Forum: Wissenschaft
Erster künstlicher Organismus: "Sie sollen tun, was wir wollen"

Die Menschheit kann jetzt Leben schaffen. Wissenschaftler um Craig Venter haben einen künstlichen Organismus erzeugt: am Computer konstruiert, im Labor erweckt. Der legendäre Forscher erhofft sich von neuen Wesen revolutionäre Eigenschaften - tatsächlich ist er seiner Vision näher denn je.

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Gebetsmühle 21.05.2010, 09:42
1.

Zitat von sysop
Die Menschheit kann jetzt Leben schaffen. Wissenschaftler um Craig Venter haben einen künstlichen Organismus erzeugt: am Computer konstruiert, im Labor erweckt. Der legendäre Forscher erhofft sich von neuen Wesen revolutionäre Eigenschaften - tatsächlich ist er seiner Vision näher denn je.
sie sollen tun was wir wollen? gibts doch schon und nennt sich steuerbürger.

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sverris 21.05.2010, 09:49
2. naja

klingt für mich mehr nach einem naturidentischen genom ("nachgebaut"), dass ich ein anderes bakterium eingepflanzt wurde (auch dieser teil also nicht "neugeschaffen"). für mich ist das noch kein künstlicher organismus.

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FastFertig 21.05.2010, 09:53
3. "Sie sollen tun, was wir wollen"

Kann man die neuen Erkenntnisse dazu verwenden um Bakterien zu entwickeln die beispielsweise nahrhafte Milch erzeugen?
Der Forscher darf Wasser, Sonnenlicht und Gras verwenden. Jede ungebildete Kuh kann daraus Milch machen, ist also ganz einfach. Man braucht die meisten Teile der Kuh nicht, wenn man nur Milch produzieren will.

Gleiches gilt für ein Reiskorn. Warum kann man nicht aus Wasser, Sonnenlicht und Dreck ein Reiskorn entstehen lassen? Dafür braucht man nicht einmal ein Gehirn, zumindest hat man ein solches noch nicht in einer Pflanze gefunden.
Aber, so weit ist man wohl noch nicht. Man hat ein paar Millionen Informationen, stöpselt sie zusammen und freut sich, dass es nicht gleich zerfällt. Was genau passiert, keine Ahnung. Das ist so, als ob man das RAM eine Computers mit Zufallszahlen füllt, den PC startet und sich freut, wenn er nicht gleich abschmiert.

Wie kommt man von da also auf das schmale Brett: "Sie sollen tun, was wir wollen"? Ist das einfach nur reiner Größenwahn, totaler Realitätsverlust oder pures Wunschdenken?

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Websingularität 21.05.2010, 09:58
4. voll cool

Jo, diese Entwicklung war ja auch absehbar.
Trotzdem sollten sich die Genetiker mal auf dringlichere Sachen konzentrieren.
Jetzt hat Herr Venter vielleicht das Rüstzeug, um ein Antivirusprogramm gegen HIV zu programmieren.
Vorher braucht dieser Mann nicht angekrochen kommen.
Alles andere ist mediale Effekthascherei um Investoren zu locken.

Was aber diese neue Disziplin so interessant macht, ist zu sehen, wer "besser" programmieren kann:
Der Mensch oder die Natur.

Ich vermute mal, ein höheres Lebewesen wie ein Mensch oder Elefant, ist derart komplex, soviele Genetiker findet man auf der ganzen Welt nicht. Es wird wohl bei einfachen Bakterien bleiben. Ist ja auch schon beachtlich, was damit möglich wäre/ist.

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majik 21.05.2010, 10:05
5. "Sie sollen tun, was wir wollen"

Es ist nur eine Frage der Zeit, bis das Militär sich der Sache bemächtigt. Es wäre das erste Mal, dass eine waffenfähige Technologie nicht auch als solche benutzt wird.

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vhans 21.05.2010, 10:07
6. Aua!

Hallo, Frau Briseno: "Es geht um ein wegweisendes Experiment mit den Bausteinen unserer DNA namens A, T, G, C. Die Kürzel stehen für die Aminosäuren Adenin, Thymin, Guanin und Cytosin, die Basen der DNA."
Bei so derartigen fachlichen Fehlern sträuben sich bei mir als Chemiker nicht nur die Nackenhaare! Adenin, Thymin, Guanin, und Cytosin sind richtigerweise die Nukleinbasen der DNA bzw RNA, sie haben daher auch nichts mit Aminosäuren zu tun Den Unterschied zwischen Säuren und Basen sollte man selbst als Hauptschüler kennen!Das tut wirklichj weh!

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Kreihwensis 21.05.2010, 10:07
7. Die Natur macht es vor...

...denn Viren machen ja nicht anderes - ihr Erbgut in ein Zelle einschleusen und los geht's. Dann macht die Zelle auch was das Virus will.
Ein mächtiges Werkzeug, welches hoffentlich nur sehr bewusst und verantwortungsvoll eingesetzt wird. Dann kann es der Menschheit sehr dienlich sein.

Was ich aber nicht verstehe: Warum muss sich ein Wissenschaftler rechtfertigen, warum bzw. ob er Gott spielt? Ethische Ansichten müssen bedacht werden das ist ganz klar, aber was hat Gott damit zu tun? Und vor allem: welchen Gott nehmen wir denn?

Religiöse Ansichten, die auf nicht belegbaren Thesen basieren, haben in der Wissenschaft nichts zu suchen. Wenn wir über Ethik sprechen, dann wirklich über gesunde Aspekte warum etwas gut oder schlecht ist. Warum etwas zur Gefahr werden könnte. Ein einfaches und willkürliches "Das darf aber nur Gott" reicht dafür nicht aus...

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StrangeWorld 21.05.2010, 10:08
8. Super!

Freut mich sowas zu lesen. Vielleicht sind künstlich erzeugt Organismen der Schlüssel zur Krebs- oder Aidsbekämpfung.
Natürlich können mit sowas die wildesten Verschwörungstheorien aufgestellt werden, aber ich seh das eher als einen guten Zugewinn für die Wissenschaft.

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Pos123 21.05.2010, 10:09
9. Oh, oh, oh ....

Gleich mal die Molekularbio - Watsche herausholen. Die Basen (ACGT) sind doch keine Aminosäuren!

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