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Erziehung: Elternliebe macht blind
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Elterliche Wärme führt nicht dazu, dass Jugendliche Mitgefühl für Bedürftige entwickeln. Geborgenheit könnte zur Falle werden.

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FischerKielSchwerin 04.07.2016, 16:45
1. emotionale Intelligenz

ist wichtig für Mitgefühl, Hilfsbereitschaft und vieles mehr und sie wird nicht dadurch gefördert, dass der Nachwuchs besonders betüddelt und gepampert wird. Insofern überraschen mich die Ergebnisse der Studien nicht besonders, da sie aus meiner Sicht gar nichts miteinander zu tun haben.

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inver 04.07.2016, 16:50
2. Mit welcher Methode wurde diese Studie erstellt?

Ich kenne nur wohlbehütete Jugendliche, die sich vielfältig sozial engagieren, ob in der Schule, in der Kirche und auch sonst. Mein Ältester macht z.B. eine Ausbildung zum Rettungssanitäter und wird dann Medizin studieren. Davor war er jahrelang ehrenamtlich in der Kirche aktiv, so wie viele andere auch. Die anderen spenden, sammeln z.B. für Flüchtlinge. Falls in der Studie wohlstandsverwahrloste Kinder befragt wurden überrascht mich das Ergebnis allerdings nicht! Geschlagene und vernachlässigte Kinder verhalten sich dagegen aggressiv.

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lexik 04.07.2016, 17:31
3. Zeit für soziale Projekte?

Welcher Jugendliche hat die denn heutzutage?
Neben der Schule, die nicht selten die Zeit eines vollen Arbeitstages einnimmt, müssen noch um die zwei Stunden für Hausaufgaben und reines Lernen rangehängt werden. Wenn Erhohlung, familiäres und außerfamiläres Sozialleben, ist der Tag voll. Wer nicht den ganzen nächsten Tag wie ein Zombie durch den Tag wanken will, wird dann Abendbrot essen und schlafen gehen - egal ob 13 Jahre alt oder 18.

In den Ferien stehen nicht selten (schlecht) bezahlte Jobs an. Oder man verreist mal mit der Familie oder Freunden und ist dann eben weg aus der Gegend des Stattfindens sozialer Projekte.

Wenn ich an meine Zeit zurückdenke, wo von mir heute Engegement erwartet würde, wäre ich einfach nur zu müde für so etwas.

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quark2@mailinator.com 04.07.2016, 18:27
4.

Mitgefühl für Bedürftige ? Wir leben doch in einer Zeit, wo die Erfolgreichen behaupten, an ihrem Erfolg größtenteils selbst schuld zu sein (harte Arbeit, Sie wissen schon) und daraus ableiten, daß nicht erfolgreiche ebenfalls nur selber schuld sind. Ich, ich, ich, das ist doch das Mantra seit 1990. Schon die Zeichentrickfilme im Kinderkanal sind von Gut gegen Böse geprägt, oft brutal und ohne Empathie. Ganz anders als früher mal. Nein, es sind nicht die Eltern, oder die Schule, es ist vielmehr das allgegenwärtige Wolfsgesetz, wo eher nutzlose (Fußballer, F1-Fahrer, ...) bzw. niemandem wirklich Verantwortliche (Politiker, Beamte) diejenigen sind, die am besten versorgt werden, wohingegen diejenigen, die produzieren oder pflegen gerade genug bekommen um nicht H4 zu beantragen und dabei immer riskieren, daß der Job nächstes Jahr weg ist. In so einer Gesellschaft machen die Kids ggf. das, was naheliegt.

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Bernd.Brincken 04.07.2016, 19:17
5. Gegensätze

Das Kinder sich gerne zur gegenteiligen Haltung ihrer Eltern entwickeln, ist ja nicht neu. Waren die Eltern der 70er und 80er noch Anhänger einer Jugendkultur und 'ausgeflippt' bis unordentlich, dann wurden die Kinder umso angepasster.
Und natürlich korrespondiert politisches Bewußtsein mit Konflikterfahrungen in der Familie, mit einer Unzufriedenheit mit der Eltern-Welt.

'Mitgefühl mit Bedürftigen' wiederum wurde durch staatliche Strukturen abgelöst, d.h. zivilgesellschaftliches Engagement sieht sich oft in Konkurrenz zu den Institutionen.

Die von der Studie als wünschenswert angesehenen Interessen können unter diesen Bedingungen kaum 'nachhaltig' gedeihen.

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mikaiser 04.07.2016, 19:26
6. An den erhobenen Daten zweifele ich nicht...

