ich habe aus ihm heraus die Gabe gefestigt. Abgelegte Gegnstände zeitlich und räumlich weit von ihm getrennt,bis zu 500 Meter, auf Anhieb wieder zu finden. Auch wenn ein vorher angefasster Stock, irgendwo unterwegs ins Gebüsch geworfen wurde. Er findet den Ort, obwohl alles auf der Strecke gleich aussieht und das Gebüsch auch.Natürlich unter Einsatz seiner Nase, aber auch seines Gedächtnichs. Aber er kanns, wir Menschen können es nicht. Probieren Sie es mal. Werfen SIe einen Stock ins Gebüsch, an eine beleibige Stelle und holen sie ihn dann wieder, nachdem sie erst davon weit weg waren. Das nächste Ziel das wir versuchen, 1 Tag dazwischen zu legen und an den Ort zurück zu kehren, um diesen besagten Stock unter vielen anderen Stöcken zu finden. Vielleicht mit einer kleinen Kerbe gekennzeichnet.

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quidquidagis1 17.05.2019, 11:04
2. Die Intelligenz meines Streuners..

..hat mich auch überrascht.Als er zum ersten mal wg.Durchfall dringend nach draussen musste,hat er mit der Pfote an der Balkontür gekratzt,die ich im Blick habe,als ich im Wohnzimmer saß.Natürlich verlassen wir die Wohnung durch die Haustür.Dort hätte ich ihn und sein Kratzen aber nicht bemerkt.Er hat also um die Ecke gedacht.indem er für mich das "draussen"abstrakt mit der Balkontür verbunden hat.

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quark2@mailinator.com 17.05.2019, 11:10
3.

"Juliane Bräuer, die mit Hunderten von Hunden gearbeitet hat und auch privat einen Border Collie hält, kann sehr klar benennen, auf welchen Gebieten der Hund reüssiert - und auf welchen nicht." ... und dann kommt der Abspann. Irgendwie hätte man erwartet, dann diese Information auch zu bekommen, oder ?

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svizzero 17.05.2019, 11:31
4. Blindenführhunde

Für mich sind Blindenführhunde immer noch die aussergewöhnlichsten Hunde. Ein Mensch kann sich 100% auf das Tier verlassen. Egal ob im Verkehr, im ÖV, bei Baustellen, ja sogar bei Hindernissen auf Höhen, die der Hund problemlos unten durch passieren könnte. Und das alles Tag für Tag. Meistens während 9 bis 10 Jahren, bis sie ins Rentendasein wechseln. Fehlerfrei die Aufgaben über eine solch lange Zeit ausführen ist eine enorm starke Leistung. Knochen hoch, kann man da nur sagen.

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widower+2 17.05.2019, 12:16
5. Hunde sind erstaunlich

Sie können sogar planen und bewusst täuschen. Besonders wenn sie läufig war, ließ sich meine Hündin so einiges einfallen. Bei schönem Wetter lag sie am liebsten auf der Terrasse. Aber gerade in der Läufigkeit natürlich angebunden.Wenn sie wollte, konnte sie jederzeit wieder reinkommen, wo ich sie dann ableinte und die Terrassentür schloss.

Eines Tages kam sie so wieder mit allen Anzeichen äußerster Müdigkeit (Gähnen, Recken und Strecken und gaaanz langsam) zur Terrassentür herein. In dem Moment, in dem sie abgeleint war, sprintete sie zur Hauseingangstür, öffnete diese mit ihrer Pfote auf der Klinke (das hatte sie schon mit sechs Monaten durch Zugucken gelernt) und war blitzschnell verschwunden. Stunden später kam sie dann mit allen Anzeichen äußersten Schuldbewusstseins zurück.

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fvaderno 17.05.2019, 12:59
6. Mein Hund gehört auch zu den Ausnahmetieren

Auch er ragt aus der Masse der Hunde hervor. Allerdings nicht in dem Sinne, wie im Artikel beschrieben, er ist eher ein einfältiges Tier. Er verhält sich im gegenteilig zu einer Hündin gleicher Rasse, die seine Vorgängerin war. Dabei wird die Rasse (ein Hirtenhund, Maremmano) eher als intelligent und selbständig beschrieben. So wie bei den Menschen gibt es eben hervorragende Tiere in allen Richtungen.

