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Ernährung und Klimaschutz: Jeder Veganer spart jährlich zwei Tonnen an Treibhausgasen
Markus Scholz/ DPA

Der weltweit wachsende Fleischkonsum schadet dem Klima. Wer ausschließlich Pflanzenkost isst, belastet die Umwelt erheblich weniger. Dies belegen neue Zahlen der Universität Oxford.

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odapiel 27.04.2019, 12:19
170. CO2-Bilanzrechner

Den habe ich mal aus Spaß ausprobiert, nachdem Helene Flachsenberg die Krise über ihre Bilanz (12,7 t) so öffentlich zur Schau stellt ( https://www.bento.de/nachhaltigkeit/co2-rechner-gibt-mir-miserable-bilanz-aber-schlecht-fuehlen-sollten-sich-andere-a-1cb502f6-744a-46d1-8e85-e0eedb8629e1#refsponi ). Der Durchschnitt ist wohl 11,60 t. Sie gibt an, nie Auto zu fahren, fast vegan zu leben, in einer Miniwohnung zu leben und nur einmal geflogen zu sein.

Ich fahre Auto (Kleinstwagen), lebe ebenfalls in einer Miniwohnung (voll saniert), esse durchaus gelegentlich Fleisch, fahre weder Zug, noch fliege ich. Und ich komme auf 5,56 t. Das ist weniger als die Hälfte ihres Verbrauchs, und immer noch weniger als die Hälfte des Durchschnittsverbrauchs. Würde noch mit einberechnet, daß mein Fleisch und die Eier aus eigenem Anbau und von frei herumhüpfenden alte Rassen-Hühnern stammen, dann wärs noch weniger.

Was Flachsenberg und einige andere anscheinend garnicht auf dem Plan haben, ist wie stark das Konsumverhalten zu Buche schlägt. Ich gebe pro Monat weniger als 150 Euro dafür aus (leider kann ich nicht unter den Mindestwert eingeben, es sind eher höchstens 100 Euro), da ich fast ausschließlich auf Gebrauchtes setze, von Klamotten bis hin zu den Möbeln und dem Auto, und erst einmal so lange selbst repariere und wiederverwende, bis es nicht mehr machbar ist.

Ich werde - bei der CO2-Bilanz - den Teufel tun und zum Veganer werden. Ich kanns mir erlauben eins meiner Hühner pro Monat zu schlachten. Hühner und Hähne, die meine Hennen großziehen, die einige Zeit selbst legen, bzw. frei herumlaufen und Spaß haben. Die nicht transportiert werden müssen, und deren Ausscheidungen auch noch tatsächlich die Obstwiese hinterm Haus düngen.

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litholas 27.04.2019, 12:26
171.

Zitat von spmc-12355639674612
würde ganz besonders interessieren, was Herr Poore und seine Kollegen gedenken, um Oxford herum anzupflanzen, um sich davon dauerhaft vegan zu ernähren, ohne Mangel zu leiden. Eine der Hauptursachen für unseren traditionell hohen Verbrauch an Fleischprodukten in Nordeuropa ist, dass hier ganz einfach nicht alles wächst und dass Menschen sich schlecht von Gras ernähren können, weshalb man das den wiederkäuenden Nutztieren zu fressen gibt. Ich hoffe, die Wissenschaftler haben die Emissionen durch Transport von Orangen, Bananen, Äpfeln und Birnen, Kirschen, Tomaten und Paprika, Weintrauben, Pfirsichen und Kiwis, Olivenöl etc. in ihre Berechnungen einbezogen.
25t Gemüse aus Holland anzufahren erzeugt etwa 1kg CO2 pro km. Bei z B 600km sind das also etwa 5g pro Paprika. Allerdings ist das nur der Treibstoff.

Gras macht bei hiesigen Rindern leider nur noch wenige % der Kalorien aus. Im Mittel. Die bekommen z B viel Kraftfutter aus Soja aus Südamerika. Und genau deswegen erzeugen sie besonders viel Methan. Und fressen mehrere kg dieses von weit her importierten Kraftfutters um 1kg Fleisch zu bilden - dafür kann man ne Menge Pfirsiche und Olivenöl (Pro-Kopf-Verbrauch 0,8l/Jahr) aus Italien importieren. Die Rinder laufen aber ebenfalls nicht auf eigenen Beinen zum Konsumenten.

Übrigens können Hühner in Obsthainen und Feldern ohne Zufüttern gehalten werden, und betätigen sich dabei noch als Schädlingsbekämpfer. Gewisse Mengen an Milch(-produkten), Eiern und Fleisch können also sehr umweltverträglich erzeugt werden. Ist halt ein wenig arbeitsintensiver als Legebatterien - was schlecht ist, denn wir haben ja so einen immensen Arbeitskräftemangel. /Sarkasmus off

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litholas 27.04.2019, 12:28
172.

Zitat von Guerilla_79
... Also die entscheidende Frage - glauben Sie das die in der Studie von dem sehr geehrten Herrn Wissenschaftler angenommenen Flächen tasächlich wieder aufgegeben werden? Im Leben nicht, die Kapitalisten werden sie anders nutzen, für Palmöl oder sonst was...
Wenns denn für Palmöl wäre. Unraffiniertes Palmöl ist extrem reich an Vitamin A und Betacarotin, und gibt den 10fachen Flächenertrag wie Raps.

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neurather 27.04.2019, 12:28
173.