... wohl aber an der Interpretation. Meiner Ansicht nach gibt es kein besseres positives Verhalten als eine warme und liebvolle Erziehung der Kinder. Auch wenn einige danach nicht unbedingt selbst großes soziales Engagement zeigen, werden sie jedenfalls seltener Kunden dieser Sozialprojekte. Und die erfahrene Wärme und Zuwendung geben sie mit großer Wahrscheinlichkeit in die folgende Generation weiter. Kurz: Sie helfen vielleicht weniger, brauchen aber auch weniger Hilfe für sich und ihre Familien.
Ich habe dazu zwar keine chicke Studie, interpretiere aber meine eignen Beobachtungen entsprechend.

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uk2011 04.07.2016, 20:03
7.

Zitat von inver
Ich kenne nur wohlbehütete Jugendliche, die sich vielfältig sozial engagieren, ob in der Schule, in der Kirche und auch sonst. Mein Ältester macht z.B. eine Ausbildung zum Rettungssanitäter und wird dann Medizin studieren. Davor war er jahrelang ehrenamtlich in der Kirche aktiv, so wie viele andere auch. Die anderen spenden, sammeln z.B. für Flüchtlinge. Falls in der Studie wohlstandsverwahrloste Kinder befragt wurden überrascht mich das Ergebnis allerdings nicht! Geschlagene und vernachlässigte Kinder verhalten sich dagegen aggressiv.
Ich glaube nicht, daß die Studie Ihren Erziehungstil meint.

Ihr Beispiel zeigt doch genau, was passiert, wenn man nicht ZUVIEL die Jugendlichen behütet, sondern sie machen läßt.

Wenn Sie ständig um Ihr Kind herumfliegen, glauben Sie ernsthaft, daß es sich dann in der Kirche engagiert hätte? Glauben Sie, daß Kinder von Mama zu einer Stelle gefahren werden, wo sie dann alleine Spenden sammeln? Da steht doch Mama daneben und das Kind rollt nur entnervt die Augen ob Mamas Benehmen.

Wenn die Kinder bei Rückschlägen von der Familie gedeckt werden ("die bösen Flüchtlinge, sind nie dankbar", "Die gemeinen Passanten, wollen Dir nichts geben), dann lernen die nie, auch mit Rückschlägen umzugehen oder auch mal andere Sichtweisen zu akzeptiern.

Diesen Spagat haben Sie hinbekommen, seien Sie stolz darauf.

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widerworte 04.07.2016, 20:06
8. absolut korrekt

Zitat von inver
Ich kenne nur wohlbehütete Jugendliche, die sich vielfältig sozial engagieren, ob in der Schule, in der Kirche und auch sonst. Mein Ältester macht z.B. eine Ausbildung zum Rettungssanitäter und wird dann Medizin studieren. Davor war er jahrelang ehrenamtlich in der Kirche aktiv, so wie viele andere auch. Die anderen spenden, sammeln z.B. für Flüchtlinge. Falls in der Studie wohlstandsverwahrloste Kinder befragt wurden überrascht mich das Ergebnis allerdings nicht! Geschlagene und vernachlässigte Kinder verhalten sich dagegen aggressiv.
ich habe die Originalstudie gründlich gelesen. Die im SPON-Artikel gemachten Aussagen sind empirisch nicht gedeckt. Die numerischen Effekte sind sehr klein, nach Mitgefühl für Bedürftige wurde gar nicht gefragt und die spekulativen Erklärungsversuche für den kontraintuitiven (Mini-)Zusammenhang sind empirisch nicht belegt. Bitte weiter die Kinder mit Wärme, Geduld und Unterstützung erziehen!

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Champagnerschorle 04.07.2016, 20:23
9. Elfenbeinturm

Für mich ist eher überraschend, daß das Ergebnis der Studie überrascht. Elterliche Wärme in gutbürgerlichen Haushalten bedeutet auch (nicht immer), da das Kinde merkt: Meine Eltern arbeiten hart, sind erfolgreich und haben mich lieb und kaufen mir was (ja, Kinder sind Megamaterialisten). Wo in der Kette befand sich nun Mitgefühl für Andere? Nirgends, richtig!
PS #4: Lieber davon überzeugt, am eigene Erfolg Anteil gehabt zu haben, als andere Menschen als "nutzlos" zu bezeichnen.
PPS #4: Millionen Menschen hätten letzten Samstag ohne Fußball weit weniger Emotionen gehabt... - nutzlos, na ich weiß nicht...

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