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jujo 17.05.2019, 13:05
7. ....

Auch von mir eine Geschichte, die zeigt wie raffiniert Hunde sein können.
Wir hatten in meiner Jugend eine Rauhhaar Dackelhündin. Immer wenn es klingelt lief sie die ersten Stufen der Treppe zum 1.Stock hinauf, so hatte sie den besten Überblick. Eines Tages klingelte es und eine Frau stand da mit einem Schäferhund. Meine Mutter streichelte und liebkoste ihn. Plötzlich ein aufjaulen unserer Hündin, sie kugelte die Stufen hinunter und blieb reglos liegen. Meine Mutter verabschiedete entsetzt die Frau, schloss die Tür und fing an sich um den Hund zu kümmern. Dieser sprang quicklebendig auf und sprang an meiner Mutter hoch. Das Vieh war schlicht eifersüchtig und hat simuliert.

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Knossos 17.05.2019, 13:20
8.

Eines fehlt in diesem Bericht.
Wie in einem der Kommentare angeschnitten, sind Hunde keine Befehlsempfänger sondern kooperativ. Die Aufmerksamkeit und Kooperation ist linear von der Kommunikationsfähigkeit des Menschen (Hund nicht unterschätzen. Nicht anherrschen, lakonisch sein, Gestik und Augen hinzunehmen ...) und dem Zusammengehörigkeitsgefühl abhängig. Fühlt sich das Tier verstanden und geliebt, entfalten sich Entgegenkommen und kognitiver Einsatz erst in ganzer Breite.

Doch auch nach zehntausenden Jahren ist u.a. dies bei der menschlichen Mehrheit nicht angekommen, und beweist ganz & gar verkanntes Maß unseres empirischen Unverstands.

In einem Kulturkreis, der in den vergangenen ~15000 Jahren Viehzucht ganz besonders auf Hut und Schutz von Hunden angewiesen war, fragten mich Menschen erstaunt, ob meine Hunde etwa ihre Namen erkannten. Gleichzeitig braust man dort im Zentimeterabstand an Tieren vorbei (und fährt Millionen über) und geht ernsthaft davon aus, daß diese kinetisches Phänomen motorisierter Vehikel einzuschätzen sowie die Straßenverkehrsordnung zu beherrschen vermochten.

Selbstredend, daß moderne Hundetrainer zuvorderst mit dem Homo stupidus befaßt sind, und der Canis in durchschnittlicher Menschenhand der berühmte "arme Hund" ist.

So viele von ihnen können dem Betrachter nur in der Seele weh tun. Insbesondere in Asien als Opfer grausamsten Martyriums und perfidem Dank dafür, daß diese aufopfernde Art menschlicher Gattung zu überleben half.

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GSYBE 17.05.2019, 13:21
9. zwei episoden

Zwei Episoden mit Hündinnen:

die erste Hündin die bei mir gelebt hatte (vor 40 Jahren) konnte hervorragend simulieren. Sie war im Garten und sollte in das Haus kommen (Regen), was ihr aber da gerade überhaupt nicht gefiel ;-). Als sie nach mehrmaliger Aufforderung Ärgerniss in der Stimme erkannte, kam sie ... schwer humpelnd schlich sie an mir vorbei in´s Haus: `du Arme!...hast du dir was getan?´
Kaum drin und an mir vorbei, schwupps zum Trinknapf und dann auf ihren Lieblingsplatz.

Die jetzige Hündin hat ein Stück Lieblingswald....egal wie ich mit dem Auto dahin fahre und wie lange wir nicht mehr dort spazieren waren: sobald sie es vom Rücksitz des Autos erkennt, geht´s los....winsel, bell, freu.

Nie könnte ich ohne Tiere leben.

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