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Ermittlungen der Ärztekammern: Fast tausend Korruptionsverfahren gegen Mediziner eing
DPA

Korruption kommt unter Medizinern offenbar regelmäßig vor: Bundesärztekammer-Präsident Montgomery hat im Gespräch mit dem SPIEGEL eingeräumt, dass in den vergangenen Jahren in fast tausend Fällen gegen Mediziner ermittelt wurden.

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erlachma 13.01.2013, 15:36
160.

Zitat von paulsen2012
hat mal gut funktioniert, aber das liegt Jahrzehnte zurück. Es muß somit grundlegend geändert werden.Meiner Meinung nach sollten alle Patienten nach der Behandlung eine detaillierte Rechnung bekommen, wie sie jeder Hand- werksbetrieb schreiben muß (mit Auflistung jeglicher Schraube etc.)Die Rechnung könnte zum großen Teil vom Patienten direkt geprüft werden (z.B. Zeitaufwand),danach erfolgt eine Prüfung durch eine unabhängige Stelle u. er läßt hiernach die Rechnung von seiner Krankenkasse, die er zusammen mit dem Arbeitgeber mit Milliarden Beiträgen unterhält, an den Arzt oder seine Kammer bezahlen. Das jetzige System ist schon lange zu einem Selbstbedienungsladen für Ärzte u. deren "Verbündete" verkommen. Bezahlen müssen AN und AG und zwar jedes Jahr Milliarden zu viel !
Na dass Sie da mal keinem Trugschluss aufsitzen! Rechnung, Rechtfertigung der Behandlung, mit möglicher Zahlungsverweigerung - das nennt sich "Privatversicherung". Ist die billiger? Nicht im Geringsten.
Woran liegt das? Könnte der Arzt wie von Ihnen vorgeschlagen die tatsächlichen Kosten in Rechnung stellen, und würde nicht mit Pauschalen abgegolten (wie war das? 34,28 Euro pro Patient pro Quartal?), dann würde die Behandlung von Kassenpatienten mindestens das Doppelte kosten. Dann möchte ich Sie mal hören...

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Mara Cash 13.01.2013, 15:36
161. Leider faktisch falsch

Zitat von Izmir.Übül
Schätze mal, Sie sind nicht nur Patient, sondern selber Arzt, so wie Sie argumentieren. Und wo Sie die Ausbildung angesprochen haben: Ein zwölfsemestriges Humanmedizinstudium bis zum Examen kostet die Allgemeinheit der Steuerzahler durchschnittlich 180.000 Euro (bei Fachärzten wird's noch wesentlich teurer).
Richtig ist, dass Deutschland Wert darauf legt, dass ein entsprechend hochwertiges, von Staat kontrolliertes Studium mit entsprechendem Abschluss -dem "Staatsexamen"- von einem angehenden Arzt absolviert werden muss. Wenn man bedenkt, dass ein solcher Arzt später z.B. in einem Quartal die Gesundheitsversorgung von in etwa 1.500 Patienten verantworten muss, dann sind die 180.000 Euro Staatsausgaben pro erfolgreich absolviertem Medizinstudium eine gerechtfertigte und lohnende Ausgabe und die Gesellschaft erhält ein vielfaches der zuvor getätigten Staatsausgabe als Leistung zurück.

Wenn ein Arzt z.B. 30 Jahre (120 Quartale) als niedergelassener Arzt arbeitet und dabei jedesmal 1.500 Patienten versorgt, dann hat der Staat gerade einmal einen einzigen Euro pro Patientenquartal in eine verantwortungsvolle Versorgung seiner Bürger investiert und dies ist ein echtes Schnäppchen (180.000/1.500/120=1).

Man könnte natürlich auch jemand Arzt werden lassen, der sich z.B mindestens 2 Jahre durch medizinische Internetseiten oder SPON geklickt hat - dies ist durchaus denkbar und wäre somit billiger.

Völlig falsch ist natürlich ihre frei erfundene Behauptung, dass das Studium eines Facharztes für den Staat noch wesentlich teurer sei als das Studium anderer Medizinstudenten:

Jeder muss zunächst das Medizinstudium mit Physikum und mehreren Staatsexamina abschließen. Anschließend fängt jeder Arzt als Assistenzarzt in der Regel im Krankenhaus seine mindestens 4-6 Jahre dauernde Facharztausbildung an und schließt diese Facharztausbildung nach Absolvierung entsprechender Weiterbildungsinhalte mit der Facharztprüfung ab. Erst danach kann er sich z.B. als Vertragsarzt (früher "Kassenarzt") niederlassen oder seine Klinikkarriere weiter führen.