In diesem Zusammenhang lese ich lieber den sehr gelungenen Meinungsbeitrag "Meine CO2-Bilanz ist miserabel ? aber schlecht fühlen sollten sich andere" auf bento - zu erreichen über den Link "Was mein CO2-Fußabdruck mit mir macht" hier auf SPON. Besonders gefällt mir der Hinweis auf die "Entpolitisierung" des Klimaschutzes. Ich jedenfalls lasse mir kein schlechtes Gewissen für meinen Fleischkonsum oder meine Mobilität einreden, so lange Politik und Wirtschaft nicht wirklich handeln.

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litholas 27.04.2019, 12:35
174.

Zitat von alexander_gourvitch
... Jeder Mensch atmet auch CO2 aus. Sollen wir auch seltener ein- und ausatmen???? "Wer 20%seltener einatmen, spart in seinem Leben 3,5 Tonnen CO2" - so wird neues Studium sagen??? All das grenzt an Menschenverachtung.
Das ausgeatmete CO2 trägt nicht zur Erhöhung des CO2-Gehaltes der Atmosphäre bei. Wohl aber das CO2, das von Maschinen, Kraftwerken und Fahrzeugen bei der Lebensmittelerzeugung ausgestossen wird. Und das ist bei der Fleischproduktion besonders viel, denn um 1kg Fleisch zu erzeugen werden etwa 5 bis 10kg Pflanzen benötigt.

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litholas 27.04.2019, 12:38
175.

Zitat von creative1708
....wird wahrscheinlich der Biogasanteil in der Atmosphäre steigen! Methan ist weitaus schädlicher als Co2!
Aber bei der Fleischproduktion werden 10mal so viele Pflanzen verfüttert wie dann als Fleisch erzeugt wird. Wenn die Menschen sich gleich von Pflanzen ernähren, dann wird 80% des Viehfutters eingespart.

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litholas 27.04.2019, 12:43
176.

Zitat von egcphantom
Dann werden wir alle nun vegan und dann? Dann gibt's das gleiche Problem nur halt mit Pflanzen statt mit Tieren.....Das große Problem ist einfach die Masse an Menschen auf unserem Planeten. ...
Wenn man die Bevölkerungsdichte Deutschlands auf die Landfläche der Erde hochrechnet, dann können auf dem Planeten 4mal so viele Menschen nachhaltig unter den Komfortbedingungen des Durchschnittsdeutschen leben. Setzt man den gegenwärtigen Stand von Wissenschaft und Technik besser um und reduziert tierische Lebensmittel in vernünftigem Masse, dann könnens auch 10mal so viele sein. Und der Stand von Wissenschaft und Technik schreitet voran...

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cindy2009 27.04.2019, 12:48
177. @litholas

"----
litholas heute, 12:38 Uhr
175.
[Zitat von creative1708anzeigen...] Aber bei der Fleischproduktion werden 10mal so viele Pflanzen verfüttert wie dann als Fleisch erzeugt wird. Wenn die Menschen sich gleich von Pflanzen ernähren, dann wird 80% des Viehfutters eingespart----" Viel Spass beim Grasen auf der Wiese. Soviel zur differenzieren Betrachtung.

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litholas 27.04.2019, 13:05
178.

Zitat von hans-henning
Am wenigsten belastet ein Mensch die Umwelt, der garnicht erst geboren wird.
Das würde bedeuten, das Kind mit dem Bade auszuschütten. Der Mensch hat genauso das Recht zu leben wie jedes andere Lebewesen.

Es lässt sich (noch) nicht ganz vermeiden, sich von anderen Lebewesen zu ernähren. Mit dem Recht auf Leben haben wir damit auch das Recht und die Pflicht, uns von anderen Lebewesen zu ernähren und verantwortungsvoll in die Umwelt einzugreifen.

Wenn man die Ethik aber so weit bemüht, dann hat derjenige, der die Fähigkeit hat die Ethik zu bemühen, auch die Pflicht, für die Gewährung von Nahrung seine Fähigkeiten möglichst nutzbringend in den Dienst aller Lebewesen zu stellen. Namentlich seine mentalen Fähigkeiten, bei denen der Mensch nunmal das Lebewesen ist, das das anscheinend am besten kann. Zum Beispiel verfügt der Mensch am meisten über die Fähigkeiten, das Leben zielgerichtet zu fördern und zu beschützen. So können wir uns das Recht, uns zu ernähren, verdienen.

Wir können es uns natürlich auch einfach nehmen. Das wäre die Herangehensweise eines Tyrannen. Das Recht des Stärkeren. Nötig haben wir das aber nicht. Mit wirklich einfachen Massnahmen können wir bei anderen viel Leid vermeiden und viel Freude ermöglichen. Wer der Empathie fähig ist, für den ist das ein wichtiger Gesichtspunkt.

Von daher können wirs auch so gestalten, dass jeder zusätzliche Mensch, der geboren wird, ein Gewinn für "die Umwelt" ist.

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aki_faki 27.04.2019, 13:10
179.

Zitat von HaraldSchicke
Normale Kühe leben doch auch vegan? Die sollen angeblich so viel pupsen, dass sie das Klima schädigen?
Wenn du ernsthaft bezweifelst das Kühe Methan ausstoßen, bist du auf einem Niveau wie Impfgegner und Menschen, die Glauben die Erde sei eine Scheibe.

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