Ein Hausarzt ist übrigens auch ein Facharzt (Facharzt für Allgemeinmedizin) und muss mindestens 5 Jahre als Assistenzarzt in verschiedenen medizinischen Fachrichtungen gearbeitet haben, bevor er zur Facharztprüfung zugelassen wird und sich anschließend niederlassen darf.

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ukubi 13.01.2013, 15:43
162. Spiegel gähn

Der SPON verpackt olle Kamellen mal wieder neu - diese "Fakten" - 1000 Fälle - sind ja schon ewig bekannt und zig-mal berichtet worden. Wieso wird eigentlich nie über die Kassenvertreter berichtet? Deren Gutmenschentun ist doch angesichts der Leistungskürzungen bei eigener Vollversorgung der eigentliche Skandal. Aber da ist das recherchieren wohl zu anstrengend.

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der-schwarze-fleck 13.01.2013, 15:44
163. Alles ist jetzt so gut!

Zitat von carlitom
Sie haben vollkommen recht: in der guten alten Zeit der Diktatur da wusste man ein offenes Wort noch zu schätzen, viele Leute (Stasi-Spitzel) hörten gerne hin, sogar die Wände hatten Ohren und Interesse für das, was aus Ihrem Schnabel kam, und die Folgen waren noch viel eindrucksvoller (Stasi-Haft). Traurig, traurig, dass die guten alten Zeiten vorbei sind.
Ja, lieber Carlitom, was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß. Nachher wieder sagen, von allen habe ich ja nix gewusst!

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daniela_horten 13.01.2013, 15:50
164. Gottstatus

Wird Zeit, den Gottstatus der Ärzte aufzuheben. Wer sonst kann bei uns denn so frei und fröhlich bescheissen? Wer sonst kann Rechnungen ausstellen die der Kunde noch nichtmals kontrollieren kann? Ich bin (durchs Augenaufhalten und Zufall) schon 3 massiven Falschabrechnungen auf die Schliche gekommen. So zB nie stattgefundene Vorsorgeuntersuchungen, wo die Krankenkasse sich wunderte "aber die hatten Sie doch grade schon bei Dr. soundso". Verfolgt wurde das übrigens nie. Ich hatte auch schon "Löcher in den Zähnen", die bei Zahnarzwechesel plötzlich weg waren. Zitat meines Zahnarztes: "Wenn der Zahnarzt bohrt, wie kann man nachweisen dass da vorher KEIN Karies war?". Und ich bin danach von einem Vertretungsarzt wütend der Praxis verwiesen worden als ich den Zahnarzt fragte "Zeigen Sie mir bitte das Loch bevor Sie bohren". Ist ja auch eine Unverschämtheit, dem Betrug auch noch auf die Spur zu kommen, oder???!!!

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wadoe2 13.01.2013, 16:14
165. Niedergelassene Ärzte sind freie Unternehmer

Das haben unsere Sozialdemokraten aller Parteien noch nicht verstanden. Vorteile im Bereich Medizin auszuhandeln ist kein besonderes Merkmal von Niedergelassenen. Das machen die Krankenkassen auch nach dem Motto:

"Wenn Du mir besondere Konditionen gibst, dann kaufe ich von dir besonders viel!!!"

Warum nicht auch bei niedergelassenen Ärzten?

Das hat der Bundesgerichtshof richtig entschieden, weil die das verstanden haben. Nur mal wieder unsere Empörten aus dem Linksspektrum nicht.

Auch die Honoraräzte sind frei. Die können selbst entscheiden, für wen und für wieviel Geld sie arbeiten. Ich weiß, dass dies unseren Linken nicht passt. Denen sage ich aber auch, dass es auch Ärzte gibt, die für so gut wie nichts arbeiten. Die kommen aus Rumänien oder Russland, sprechen kaum Deutsch, und haben in Vergleich zu einer Ausbildung in Deutschland nur geringfügig die Uni besucht. Die können zwar fast alle tolle Bescheinigungen vorlegen, wie gut sie Deutsch sprechen können, aber diese Dinger sind nicht das Papier wert auf dem das steht. Trotzdem holt man sich diese Sicherheitsrisiken in dieses Land. Irgendwann merkt man dann, dass die medizinische Versorgung in einigen Teilen Deutschlands auf dem Stand der Medizin aus Rumänien etc. liegt.

Tja, wer seine Leute halt nur mit Peanuts bezahlt darf sich nicht wundern, wenn irgendwann nur noch Affen für ihn arbeiten.

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hejasverige 13.01.2013, 16:23
166. Gottstatus???

Jeder Patient sucht sich den Arzt mit dem er klar kommt. Wenn einer einen Gott in weiß will, findet er ihn. Mir ist der Arzt lieber, der mich fair und kompetent behandelt. Wie stand es schon im Gutachten des Sachverständigenrates 2010 sinngemäss: Es gibt kaum noch ein Gesundheitssystem auf der Welt, welches so arztzentriert ist wie das deutsche. Wenn ich Arzt wäre, gäbe es ein Grund hieran was zu ändern? Da müssen sich schon andere drum kümmern.

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panzerknacker51 13.01.2013, 16:47
167. Menschen mit und ohne ...

Zitat von der-schwarze-fleck
Hin und wieder macht es sich erforderlich, bestimmte Dinge etwas direkt auszusprechen, als ehemaliger Ossi habe ich zunehmend den Eindruck, dass in diesem Lande etwas nicht stimmt und man leider nicht mehr so reden kann, wie einem der Schnabel gewachsen ist. Schuld daran ist meiner Ansicht nach eine übertriebene Korrektheit und die Angst, zum falschen Zeitpunkt ein falsches Wort zu sagen. Man denke nur an die vielen Diskussionen zu Grimms Märchen, unserer Familienministerin oder auch im Zusammenhang mit dem Fall "Augstein". Ich für meinen Teil finde etwas drastischere Äußerungen eher erfrischend, sonst kommt eines Tages wirklich noch die Gedankenpolizei, nur weil wir an Frauen und Männer und nicht EU-gendervorschriftsmäßig an Menschen mit und ohne Menstruationshintergrund gedacht haben!
Seit wann dürfen denn nach EU-Gendervorschrift Lebewesen ohne Menstruationshintergrund als Menschen bezeichnet werden ;-) ?

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Inuk 13.01.2013, 16:51
168. Bestechlichkeit

Zitat von ukubi
Der SPON verpackt olle Kamellen mal wieder neu - diese "Fakten" - 1000 Fälle - sind ja schon ewig bekannt und zig-mal berichtet worden. Wieso wird eigentlich nie über die Kassenvertreter berichtet? Deren Gutmenschentun ist doch angesichts der Leistungskürzungen bei eigener Vollversorgung der eigentliche Skandal. Aber da ist das recherchieren wohl zu anstrengend.
Fast 1.000 Ermittlungen sind eigentlich ziemlich viel. Wie kommen solche Anzeigen zustande? Die Gespräche zwischen Pharmavertreter und Arzt finden meist unter vier Augen statt und es gibt bzgl. der Bestechlichkeit keine Zeugen.

Ich vermute, dass frustrierte Arzthelferinnen, die auf 400-Euro-Basis arbeiten und ihren Arbeitsplatz mit 10 Kolleginnen teilen, welche sich auch abrufbereit zuhause aufhalten müssen, ihre Arbeitgeber angezeigt haben.

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sponiscool 13.01.2013, 16:57
169. Kirche im Dorf?

Korruption: Ärztekammern haben fast 1000 Verfahren eingeleitet - SPIEGEL ONLINE[/QUOTE]


Nur vorab: Korruption ist verwerflich und sollte verfolgt werden.

Zum Thema:
Es gab 2011 342.000 berufstätige Ärzte in Deutschland (Statistisches Bundesamt; Zahlen für 2012 noch nicht veröffentlicht). 2008: 319.000 Ärzte.
Unter der Annahme, dass mit "in den letzten Jahren" ca. 5 Jahre gemeint sind, mithin der Zeitraum von 2008 bis 2012, und die durchschnittliche Anzahl berufstätiger Ärzte in diesem Zeitraum 330.000 betrug, wurde jährlich gegen 200/330.000 = 0,06% Ärzte, bzw. 1 aus 1.650 Ärzten oder 6 aus 10.000, ein Verfahren eingeleitet.
99,94% "saubere Ärzte" p.a. erscheinen doch wirklich als eine Zahl, auf die aufgebaut werden kann.
Ich frage mich, was demnach diese Meldung, bzw. die einseitige Darstellung der Meldung soll. Die meisten von uns werden niemals in ihrem Leben über einen unehrlichen Arzt stolpern...

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